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Kyria & Reb #1

Bis ans Ende der Welt

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Das Vereinigte Europa im Jahr 2125 ist eine Welt der kompletten Überwachung. Das geschieht nur zum Besten der Bürger, sagt Kyrias Mutter, eine hochrangige Politikerin des perfekt gesteuerten Systems New Europe . Doch die 17-jährige Kyria möchte endlich erfahren, wie es ist, sich frei zu fühlen. Als sie in Reb, einem jungen Rebell aus dem Untergrund, einen Verbündeten findet, fliehen die beiden auf abenteuerliche Weise aus New Europe und gelangen in ein fernes Reservat. Dort haben sich die Menschen ein bäuerliches Leben wie in längst vergangenen Zeiten bewahrt. Doch schon bald sind die Verfolger Kyria und Reb auf der Spur. Und das ist nicht die einzige Gefahr, denn alle, die sich der Macht von New Europe entziehen, werden von künstlich ausgelösten Seuchen bedroht. Auch Kyria gerät in den Verdacht, die friedliebenden Menschen des Reservats mit einer Masernepidemie zu vernichten. Zum Glück hat Kyria Freunde an ihrer Seite und einen jungen Rebellen, der ihr Herz berührt...

384 pages, Gebunden

First published February 9, 2012

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About the author

Andrea Schacht

103 books32 followers

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
101 (24%)
4 stars
167 (39%)
3 stars
101 (24%)
2 stars
33 (7%)
1 star
17 (4%)
Displaying 1 - 30 of 50 reviews
Profile Image for Tina [kupfermuenze].
255 reviews14 followers
December 30, 2017
Mein letztes, beendetes Buch 2017. Was bin ich zufrieden mit meiner Jahres-Lesestatistik! 💕
Profile Image for Steffi.
3,278 reviews182 followers
September 4, 2015
Zu Beginn fand ich das Buch eigentlich ziemlich spannend, vor allem die Welt war interessant. Hier hätte ich mir manchmal aber noch ein paar mehr Infos gewünscht.

Leider hat die Handlung kaum Entwicklung und die Geschichte dümpelt ohne echte Höhepunkte vor sich hin. Viele Wendungen konnte man sich schon lange denken und es passiert absolut nichts unerwartetes. Zum Ende hin fand ich das Buch extrem langweilig.

Die Charaktere blieben mir viel zu blass und ich konnte auch keine Verbindung zu Kyria und Reb aufbauen. Die Liebesgeschichte ist bei mir auch nicht wirklich angekommen.

Der Schreibstil war einigermaßen flüssig zu lesen. Weiterlesen werde ich die Reihe wohl nicht.
Profile Image for Anorielt.
464 reviews49 followers
February 29, 2012
Erster Satz: Über den großen Wandbildschirm liefen im Halbdunkel schreiende Menschen.

Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich mich bei diesem Buch nicht vom Titel abschrecken lassen, der wirklich sehr an die Cassia&Ky Reihe vom Fischerverlag erinnert. Trotzdem sagte mir mein Gefühl das ich bei diesem Buch nichts falsch machen kann und es hatte wieder einmal recht. Wenn man es genau nimmt gibt es natürlich ein paar Parallelen zwischen den Reihen, da diese Dinge aber in vielen anderen Dystopien ebenfalls vertreten sind, ist mir das wirklich egal. Ich werde die Bücher auch nicht miteinander vergleichen da ich so etwas einfach unfair gegenüber der Bücher finde. Nur so viel: Das ist kein Abklatsch der Ally Condie Bücher!

Ich bin hellauf begeistert von diesem Buch. Die Welt hat sich verändert, Frauen führen die Gesellschaft an, besetzen die höchsten Positionen von NuYu. Männer spielen nur noch eine untergeordnete Rolle da die Frauen einiger ihrer Eigenschaften für gefährlich halten. Sie werden streng kontrolliert und überwacht, meistens ohne es zu wissen. Kontrolliert wird in NuYu aber jeder und zwar durch die sogenannten Id's. Auf ihnen werden alle wichtigen Daten gespeichert und zudem fungieren sie als eine Art Peilsender mit der man den Träger der Id schnell finden kann. Kyria gehört zu den Leuten die noch mehr überwacht werden als der Rest der Bevölkerung, denn sie hat einen lebensgefährlichen Gendefekt der jeder Zeit zu ihrem Tod führen kann, genauso wie damals bei ihrem Vater. Ihre Mutter packt sie in Watte, belügt sie, hintergeht sie, alles um sie zu beschützen. Kein Wunder also das Kyria, als sie erfährt das sie nur noch 3 Wochen zu leben hat, beschließt lieber in Freiheit als in Gefangenschaft zu sterben.

Zusammen mit dem Rebellen Reb, den sie erst vor kurzem kennengelernt hat, macht sie sich auf in ein weit entferntes Reservat um fortan bei ihrere Freundin Hazel zu wohnen. Doch während dieser Reihe erfährt sie Dinge von denen sie niemals gedacht hätte das es sie gibt und kommt hinter Wahrheiten die ihr den Boden unter den Füßen wegziehen.

