Aufgerüttelt durch persönliche Erfahrungen zeigt Nora Kellner in OpferMacht, wie sich sexualisierte Gewalt – die alltäglich und in allen Bereichen unserer Gesellschaft fest verankert ist – auf das Leben von FLINTA* (Frauen, Lesben, inter*, nicht-binär, trans und agender) auswirkt.
Nüchtern und sachlich beschreibt die Sozialwissenschaftlerin, wie es sich anfühlt, wenn eine sich wehrt und vor Gericht zieht und wie schmerzhaft und belastend die Bewertung der Tat durch außenstehende Menschen ist.
In der Analyse ihrer eigenen Geschichte nimmt Nora Kellner immer wieder Bezug auf gesellschaftliche Debatten und konkrete Beispiele, die deutlich machen, wie sexualisierte Gewalt aufrechterhalten und reproduziert wird. Sie wirft einen Blick auf die zutiefst sexistischen Strukturen im Polizei- und Justizapparat und wundert sich darüber, warum linke Kräfte – wenn sie es ernst meinen mit der Verurteilung sexualisierter Gewalt – ihrer Verantwortung in diesem Diskurs nicht gerecht werden.
Einer Gesellschaft und Kultur zum Trotz, die Betroffene systematisch zum Schweigen bringt, schreibt die Autorin – ehrlich empört und unverblümt direkt – gegen eine Vielzahl hartnäckiger Mythen an, solidarisiert sich bedingungslos mit den Opfern und pocht darauf, dass FLINTA* niemals selbst schuld sind.
JEDER sollte dieses Buch gelesen haben! Geniale Niederschrift der traurigen Wirklichkeit. Danke für das Teilen der Geschichten so vieler ungehörter FLINTA Personen und auch der eigenen. Wir leben in einem System wo Sexualisierte Gewalt eine große Rolle spielt. Der Weg hinaus wird noch ein langer sein. Bis dahin müssen wir gemeinsam einen Umgang finden. Unsere Kräfte verbinden. Einander hören. Stille respektieren und akzeptieren. Sexualisierte Gewalt ist strukturelle Gewalt. Und wir alle sind die Opfer. Danke Nora Kellner für dieses Buch.
Ein gutes Buch, was ich jeder Person empfehle, die ein tieferes Verständnis für sexualisierte Gewalt, den Umgang damit und die gesellschaftliche Opferrolle erlangen wollen. Man braucht aber die emotionale Kapazität und sollte es nur lesen, wenn man sich dazu bereit fühlt.