Spannend erzählt und erschreckend unsere Zukunft als worst case oder best case
Zwei Drittel der Erde sind mit Wasser bedeckt – allerdings nur drei Prozent davon sind Süßwasser. In vielen Regionen der Welt schrumpfen die Bestände rasant. Auch in Deutschland werden wir Wassernot erleben.
In diesem Buch begleiten die vielfach ausgezeichneten Journalistinnen Annika Joeres und Susanne Götze fiktive Protagonisten in eine nahe Zukunft und zeigen damit beispielhaft, wie wir leben können, wenn wir uns rechtzeitig auf die Folgen des Wassermangels einstellen – oder wie wir leiden werden, wenn wir nicht handeln.
Die dramatischen Geschichten haben einen realen Hintergrund und basieren auf zahlreichen Studien und Interviews mit Wissenschaftlern. Wie wir mit der Wasserkrise umgehen, wird unseren Alltag entscheidend beeinflussen.
An und für sich eine gute Idee. Allerdings wirkte vieles durch den Wechsel von Best Case und Worst Case doch ziemlich repetitiv. Die Best Case Szenarien waren in meinen Augen leider oft etwas zu optimistisch, bzw. fehlte teils die sozio-ökonomische Perspektive. Durch die sehr kurzen Szenarien wurde man teils doch ziemlich mit Infos zugeschüttet, während der sonstige Schreibstil mir eher platt erschien. Auch die Charaktere blieben durch die kurzen Abschnitte eher flach. Allerdings ließ sich das Buch gut lesen und trotz der vielen Infos konnte ich für mich doch einiges mitnehmen.
Kurzmeinung: Sehr Bedenkenswertes für jeden (!) zum wichtigsten Lebensmittel (!) kurz vor dem 3.Wk, m.E. 2026! Mit Sachregister & 1 S Lit.! Jakob Lorber!
Siehe evaczyk-Rez. bei lovelybooks! Jeder wird spätestens durch den 3. Weltkrieg (m.E. 2026: Gerd Gutemann: "2020-2028 [m.E. 2025-33!]) & seinen Zwangsbeender (der "Feind aus den Lüften": Planetoid-Kollision der Erde: Jakob Lorber), mit großen Trinkwasser-Problemen konfrontiert sein! Leider muß sich jeder das für ihn & generell Wichtige (Tipps, Strategien...) aus den Sachgeschichten heraussuchen! Keine Fuß- oder Endnoten (Literaturreferenzangaben)! M.E. beßer: Ein echtes Sach- & Lehrbuch! Hauptmanko ist die Nichtberücksichtigung der extrem nützlichen & wichtigen HILFE-TIPPS & PROPHEZEIUNGEN :-) des Unbewegten Bewegers: JL, Bertha Dudde, M Kahir, Kurt Eggenstein, Walter Lutz, Kurt Deml, Michael Nolten!
Zitate aus dem Rezensionsbuch S. 4: "Über das Buch Lange hieß es, Deutschland sei ein wasser-reiches Land. Mittlerweile sind sich Forschen-de einig: Auch hierzulande wird es gefährlich trockene Zeiten geben. Dieses Buch begleitet fiktive Protagonisten in eine nahe Zukunft. Sechs Menschen erleben zwei mögliche Welten in den von der Klimakrise gezeichneten 2040er-Jahren. Durch sie können wir erkennen, wie sich existenzielle Wassernot anfühlt – und was sie für den Alltag, unseren Wohlstand und den Zusammenhalt der Gesellschaft bedeutet. In einer Version, dem Worst Case, wird um Wasser gerungen, Landschaften sind zerstört, die Gesellschaft ist zerrissen. Die andere Version, der Best Case, erzählt von einem Alltag, in dem die Politik rechtzeitig reagiert hat und die Menschen gelernt haben, mit dem knappen Gut auszukommen. Die dramatischen Geschichten haben einen realen Hintergrund und basieren auf zahlreichen Studien und Interviews mit Wissenschaftlern. Die Klima- und Wasserkrise sind kein Schicksal, es liegt an allen, sie zu erkennen und entschieden zu bekämpfen.