Der Weltenaufbaue der Geschichte gefällt mir ausgesprochen gut. NuYu ist genau so wie ich es mir vorgestellt habe, kontrolliert, fortschrittlich und viel zu clean. Alles wird kontrolliert, viele Dinge werden einfach verschwiegen, verdreht oder vollkommen falsch dargestellt. Die Reservate aber... die haben es mir wirklich angetan. Dort lebt man noch wie wir es gewohnt sind, wenn vielleicht auch ein bisschen weiter zurück geblieben. Niemand wird kontrolliert, Fremde werden freundlich aufgenommen und das Leben ist zwar hart, aber glücklich. Also völlig anders wie man am Anfang des Buches aufgrund einiger Aussagen noch denkt.

Kyria ist auch alles andere als zart. Sicher, am Anfang des Buches bekommt man von ihr nocht oft zu hören "Ich kann nicht", "Ich will nicht" weil sie mit der ganzen Situation komplett überfordert ist und ihr Weltbild aus den Fugen gerät. Dennoch verliert sie ihre große Klappe und ihren scharfen Verstand nicht nachdem sie außerhalb der behüteten Mauern ist, sondern bietet Reb immernoch Paroli. Im Laufe des Buches entwickelt sie sich auch weiter. Sie jammert nicht mehr sondern packt hart mit an, nimmt die Dinge selbst in die Hand und weiß eine Tastatur gekonnt zu schwingen (jene die das Buch gelesen haben wissen welche Stelle gemeint ist). Zusammen mit Reb sorgt sie immer wieder für witzige Wortspiele und Momente bei denen man einfach lachen muss.

Die Romantik hat hier nur einen kleinen Anteil. Sie steht nicht im Mittelpunkt der Geschichte, sondern plätschtert leise nebenher und rundet das Gesamtbild ab. Ich fand die Liebesbeziehung schön, auch wenn die Dinge erst gegen Ende des Buches konkrete Formen angenommen haben, doch ich finde einfach das Kyria und Reb zusammenpassen. Wie sagt man? Was sich liebt das neckt sich und das tun die beiden wirklich zu genüge.

Sicher ist das die Welt die sich die Menschen erschaffen haben alles andere als perfekt ist und es einige Dinge gibt die aufgedeckt werden müssen. Wie weit diese reichen wird sich wohl im Laufe der Reihe herausstellen. Ich jedenfalls bin gespannt darauf wie es weitergeht, welche Geheimnisse und Verschwörungen aufgedeckt werden und natürlich wie es mit Reb und Kyria weitergeht.

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Fazit
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Ein absolut gelungenes Buch mit einem interessanten und vielschichtigen Weltenaufbau, tiefgründigen und liebenswerten Charakteren und einer Geschichte die einen komplett fesselt. Da kann man nur hoffen das Band 2 nicht zu lange auf sich warten lässt.
Profile Image for Esme.
213 reviews10 followers
August 20, 2012
Andrea Schacht tanzt auf vielen Hochzeiten: historische Romane, Katzenkrimis und jetzt mischt sie auch noch mit Kyria & Reb bei den Young Adult Dystopien mit. Da die meistens eben amerikanisch sind, könnte die deutsche bzw. europäische Sicht ganz erfrischend sein. Ist es aber nicht, denn alles ist wie gehabt, nur nach Europa verpflanzt, in diesem Fall New Europe, genannt NuYu.

Kyria, achtzehnjährige Ich-Erzählerin, gehört zur Elite des Landes und leidet an einem Gendefekt, an dem sie bald sterben wird. Gemeinsam mit Reb macht sie sich auf den Weg in die Reservate. Die Gesellschaft übt Kontrolle durch totale Überwachung aus. Jeder Bürger hat eine ID um den Arm gebunden, auf dem alle seine persönlichen Daten gespeichert sind und mit der auch bezahlt werden kann, außerdem werden damit die Lebenszeichen des Trägers übermittelt. Der gläserne Bürger ist also hier die gesellschaftliche Realität. Das funktioniert auch ganz gut, weil das Leben für die meisten sehr bequem und wohlgeordnet ist.

Die dystopische Welt ist trotzdem nicht wirklich gut durchdacht. Wir befinden uns im Jahr 2125. Und die Veränderungen begannen 150 Jahre zuvor. 1975 ergibt insofern Sinn, weil Alice Schwarzer als Symbolfigur für die neue Ordnung eine große Rolle zukommt. In jenem Jahr starben durch eine Panepidemie (Mumps) ein Drittel der Bevölkerung und die Frauen nahmen den Wiederaufbau in die Hand. Es herrscht ein Matriachat. La Capital ist das ehemalige Frankfurt am Main und die Reservate, die Kyria und Reb aufsuchen, befinden sich in Frankreich. Trotzdem kollidiert dieser Gesellschaftsentwurf mit der gegenwärtigen Realität.

