Olga Bach erzählt mit leise durchtriebenem Humor und luzidem Blick von drei ungleichen die durch das Theater zueinanderfinden, von einem scheinbar simplen Auftrag, der grandios zu scheitern droht, und von der emanzipatorischen Kraft der Kunst.
Zur Eröffnung eines Museums sollen der Regisseur Orhan und die Dramatikerin Irina eine Performance entwickeln, in der sie sich mit den vielfältigen Identitäten der Berliner Nachwende-Generation auseinandersetzen. Schnell getan, gut bezahlt, denken sie sich. Da die Museumsleitung »Ost-Biografien« vertreten sehen will, bitten sie ihre Freundin Maria, mitzumachen. Als Jugendliche lernten sie sich am Theater kennen, durchstreiften die sich rasant wandelnde Stadt und realisierten erste gemeinsame Projekte – bis zu einer Auftragsarbeit vor sieben Jahren, die alles veränderte.
Beim Schreiben der Texte versucht Irina nun zu verstehen, was damals geschehen ist, zu ordnen und zusammenzuhalten, was ihr in der Gegenwart zu entgleiten droht. Denn während die Eröffnung aufgrund der Pandemie immer wieder verschoben wird, die Museumsleitung mehr und mehr inhaltliche »Vorschläge« macht und ihr exzentrischer Vater das Gedächtnis verliert, bringt die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit lang unterdrückte Konflikte ans Licht.
„kinder der stadt“ von olga bach ist (ein stück weit) literarisch das für berlin, was das album „stadtaffe“ von peter fox musikalisch ist. es zeichnet ein unverfälschtes, sehr rohes bild dieser stadt und ihrer virtuosen, aber doch sehr abgefuckten kulturlandschaft. die charaktere sind extrem nervig und es viel mir schwer in den roman einzutauchen. ein sehr politisches buch, aber irgendwie auch viel rumgelaber - genau so ist halt auch die theaterszene. deswegen bin ich irgendwie im zwiespalt, wie mir der roman gefallen hat…