Rics zweite Chance scheint gekommen, als seine ehemalige beste Freundin zurück in die schottische Heimat zieht, um am Theater in Glasgow zu tanzen. Damals hat er einen schrecklichen Fehler begangen und hofft nun, alles wieder gutmachen zu können und sie um Verzeihung zu bitten. Dazu gehört auch, Eliza endlich seine Liebe zu gestehen. Zwar ist Ric inzwischen als trans* geoutet und lebt nun als Mann, hat aber keine Ahnung, wie er ihr gegenübertreten soll, denn seine lässig-coole Art ist bloß aufgesetzt. In dem charmanten Davie findet er den perfekten Wingman, um ihm bei der erträumten Lovestory zu helfen.
Love-Triangle im rauen Schottland
Fortan verbringen die beiden viel Zeit miteinander und plötzlich erkennt Ric sich selbst kaum wieder und weiß nicht mehr, für wen sein Herz eigentlich schlägt – für Eliza, die Ballerina, oder den angehenden Schriftsteller Davie …
Own-Voices-Geschichte von @derunbekannteheld
Marius Schafers tritt öffentlich als Botschafter für Trans*-Themen auf und weiß, über sensible Themen zu schreiben. Mit dieser authentischen Geschichte über die Suche nach sich selbst und das Finden von Liebe zieht er seine Leser*innen erneut in den Bann und überzeugt mit einem spannenden Plot.
Meistens sind mir ya Romane zu anstrengend und ehrlich gesagt ging mir das hier schon auch so. ABER: ich konnte das Buch trotzdem nicht weglegen und lieb so viel daran, hab so viele neue Gedanken daraus mitgenommen und bin sehr verliebt in die Charaktere! Würde mich über eine Fortsetzung mit Eliza (und Mara?) freuen :D
Ah und das Schottland-Setting ist einfach wundervoll 🏴
Titel: Die fehlenden Worte unserer Herzen Autor: Marius Schaefers Verlag: Lago Preis: 14,00€ Seitenzahl: 400 Seiten
Inhalt:
Über Vergebung und neue Chancen
Rics zweite Chance scheint gekommen, als seine ehemalige beste Freundin zurück in die schottische Heimat zieht, um am Theater in Glasgow zu tanzen. Damals hat er einen schrecklichen Fehler begangen und hofft nun, alles wieder gutmachen zu können und sie um Verzeihung zu bitten. Dazu gehört auch, Eliza endlich seine Liebe zu gestehen. Zwar ist Ric inzwischen als trans geoutet und lebt nun als Mann, hat aber keine Ahnung, wie er ihr gegenübertreten soll, denn seine lässig-coole Art ist bloß aufgesetzt. In dem charmanten Davie findet er den perfekten Wingman, um ihm bei der erträumten Lovestory zu helfen. Fortan verbringen die beiden viel Zeit miteinander und plötzlich erkennt Ric sich selbst kaum wieder und weiß nicht mehr, für wen sein Herz eigentlich schlägt – für Eliza, die Ballerina, oder den angehenden Schriftsteller Davie …
Meine Meinung:
Das Cover vom neuen Buch von Marius Schaefers finde ich absolut großartig. Es passt sehr gut zum vorherigen Buch, das bereits von ihm beim Lago Verlag erschienen ist. Generell bin ich aber auch einfach ein großer Fan des zeichnerischen Stils, mit den Charakteren auf dem Cover. Zudem finde ich es auch schön mit welchen Farben hier gearbeitet wurde.
Wir verfolgen hier drei Charaktere, die eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten: Einen Buchnerd (Davie), eine Primaballerina (Eliza) und unseren eigentlichen Hauptprotagonisten, dem Sportstudenten Ric. Dabei kennen sich Eliza und Ric bereits aus ihrer Kindheit, damals war Ric allerdings noch weiblich und noch nicht als trans geoutet. Nun wo sie aber auch nach Glasgow kommt möchte er seine Chance nutzen und ihr seine Gefühl gestehen, dabei fängt er allerdings mit der Zeit an, an seinen eigenen Gefühlen zu zweifeln. Denn Davie, der ihm dabei hilft das mit Eliza alles klappt, löst ganz schöne Zweifel, da er ein großartiger Kerl ist für den auch mein Herz schnell höher schlug. Somit zweifelt Ric nicht nur an seinen Gefühlen, sondern auch an seiner sexuellen Orientierung.