Kyrias Mutter ist Ministerin, die Polizei werden Amazonen genannt, Männer werden durch Medikamente verweichlicht und schwammig. Aber Konkretes über die Politik erfährt man nicht, obwohl dies ein ganz entscheidener Punkt für die Handlung ist. Ironischerweise sind die Geschlechterrollen in den Reservaten wieder genau umgekehrt. Und die Argumentation auf beiden Seiten erfolgt mit denselben Stereotypen.

Die Personen sind allesamt blasse, austauschbare Schablonen. Reb, der Rebell, ist nur ein Papiertiger. Kyria eine elitäre Zicke und das ändert sich, trotz gegenteiliger Behauptungen, bis zum Schluß nicht. In den Reservaten muß sie zwar mal den Abwasch machen und Tiere füttern, aber ihre Arroganz legt sie nicht ab. Sie hat das typische Verhalten eines Menschen mit äußerlicher Schönheit und wegen einer Krankheit verhätschelt wurde. Die Dialoge zwischen den Beiden sind so ein Schlagabtausch, der wohl als Neckereien unter Liebenden durchgehen soll. Wirkt aber total künstlich und albern.

In der Handlung verzettelt sich die Autorin auch. Zuviele Themen werden angerissen und wieder fallen gelassen: Überwachung und Einschränkung der persönlichen Freiheit, medizinischen Machenschaften mit Viren, Sabotageakte und Vergeltungsschläge. Verschwörungen, die nach Fünf-Freunde-Art aufgeklärt werden. Meistens geht es um das Verhältnis von Vätern und Söhnen und Müttern und Töchtern. Heraus kommt eine halbgare Mischung, die nichts von alldem befriedigend zu erzählen vermag. Der Schreibstil ist sehr einfach, wechselt zwischen kindisch und sachbuchtrocken.
Profile Image for Nadine.
739 reviews103 followers
February 12, 2012
Kyria lebt in NuYu, New Europe, im Jahr 2125, in einer Welt, in der die Frauen regieren und Männer nur nett anzusehendes Beiwerk sein sollen. DIe Einwohner werden komplett überwacht. Sie erfährt, dass sie einen Gendefekt von ihrem Vater geerbt hat und entflieht ihrer gewohnten, beengenden Welt, um die letzten Wochen bei einer Freundin zu verbringen. Sie wird begleitet von Reb, dem sie im Heilungshaus geholfen hatte und der sich jetzt revanchieren will.

Die Geschichte klang so vielversprechend und ich hatte voll Enthusiasmus begonnen, das Buch zu lesen. Die Geschichte an sich hat mir auch recht gut gefallen, eine spannende Vision auf ein zukünftiges Europa. Und dann eine Dystopie einer deutschen Autorin, ich war gleich Feuer und Flamme. Die Welt, in der Frauen die mächtigen Positionen besetzen, nachdem man festgestellt hatte, dass Männer auch in der Politik zu Gewalt und Machtgebaren neigen, ist auch wirklich interessant und spannend, ich hoffe, in den Folgebänden wird man noch mehr über die Gesellschaft erfahren.

Zu den Personen: Kyria macht eine recht deutliche, wenn auch sehr stereotype Wandlung durch, vom verwöhnten weinerlichen Stadtkind bis zur gebräunten jungen Frau, die sich nicht zu schade ist, Schweine zu füttern und den Abwasch zu machen. Sie war mir recht sympathisch, die Wiederholung und Betonung ihrer Wandlung wurde allerdings schnell störend. Reb wurde mir im Verlauf der Geschichte zunehmend unsympathischer. Die beiden als Paar waren mir herzlich egal, muss ich gestehen. Das neckische Geplänkel zwischen den beiden Titelhelden wirkte auf mich aufgesetzt und choreografiert, ich hatte auch leider nie das Gefühl, dass es zwischen den beiden so etwas wie Magie gibt.

Die Sprache (etwas gestelzt bei den priviligierten Bewohnern von NuYu
und sehr umgangssprachlich bei den gesetzlosen Rebellen) wirken auf mich jeweils unnatürlich und es fallen immer wieder seltsame Formulierungen auf. Auch wirken viele Dinge, die die Frauenherrschaft unterstreichen sollen, irgendwie künstlich und zu wohlüberlegt. Wie der mehrfach erwähnte "Alice-Schwarzer-Platz".

