Furiose Roadstory voller Witz und Tiefgang Henk (15) ist mit seiner Familie von Köln in ein ödes Kaff im Norden gezogen. Hier gibt es nichts – keinen Fluss, keine Freunde … aber einen Friedhof. Dort lernt er den alten, aber höchst lebendigen Herrn Schmidt kennen, der am Grab seiner großen Liebe Leslie verspricht, eine alte Box zu bergen. Darin enthalten: eine Liste. Mit all den Dingen, die sie beide eigentlich noch erleben wollten, zu denen sie aber nie gekommen sind, weil immer irgendwas war und am Ende der Tod. Der Alte fragt Henk, ober er ihm nicht helfen wolle, die Box wiederzufinden. Und, Überraschung: Henk sagt Ja! Eine abgefahrene Odyssee quer durch Europa beginnt – zusammen mit einer ganz erstaunlichen Reisegesellschaft, die etappenweise immer größer wird.
Ziemlich amüsant, nicht wenig verrückt und voller Herz. Ich war wirklich positiv überrascht wie gut mir dieses Buch gefallen hat. Der einzige Grund das es keine 5 Sterne gab, ist dass ich am Anfang kein großer Fan des Sprachstiles war, auch wenn er mir mit der Zeit immer sympathischer wurde. Er spiegelt die Charaktere toll wieder, ist aber nicht meine Lieblingsvariante.....
Fazit: Absolut empfehlenswert für alle die Lust auf schräge Charaktere, Spass und eine verrückte Reise haben :)
Henk geht, eher unfreiwillig, auf einen Roadtrip, der ihn nicht nur einige „krasse“ Abenteuer erleben, sondern am Ende auch sein neues Zuhause „am Rande des Universums“ schätzen lässt, zu dem er ebenso unfreiwillig kam.
Zugegeben: So ein zig-wievielter Roadtrip in einem Roman muss schon originell und gut sein, um mich als Leserin noch vom Hocker zu hauen. Wie erwartet, ist (auch) Henks Reise von unvorhergesehenen Stationen, Personen und Ereignissen geprägt, wobei der Autor einiges an Originalität bei den sehr eigenen, doch allesamt liebenswerten Charakteren bewies, einige Hindernisse jedoch unglaubwürdig fix aus dem Weg geräumt wurden. So lässt sich etwa mitten in der Altstadt einfach so eine Pferdekutsche klauen, die dann ein Jugendlicher problemlos durch die Landschaft steuert, der das vorher noch nie gemacht hat. Und Henks Eltern machen erstaunlich wenig Stress, als sie nach einigen Lügen endlich erfahren, was ihr Sohn gerade wo in der Welt treibt. Das Ende halte ich, wenngleich schon irgendwann auch absehbar, trotzdem für gelungen, weil es nicht durchweg happy und simpel ist.
Was mich von Anfang an wirklich nervte und leider während des Lesens auch nicht sonderlich nachließ, war die Jugendsprache inklusive falscher Satzstellungen, auch wenn hier ein 15-jähriger Protagonist aus der Ich-Perspektive erzählt. Insgesamt wurde ich mit dieser Erzählsprache nicht gänzlich warm, war mir der Stil insgesamt doch zu flapsig, Glaubwürdigkeit hin oder her. So blieb es für mich eine zwar kurzweilige, stellenweise auch ganz witzige Leselektüre, für die ich mich mit Mitte Vierzig dann doch irgendwie zu alt fühlte.
Noch nie so einen krankhaft "jugendlich" geschriebenen Roman gelesen. Wobei, mit der tatsächlichen Jugend hat das Buch nichts zu tun. Es ist ein Abbild einer verzerrten Vorstellung von dieser.
Die Jugendlichen in dem Roman...
- Wissen nicht, wer allseits bekannte Menschen wie Willy Brandt, Reinhold Messner und Fidel Castro sind und kennen die Band ABBA nicht
- benutzen in jedem zweiten Satz entweder das Wort "scheiße" oder Anglizismen, die kein Jugendlicher jemals in dem Mund genommen hat (im Grunde wurden einfach zufällige Wörter in ihr englisches Ebenbild getauscht)
- Rauchen mit 15 Zigarren und wollen die ganze Karte rauf und runter bestellen, bis sie vom Stuhl fallen (???)
Einerseits wird also der/die Lesende für unglaublich dumm verkauft, weil erklärt wird, wer Castro, Brandt, Dylan, ABBA und weitere alltägliche Persönlichkeiten und Bands sind. Andererseits werden Wörter benutzt, die zuletzt im 18. Jahrhundert in verstaubten Bibelausgaben Verwendung fanden.
Fazit: Nicht nur die Handlung, von der ich hier gar nicht erst schreiben will, ist schlecht. Nein, auch der Schreibstil lässt einen das Buch in die Ecke schleudern.