Vor allem das Gefühlschaos in dem Buch ist groß und konnte mich hier richtig mitreißen. Was mir auch hier wieder sehr gefallen hat, war die Tiefe der Geschichte. Marius Schaefers spricht auch hier wieder ernste, aber wichtige Themen an, die mir persönlich einfach so viel mitgegeben haben und durch die ich wieder einmal so einiges lernen konnte. Wie auch schon „In den buntesten Farben“ konnte mich genauso sehr auch „Die fehlenden Worte unserer Herzen“ begeistern.
Natürlich spielen auch wieder LGBTQ+ Themen eine wichtige Rolle in dem Buch, was ich absolut geliebt habe, da diese doch meistens immer noch zu wenig Beachtung auf dem deutschen Buchmarkt finden. Vor allem fand ich es spannend, wie Ric als Transmann selbst mit seiner Orientierung zu kämpfen hatte und wie fantastisch hier auch seine Emotionen rüber gekommen sind. Wie immer kann ich nur sagen, dass die Themen hier in meinen Augen sehr authentisch rüber gebracht wurden, da ich allerdings selbst keine Erfahrungen dazu habe, verlasse ich mich sehr darauf das Marius Schaefers als Own Voice Autor, hier einfach einen hervorragenden Job gemacht hat, um mir diese Themen auch näher zu bringen.
Bereits in “In den buntesten Farben” war ich absolut verliebt gewesen in die Beschreibungen des Settings von Marius Schaefers, weswegen ich mich auch riesig darauf gefreut habe nun von Schottland in diesem Buch zu lesen. Während ich eigentlich kein großer Fan von Settings in Deutschland bin und lieber ins Ausland entführt werden, musste ich hier doch zugeben, dass die Beschreibungen von Marius Schaefers es damals zu einem absoluten Highlight für mich gemacht haben. Aus diesem Grund habe ich mich nur umso mehr gefreut nun seine Beschreibungen von Schottland zu lesen. Während ich bereits selbst Edinburgh entdeckt habe, war es so unglaublich schön hier von Glasgow zu lesen, dass ich nun den großen Wunsch habe selbst irgendwann dort hinzureisen. Somit kann ich wirklich nur sagen, dass die Beschreibungen der Orte und Landschaften absolut großartig fand und jedes Mal das Gefühl hatte mit den Charakteren dort zu sein.
Der Schreibstil von Marius Schaefers hat mir sehr gefallen. Ich bin glaube ich einfach ein Fan der Bücher des Autors geworden und war wieder schnell begeistert von der Art und Weise, wie er auch hier die Geschichte von Davie, Ric, aber natürlich auch Eliza erzählt hat. Gerade das Gefühlschaos und die Tatsache, dass Ric sich irgendwann entscheiden muss, hat bei mir oft ganz schönes Herzrasen ausgelöst, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und einfach wissen wollte, wie es denn nun ausgeht.
Wie auch schon „In den buntesten Farben“ konnte mich genauso sehr auch „Die fehlenden Worte unserer Herzen“ begeistern, so dass ich schon sehr gespannt bin zu sehen, was als nächstes vom Autor erscheinen wird.