Ich denke, wenn ein Leser mehr Zugang zu den Protagonisten findet, kann das Buch wirklich gut unterhalten, für mich war es leider recht enttäuschend. Oder um es mit der Protagonistin zu sagen: "Doofe Gefühle beutelten mich." (S. 155)
Profile Image for Minni.
187 reviews2 followers
September 7, 2018
Meine Gefühle zu diesem Buch sind widersprüchlich. Ich mochte die Welt in der man sich befindet, aber diese wurde viel zu wenig erklärt, als dass ich sie hätte verstehen können.
Kyria ist eine voreingenommene, naive Sexistin und das hat sich im gesamten Buch auch nicht geändert.
Reb ist das, was er eben sein soll, der perfekte Gegenpart zu Kyria. Er fordert sie heraus, macht sich durch spöttische Bemerkungen und Beleidigungen interessant. Tell you what, ein Kerl der so ist, ist nicht interessant, sondern einfach nur erbärmlich.
Die anderen Charaktere sind so austauschbar wie eh und je. Keiner wird näher beschrieben.
Es gibt keine Tiefe, nichts bei dem man wirklich in das Buch abtaucht.
Die Handlung ist interessant, jedoch eher langsam, dafür dass so wenig beschrieben wird.
Mit dem Schreibstil kam ich absolut nicht klar, er war mir viel zu kindisch, dafür dass die Protagonisten schon über 18 sind.
Alles in allem bin ich eher enttäuscht und nicht wirklich gespannt auf den zweiten Teil.
Profile Image for Leyla.
65 reviews14 followers
August 4, 2012

Meine Meinung
Ich muss sagen, dass ich etwas anderes erwatet hatte. Aber was dieses Buch bietet, hat mir dann doch schon sehr gefallen. Wie in vielen Dystopien wird auch hier die Welt von einem System kontrolliert. Diesmal spielt sich einiges in New Europe (NuYu) ab, Europa im 22. Jahrhundert, keine patriarchalische (Männer-)Gesellschaft, sondern eine matriarchalische (Frauen-)Gesellschaft. Heißt Männer sind nur zum Putzen da, Männer sind nur zum Vergnügen da, das 'bessere' Geschlecht ist anscheinend die Frau. Ein wenig hab ich gebraucht, um umzudenken, aber konnte dann bald mitkommen. Um NuYu liegen die Subcultura, Gegenden, die man meidet, und die Reservate, die auch von Touris besucht werden.
Anscheinend ist Kontrolle das oberste Gebot in dem System. Es ist nicht zu high-tech, aber doch weiterentwickelt, man merkt, dass Schacht weiß, wovon sie spricht. Die Frauen haben jetzt das Sagen und werden im Buch ausgenommen kontroll-bessesend und oft überfürsorglich dargestellt. Dabei tragen die Electi - die hohe Schicht des Volkes - Tuniken, und sonst ist gleichermaßen alles an die Römer angelehnt. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch U-Bahnen und Autos gelten als veraltete Fahrzeuge.

In dieser behüteten und überwachten Welt lebt Kyria als "Gendefekte" und erwartet jeden Moment sterben zu können, obwohl sie 17 Jahre schon ihrer Krankheit getrotzt hat. Doch dann steht fest, sie wird sterben - sie will ein einziges Mal frei sein. Nicht von ihrer Mutter, einer hochangesehenen Politikerin, beaufsichtigt werden, nicht von den Ärzten bemitleidet werden, nicht gesellschaftlichen Verpflichtungen ausgesetzt sein.
Als sie Reb trifft - einen Ausgestoßenen, der in der Subcultura lebt -, beschließt sie, mit ihm zu fliehen. Widerwillig nimmt Reb sie mit und zusammen schaffen sie es bis zu einer alten Freundin, aber Seuchen in der Subcultura und den Reservaten verbreiten sich und Kyria kriegt das Gefühl, das so einiges mit ihr persönlich zutun haben, denn je mehr Reb und sie über die Geheimnisse von NuYu mitbekommen, desto gefährlicher wird es.

Kyria konnte ich gut leiden. Ihr ganzes Leben behütet, ist sie trotzdem ein starkes Mädchen geworden, das einige Kritik an ihrer Welt übt. Sie wollte schon immer ohne Überwachung leben, ohne die Gefahr ihres Todes der nun sicher scheint - darum flieht sie in die verheißende Freiheit. Kyria ist nicht der romantischste Mensch und ist eher der Durchhalte-Typ, der sich nichts anmerken lässt. So entschlossen sie auch ist, eckelt sie sich trotzdem, da vieles in der Außenwelt nicht so hygienisch ist, wie in New Europe. Mit viel muss Kyria nun klar kommen und sich an die andere Gesellschaftsform anpassen, was ihr auf keinen Fall leicht fällt. Aber sie will es und durch ihre Beharrlichkeit schafft sie es auch. Und trotz iher Umstellung ist sie als Hauptprotagonistin sich selbst immer treu geblieben.

