Ich hab's mir am Stück reingezogen - wie eine gut gekühlte Glasflasche Cola an einem schweißtreibenden Tag. Dankbar und gierig. Gelesen habe ich das Buch allerdings als Ostblock-Migrantin, als Aussiedlerin, als jemand, der AUSGEHUNGERT ist nach Stimmen, in denen er sich wiederfinden kann. Ich kann nicht beurteilen, ob das Buch gut oder schlecht ist. Dafür hat es mich persönlich zu sehr berührt. Es waren meine Erinnerungen, Erfahrungen, eingebrannten Bilder und insofern war das Leseerlebnis wie das nie gekannte Glück, jemanden kennen zu lernen, dem es genauso geht, der das alles kennt, dem man nichts mehr erklären muss, weil in ihm dieselbe Melancholie wohnt. "Komisch" fand ich das Buch an keiner Stelle. Traurig fast überall. Ich werde es bestimmt wieder lesen.
Allerdings fand ich die Chicklit-Handlung mit dem Freund und dem Ex-Freund total überflüssig und dumm, las sich für mich wie ein Teenie-Roman, nervte mich,da war mir die Erzählerin auch nicht sympathisch. mir hätten die Erinnerungen an die Anfangszeit in Deutschland vollkommen gereicht.