Während ihrer Urlaubsreise mit der Transsibirischen Eisenbahn kommt einer Regierungschefin das Gedächtnis abhanden. In Omsk fällt ihr ein Bahnhofsschild aufs Haupt und stiehlt ihr fortan zwanzig Jahre ihres Lebens und jeden Tag aufs Neue ihre Erinnerungen. Ihr engster Beraterkreis und ihr Mann sind sich einig, diese Unpässlichkeit vorerst geheimzuhalten und die Chefin Tag für Tag neu "auf Schiene" zu setzen. Der Plan funktioniert - allerdings mit einigen Nebenwirkungen: Sie regiert plötzlich, als gäbe es kein Morgen, spontan, unvoreingenommen, ja geradezu leidenschaftlich. Und auf der Suche nach ihrem Gedächtnis kennt sie kein Pardon ...
Eine Regierungschefin auf Abwegen, sie möchte mit ihrem Mann unerkannt Urlaub machen jenseits der Publicity und Macht. Sie meldet sich ab und fährt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Da trifft das Schild ihren Kopf und weg ist das Gedächtnis - 20 Jahre fehlen ihr und das Kurzeitgedächtnis. Also jeden Tag neu beginnen. "Pannen passieren, Katastrophen werden gemacht" Es fangen die mühevollen Bestrebungen ihres Teams an die Amnesie zu verheimlichen und ihr in den Arbeitsalltag ihes Amtes zurückzuhelfen - da keine Alternative so schnell in Sicht ist. Die bis dahin sehr ehrgeizige und machtbewusste Regierungschefin muss sich auf ihre Gefühle besinnen - war da nicht schon mal was? Sehr schön ist das Bild der Eisläuferin, das auch den Titel erklärt und ihr zurück hilft. Die Regierungsmannschaft muss ordentlich jonglieren. Aber die Regierungschefin kennt trotz fehlendem Gedächtnis das Geschäft - mitspielen und gesellig sein. Das Volk ist ihr freundlich gesonnen. Die Perspektive des Ehemanns, der sich redlich um seine Frau bemüht kommt an manchen Stellen zu kurz. Er bemüht sich um den Menschen und will ihr doch gerecht werden in ihrem Leben als Politikerin. Der Schluss wirft dann die Frage auf wie geht es wirklich weiter. Herr Bodega übernehmen Sie! Also mich hat das Buch bzw. der Humor nicht wirklich angesprochen, er war mir zu oberflächlich und nicht direkt amüsant. Das Bild der Eisläuferin, das ja titelgebend ist, hätte mehr ausgebaut werden können. Die Sprache der Beteiligten insbesondere der Regierungschefin nach dem Gedächtnisausfall war mir zu gekünstelt und zu wenig "wirklich". Das Cover spricht einige Punkte im Buch an (Pfirsiche und Eislaufen) aber sie ist ja Keine Spielfigur mehr und ihre vorgeworfenes Mutti-Image kommt da auch nicht rüber. Es ist ein nettes, leichtes, amüsierendes Buch.
Ein amüsantes Buch, bei dem man sich der Regierungschefin gleich näher fühlt, auch wenn ich manches Mal nachschauen musste, was 2011 neben dem Fels in der Brandung politisch so alles an der Tagesordnung war. Einzig die Entfaltung der Handlung hatte einige Rhythmusstörungen und kulminierte in einem nicht sehr befriedigenden Ende. Der Ton war gut getroffen, bei dem was passiert hätte man nachbessern müssen.
Inhalt: Die Regierungschefin eines Staats möchte unbeobachtet, auch von ihren Bodyguards, Urlaub machen, dazu setzt sie sich mit ihrem Mann nach Russland ab, um eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn zu machen. Als sie jedoch in Omsk aussteigt, fällt ihr ein Schild auf den Kopf und sie erleidet eine Amnesie, welche die letzten 20 Jahre betrifft. Da sie jedoch nicht einfach abgesetzt werden kann, wird die Öffentlichkeit nicht unterrichtet und sie regiert weiter. Dazu muss sie aber jeden Tag aufs neue auf Spur gebracht werden, da sie über Nacht immer wieder vergisst. So regiert sie nun spontan und leidenschaftlich, als gäbe es kein Morgen und das ist nicht grade unproblematisch!
