Oh mein Gott. Torsun beschreibt sich selbst als ein viel schlimmeres Drogenopfer, als ich ihn mir im ärgsten Fall hätte vorstellen können und glänzt dabei gleichzeitig nicht gerade mit Schreibfertigkeit.
Er ist dennoch eine interessante Persönlichkeit und sowohl sein Handeln als auch seine Psyche sind denk-, aber halt primär fragwürdig. Als Leser rutscht man auf einer schmalen Bahn abwärts in Richtung Desinteresse - zwischen Faszination, diversen Widerlichkeiten, Ungläubigkeit und teilweise schlichter, aber netter Unterhaltung.
Unten angekommen: die ziemlich miesen letzten 60 Seiten Bandgeschichte. Zwischen ganz netten Anekdoten liest man größtenteils wirres, politisches Gelaber. Unglaublich anstrengend zu lesen. Das Ganze ist so hochtrabend geschrieben, als wären Egotronic ein politisches Objekt, das einer Schrift Marx' würdig wäre. Da musste ich mich echt durchquälen.