Ein Mann und eine Frau treffen in einem Hotel im Alpenvorland ein. Sie bemerken einander und tauschen von da an geheime Zeichen aus. Kleine Botschaften, Hinweise auf Lektüren und Musikstücke – und ohne dass sie auch nur ein einziges Wort miteinander wechseln, verwickeln sie sich in das Mysterium der Annäherung und einer ungewöhnlichen Liebe, für die nur die Liebe selber zählt.
»Liebesnähe« ist die Geschichte einer Frau und eines Mannes, die sich zufällig in einem einsam gelegenen Hotel treffen. Vom ersten Augenblick dieser Begegnung an erleben beide eine rasch wachsende Anziehung. Sie sind zu vorsichtig, miteinander zu sprechen und verlegen sich stattdessen auf ein virtuoses Spiel von Zeichen und Andeutungen. Im Hintergrund dieser Annäherung zieht die Besitzerin der Hotelbuchhandlung als geheime Mittlerin ihre eigenen Fäden: Sie »füttert« die beiden Liebenden mit Büchern, die – wie der Liebestrank in »Tristan und Isolde« – eine ganz eigene, magische Wirkung entfalten und aus dem Liebesspiel schließlich ein kaum noch durchschaubares Labyrinth aus Erlebtem, Geträumtem und Gelesenem machen.
»Liebesnähe« ist nach den Romanen »Die große Liebe« (2003) und »Das Verlangen nach Liebe« (2007) der dritte Band einer Trilogie von in sich abgeschlossenen Romanen, in denen es um das Geheimnis der Liebesverständigung geht. »Liebesnähe« greift aber auch die Themen von stummer und sprachlicher Kommunikation in Ortheils letztem Roman »Die Erfindung des Lebens« auf: Erst langsam entdecken die Liebenden die jeweils eigene Sprache der Liebe mit all ihrem unverwechselbarem Vokabular.
Hanns-Josef Ortheil is a German author, scholar of German literature, and pianist. He has written many autobiographical and historical novels, some of which have been translated into 11 languages, according to WorldCat: French, Dutch, Modern Greek, Spanish, Chinese, Lithuanian, Japanese, Slovenian, and Russian.
Was gut und vielversprechend begann, wurde zusehends dünn und oberflächlich. Zwei Menschen, die sich fast zufällig in einem Hotel in den Bergen begegnen und ohne ein Wort zu sprechen miteinander Kontakt aufnehmen ist ein reizender und aufregender Plot. Angelehnt an die japanische Kultur wird diese unausgesprochene Begegnung richtiggehend zelebriert. Ortheil gelingt es aber nicht, die Geschichte als etwas, das aus einem geheimnisvollen Fatalistischen entspringt zu erzählen. Die Annäherung und die Liebe entstehen nicht absichtslos, da wird organisiert, inszeniert, nachgeforscht, Drittpersonen ausgefragt und instrumentalisiert, sodass sich der Zauber für mich schnell erschöpft hat und ich die vermeintlich so zufälligen sinnlichen Situationen als mehrheitlich übergriffig empfunden habe. Und so wandelte sich das zu Beginn Zauberhafte in eine oberflächliche, plumpe Liebesgeschichte.
Hanns-Josef Ortheil erschafft unglaublich vielseitige, intensive und inspirierende Beziehungen zwischen seinen Figuren. Es ist so anregend seine Wahrnehmungen von zwischenmenschlicher Gesten und Annäherung zu lesen und nachzuempfinden. Hat nicht jeder die Hoffnung auf diese Verbindung, dieses Verständnis, das keiner Worte bedarf?
Puh… ja, halt einfach noch ein Buch was von einem alten weißen Mann geschrieben wurde. Braucht man den Körper der Protagonistin fast drei Seiten lang zu beschreiben? Nein. Müssen beide Protagonisten auf ihre Äußerlichkeit reduziert werden und einer klar oberflächlichen Beziehung eine scheinbare Tiefe geben in dem man die Charaktere gar nicht erst miteinander sprechen lässt? Ebenfalls ne, sorry.
Ich würde mich ja fast aus dem Fenster lehnen und sage es geht in Richtung Murakami. Der Spannungsbogen ist durch die non-verbale Kommunikation und damit für heutige Verhältnisse kaum vorstellbar, gegeben. Verbunden damit ist auch eine faszinierende Intensität. Der Leser hat sehr viel geistige Freiheit bei gleichzeitiger sehr detaillierten Erzählung. Ein wunderschönes Buch!
In kunstvollen hoch stilisierten Sätzen wird hier die Annäherung zweier abgehobener Künstler beschrieben. Intellektuelle Kulturschaffende unter sich in abgeschiedener Landschaft. Das Ergebnis ist ein ausgefeiltes Stillleben, kunstvoll komponiert aber blutleer. Das Kopfkino läuft in Zeitlupe.