Am Heiligen Abend des Jahres 820 führt eine Verschwörung am Hofe zu Konstantinopel zur Ermordung Kaiser Leos des Armeniers. Gryphius schildert in seinem dramatischen Erstling wie Michael Balbus, einst Vertrauter Leos, sich auf den Kaiserthron erhebt.
Es fällt mir nicht ganz leicht das Buch zu bewerten, immerhin stammt es aus dem Barock und ist in Alexandrinern verfasst. Es geht im Leo Armenius, den Kaiser von Konstantinopel, gegen den ein Anschlag geplant wird, angeführt von Michael Balbus. Aber ist der Plan erfolgreich? WIrd Michael rechtzeitig aufgehalten? Und ist Leo wirklich ein Tyrann, der den Tod verdient hätte? Ich muss sagen, dass, als ich mich einmal an die barocke Sprache gewöhnt hatte, das Werk sogar ganz unterhaltsam war. Es gibt Verschwörungen, Verrat, viele Anspielungen an andere Werke und Mythen, Geisterbeschwörungen und Erscheinungen und massenhaft dramatische Monologe. Klingt anstrengend, ist es auch, aber wenn man sich darauf einlässt, ist die Geschichte spannend und teilweise sogar amüsant. Wenn man sich dann noch mit ein paar Hintergrundinformationen beschäftigt merkt man erst, wie viele Gedanken eigentlich hinter den 106 Seiten des gelben Reclam Büchleins stecken (was auch zu erwarten ist, immerhin konnte der Autor 15(!!!) Sprachen fließend sperchen) Hätte ich das Buch außerhalb meines Studiums gelesen? Wahrscheinlich nicht, aber ich bin froh, dass ich es getan habe.
Es war eine Qual dieses Buch zu lesen aber ich musste es dennoch tun. Manchmal wünschte man sich man selbst wäre erdolcht worden und nicht Leo Armenius.
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