"Aufgeschlossen ist nicht das Wort, das ich auf sie anwenden würde. Sie ist stur, abweisend, beleidigend, wenn auch manchmal ziemlich witzig."
Ich sah Reb mit zusammengekniffenen Augen an.
Genau so hatte ich ihn auch für mich beschrieben.
"Ja, Reb, sie ist Ihnen ähnlich. So, und nun überlasse ich euch euren Zankereien." (S. 95)

Dieses Zitat beschreibt Kyria und Reb einfach perfekt :D Auch Reb(ell) ist eben nicht sofort der süße, gut aussehende Typ, dem sie auf der Stelle verfällt. Kyria hat zwar ein Faible für ihn, aber seine ruppige Art bringt Kyria nicht unbedingt dazu, ihn gleich zu mögen. So entstehen mit viel Sarkasmus geführte Dialoge, die oft gar nicht mehr aufhören, weil keiner von beiden den Schlagabtausch verlieren will^^ Ich mochte Reb auf der Stelle, als Ausgestoßener hat er sich durchgekämpft und das bewundern sowohl ich, als auch Kyria an vielen in den Reservaten. Seine Authentizität (wow, das ist genauso schwer zu schreiben, wie zu lesen! ;), dass er immer rebellisch handelt, sich nicht verarschen lässt und trotzdem Kyria hilft, das alles konnte ich bei ihm vollkommen nachvollziehen. Für mich ist er die am best ausgearbeitetste Person im Buch =)

Das Buch ist aus Kyria's Sicht (Ich-Form) geschrieben, da man verstehen soll, wie anders ihre Welt ist. Manchmal war mir jedoch der Schreibstil ein wenig zu sachlich. Dadurch konnte ich oft nicht ganz ihre Gefühle fassen und Kyria's Handlungen nicht immer folgen. Trotzdem verwendet die Autorin eine Jugendsprache, die zur Geschichte gehört. Dass das Buch im Original-Deutsch ist bemerkt man sogar an einigen Stellen. Ich habe das Buch eigentlich in ein paar Tagen durchgehabt und konnte es sehr flüssig lesen. Besonderes gibt es am Schreibstil aber nicht.

Mein ganzes Leben lang war ich behütet worden. Reisen waren für mich nie infrage gekommen, meine Freunde hatte ich mir nicht aussuchen dürfen.
Drei Wochen lang war mein Vater gestorben. Vielleicht blieben mir vier, weil ich jünger war als er damals, als die Krankheit bei ihm ausgebrochen war.
Leben ist zäh, hatte Reb gesagt.
Aber auch endlich.
Vier Wochen - nur für mich.

Die Flucht und Reise von den beiden ist der Kernpunkt und sehr spannend gestaltet. Irgendwie war es mir anfangs ein wenig zu schwammig, wie unsere Hauptprotagonisten zusammen finden, aber okay^^ Alle Leute, die sie treffen, tragen zu ihren Erlebnissen bei und macht die Geschichte erst zu einem Abenteuer. Was ich dagegen schade fand, dass wir nicht so genau erfahren, wie es kam, dass NuYu entstand und was mit den anderen Kontinenten los ist. Oder ich find es einfach interessanter als andere - kann auch sein ;) Obwohl - ab & zu ist doch noch von Amerika die Rede. Vielleicht kommt im nächsten Band mehr? Über den konnte ich übrigens nicht viel finden =/

Die Liebesgeschichte steht eindeutig im Hintergrund und setzt erst spät ein. Kitschig war eszu keinem Zeitpunkt und Zärtlichkeiten werden wennschon nur zum Ende hin und auch dann nicht im Überfluss ausgetaushct. Das war anders als ich erwartet hatte, immerhin: "Kyria & Reb", aber es sollte eher "Kyria's Flucht (aus NuYu)" oder so heißen - mein Empfinden^^ Es geht einfach hauptsächlich nicht um die beiden, sondern um der beiden Flucht. Also. Nicht viel Romantik, nicht viel Kitsch, nur ein wenig Rumgeknutsche - fand ich das schlecht? Nö, überhaupt nicht. Es war schön erfrischend und angenehm, dass die Handlung nicht von der achso außergewöhnlichen super-mega-süßen-tollen Liebesgeschichte weggedrängt wurde, sondern immer noch im Mittelpunkt stand und die Spannung eindeutig noch da war und viele Rätsel noch gelöst werden müssen.

Im zweiten Abschnitt geht es andererseits ein bissel langweilig zu, was hauptsächlich daran liegen könnte, dass in dieser Zeit Reb nicht präsent ist. Ich hab ihn einfach so schnell lieb gewonnen mit seinem flegelhaften Verhalten ;P Vorwiegend erzählt Kyria dann vom Leben auf dem Land in den nördlichen Reservaten (Bretagne & England), wo sie jetzt bei Hazel, ihrer alten Freundin, und deren Familie untergekommen ist. Das war zwar auch interessant, aber Reb kam erst wieder so spät ;) Dann spitzt sich die Lage zu und wie der ganze Plot, war auch der Abschluss ganz anders als erwartet, aber gut und teilweise befriedigend, obwohl die meisten Sachen noch gar nicht geklärt wurden. Jetzt will ich Gewissheit, wann der zweite Band kommt, oder wann er denn fertig ist! In dem Ink-Interview sagt Andrea Schacht: "Die Fortsetzung des Romans ist gerade in Arbeit" Also dürfen wir erst nochmal warten =O