Meinung: Zunächst fällt an dem Roman auf, dass die einzelnen Charaktere eigentlich nur mit ihrer Funktion angesprochen werden, d.h. es wird nie der Name der Regierungschefin oder einer ihrer Minister genannt. Die einzigen zwei Personen, denen Namen zugedacht wurden sind Herr Bodega, der Bodyguard, sowie Dimitrij, der ihr bei der Suche nach ihrem Gedächtnis helfen soll. Dadurch wird natürlich unterstützt, dass man der Regierungschefin jedweden Namen geben könnte, bedenkt man jedoch, wie sie beschrieben ist und welche anderen Kleinigkeiten angemerkt werden, kann man leicht vermuten wen sie darstellen soll und das vielleicht etwas zu direkt. Insgesamt zeigen die Charakter in diesem Roman leider wenig Gefühl und es wird auch sehr stark mit Klischees der Politik gespielt, was mich zwar manchmal leicht schmunzeln ließ, aber insgesamt etwas flach wirkt. Zu Beginn des Romans werden häufig Zitate aus einem Roman bzw. SMS im Text erwähnt, diese sind jeweils kursiv dargestellt, wodurch man sie zwar gut vom restlichen unterscheiden kann, aber sie auch teilweise störend wirken, da ich insbesondere zu den Roman-Zitaten keine Verbindung zur Geschichte ziehen konnte, die aber eindeutig den Eindruck machten, als sollten sie etwas aussagen. Im Nachhinein muss ich aber gestehen, dass das Cover sehr gut gewählt wurde, da es durch die Details im Bild und Hintergrund, wichtige Schlüsselszenen der Geschichte widerspiegelt. Eine sehr interessante Lösung, da das Cover sehr stark an einen Frauenrom erinnert, der es eigentlich nicht ist. Jedoch erhält das Cover seine endgültige Aussage erst, wenn man auch die Geschichte gelesen hat. Auch erinnert die Geschichte irgendwie sehr an täglich grüßt das Murmeltier und es passiert nicht wirklich viel in der Handlung, die eher etwas dahinschwappt. Insgesamt ist das Buch dadurch zwar nicht wirklich langweilig, aber es ehrlich interessant nennen, kann ich auch nicht. Auch die Charaktere bleiben alle eher flach, da über viele kaum etwas erwähnt alles eher sehr nüchtern erzählt wird. Selbst die Protagonistin sticht nicht heraus, einzig die Charaktere mit Namen wirken substanzieller. Alles in allem kann man den Roman aber als kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch ansehen, von der Mann weder zu viel Spannung noch sehr großen Humor erwarten sollte, denn es ist zwar leicht zu lesen, aber viel mehr steckt nicht dahinter.
Die Regierungschefin eines westlichen Industriestaates – zwar namenlos, dafür aber mit vielen eindeutigen Attributen ausgestattet – will gemeinsam mit ihrem Mann endlich mal unerkannt und ungestört Urlaub machen. Die geplante Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn scheint auch erstmal wie geplant zu verlaufen. Am Bahnhof Omsk jedoch steigt die Regierungschefin kurz aus, und da passiert es: Ein Schild löst sich am Bahnsteig aus seiner Befestigung und fällt der Kanzlerin direkt auf den Kopf. Als diese aus ihrer Ohnmacht erwacht, sind die letzten 20 Jahre aus ihrem Gedächtnis gelöscht. Ihren Mann erkennt sie noch, aber sonst… Dass sie die Regierungsverantwortung eines Landes innehat, ist ihr nicht mehr bewusst. Und das Schlimmste: Alles, was sie den Tag über neu gelernt hat, vergisst sie in der darauffolgenden Nacht wieder.