S. 7-9: "Vorwort: Sechs Reisen in die Wasserkrise der Zukunft Wenn wir neue Planeten im Weltraum entdecken, stellt sich als Erstes die Frage: Gibt es dort Wasser? Ohne Wasser ist kein Leben möglich, nirgendwo. Deshalb sollte auch für unsere Erde die Frage beantwortet werden, ob dieses lebenswichtige Gut künftig noch ausreichend vorhanden sein wird. Und wie wir mit seiner Verknappung leben können. Unsere sechs Geschichten spielen in der nahen Zukunft, die viele von uns noch erleben werden. Dieses Buch nimmt Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit auf die Reise in bevorstehende Wasserkrise n. Es ist eine Reise der besonderen Art: Das ›Durstige Land‹ erscheint im Sommer 2023 – und wir als Gesellschaft entscheiden darüber, welches Ende wir in den 2040er-Jahren erleben werden. Richtig, Sie, wir alle entscheiden darüber. Und nach der Lektüre werden Sie verstehen, warum diese Entscheidung so überlebenswichtig und essenziell ist. Wir überlassen es Ihnen, ob Sie die Dystopie für wahrscheinlich halten oder doch lieber eine transformierte, aber noch halbwegs lebenswerte Welt wählen. Diese Entscheidung ist keine fiktive – so wie in diesen Geschichten. Diese Entscheidung treffen Sie jeden Tag. Wie wir konsumieren und wie wir in demokratischen Wahlen entscheiden, wird unsere zukünftige Lebensweise bestimmen. Vielleicht wundern Sie sich gerade, warum wir dafür aus der Zukunftsperspektive erzählen und damit eine Fiktion entwerfen. Doch die Gründe sind naheliegend: Wenn es um die Klimakrise geht, sprechen wir über eine künftige Welt, die nächsten Generationen und darüber, was wir heute tun können, um die Folgen für morgen einzudämmen. Die Fakten kennen wir. Wer Klimaschutz verhindert und wie wir uns auf eine heißere Welt vorbereiten, haben wir in unseren Büchern ›Die Klimaschmutzlobby‹ (2020) und ›Klima außer Kontrolle‹ (2022) gezeigt. Doch häufig fehlt uns die Fähigkeit, uns wirklich vorzustellen, was Klimaszenarien und Prognosen für unser Leben tatsächlich bedeuten. Als Journalistinnen sind wir zudem täglich mit wissenschaftlichen Studien, Berichten und Aussagen konfrontiert, die in letzter Konsequenz häufig unvorstellbare Brüche mit unserer heutigen Normalität bedeuten. Allein der 6. Sachstandsbericht des Weltklimarates beschreibt eine neue Welt, die wenig mit unserem gegenwärtigen Leben zu tun hat. Die wenigsten können sich ausmalen, was die zahlreichen Diagramme und Zahlenkolonnen aus der Forschung bedeuten. Den Alltag, wie wir ihn heute kennen, wird es – egal ob unter einem optimistischen oder dramatischen Szenario – so nicht mehr geben. Vor der Arbeit an diesem Buch haben wir uns deshalb gefragt: Wie können wir die Zukunft anschaulich beschreiben, wie werden aus abstrakten Szenarien und Graphen glaubhafte Geschichten? Für die sechs folgenden Erzählungen haben wir wissenschaftliche Prognosen, Klimaszenarien, Trends und Beobachtungen in die fiktive Lebenswelt unserer Protagonistinnen und Protagonisten übertragen. Dieses Buch fokussiert sich dabei auf einen Aspekt der Klimakrise , der bisher zu Unrecht viel zu kurz kam: die Wasserkrise . Die Vorstellung, dass wir alles im Griff haben, ist eine Illusion – und dazu noch eine gefährliche. Denn Wasser ist keine Ressource, die wir beliebig herstellen können. Wasser verbrauchen wir. Wir können es nur sparen, recyclen, umleiten, filtern oder aufwendig entsalzen – aber wir können Wasser nicht im Labor oder einer Fabrik produzieren. Wir können es auch nicht aus anderen Ländern in großen Mengen einkaufen, schon gar nicht, wenn das existenzielle Gut auch in den Nachbarstaaten knapp wird. Unsere sechs Geschichten zeigen eindrücklich, was uns erwartet, wenn wir die Warnungen der Wissenschaft ignorieren und weiter ein Lebens- und Wirtschaftsmodell aufrechterhalten, das die Natur und damit zwangsläufig uns selbst zerstört. Wir erzählen Geschichten auf neue Weise: Wir entwerfen jeweils zwei Versionen, einen Worst Case und einen Best Case . Im Worst Case gehen wir vom Schlimmsten aus: Das Wasser