Robert Winter hat keine Lust auf Geschwätz und keine Zeit für Unsinn. Ihm ist egal, was andere Menschen über ihn denken. Sie sollen ihn einfach nur in Ruhe lassen. Und so versteht er auch überhaupt nicht, was seine Frau Sophia an ihrem Beruf als AVON-Beraterin so liebt. Für ihn sind Beauty-Produkte so ziemlich das Letzte, womit er seine Zeit verbringen möchte. Erst als ein Unfall Sophia aus seinem Leben reißt, ändert sich alles schlagartig. Um nicht in Trauer zu ertrinken, beschließt Robert, in ihre Fußstapfen zu treten und für Sophia den Titel «AVON-Beraterin des Jahres» zu gewinnen. Nur ist das schwerer als gedacht. Deutlich schwerer …
Ich mag die Kombi aus Humor und ernsten Themen - und das hat der Autor in seinem Debütroman wunderbar umgesetzt.
Robert Winter ist ein Kauz – ihm ist egal, was die Menschen von ihm halten, er sagt, was er denkt und verplempert seine Zeit nicht mit Quatsch – daher versteht er auch nicht, warum seine Frau Sophie ihre Arbeit als AVON-Beraterin so liebt. Als sie durch einen Unfall stirbt, fällt er in ein großes Loch – und zieht sich selber wieder raus, indem er Sophias großes Ziel, nämlich den Titel „AVON-Beraterin des Jahres“ zu gewinnen, an ihrer Stelle versucht zu erfüllen. Doch so einfach wie gedacht ist es dann doch nicht…
Robert Winter ist wahrlich ein Kauz und es ist auch nicht leicht, ihn zu mögen. Er versucht wirklich alles, sich die Menschen vom Hals zu halten – dabei ist er plump, unfreundlich, direkt und manchmal auch verletzend. Zum Glück haben einige Menschen schnell erkannt, dass sich hinter dieser harten Fassade ein verletzliches Herz verbirgt – und nach und nach bröckelt dann auch die Mauer.
Ich mochte die Mischung aus Humor und Komik und dann doch wieder ernsteren Themen – es ist schon lustig, wie Herr Winter die Grundlagen der Kosmetik erlernt, oder sich mit dem Schminken von verschiedenen Looks beschäftigt – da musste ich wirklich einige Male lachen. Dazu kommen dann Szenen, die durch Situationskomik glänzen, wie zum Beispiel die Schminksession seiner Pokerfreunde oder die immer wiederkehrenden Diskussionen mit seinen neuen Nachbarn, die sich bei häuslichen Problemen immer wieder bei ihm melden.
Ganz nebenbei gibt es dann aber auch ernstere Töne – nicht nur das Trauern um seine geliebte Sophie, auch das schwierige Verhältnis zu seiner Tochter und der Wunsch seines Enkels, ein Mädchen zu sein, werden angesprochen. Man muss aber keine Angst haben, dass es zu traurig und problembehaftet wird, denn schnell bekommt der Autor wieder die Kurve mit einer lustigen Szene.
Herr Winter macht eine tolle Entwicklung durch und erkennt nach und nach, wie schön es ist, Freunde zu haben, Menschen um sich zu scharen, die einen mögen – und so ist die Botschaft eigentlich von Anfang an klar, trotzdem aber schön und wertvoll.
Der Schreibstil ist locker und leicht, voller Dialoge und voller Witz – es gibt einige skurrile Gestalten in der Geschichte, die sich dann auch wirklich lustige Wortgefechte liefern – insgesamt also eine unterhaltsame Geschichte, die zum Schmunzeln einlädt und die ich sehr gerne gehört habe. Der Sprecher Hans Jürgen Stockerl konnte zudem mit seiner Stimme die Atmosphäre gut einfangen; gerade die witzigen Dialoge hat er wunderbar vorgetragen, so dass ich seine Wahl als Sprecher sehr gut fand.
Ich mochte das Hörbuch sehr gerne, denn es bietet eine schöne Mischung aus lustigen Szenen, aber auch ersteren Themen, ohne dass es dabei aber zu schwer wird. Von mir daher eine Empfehlung.