Ihr engster Stab ist ratlos: Für die ersten Tage, vielleicht noch ein, zwei Wochen lang kann ihre Abwesenheit durch Urlaub erklärt werden, aber dann muss die Kanzlerin doch wieder präsent sein! So werden also Erklärvideos gedreht, die wichtigsten Leute gebrieft, Redentexte geschrieben und es wird sogar ein undurchsichtiger russischer Therapeut auf das Problem angesetzt. Was dieser genau im Schilde führt, ist unklar, er hat jedoch einige unkonventionelle Methoden auf Lager, um in der Regierungschefin wieder Erinnerungen zu wecken.
Währenddessen absolviert diese ihre ersten Auftritte in der Öffentlichkeit, die oft genug den sicheren Boden des Protokolls verlassen. Wie sonst wäre man auf die Idee gekommen, eine gemeinsame Kochsession mit dem französischen Präsidenten zu veranstalten? Den Stab erfasst das kalte Grauen, doch die Presse und die Bürger sind begeistert: Eine so spontane, leidenschaftliche Kanzlerin haben sie noch nicht erlebt! Sie sagt, was sie denkt, geht auf das Volk ein und macht auch sonst die Dinge ganz anders als früher.
Die Chefin selbst dagegen ist mit ihrer Lage unzufrieden: Was ist ein Leben wert, in dem nichts von Dauer ist, in dem kein Eindruck länger anhält als bis zum Einschlafen? Am liebsten würde sie alles hinschmeißen – doch ihre Mitarbeiter können dies nicht dulden, jetzt, wo sie im Volk beliebt ist wie nie! Doch genauso klar ist: Als sich die Kanzlerin auf eigene Faust auf den Weg durch die Hauptstadt macht und am nächsten Tag fragwürdige Fotos in der Presse auftauchen, ist schnelles Handeln gefragt…
Das Ganze klingt sehr schräg, und ist es phasenweise auch. Es wird nicht zuletzt durch das Cover deutlich, welche Regierungschefin hier gemeint ist. Zwischendurch war es etwas zu überdreht, aber hey, die ganze Story ist schließlich ziemlich abgefahren. “Die Eisläuferin” ist eine nette Geschichte, bei der man vielleicht keinen tieferen Sinn suchen sollte, sondern die mal einfach mal lesen kann, wenn die tatsächliche Politik mal wieder allzu absurd erscheint.
Dieses Buch hat mir nicht gefallen. Man muss das in aller Deutlichkeit sagen.
Nach der Lektüre von Katharina Münks letztem Buch ("Die Insassen"), habe ich mich schon einigermaßen auf dieses Buch gefreut. Der seichte Witz ist sogar noch in Andeutungen vorhanden - allein die Geschichte selbst wirkt dermaßen konstruiert, dass es mir nicht möglich war darüber hinwegzusehen.
Kein Geheimnis ist, dass die Protagonistin (eine Regierungschefin, die seltsame Paralellen zu einer gewissen Kanzlerin aufweist) durch einen Unfall nicht nur die Erinnerungen der letzten 20 Jahre verliert, sondern danach beinahe gänzlich unfähig ist sich neue Ereignisse zu merken.
Rechnen wir 20 Jahre zurück, dann stellen wir fest, dass es 1991 war - kurz nach der Wende und mit den Internettechnologien / Mobilfunkereien in den Kinderschuhen. Alles, was an Technologie dazwischen kam (Handy, Web 2.0, etc.) muss sie jeden Tag aufs Neue aufholen - und wundert sich dabei nahezu überhaupt nicht. Zwar wird an einer Stelle die CD als "runde Diskette" beschrieben - dass aber YouTube für sie ALS KONZEPT (Videos, die jeder weltweit sofort sehen kann) gänzlich zu hoch sein müsste, ist gar kein großes Thema. Auch nicht, dass sie sich jeden Morgen einen Podcast anzusehen hat.
Für mich hat's leider nicht gereicht. Es war schlicht ein wenig zu seicht.
Wir haben die "Eisläuferin" als Hörbuch mit viel Spaß gehört, denn Maren Kroymann liest die Story perfekt. Klar ist die Geschichte konstruiert, aber wenn man sich darauf einlässt und vor allem das Kopfkino mitlaufen lässt, bietet sie kurzweilige, hintersinnige Unterhaltung.