fehlt, und der Gesellschaft ist es nicht gelungen, die knappe Ressource fair zu verteilen und sinnvoll zu nutzen, etwa in der Landwirtschaft oder im Tourismus . Im Best Case ist das Wasser immer noch knapp – aber in diesem Fall wurden Möglichkeiten gefunden für eine gerechte Verteilung, und Maßnahmen ergriffen, um die Wasserbestände zum Wohle aller zu schonen. Natürlich gibt es allein im Weltklimabericht eine ganze Menge solcher Szenarien, sie sind meist eine Mischung aus sozioökonomischen Annahmen und einem prognostizierten Verlauf der CO 2 -Konzentration in der Atmosphäre. Sie bedingen sich gegenseitig: So haben gesellschaftliche Entwicklungen – etwa politische Reformen oder auch Nichtstun – direkte Auswirkungen darauf, wie stark der Gehalt von Treibhausgasen in der Atmosphäre steigt. Gleichzeitig haben die Verläufe der CO2 -Kurve aber auch Folgen für die Gesellschaften – zum Beispiel dramatische wirtschaftliche Einbußen durch Extremwetter und folglich politische Instabilität. Der Bericht versammelt Hunderte solcher Beispiele, häufig heißt es dann formal: »X passiert sehr wahrscheinlich, wenn Y und Z eintreten.« Solche konkreten Wahrscheinlichkeiten können und wollen wir in diesem Buch nicht im Einzelnen betrachten. Wir wollen vielmehr größere Zusammenhänge zeigen und sie in unsere Lebenswirklichkeit holen. Daher beschränken wir uns auf eine beschwerliche, harte und ungerechte Zukunft und eine lebenswerte, innovative Zukunft – und zeigen damit die Extrembereiche. Aus der Perspektive von Paula, Feti, Georg, Miriam, Romain und Alina können Sie miterleben, wie sich existenzielle Wassernot anfühlt – und was das für den Alltag, unseren Wohlstand und den Zusammenhalt der Gesellschaft bedeutet. ------------
Kap. 2: 2FETI UND DER FLUSS »Es wird prognostiziert, dass die Häufigkeit und der Schweregrad von Niedrigwasser zunehmen werden, so dass Trockenheit und Wasserknappheit in Westmitteleuropa schwerwiegender und anhaltender werden.« Weltklimarat 2021
Worst Case Es ist immer noch unendlich heiß, Feti starrt in die nächtliche Schwärze und hofft, kein Licht zu sehen. Allein sein auf dem Rhein, das will er, allein auf die Geräusche des Wassers unter seinem Schiff lauschen. Hören, ob sein Leichtbauschiff es schaffen wird, den Fluss hochzufahren. Den Fluss, der gerade mehr einem langen Band an Rinnsalen gleicht als dem Strom, an dem er als Kind flache Steine über die Oberfläche hüpfen ließ. Ein kühler Windhauch weht aus der Kombüse in die schwüle Nacht, direkt unter ihr lagern tiefgekühlt fünf Tonnen Nordseekrabben , ein Vermögen wert. Meeresfrüchte sind so rar geworden, dass sie heute verkauft werden wie früher mal Kaviar: In kleinen metallenen Dosen, 100 Gramm das Stück. Fetis Auftrag lautet, eine frische Ladung von Rotterdam nach Basel zu schmuggeln, wie alle paar Wochen. Ein Industrieller aus der Pharma branche will mit den rosa Tierchen seine Kunden beeindrucken. Feti ist schon Anfang 70, einer der erfahrensten Schiffsführer auf dem Rhein, aber neuerdings trinkt er beim Fahren selbst gebrannten Schnaps, das macht ihn reizbar. Sein Körper ist drahtig und aufrecht, auch heute noch wachsen ihm pechschwarze Koteletten, über die seine Frau Rosa immer lacht, weil sie neben dem grauen Haupthaar aussehen wie gefärbt. Aber die grau-schwarze Mischung passt zu seinem Charakter, zu seinem zähen Äußeren und seinen Gedanken, die hinter der Stirn immer ältlicher und müder abgleiten. Nach vorne gucken, befiehlt er sich innerlich, auch wenn seine Lider schwer werden. Noch immer ist alles schwarz, bis auf feine gelbe Schleier, die der Mond auf das Rheinufer zeichnet. Er kann die verschlammten Baracken am Ufer nur erahnen. Manchen Villen an den Promenaden zwischen Köln und Bonn fehlen die Fassaden, in einigen Zimmern ohne Außenwände sind noch italienische Duschen zu erahnen, ausgefranste Parkettreste hängen über der Abbruchkante, die eines der letzten Hochwasser gerissen hat. Viele dieser Häuser waren zu dem Zeitpunkt ohnehin schon unbewohnt gewesen.
