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Ein Jüngling liebt ein Mädchen

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RO60014154. EIN JNGLING LIEBT EIN MDCHEN, DEUTSCHE GEDICHTE UND IHRE INTERPRETATIONEN. 2001. In-12. Reli. Trs bon tat, Couv. convenable, Dos satisfaisant, Intrieur frais. 144 pages. Ouvrage en allemand.. Avec Jaquette. . . Classification Dewey : 430-Langues germaniques. Allemand

127 pages, Paperback

First published January 1, 2002

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About the author

Marcel Reich-Ranicki

165 books43 followers
Marcel Reich-Ranicki was a Polish-born German literary critic and member of the literary group Gruppe 47. He was regarded as one of the most influential contemporary literary critics in the field of German literature and has often been called Literaturpapst ("Pope of Literature") in Germany.

Source: wikipedia.com

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Profile Image for Peter.
403 reviews236 followers
April 10, 2020
Dramen sind Angebote und Romane Einladungen – das Gedicht jedoch ist eine Herausforderung. Mit diesen Worten stellt Marcel Reich-Ranicki im Nachwort klar, was Menschen dazu bringt Gedichte zu lesen. Sie wollen sich der Herausforderung stellen in die Seele des Dichters zu blicken, in der Hoffnung oder der Furcht, darin auch ein Stück von seiner selbst wiederzuerkennen. Oder, wie Reich-Ranicki es in seiner Interpretation eines Gedichts von Theodor Storm ausdrückt: Wir brauchen sie, damit sie uns unsere Empfindungen und Leiden, unsere Hoffnungen und Ängste bewusst und erkennbar machen. Wir brauchen Gedichte, in denen wir uns wiederfinden können, Gedichte, die sich als Spiegel unserer Seele verwenden lassen.

Und in welchem Thema können wir alle uns wiederfinden? In der Liebe, der erotischen wie in den Gedichten „Unter der Linden“ von Walther von der Vogelweide und „Als ich nachher von dir ging“ von Berthold Brecht, der enttäuschten in „Zur Zeit seiner Verstoßung“ von Paul Fleming, der alltäglichen bei Kurt Tucholsky („Danach“) und Mascha Kaléko („Großstadtliebe“) und der vom Schicksal überschatteten Theodor Stroms im „Lied des Harfenmädchens“ und in der „Frist“ von Günter Kunert. Die Auswahl, der Editor gibt dies im Vorwort unumwunden zu, folgt einzig seinen persönlichen Vorlieben. Bei den weitaus meisten in diesem Bändchen decken sich diese mit den Meinen.



Was diese Bändchen zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis macht sind Reich-Ranickis Erläuterungen und Interpretationen, die die Gedichte nicht zerpflücken, sondern auf einen Sockel von zusätzlichem Wissen stellen, die sie umso besser wirken lassen. Sie sind kein Beiwerk, sondern selbst Literatur. Auch rein optisch und haptisch tragen die Kartonbindung und das Titelbild aus Pablo Picassos Ovid-Zyklus zu dem Vergnügen bei, diese Büchlein in die Hand zu nehmen. Ein echter Genuss.
Profile Image for Lear.
3 reviews
January 2, 2022
“Die Liebe und die Vergänglichkeit”
Reich-Ranickis Sammlung vereint zwanzig Gedichte, die (abgesehen von ihrer deutschen Sprache) zunächst wenige Gemeinsamkeiten aufzuweisen scheinen. Vom mittelhochdeutschen Minnesang Under der linden Walther von der Vogelweides bis zu modernen Dichtungen von Erich Fried und Günter Kunert deckt der Kritiker auf wenigen Seiten einen recht großen Teil der deutschen Poesiegeschichte ab, ohne je den Anspruch auf Vollständigkeit oder Gleichberechtigung zu erheben. Vordergründig handelt es sich um eine persönliche Auswahl, wie der Kritiker im Vorwort bemerkt:
"Allesamt sind sie mir irgendwann aufgefallen, meist vor vielen [...] Jahren. Aber ich habe diese Gedichte nie vergessen[...]."

So stehen Hölderlin und Heine neben Gustaf Gründgens simplem Satirelied Wie sind wir beide vornehm und sogenannter Alltagslyrik (Mascha Kálekos Großstadtliebe). Der Reiz eines Gedichtes geht eben nicht davon aus, dass komplexe Gefühlsregungen Ausdruck finden oder Philosophien aufgegriffen werden - auch Witz, Wortspiel, Beleidigung und Erotik können überzeugen. Reich-Ranicki spielt nicht den moralisierenden Kritiker, dessen oberstes Ziel die Bewahrung einer elitären Hochkultur und dessen Wunsch eine bildende, nicht unterhaltende Literatur ist. Seine Kurzinterpretationen erleichtern den Zugang zur Dichtung durch Verweise auf historisch relevante Phänomene, biografische Elemente der Dichter und persönliche Erfahrungen. Auch wer sich von der Gattung Lyrik noch eingeschüchtert fühlt, könnte durch diese Anthologie eine Liebe zu ihr entwickeln.
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