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Zeit der Zäune: Orte der Flucht

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»Zeit der Zäune« erzählt von Orten der Flucht, zu denen Katja Riemann allein und ohne ein Team an ihrer Seite reiste. Wo sind diese Orte und wie leben Menschen im Interim?
Sie geht der Frage nach, ob Menschen in offiziellen Camps, inoffiziellen Dschungeln, im Warten und der Ungewissheit erfinderisch sind und gestaltend. Und begegnete erstaunlichen Personen und Situationen. Sie begleitete vor Ort die Projekte von Filmschaffenden, Theaterleuten, Traumatologinnen, Ärzten, Köchen und vielen anderen und schreibt einfühlsam mit dem Blick für Details über deren Ideen und Herausforderungen.
Die Menschen sind schon immer gewandert - und die Ankunft ist wohl das Schwerste.

440 pages, Kindle Edition

Published February 28, 2024

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About the author

Katja Riemann

31 books1 follower

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Community Reviews

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Sophia.
195 reviews4 followers
April 2, 2024
Hatte das Glück, diese Frau bei einer Lesung des Buches erleben zu können, und gleich am nächsten Tag hab ich das Hörbuch begonnen. Große Empfehlung, vor allem zum Hören; könnte ihrer Stimme stundenlang lauschen, und es macht die ganzen kleinen Erzählungen und Begegnungen noch emotionaler.
Profile Image for Anna nanananana.
55 reviews
May 23, 2024
Orientalism von Edward Said oder zumindest eine Einführung in postkoloniale Denkwelten wären gut gewesen, bevor die Autorin all das niedergeschrieben hat. Sie wirkt ein, wie eine den Kolonialisierten wohlgesonnene britische Kolonialoffiziersgattin teilweise....
Es wäre schön gewesen, sich selbst und die eigenen Eindrücke etwas mehr außen vor zu lassen. Und mehr Beobachterin, als Akteurin zu sein.
Hänge gedanklich an der Stelle fest, an der sich Katja Riemann fragt, ob sie den Flug mit einer türkischen Billigairline überleben wird. Die Gutbürgerin merkt man ihr teilweise stark an. Manchmal wirkt es so, als würde sie sich mit den Geflüchteten schmücken...
Sie schreibt teilweise in Schleifen, denen schwer zu folgen ist.

Ich würde nur einen Punkt geben, aber der Aufwand den die Autorin betrieben hat, ist schon enorm. Und die Intention hinter dem Buch (nicht die, sich selbst als Katja Riemann als tolle Person darzustellen), ist eine sehr wichtige.
711 reviews13 followers
June 17, 2024
Von Orten der Flucht

Dass die Schauspielerin Katja Riemann sich auch als Botschafterin für das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR engagiert, habe ich erst beim Lesen ihres Buchs "Zeit der Zäune" erfahren. Riemann hat für die Recherchen Lager und Orte entlang der Balkanroute und am Mittelmeer, in Nordafrika und den berühmten Dschungel von Calais besucht. Herausgekommen ist ein sehr persönliches Buch, das Menschen und Schicksale vorstellt, durchaus Partei ergreift und weniger Analyse als subjektiver Blick ist. Riemann schreibt empathisch, teilweise regelrecht poetisch, ist mehr dem künstlerisch inspirierten storytelling als der klassischen Reportage zugeneigt, wenn sie Lesern berichtet, die in der Regel noch kein Flüchtlingslager von innen gesehen haben.

Es ist eine durchaus selektive Darstellung, denn Riemann stellt Menschen mit künstlerischen Ambitionen vor, Nichtregierungsorganisationen die, ich sag´s mal etwas boshaft, die schönen Dinge im Lager machen, wie Kunst, eine Filmschule in Moria auf Lesbos, Theater und Musik. Da sind Latrinenbau, Lagerlogistik und der administrative Kleinkram, um Tausenden Menschen innerhalb kurzer Zeit Unterkunft, Sanitär, Ernährung usw zu sichern, deutlich weniger sexy, aber letztlich unabkömmlich.

Ähnlich ist es mit der Befindlichkeit, wenn Riemann sich über Darstellungen von Flüchtlingslagern echauffiert, die aus Drohnenaufnahmen über weiße UNHCR-Zeltplanen bestehen und da auch gleich eine "von oben"-Haltung gegenüber den Geflüchteten versteht, die sie nicht als Personen wahrnimmt. Gewiss, das individuelle Schicksal berührt emotional. Aber wenn es darum geht, dass schiere Ausmaß einer Flüchtlingskrise zu zeigen, hat die Drohnenperspektive durchaus etwas für sich.

Riemann geht einerseits nah ran an die Menschen, von denen sie erzählt und deren Spuren sie folgt, streift aber andererseits die problematischeren Dinge nur an der Oberfläche, quasi im Nebensatz. Denn nur, weil sie geflüchtet sind, sind Flüchtlinge ja nicht automatisch die besseren Menschen und neben dem charismatischen und begabten jungen Filmemacher, dem sensiblen Musiker oder der empathischen jungen Lehrerin gibt es wie überall sonst Habgier und nicht ganz so ehrenwerte Motive, Konkurrenz um knappe Ressourcen oder auch kriminelle Energie. Das Geschäft mit den oft aussichtslosen Hoffnungen von Menschen, die sich auf den Weg nach Europa machen, bleibt ebenfalls weitgehend ausgeklammert.

Mit den sprachlichen Ausflügen ins "Denglisch" vermute ich mal, soll ein jüngeres Lesepublikum erreicht werden, im Kontrast zu dann wieder stark akademisch geprägten Sprache kam mir das zu sehr "gewollt" vor. "Zeit der Zäune" konzentriert sich auf die Lager und provisorischen Camps, die Flucht selbst, das Unterwegssein und Ankommen wird allenfalls gestreift. Insofern - ein wichtiges Buch als Plädoyer für Verständnis für Geflüchtete und um sie als Individuen und nicht als Statistik zu zeigen, das aber auch Lücken zur Gesamtthematik aufweist.


Profile Image for Nouvel Diamant.
568 reviews14 followers
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April 4, 2024
Mir hat Ihr früheres Sachbuch über humanitäre Arbeit "Jeder hat. Niemand darf. Projektreisen" wesentlich besser gefallen.
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