Wie vermeidet man, dass globale Krisen nicht zu persönlichen Krisen werden? Jürgen Wiebicke beschreibt in diesem Buch, wie wir mithilfe der Philosophie den emotionalen Schwindel überwinden.
Wir erleben gerade vielfältige vom Krieg in Europa über die Klimakatastrophe bis hin zu den Folgen der Pandemie. Das alles wirkt sich auf unser Lebensgefühl aus. Viele Menschen sehen ihre Komfortzone und ihr privates Leben von allen Seiten bedroht, was Gefühle wie Angst, Wut und Hilflosigkeit hervorruft.
Die Philosophie hatte gerade in Krisenzeiten ihre Sternstunden, und Jürgen Wiebicke analysiert mithilfe der großen Denkerinnen und Denker wie Montaigne, Arendt, Jaspers und Sartre unsere heutige Situation. Ein tröstliches Buch, das zeigt, dass es ein Mittel gibt gegen die das Denken.
Es gibt diese Bücher, die ich langsam lese, weil sie viele Gedanken anstoßen, die wirken wollen. Diese Buch ist so eins.
Auf dem Buchrücken heißt es „Wie vermeidet man, dass globale Krisen zu persönlichen Krisen werden?“. Eine Frage, die ich mir (u.a. als Klimaaktivist) alltäglich stelle und seit dem 7. Oktober 2023 nochmal intensiver.
Natürlich gibt Philosoph Wiebicke darauf nicht die eine abschließende Antwort. Aber viele Impulse, die eine Bereicherung für mich sind und noch in mir arbeiten.
Formuliert ist „Emotionale Gleichgewichtsstörung“ aus einer mehrheitsangehörigen Perspektive mit entsprechenden Leerstellen.
Auch wenn die Analyse von Jürgen Wiebicke recht kurz daherkommt, sind meiner Meinung nach viele wichtige Aspekte der jetzigen Gesellschaftssituation in Deutschland und im Allgemeinen behandelt. Wie bei vielen anderen aktuellen Werke, sieht auch er den Kapitalismus als Hauptübel. Besonders gefallen hat mir, die Ideen zur Veränderungen - zumindest im Kleinen. Er ermutigt und zeigt auf.
"So viel Ermüdung, Überreizung, Zukunftssorge!"
"Die Generation Krise hat es überdies zu tun mit einer Elterngeneration, die nur mühsam den Abschied von der Illusion des immerwährenden Wachstums vollzieht, ..."