Mein Urteil
Ich sage es nochmal - ich habe eindeutig etwas anderes erwartet! Aber ich wurde überrascht, unzwar positiv =D Es kommt nicht viel Romantik, nur angenehme Verliebtheit, aber die Reise, das Abenteuer, von Kyria & Reb führt die beiden weit und man ist begierig zu erfahren, was es als nächstes für Geheimnisse von der Welt 2125 gibt. Andrea Schacht hat es geschafft, dass "Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt" eine Mischung aus Abenteuer, Witz, 'naher' Zukunft, einer Prise Liebe und Geheimnissen geworden ist. Ein wenig zu sachlich und manche zu abgehärtete Charaktere, die aber noch zu überzeugen wussten ;)
Profile Image for Stefanie Hasse hisandherbooks.de.
726 reviews217 followers
December 10, 2012
Zitat:
"Meine Welt, in der harmonisches Miteinander höchstes Gut war, in der Ästhetik und Sauberkeit, Höflichkeit und Gesundheit die größten Werte darstellten, in der Konflikte durch Gespräche gelöst wurden, in der man Kultur und Tradition pflegte, Recht und Ordnung herrschten."
(S. 79)

Inhalt:
Die große Seuche hat die Bevölkerung um die Hälfte reduziert, die Zeit des Wiederaufbaus hat sie noch weiter dezimiert.
Heute herrschen Frauen anstelle der Männer, die für das damalige Unglück verantwortlich gemacht werden. Die Angst vor Seuchen führt zu einer Über-Überwachung. Die schlimmste Strafe ist der Entzug der Identität, die Id-losen Civitas werden zu Subcults.

In der Hauptstadt La Capitale, dem ehemaligen Frankfurt/Main lebt die kranke Kyria völlig überbehütet. Nach einem Unglück an ihrem 18. Geburtstag trifft sie im Heilungshaus auf den Rebellen Reb, der aufgrund seiner fehlenden Id nicht behandelt wird. Kyria kümmert sich darum.

Am nächsten Tag belauscht Kyria ein Gespräch, das alles verändert. Ausgerechnet Reb steht ihr in diesem Moment zur Seite und er verspricht ihr zu helfen.

Eine spannende Zeit außerhalb des Cocoons der Hauptstadt beginnt...

Meinung:
Schon auf den ersten Seiten wurde ich mitten in Kyrias Leben gesogen. Ohne große Erklärungen schildert die Autorin aus Kyrias Perspektive ihren 18. Geburtstag. Viele Seiten lang versuchte ich, die Welt von La Capitale und die dortigen Strukturen zu entschlüsseln, wurde dann aber von späteren Antworten wieder in neue Richtungen gedrängt. Durch diese Art des Schreibens konnte mich Frau Schacht aber sehr neugierig machen, mit dem häppchenweisen Servieren grundlegender Details hielt sie mich bei Laune und ich konnte das Buch kaum zur Seite legen.

Ich muss sagen, dass mir die Hauptprotagonistin Kyria nicht von Anfang an wirklich sympathisch war. Vielleicht liegt es daran, dass sie von vornerein Zweifel am System hegt (was bei den meisten dystopischen Welten nicht der Fall ist), aber dennoch nicht versucht etwas zu unternehmen oder es sich schönredet. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto stärker wurde meine Bindung zu ihr.
Kyria ist zu Beginn völlig überbehütet, überbeschützt und "fern von der Realität" und bekommt doch in kürzerster Zeit eine klare Sicht auf die Dinge. Sie lernt zu fokussieren, was wichtig ist und steht Neuem (anfangs zwar etwas zögerlich, später immer schneller) offen gegenüber. Stellenweise kam sie mir etwas emotionslos vor. Ich kann es kaum benennen. Dafür trafen mich ihre Gefühle aber an den richtigen Stellen umso mehr. Kyria erlebt von Wut, Hass, Enttäuschung, Hoffnung, Verliebtheit, Liebe wirklich alles und wird so zu einer starken, unabhängigen Persönlichkeit.

Dies verdankt sie größtenteils Reb, dem Rebellen, dessen Vergangenheit gleich einem Krimi Zug um Zug von Kyria aufgedeckt wird. Reb ist selbstbewusst, versucht, nichts an sich heranzulassen. Er hat gute Gründe für sein Verhalten, eckt bei anderen aber sehr oft an. Er hat viele Talente, die ihm außerhalb der Gesellschaft von Nutzen sind.

Wo Männlein und Weiblein den Buchtitel zieren, darf eine Liebesgeschichte natürlich nicht fehlen. Sie entwickelt sich aus der anfangs doch recht schwierigen Beziehung zwischen Kyria und Reb sehr zögerlich, jedoch vorhersehbar. Positiv zu erwähnen gilt, dass sie den Plot nicht am Vorankommen hindert, sondern diesem eher Auftrieb verleiht.

