Man merkt dem Buch in jeder Zeile die große (und nachvollziehbare) Wut an, die Helena Steinhaus auf die deutsche Politik und die sog. "Bürgergeld-Reform" hat, die nichts anderes als eine netter formulierte Restrukturierung von Hartz-IV ist. Ihr Schreibstil ist weniger an einem Sachbuch orientiert, sondern erinnert mich an die Bücher von Julia Friedrichs, die sehr direkt und ohne Umschweife über die Schicksale berichtet, die sich für ihre Arbeiten untersucht hat.
Es ist ein aktivistisches Buch, dessen Existenz bereits den gegenwärtigen Notstand zeigt, indem sich die deutsche Gesellschaft befindet. Wunderbar wird die Scheinheiligkeit der sog. gesellschaftlichen Elite aufzeigt, die auf der einen Seite keine hohen Steuern und Bevormundung wollen, aber Menschen in Armut entrechten, 80% ihrer Zuverdienste wegnehmen und ihr die Lebensführung vorschreiben.
Man fühlt entsprechend nicht nur die Wut der Autorin, sondern teilt sie mit jedem weiteren Kapitel, die von sehr schockierenden Zitaten eingeleitet werden, die Einblick in die "Welt der Armen" bieten, die - man kann es nicht anders sagen - Leibeigene in einem Feudalsystem sind.
Den Appellen von Steinhaus kann man daher nur zustimmen: Armut beenden, Feudalsystem abschaffen, Widerstand leisten und Geselligkeit organisieren. Ein starkes Buch, ein Rundumschlag gegen die Widerwärtigkeit der deutschen Politik!