Nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund Max versucht Mira sich ein neues Leben am Gardasee aufzubauen. Doch sein Betrug hat tiefe Wunden geschlagen und obwohl sie sich zu Alessandro mehr als hingezogen fühlt, bleiben ihr Zweifel, ob sie nicht erneut hintergangen wird. Zudem träumt sie von einer Familie, aber sie hat Alessandro belauscht und weiß, dass Kinder nicht auf seiner Prioritätenliste stehen. Während die beiden das Haus seiner Oma renovieren und den Garten herrichten, werde sie langsam vertrauter miteinander. Mira hofft, dass die geplante Kindernotfallgruppe hier bald einziehen kann. Als Miras Freundin Steffi mit ihrer Gruppe von Kindern anreist, um ein paar Tage Urlaub zu machen, lernt sie eine neue Seite von Alessandro kennen, die ihr Hoffnung gibt.
Ich kannte den Vorgängerband nicht, der offenbar den Betrug von Max und die Trennung beinhaltet, sowie das Kennenlernen von Alessandro. Dies spielte für mich jedoch keine Rolle, denn die Autorin machte es mir leicht, mich sofort in Sirmione am Gardasee heimisch zu fühlen. Der Schreibstil ist locker flüssig und gut lesbar. Die Geschichte wird getragen vom italienischen Flair und den liebenswerten Charakteren. Miras Unsicherheit und Zweifel konnte ich nachvollziehen und Alessandro war in seiner Geduld ausgesprochen sympathisch. Die Gespräche der beiden sind tiefsinnig und haben mir besonders gefallen, hervorheben möchte ich die Diskussion über Gott. Die Story war für mich wie das Gleiten auf einer breiten Autobahn und hätte für mich an manchen Stellen einen Tic mehr Wendungen und Spannung vertragen können. Selbst das Wiedersehen mit Max verläuft ohne nennenswerte Komplikationen. Ein paar Fragen bleiben offen (Thema Schulden und ob Miras Projekt mit der Notfallgruppe nun zustande kommt), daher vermute ich, dass es einen dritten Teil geben wird. Unter dem Strich ist es auf jeden Fall eine Feelgood-Story, die sich entspannt lesen lässt. Gerade richtig für einen verregneten Nachmittag oder einen Urlaubstag am Strand.