Frau Schacht hat in "Kyria & Reb" eine faszinierende Zukunftsvision geschaffen, deren Ursprung aber in unserer Vergangenheit liegt, was mich anfangs sehr irritiert hat. Die neue Welt "New Europe", kurz NuYu, ist von Frauen regiert. Männer agieren auf den untersten Ebenen, sind höchstens schmückendes Beiwerk der Frauen. Anfangs hat mich beispielsweise das "Schönheitsideal" der dortigen Männer irritiert, aber die Autorin löste auch dies mehr als zufriedenstellend und logisch auf.
Somit muss ich sagen, dass "Kyria & Reb" sehr gut durchdacht ist, ich aber dies gleichzeitig etwas revidieren muss, weil ich oftmals das Gefühl hatte, auf "unlogische" Stellen zu stoßen. Es waren immer Kleinigkeiten, daher sparte ich mir ein Zurückblättern und eine umfangreiche Suche, jedoch geriet mein Lesefluss ab und an ins Stocken.

Der Schreibstil ist flüssig, einfach und sehr schnell zu lesen. Die zu Beginn als störend empfundene Überzahl an englischen oder spanischen Begriffen (für eine Geschichte, die im zukünftigen Frankfurt/Main spielt!) wurde später einigermaßen logisch erklärt. Dennoch war mir "Princess" in jeder von Rebs Ansprachen an Kyria irgendwann über. Vielleicht lag das aber auch an der vielen wörtlichen Rede insgesamt. Auf diese Weise wurde dem Leser vieles "aus erster Hand" vermittelt, was ansonsten in Form von Erinnerungen dargestellt wird.

Durch die humorvollen Kabbeleien zwischen den Protagonisten konnte die Autorin bei mir zusätzlich punkten. Kyrias Entsetzen über die Hygienestandards außerhalb der Stadt oder den Fortbewegungsmitteln im Reservat taten ihr übriges.

Der Spannungsbogen gleicht einem Hügellauf. Viele spannende oder "schicksalhafte" Situationen werden von entspannenden Phasen abgelöst. Die Autorin hat ihr dystopisches Werk mit "Krimi-Elementen" versehen. Ich sammelte gemeinsam mit Kyria Indizien, puzzelte einzelne Tatsachen zusammen, ehe ich mir ein Gesamtbild verschaffen konnte.
Insgesamt gesehen stieg mein Interesse kontinuierlich, sodass ich nach dem doch recht offenen Ende sehr neugierig auf die Fortsetzung bin.

Urteil:
Mit "Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt" hat Frau Schacht eine interessante Welt erschaffen, die im Gesamten sehr gut durchdacht ist. Liebenswerte Protagonisten und Nebencharaktere runden die Grundidee und den ereignisreichen Plot ab. Gemischt mit humorvollen Einlagen ergab dies wunderbare Lesestunden. Lediglich die Sprache und kleine Logikfehler verhindern eine Auszeichnung mit Höchstpunktzahl. Daher gibt es von mir sehr gute 4 Bücher.

Es ist ein Must-Read für alle Frauen, die immer wissen wollten, was passiert, wenn sie an der Macht wären. Utopie? Lest es selber und lasst euch von dem spannenden Auftakt dieser dystopischen Trilogie mitreißen.

Die Serie:
1. Bis ans Ende der Welt
2. Die Rückkehr
3. ?
Profile Image for Jan (lost pages).
291 reviews62 followers
September 19, 2013
Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 2125. Die 17-jährige Kyria lebt in New Europe in einer technisierten Welt, die unter ständiger Überwachung steht. Ihr einst behütetes Leben gerät aus den Fugen, als ihr eröffnet wird, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird. Den Drang in sich noch einmal völlig frei zu sein, entflieht sie dem strengen System und schließt sich dem Rebellen Reb an, der sie aus New Europe führt. Auf einem Stück Land in den Reservaten findet Kyria Unterschlupf - hier läuft das Leben noch auf altertümliche Art ab. Doch die ruhige Stimmung wird getrübt, als ein gefährliche Seuche unter den Menschen ausbricht. Hat die Regierung von New Europe ihre Finger im Spiel?

Meinung:
"Kyria & Reb" - wo fange ich hier am Besten an? Das Cover ist wunderschön! Zur Abwechslung mal kein hübsches Weibchen darauf zu finden, dafür aber ein tolles Motiv, untermauert mit wunderschönen Farben! I like!

Es ist immer toll, gleich positiv anzufangen. Glaubt mir, ich würde auch am Liebsten damit fortfahren, doch leider kann ich dem Buch sonst nicht mehr viel Gutes abgewinnen.

Direkt der Einstieg war unsagbar schwer für mich, was zum Großteil an dem Stil liegt. Viel zu abgehackt, viel zu kalt. Ich bin unglaublich langsam vorangekommen. Die Gespräche der Personen sind oft so "unpersönlich" abgelaufen. Nach dem Motto: "Wie gehts?" "Gut und dir?" "Auch!". So kurz und ungebunden - ich war echt nicht begeistert. Ich brauchte ungefähr die Hälfte des Buches, um mich einigermaßen daran zu gewöhnen und selbst danach bin ich kein Fan geworden.