Vielen Dank an Netgalley und den Argon Verlag AVE GmbH, Argon Digital Verlag für das kostenlose Hörbuch-Leseexemplar. Die Geschichte ist tatsächlich sehr an Ove angelehnt. Die Parallen springen einen an. Allerdings hat Herr Winter einen ganz eigenen Charme. Eigentlich mag ich ihn (seine Tochter finde ich hingegen etwas unverschämt). Die Geschichte ist leicht und unterhaltsam. Es gab nur einen Aspekt der mich etwas störte. Es scheint, der Autor möchte eine "Representation-Check-List" abarbeiten. Die erste Begegnung mit Homosexuellen und die Beschreibung seines Umgangs damit war ja noch okay. Aber es hört nicht auf. Herr Winter begegnet als Vermieter und Avon-Vertreter außerdem einer Transsexuellen und einer schwarzen Frau und ausgerechnet sein(e) Enkel(in) ist transgender. Und jedes Mal soll der Leser / die Leserin gespannt seinen Umgang mit diesen Menschen verfolgen. Das war mir ein wenig übertrieben. Seine Freundschaft mit Lilli Fischer hingegen war authentisch und folge ich gerne. Der Sprecher war sehr angenehm, ihm konnte ich sehr gut zuhören. Insgesamt eine kurzweiliges, leichtes Hörbuch, das man durchaus empfehlen kann.
Ich habe etwas länger darüber nachgedacht, warum mir ein Misanthrop so sympathisch sein kann. Denn das war Herr Winter für mich von Anfang an, sympathisch. Und diese Sympathie ruhte nicht auf dem Mitleid, das ich ihm und seiner Situation gegenüber aufgebracht habe. Herr Winter ist ein strukturierter, zielstrebiger, nüchterner Mensch, der in seiner Frau Sophia das komplette Gegenteil gefunden hat. Seine warmherzige, kommunikative und vermutlich auch durchaus empathische Ehefrau hat für ihn all das gemacht, was er nicht konnte und durch sie hat er diese Dinge trotzdem gelebt. Er musste (und hat) sich um viele Dinge nicht gekümmert, denn Sophia hat es getan und ihn damit mit einbezogen. Obwohl, zielstrebig war sie auch, denn schließlich wollte sie die Verkäuferin es Jahres werden und die Konkurrenz ist durchaus hart und spielt mit unfairen Mitteln. Etwas, was Herr Winter zutiefst zuwider ist. Und nun, plötzlich allein, muss Herr Winter beide Parts übernehmen, womit er natürlich heillos überfordert ist. Gerade in Bezug auf seine neuen Nachbarn, habe ich immer die kleine Stimme der Vernunft in Herrn Winter gehört, die sagt "das macht man aber, wenn man ein guter Mensch / Nachbar/ Vater ist". Ein Satz, der für ihn bestimmt, wie ein Widerspruch klingt (weswegen er auch wie der sprichwörtliche grumpy old man rüberkommt), denn wer legt diese Regeln für ein Miteinander fest? Ich glaube nicht, dass Robert Winter am Ende der Geschichte ein anderer, geläuterter Mensch ist. Er hat sich nur die unangenehme Farge gestellt, was für ihn wichtig im Leben ist. Am Anfang dachte er, er möchte lieber sterben, als ohne seine Frau weiterzuleben. Aber er möchte nicht ohne seine Tochter und seinen Enkel sein, er möchte nicht allein leben, denn sein Zusammenbruch hat ihm gezeigt, wie kurz das Leben sein kann und wie einsam. Dann muss man eben auch in den sauren Apfel beißen und kommunizieren und Spannungen und Konflikte austragen und ihnen nicht aus dem Weg gehen.
Stefan Kuhlmann hat einen teilweise nur an der brodelnden Oberfläche kratzenden Roman geschrieben, in dem nicht nur sein Protagonist Robert Winter, sondern auch das Herz des Lesers auftaut. Die Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor, so wie das Leben eben ist, macht die Basis dieses Romans aus. Am Anfang betrachten wir die Situation nüchtern, genau wie Herr Winter selbst und dann lernen wir Robert Winter kennen und am Ende fahren wir mit Robert und seiner Tochter in den Urlaub. Kleine psychologische Tricks, die eine große Wirkung haben.
Fazit: Sehr gute Lesung von Hans Jürgen Stockerl, ein Profi eben. Herr Winter wäre begeistert.
