Warum hat der unbescholtene Familienvater seinen Untermieter erschlagen? Ist die junge Frau wirklich vergewaltigt worden, oder hat sie etwas zu verbergen? Wieso hat der verliebte Mann seine hochschwangere Freundin erstochen? In zehn von ihm verhandelten Fällen beschreibt der Richter Robert Glinski Motive und Umstände, die gewöhnliche Menschen zu Schwerverbrechern machen. Ein spannender Einblick in die Urteilsfindung der Justiz.
Die Auswahl der Fälle hat mir recht gut gefallen. Auch wenn ich mir oft denken konnte, was vorgefallen war und es keine außergewöhnlichen Fälle waren, wollte ich doch mehr darüber wissen.
Der Schreibstil hat mich aber extrem gestört. Das Buch ist voller Juristendeutsch. Nicht, dass ich es nicht verstehen würde, genauso schreibe ich auch in meinen juristischen Arbeiten. Aber genau da liegt das Problem: so schreibe ich in juristischen Arbeiten. Wenn man sich dann aber genauso ausdrückt, während man über Alltägliches redet oder schreibt, klingt das einfach nur extrem weltfremd. Bei Sätzen wie "Folglich entsteht ein Störgefühl" konnte ich einfach nur den Kopf schütteln. Während des Lesens war ich tatsächlich oft von den Fällen abgelenkt, weil ich überlegt habe, wie man alles hätte besser formulieren können. Man hat zudem auch einiges aus dem Leben der Angeklagten und der Opfer erfahren, das sich nicht unmittelbar auf den Fall ausgewirkt hat. Das ist zum einen zwar interessant und stellt gut dar, wie es zur Tat kam. Zum anderen hat der Autor hier oft etwas zu weit ausgeschweift und besonders hier hat mich der Schreibstil sehr gestört.
Juristische Fachbegriffe wurden jedoch sehr gut erklärt, weswegen juristische Laien keinerlei Probleme mit dem Buch haben sollten.
Habe nur bis Seite 161 gelesen, war am Anfang noch cool weil es mal was anderes ist, aber ich fand die Fälle auf Dauer einfach nicht spannend genug geschrieben und bin auch schlecht im Namen merken was es schwierig macht mit ständig neuen Namen. Man merkt halt das der man kein Autor ist hauptberuflich, war trotzdem mal ganz cool. ABER was ich noch ergänzen muss, so spektakulär waren die Fälle gar nicht... und manchmal hat er Fachbegriffe verwendet die ich nicht verstanden habe.
Als das Buch bei mir ankam, war ich anfangs sehr skeptisch, ob es überhaupt etwas für mich ist. Für gewöhnlich lese ich keine Erfahrungsbücher oder Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen etc. Auch Kurzgeschichten sind nicht unbedingt mein Fall. Als ich dann jedoch zu den Buch griff und zu lesen begann, war ich gleich von der ersten Erzählung darin positiv überrascht. In dem Buch gibt es kaum wörtliche Rede, da es eher Berichte als Geschichten sind und eben aus der Sicht des Richters geschrieben wurden. Nichtsdestrotrotz habe ich mich gewundert, wie spannend auch reale Kriminalfälle sein können. Der Schreibstil ist locker und kommt völlig ohne Fachbegriffe aus, die ich hier ehrlich gesagt erwartet hatte, was das Lesen sehr einfach macht. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der ein wenig “True Crime” statt der sonst erdachten Kriminalromane erleben möchte.