Ich bin immer sehr vorsichtig und skeptisch, wenn ich zu Büchern greifen, die eine Lovetriangel beinhalten. Doch mit „Die fehlenden Worte unserer Herzen“ hat Marius Schäfers einen Liebesroman geschrieben, der mich mit dem Trope etwas versöhnen konnte und damit gezeigt, dass es auf die Umsetzung ankommt. Ric und Davie sind zwei authentische Charaktere. Ric, der sich seiner Familie nicht zugehörig fühlt, da sich diese wiederholt transfeindlich verhält, und der sensibler und empathischer ist, als er sich nach Außen hin gibt. Sein Lernprozess über seine Identität, seine Sexualität und Gesellschaft ist nicht abgeschlossen, sondern er reflektiert viel im Verlauf des Buches. Es ist ein wertvoller Lernprozess, an dem wir als Leser*innen teilhaben dürfen. Davie träumt vom Schreiben, ohne auf seine Identität als mixed, bisexueller Mann reduziert zu werden. Er ist ein offener Mensch, findet leicht Freunde, ist aber auch etwas zerstreut. Der Schreibstil des Autors war angenehm zu lesen und ihm gelingt es, dem*der Leser*in ein Gefühl von Schottland zu vermitteln. Allein zu den Charakteren und ihren Gefühlen hat mir manchmal die Nähe gefehlt. Wie bei den Charakteren schon angedeutet geht es viel um Identität und Sexualität und die Einordnung dieser in einer patriarchalen Gesellschaft. Es wird unteranderem Transfeindlichkeit und Rassismus thematisiert, wobei Phänomene wie White Tears konkret benannt werden. Auch wenn ich es in dieser Hinsicht persönlich etwas subtiler mag und der Auffassung bin, dass das Buch auch gut ohne die Einführung der Begriffe ausgekommen wäre, finde ich es unglaublich wichtig, dass diese Themen behandelt werden und sehe auch, dass die Erklärungen für viele Leser*innen nötig sind und in dieser Form mehr Leute erreichen. Zu der Love Triangel: während des Lesens war ich etwas nervös, in welche Richtung sich die Geschichte bewegen würde und wie der Autor das Ganze auflösen würde. Ric hat zu Beginn Gefühle für seine Kindheitsfreundin Eliza und Davie bietet sich als seinen Wingman an. Doch nach und nach muss Ric feststellen, dass er beginnt, für Davie Gefühle zu entwickeln. Mir hat es sehr gut gefallen, wie sich die Freundschaft zwischen den beiden entwickelt, wie unterstützend Davie trotz seiner wachsenden Gefühle für Ric ist. Da ich nicht Spoilern will: meine Befürchtungen haben sich glücklicherweise zerstreut und ich mochte, wie der Autor mit dem Thema Sexualität umgegangen ist und den Gefühlen der Charaktere genug Zeit und Raum gegeben hat, sich zu entwickeln und sich zu verändern. Es gibt etwas Miskommunikation, es gibt Gefühlschaos, es gibt Streit, es gibt Selbstzweifel. Wir haben eine Geschichte über junge Menschen, die versuchen, ihren Platz in der Welt und sich selbst zu finden. Und wir haben eine süße, queere Liebesgeschichte in Schottland zwischen dem Schreiben, vielen Gefühle, dem Lösen aus toxischen Freundschaften, dem Finden neuer Freundschaften und auf der Suche nach den fehlenden Worten unserer Herzen.
Sehr gefühlvoll, diese Chemie der beiden aaaach🥰 liebe slow burn einfach. Klärt viel auf. Einzig das Ende war mir dann doch wie gewohnt etwas zu viel Jugendliebesbuch Drama. Insgesamt aber sehr schöne Lektüre :)
Mich hat Rics Charakter sehr fasziniert. Die Zerrissenheit zwischen "Ich weiß, dass ich falsch gehandelt habe und wollte einfach nur dazugehören und möchte das aber ändern" und "Ich schaffe es einfach nicht". Ich finde, es wahnsinnig gut geschrieben. Die ganzen Probleme kamen nicht aus dem Nichts und waren verständlich. Ich habe selten einen Charakter so gut geschrieben gelesen. Und Davie ist einfach ein Sonnenschein mit einem riesengroßen Herz.
Story ⭐⭐⭐⭐ ich wollte wissen, wie es ausgeht. 1 Stern Abzug wg. der Zeitform, die macht es für mich immer schwer ein Buch zu lesen und ich weiß, dass das ein "Me Problem" ist.
Erneut hat Marius Schaefers mich mit einem wunderbaren Buch überzeugt. Wahrscheinlich mein Monatshighlight im März. Wieder waren es die wunderbaren Figuren, die das Herz dieses Werks ausmachen und die ich am liebsten mit nach Hause genommen hätte.
Feinfühlig und mit viel Gespür erzählt Schaefers aus den Lebensrealitäten seiner Helden. Welche Hürden sich ihnen stellen, sichtbare und unsichtbare. Wie sie diese überwinden lernen und wie wir lesende Personen gleichzeitig auch viel darüber lernen, was andere Menschen durchmachen müssen und wovon wir meistens nichts ahnen.
Bis zum Schluss wusste ich nicht, wie die Geschichte ausgehen würde. Marius Schaefers traute ich zu, dass die Handlung in mehrere Richtungen einschlagen könnte. Also war ich absolut gefangen in diesem Buch und wollte es nicht mehr weglegen. In den Lesepausen kehrte ich ständig zu Davie und Ric zurück und fragte mich, wie es ihnen wohl gehen mag.
Ein Buch mit Herz, das ich euch gerne ans Herz legen mag.