Ich lese immer wieder gerne humorvolle Romane, und hier hatte mich der Klappentext direkt angesprochen. Mit so einer herzerwärmenden und sehr berührenden Geschichte hätte ich allerdings nicht gerechnet.
Im Buch geht es um Robert Winter, der keine Lust auf Geschwätz und keine Zeit für Unsinn hat. Ihm ist egal, was andere Menschen über ihn denken. Sie sollen ihn einfach nur in Ruhe lassen. Und so versteht er auch überhaupt nicht, was seine Frau Sophia an ihrem Beruf als AVON-Beraterin so liebt. Für ihn sind Beauty-Produkte so ziemlich das Letzte, womit er seine Zeit verbringen möchte. Erst als ein Unfall Sophia aus seinem Leben reißt, ändert sich alles schlagartig. Um nicht in Trauer zu ertrinken, beschließt Robert, in ihre Fußstapfen zu treten und für Sophia den Titel "AVON-Beraterin des Jahres" zu gewinnen. Nur ist das schwerer als gedacht!
Ich bin sehr gut ins Buch reingekommen, denn der Schreibstil war locker, leicht zu lesen und sehr humorvoll. Ich habe bei diesem Buch sehr oft schmunzeln und teilweise sogar laut lachen müssen! Es hat sich ein schöner Lesefluss ergeben und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Innerhalb weniger Tage hatte ich das Buch durchgelesen weil ich immer wissen wollte wie es weiter geht.
Herr Winter selbst war noch nie ein aufgeschlossener und extrovertierter Mensch, am liebsten hat er seine Ruhe gehabt und den Abend allein mit seiner Frau verbracht. Seit sie gestorben ist igelt er sich noch mehr ein. Doch dann taut Herr Winter immer mehr auf und es war als Leser herzerwärmend zu sehen wie aus dem gebrochenen und wenig empathischen Mensch ein toller Berater wird. Auch die anderen Charaktere haben mir sehr gut gefallen, waren sympathisch und haben Herrn Winter aufgefangen. Alle Personen wurden authentisch und gut beschrieben.
Die Handlung war einerseits voller Wortwitz und humorvoller Szenen, dann wiederum gab es auch viele berührende Stellen im Buch. Dieser Mix war einfach wunderbar zu lesen. Ausserdem hat der Wettberwerb und die Konkurrentin noch Spannung aufgebaut und man hat die ganze Zeit mitgefiebert. Das Ende war einerseits sehr rund und gut geschrieben, andererseits macht es Lust aus einen zweiten Teil!
Fazit: Ein wirklich tolles Buch, bei dem man lachen und weinen kann.
Herr Winter wird überraschend Witwer. Seine Frau war etwas Besonderes, sie liebte den Griesgram und war anscheinend glücklich mit ihm und er mit ihr. Sie fehlt ihm überall. Er ist ein Misanthrop und sie liebte die Menschen. Als Avon Beraterin war sie sehr beliebt und hatte für alle ein offenes Ohr. Herr Winter will nun um ihr Andenken zu ehren diesen Job fortführen. Der Menschenfeind entwickelt sich, er spricht mit den Menschen, hilft ihnen und wie der Titel sagt: er taut auf. Der Grund für all das ist traurig., aber die Entwicklungen und Handlungen sind dermaßen komisch dass man aus dem Lachen nicht mehr heraus kommt. Gleichzeitig gibt es Erklärungen für bestimmte Verhaltensmuster die einen ernsten Hintergrund haben. Durch die Entwicklung von einem Griesgram zu einem erträglicheren Menschen lernen wir Leser, dass nicht immer alles so ist wie es aussieht. Die Menschen in der Umgebung von Robert sind genau so interessant. Die Nachbarn, die Kundinnen und die Kunden, die Familie alle miteinander sind phantastisch. Selten passt Humor und Gesellschaftskritik so gut zueinander. Denn Herr Winter interessiert sich nicht für Aussehen, sexuelle Orientierung, Diversitäten oder anderes. Denn die Menschen sind ihm zu Beginn des Buchs egal. Dann sieht er die Person hinter der Hautfarbe, hinter das Auftreten oder dem Vordergründigen. Er stellt fest man kann mehr Menschen mögen und nicht nur die Einzige, die Beste, Sophia die liebte er.
