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Imperialismus

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134 pages, Paperback

First published January 1, 2011

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Frank Deppe

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May 3, 2026
Äußerst solide Theorie, deren Wahrheit schon daraus erkennbar wird, dass alles, was sich in den 15 Jahren seit der Veröffentlichung des Buches ereignet hat, sie nur bestätigt.

Die Geschichte der Imperialismustheorien wird dabei letztlich nah und meisterhaft kompakt an den bestimmten historischen Etappen imperialistischer Politik beschrieben. Der Imperialismus operiert also in Etappen, verändert sich je nach geschichtlicher Lage, muss somit historisiert werden und jede Etappe verlangt nach ihrer konkreten neuen Theoretisierung.

Einer allgemeinen Definition wird trotzdem nicht entwichen: Imperialismus bezeichnet die „offene oder latente Gewaltpolitik zur externen Absicherung eines internen Regimes“ (S. 20).
Imperialismus ist dabei „ein Begriff, der die kapitalistische Logik der Kapitalakkumulation voraussetzt. Das interne Regime, das es nach Außen abzusichern gilt, ist in erster Linie ein ökonomisches Regime“ (S. 22).

Es werden dann alle bestimmte Kräfte, Kraftverhältnisse und Akteure geschichtlich nachgezeichnet, die nötig sind um Imperialismus im Allgemeinen, in der Geschichte und in der Gegenwart zu verstehen.
Wie präzise diese Nachzeichnung ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass diese Kräfte und Akteure nicht nur relevant geblieben, sondern auch daran, dass einige ihr Gesicht für die Meisten erst gegenwärtig, viele Jahre später, klar gezeigt haben.

Auch alle relevanten Argumentationsformen sind hier schon nachgezeichnet, die bis dato - manche gerade gegenwärtig in unendlichen Talkshows mit der selbstbewussten Frische der Naivität oder historischen Ignoranz - auftreten, wenn es darum geht, Imperialismus zu erklären, - oder eben verklären, um diesen oder jenen zufälligerweise mit den eigenen nationalen Interessen übereinstimmenden Imperialismus zu rechtfertigen, gerade indem man ihn sich als Antiimperialismus zurechtbiegt.

Selten hält also ein Buch, dessen Relevanz sich letztlich an seiner Anwendbarkeit an zeitgenössischen Phänomenen richtet, so gut wie dieses hier den Stand der Zeit.

Selbst die Merz-Regierung wird gewissermaßen auf S. 101 FN33 prognostiziert - samt den Ambivalenzen, die daraus zu erwarten waren bzgl. den gleichzeitigen Bestreben zur Unterordnung unter den USA und Etablierung der EU als eigenständiger militärischer Supermacht unter deutscher Ägide.

Auch dass z.B. die beschleunigte Militarisierung Deutschlands in Zeiten der „inneren Zeitenwende“, natürlicherweise mit dem beschleunigten Aufbau gerade jenes autoritären Staates einhergehen wurde, war hier schon völlig ausbuchstabiert (in Anlehnung an R. Luxemburg).
Sowie auch die Perfidie, nicht nur dass man diesen autoritären Staat immer nur bei dem Feind ausmachen will, sondern gerade als Rechtfertigung für die Notwendigkeit des eigenen guten interventionistischen Imperialismus schamlos vorführt.

Das Ding lässt sich also gut lesen. Kann man nur empfehlen.
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