Undine
Von Friedrich de la Motte Fouqué (1777 – 1843)
Friedrich de la Motte Fouqué war ein deutscher Schriftsteller, der das Glück hatte, in einer goldenen Zeit dieser Kunst zu leben. Er kannte Goethe und Schiller und war Mitglied von Dichterkreisen, die ihn in vielfältige Beziehungen mit Kollegen brachten, sowie von Arnim, von Chamisso, von Eichendorff, Heinrich von der Kleist und Adam Müller und noch viele andere berühmte Künstler.
Undine wurde im Jahr 1811 geschrieben und in Fouqués Zeitschrift „Die Jahreszeiten“ herausgegeben.
Man kann die Geschichte ein romantisches Märchen nennen, es ist aber keineswegs ein Kindermärchen.
Undine ist das Findelkind eines alten Fischerpaares, das überraschend eines Abends triefend nass vor deren Tür stand und Hilfe suchte. Das kleine Mädchen wurde auch sofort in die Familie aufgenommen und mit Liebe umgeben.
Ihr plötzliches Erscheinen war umso mehr überraschend, da die Fischerhütte wohl an einem schönen kleinen See lag, der aber von einem großen dunklen Geisterwald umgeben war.
Die Geschichte geht weiter:
Wie der Ritter zu dem Fischer kam, auf welche Weise Undine zu dem Fischer gekommen war, wie sie Undinen wiederfanden, von dem was dem Ritter im Wald begegnet war, wie der Ritter auf der Seespitze lebte, von einer Trauung, der Tag nach der Hochzeit, wie der Ritter seine junge Frau mit sich führte, wie sie in der Stadt lebten, Bertaldas Namensfeier, wie aus der Reichsstadt abreisen, wie sie auf der Burg Ringstetten leben, wie Bertalda mit dem Ritter heimfuhr, die Reise nach Wien, von Huldebrands fürderm Ergehen, des Ritters Traum, wie der Ritter Huldebrand Hochzeit hielt, wie der Ritter Huldebrand begraben ward.
Der Leser hat nun gesehen, dass dieses schöne Märchen zu einem tragischen Ende führt.
Die liebliche Wassernixe konnte ihr Glück nicht unter Menschen finden und der Ritter Huldebrand wurde wegen Untreue, nach den Gesetzen der Elementargeister, mit dem Tode bestraft.
Die überraschende Originalität dieses Romans sowie der gewählte Stil und der überreiche, bunte, etwas altmodische Wortschatz machen dieses Buch zu einem Schmuckstück.