Meine Meinung Der Autor Stefan Kuhlmann schreibt eigentlich Drehbücher, aber mit seinem Debütroman: Herr Winter taut auf, hat er ein Highlight auf den Buchmarkt gebracht. Gerne noch mehr von dieser Art Romane. Mit Herrn Winter tauchen wir nicht nur in die Beautywelt von AVON ein, nein, wir lernen auch viele lustige, eigenartige und teils skurrile Figuren kennen. Die Kundinnen seiner Frau Sophia unterstützen ihn bei seinem Eintritt in ein für ihn völlig neues Mysterium. Seinen neuen Nachbarn sind anders, aber so liebenswert. Sein Enkel ist der größte Schatz im Buch und in Herrn Winters Tochter konnte ich mich besonders hinein versetzen. Es erwartet uns ein Roman, der mit Herz und Humor punktet, der viele aktuelle Themen anspricht und zum Nachdenken anregt. Von einem schönen Sprachstil begleitet fliege ich über die Seiten.
Fazit Der Debütroman von Stefan Kuhlmann gehört in jedes Buchregal. Ich durfte hier lachen, schmunzeln, weinen und über einiges Nachdenken. Stefan Kuhlmann hat mir die vergessene AVON Welt zurückgebracht. Eine Leseempfehlung und 5 🐥🐥🐥🐥🐥 gibt es von mir.
Für meinen Geschmack war die Handlung zu seicht. Aber es war gut zu lesen und eine nette Geschichte, die auch gut verfilmbar ist. Der eher missmutige Herr Winter kämpft sich nach dem Tod seiner Frau aus der Trauer - als Avon Berater. Dabei erlebt er viel Skurilles und natürlich spielt auch die Trauerverarbeitung immer wieder eine Rolle. Gleichzeitig arbeitet er auch einiges auf, das er in seinem Leben so verbockt hat mit seiner Tochter und anderen Mitmenschen. Was mich aber am allermeisten beschäftigt.... Avon Berater?!? Gibt es das überhaupt noch? Davon habe ich ja schon über 20 Jahre nichts mehr gehört! Knappe drei Sternchen von mir, da es nett zu lesen ist. Aber nicht unbedingt eine Leseempfehlung.
Zunächst gefiel mir die Story sehr und der knurrige Protagonist ist mir sympathisch. Die Geschichte hat sehr viel Gefühl, hat Humor und skurrile Nebencharaktere. Aber: Für meinen Geschmack ist das alles viiiiel zu dick aufgetragen. Missverständnisse werden episch ausgebreitet, die Gefühlslagen lang und breit beschrieben und die Krönung ist das Einflechten eines Transgender-Enkelkindes. Warum muss es der Holzhammer sein? Ich habe mich zwischendurch amüsiert und das Buch zu Ende gelesen. Aber warum es eine Empfehlung der WDR2 Redaktion wert war, kann ich nicht nachvollziehen, dafür war es viel zu platt und langatmig erzählt. Neh - Lebensweisheiten auf Carpe-Diem-Niveau sind mir echt zu lahm.
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Die Geschichte fängt sehr heftig an mit einem tödlichen Unfall und einem Suizidversuch. Wer da traumatisiert oder sehr empfindlich ist, sollte dieses Buch lieber nicht lesen. Robert Winter ist ein ziemlicher Stinkstiefel, der nichts von Oberflächlichkeiten und höflichen Floskeln hält. Trotzdem schließt man ihn schnell ins Herz. Und auch die anderen Figuren - von den neuen Nachbarn über Tochter und Enkelkind bis hin zu den Kundinnen - sind liebevoll gezeichnet. Die Geschichte ist sehr berührend, unerwartet vielschichtig und immer wieder auch sehr lustig. Ich habe sie sehr gern gelesen.
So eine süße, herzergreifende Geschichte, bei der ich ganz häufig nose-exhaled habe. Liebe es einfach wenn ganz viele schrullige Charaktere vorkommen. Gegen Ende hin sind mir ein paar Phrases ein bisschen redundant vorgekommen, aber es hat mir trotzdem so Freude bereitet, dass es bei 4.5 Sternen landet 💄