Die Idee hinter "Durstiges Land" von Susanne Goetze und Annika Joeres klang erst einmal richtig gut: In fiktiven Szenarien wird - auf der Basis des schon heute verfügbaren wissenschaftlichen Wissens - in Form von Kurzgeschichten gezeigt, wie die nahe Zukunft in einem von Wassermangel geprägten Deutschland aussehen könnte. Als Dystopie beziehungsweise Utopie geht es um das worst oder best case scenario, wobei nicht die Illusion geweckt wird, als sei der Klimawandel plötzlich vom Tisch, im Gegenteil, es geht darum, das Beste aus einer zunehmend schwierigen Situation zu machen.
Eigentlich ein reizvoller Ansatz für alle, die sich mit dem Thema Klimawandelfolgen beschäftigen wollen, sich von wissenschaftlichen Abhandlungen aber überfordert fühlen oder einfach mit dem "Was wäre, wenn..." Gedanken spielen, der ja nun so ganz wissenschaftlich nicht ist. Zudem könnte so ein Buch auch Leser anziehen, die sich vielleicht noch nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigt haben.
Dass die Wasserkrise kommt, ist keine Frage - sie ist ja schon längst da. Mehrere Hitzesommer haben die wirtschaftlichen Folgen gezeigt, wenn der Rhein nicht mehr schiffbar ist. Kommunale Verbote, den Garten zu wässern, könnten schon bald ein Luxusproblem sein angesichts sinkender Grundwasserspiegel und ihrer Folgen für das Ökosystem. Gewaltsame Konflikte um Wasser gibt es schon längst in mehreren Staaten, auch wenn dieses Szenario in Deutschland keine Rolle spielt.
Doch ach, gut gemeint ist nicht gut gemacht. Die Protagonisten der Erzählungen sind so holzschnittartig, die Rollen so schwarz-weiß verteilt, dass mich die Geschichten eher an Agit-Prop der 70-er Jahre oder ideologisierende Kinderbücher der DDR erinnern. Es macht einfach keinen Spaß zu lesen, wenn hinter jedem Satz die moralische Empörung der Autorinnen hechelt. Da habe ich geradezu Greta Thunbergs berühmtes "How dare you!" im Ohr.
Bei allem Interesse für das Thema und die auf wissenschaftlichen Arbeiten beruhenden Szenarien, welche Handlungsfelder es gibt, habe ich irgendwo in der Mitte des Buches aufgegeben, da die Geschichten einfach nicht besser wurden. Das nächste Mal greife ich doch lieber direkt zum Sachbuch, wenn ich mehr über die Zukunft einer Welt mit zunehmendem (Süß-)Wassermangel erfahren will.
Szenarien für unser Leben mit zukünftiger Wasserknappheit, in Form von Erzählungen über Repräsentanten verschiedener Bevölkerungsgruppen. Für jede Person gibt es ein Worst Case- und ein Best Case-Szenario, das jeweils in den 2040er Jahren spielt, also in einer Zukunft, die die meisten von uns noch erleben werden. Die Worst Case-Szenarien sind erschreckend. Sie lassen einen oft am menschlichen Verstand zweifeln und machen keine große Lust auf die Zukunft. Auch die Best Case-Szenarien betrachten nicht alles durch die rosarote Brille, sondern stellen hervorragend recherchiert sehr realistisch dar, wie unser Leben mit vielen Einschränkungen, aber dennoch positiv weitergehen kann und lebenswert bleibt - sofern die richtigen Entscheidungen in den nächsten Jahren getroffen werden. Ich w��rde mir wünschen, dass dieses Buch für alle politischen Entscheidungsträger in Europa und am besten der ganzen Welt zur Pflichtlektüre wird und sie überzeugt für die Best Case-Szenarien arbeiten. Und auch sonst wünsche ich dem Buch eine breite Leserschaft, schließlich entscheiden wir alle nicht nur durch unseren Lebenswandel, sondern auch durch unser Kreuz auf dem Stimmzettel mit, wie unsere Zukunft aussehen kann.