Obwohl ich den ersten Teil beim ersten mal Lesen so sehr geliebt habe, hat es recht lange gedauert bis ich mich an den zweiten gewagt habe. Und dann hab ich nach 153 Seiten einfach nicht mehr weiter gelesen ... Ich kann auch verstehen warum, denn der zweite Teil führt nicht nur neue Figuren & Handlungen ein, sondern lässt dafür vor allem auch meine geliebten Siyee hinter sich. Dadurch geht die Geschichte in eine völlig andere Richtung als ich es erwartet habe. Das ist es aber auch, was die Reihe für mich so besonders macht.
Es gibt viele unterschiedliche Perspektiven, die zu Beginn nichts mit einander zu tun haben oder man weiß nicht, inwiefern sie zur Handlung später mal beitragen könnten. Doch nach und nach sieht man nicht nur lose Fäden, sondern ein wunderschönes Spinnennetz. Es passt einfach.
Dieses Mal spielen die Pentadrianer und Elai eine größere Rolle, doch auch die Siyee muss man nicht missen. Diese dienen dieses Mal allerdings "nur" als Schauplatz. Die Elai hingegen haben mich nicht ganz überzeugt. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie sie leben und so sympathisch wie die Siyee wirken sie auch nicht. :(
Da man eher aus der Sicht der Weißen liest, hinterfragt man die Pentadrianer doch etwas kritischer, wobei sie mir als Religion um einiges mehr gefallen als die Zirkler. Vor allem gegen Ende.
Und genau das ist das überraschende an dem Buch: es geht um den Glauben. Wie rechtfertigt man eine Religion und wie weit darf die Liebe zu ihr gehen? Muss man ihr blind folgen? Ist es in Ordnung im Namen diesen Glaubens die Regeln, die durch den Glauben entstanden sind zu brechen? Die kritische Auseinandersetzung mit mit diesen Fragen, sei es auch nur indirekt, haben mich ungemein beeindruckt. Das Zeitalter der Fünf ist keine Reihe, die durch eine ausgeklügelte Welt, Magie oder epische Schlachten besticht. Hier geht es viel mehr um den Konflikt zwischen Religionen und Minderheiten. Um richtig und falsch, schwarz und weiß.
Wie zuvor würde ich am liebsten nur von den Traumwebern und Leiard lesen. Ich finde sie so faszinierend und würde gerne mehr über ihre Fähigkeiten erfahren. Desto mehr tut es mir leid, wie sie behandelt werden, denn die Traumweber sind nicht nur eine Minderheit, sondern mit die friedlichsten Menschen die es gibt.
Das Ende des zweiten Bandes ist doch ein wenig gemein, weswegen ich dieses mal wirklich nicht so lange warten kann den nächsten Band zu verschlingen.