Im Gespräch stellt sich Karl-Theodor zu Guttenberg den gut vorbereiteten, gezielten und pointiert formulierten Fragen des ZEIT-Redakteurs Giovanni di Lorenzo. Der Titel und einzelne Medienberichte suggerieren, dass sich KT ernsthaft mit seinem Scheitern im Amt und den von vielen Seiten bestätigten Plagiatsvorwürfen stellt und auseinandersetzt. Guttenberg lässt sich zwar stellenweise zu Zugeständnissen herab, aber nur in den Fällen, in denen ohnehin die breite Öffentlichkeit sowie Experten über Guttenbergs Verfehlungen aufgeklärt sind. Der redegewandte Ex-Verteidungsminister scheint erfolgreich mit den investigativen Fragen Di Lorenzos umgehen zu können, jedoch wird schon nach einigen Seiten deutlich, dass sich Guttenberg fortwährend aus unangenehmen Fragen herauswindet und somit den Bogen seiner Selbstinszenierung überspannt und seine Medienwirkung überschätzt. In diesem Buch geht es weniger um eine Aufarbeitung von Guttenbergs Verfehlungen, als vielmehr um eine Verteidigung längst offenkundiger Tatsachen, die entweder tolldreist zu nennen ist oder von einer maßlosen Selbstentfremdung zeugt. Der Versuch, im öffentlichen und politischen Geschehen wieder Fuß zu fassen ist Guttenberg zwar gelungen, jedoch ist fragwürdig, ob er sich mit der Veröffentlichung dieses Gesprächs einen Gefallen getan hat.
Pride is the worst of the deadly sins, and Mr. zu Guttenberg has much of it. This book makes me sad for the story of a competent manager that was felled from the lofty heights of German politics. Sad to consider what he could have been. Politics is an ugly game, oh well!