10 Jahre Egotronic – ein Blick hinter die Kulissen der Kultband
Zum zehnjährigen Bandjubiläum blickt Sänger und Bandgründer Torsun zurück auf die Zeit der Entstehung des Durchbruchsalbums »Lustprinzip« und erzählt, garniert mit O-Tönen von Beteiligten, wie aus dem tiefsten Drogen- und Feierexzess, aus Liebeskummer und Trennungsschmerz die Rakete entstand, die seitdem ein immer größeres Feuerwerk an den Himmel zaubert.
Parallel zu Torsuns persönlichen Erinnerungen rollt Daniel Kulla die Bandgeschichte noch einmal von Anfang an auf und schildert mithilfe weiterer O-Töne von Zeitzeugen, wie es nach 2007 weiterging.
Die Presse:
»Das extrem unterhaltsame Buch hat, Überraschung, eine Art Handlung und steigt ein mit der verpeilten Entstehungsgeschichte von Egotronic.« (1LIVE)
»Literarisch ist ›Raven wegen Deutschland‹ eine Klasse für sich.« (musikexpress)
»Wer viele Drogen nimmt, braucht immer noch mehr. Getreu dieser Maxime, über deren Praxis Außenstehende nur staunen können, ist ›Raven wegen Deutschland‹ das durchgeknallteste Bekenntnis zum Hedonismus seit Langem.« (TAZ)
Oh mein Gott. Torsun beschreibt sich selbst als ein viel schlimmeres Drogenopfer, als ich ihn mir im ärgsten Fall hätte vorstellen können und glänzt dabei gleichzeitig nicht gerade mit Schreibfertigkeit. Er ist dennoch eine interessante Persönlichkeit und sowohl sein Handeln als auch seine Psyche sind denk-, aber halt primär fragwürdig. Als Leser rutscht man auf einer schmalen Bahn abwärts in Richtung Desinteresse - zwischen Faszination, diversen Widerlichkeiten, Ungläubigkeit und teilweise schlichter, aber netter Unterhaltung. Unten angekommen: die ziemlich miesen letzten 60 Seiten Bandgeschichte. Zwischen ganz netten Anekdoten liest man größtenteils wirres, politisches Gelaber. Unglaublich anstrengend zu lesen. Das Ganze ist so hochtrabend geschrieben, als wären Egotronic ein politisches Objekt, das einer Schrift Marx' würdig wäre. Da musste ich mich echt durchquälen.
Ein sehr spaßiges Buch. Torsun schafft es, so zu schreiben, dass man immer dabei bleibt und sich wie ein stiller Partybegleiter fühlt. Nette Dokumentation bei der Entwicklung der zweiten Egotronic-Scheibe. Und Drogennehmen muss auch ganz cool sein. Kulla gibt dann noch einen Einblick in Die Bandgeschichte. Das ist mir dann doch etwas zu geschwurbelt philosophisch manchmal, aber eine gute Ergänzung zu Torsuns romanhafter Erzählung. Sympathische Band.