Die Morgenthau-Legende ist ein interessant und kurzweilig geschriebenes Geschichtsbuch für die Zeit kurz vor Ende des NS bis zur Gründung der BRD. Im Mittelpunkt steht die Deutschlandpolitik der USA und wie die verschiedenen Interessengruppen mit dem Wissen um die Shoa umgehen. Herausgearbeitet wird, wie Henry Morgenthau jr. die Deutschen mitnichten in einen Kartoffelacker verwandeln wollte, sondern die Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft im NS zum Thema machte. Beschrieben wird die Entwicklung von Plänen zur Dekartellisierung deutscher Firmen, der Verkleinerung von Firmen die Kriegsindustrie betrieben und Industriebosse für die Shoa mit zur Verantwortung zu ziehen. Es wird schön nachgezeichnet, wie sukzessive von Plänen Abstand genommen wurde den Großmachtbestrebungen Deutschlands ein für alle mal ein Ende zu setzen. Erstmal in die Hände der Deutschen gelegt, konnte die sog. Entnazifizierung nur scheitern, denn schnell wurden alle zu Opfern des Diktators Hitler. Bekanntermaßen blieben uns die alten NS-Eliten erhalten und kam Deutschland mehr als glimpflich davon. Wer sich für die Deutschlandpolitik der USA interessiert, findet das Buch sicher spannend, zumal es auch ein sehr untrocken geschriebenes Buch ist, was bei deutschen Geschichtsbüchern nicht so oft der Fall ist.