Nächstes Problem: Kyria! Kein Draht, keine Verbindung, kein Nichts. Sie war mir weder sympathisch noch unsympathisch - sie war mir schlichtweg egal. Entscheidungen die sie trifft? In meinen Augen nicht nachvollziehbar! Warum verlässt sie ihr Zuhause, in dem es ihr wirklich nie schlecht ergangen ist? Sie weiß ja schon etwas länger, dass sie schwer krank ist. Einfach mal eben abhauen, es muss ja schließlich etwas passieren - einen Grund geben, der die Handlung voranbringt. Da trifft es sich natürlich sehr gut, dass ihr Reb begegnet - einen Jungen, den sie fast gar nicht kennt und der total fies zu ihr ist. Egal, einfach mal mit ihm gehen! Da darf es natürlich nicht fehlen, dass sie sich in ihn verliebt - so schnell und emotionslos wie ich es schon immer mochte. Reb als Gegenpol ist so der Bad-Boy, wie 100 vor ihm auch. Ich weiß, viele mögen diese Art Typ - mir sind sie persönlich zu bescheuert. Kann es nicht mehr von den normalen Jungs geben - warum immer gleich gemein und arrogant?

Die Beziehung der Beiden kann man eigentlich "noch" gar nicht als solche bezeichnen, auch wenn Kyria das wohl anders sieht. Reb ist den Großteil der Geschichte fast gar nicht da und taucht erst gegen Ende wieder auf. Da kann sich nichts Großes aufbauen und tut es auch nicht. Das muss ich dem Buch positiv anerkennen.

Auch der Weltentwurf ist für mich nicht überschaubar genug. Ehrlich gesagt hab ich das ganze System noch nicht durchschaut, was sich vielleicht mit der Fortsetzung ändert wird. Ein bisschen mehr Input hätte ich mir schon gewünscht und nicht allzu kompliziert verstrickt - denn gleich am Anfang hatte ich nur Fragezeichen im Kopf!

Die Handlung trödelt hauptsächlich vor sich hin. Kyria verbringt den Hauptteil der Geschichte auf einer Art Bauernhof und lernt so das "einfache" Leben kennen. Davon, dass die Regierung nach ihr sucht, merkt man nichts. Wirklich dramatisch wird es zu keinem Zeitpunkt und Spannung kann sich überhaupt nicht aufbauen. Als die Seuche ausbricht wird es ebenfalls keine Sekunde brenzlich für Kyria. Lediglich das Ende macht sogar neugierig auf die Fortsetzung - die ich bereits hier liegen habe! Unter anderen Umstände wäre die Dilogie auch sonst hier für mich beendet gewesen, so werde ich irgendwann bestimmt auch zu Teil zwei greifen. Im Regal sehen sie ja hübsch aus und ich bin neugierig, ob die Autorin es nicht doch besser kann.

Fazit:
Mit "Kyria & Reb" konnte mich Frau Schacht nicht überzeugen. Der Stil war mir die meiste Zeit zu kalt, zu abgehackt. Ebenfalls die Charaktere konnte mich nicht mitreißen. Kyria war mir schlichtweg egal - ihr Handeln in meinen Augen oftmals nicht nachvollziehbar. Reb ist wieder so typisch gestrickt, ich hätte ihn am Liebsten gewürgt und auf eine Benimmschule geschickt! Spannung? Gibt es so gut wie gar nicht. Der Weltentwurf? Entweder hab ich den nicht verstanden, oder es fehlte einfach an Informationen. Gute Gedanken - schlechte Umsetzung! Band 1 der Reihe kann ich nicht empfehlen.


Ich vergebe

4/10
Punkten
Profile Image for Jacquy.
435 reviews
February 8, 2017
Inhalt: Kyria ist die Tochter einer Ministerin und wächst sehr behütet auf. Auch deshalb, weil sie einen Gendefekt hat und der kleinste Zwischenfall die Krankheit auslösen könnte. Als sie erfährt, dass sie nur noch wenige Wochen zu leben hat, flieht sie zusammen mit Reb (einem Ausgestoßenen) aus dem Krankenhaus, um ein letztes Mal ihre Freundin Hazel zu treffen, die in den Reservaten außerhalb New Europes lebt. Mit Rebs Hilfe gelingt ihr die Flucht, doch die Einheimischen machen sie für den Ausbruch einer Masern-Epidemie verantwortlich.


Meinung:
Zuerst: wow. Ich liebe dieses Buch! Anfangs ist es etwas gewöhnungsbedürftig, weil man sich nicht so gut in Kyrias Leben reinversetzen kann. Sie ist sehr verwöhnt und kennt nur dieses Leben.
Das Buch ist zwar nicht durchgehend spannend, aber das muss es gar nicht. Auch ohne ständige Verfolgungsjagd oder so etwas ist es sehr interessant zu lesen.
An vielen Stellen fand ich es auch echt lustig; zum Grund dafür komme ich später.


Bei Büchern, die in der Zukunft spielen, finde ich es immer total interessant, was aus der Welt geworden ist.
Hier sind die Frauen an der Macht. New Europe wird von Frauen "regiert" und die Männer nehmen in etwa die Rolle ein, wie sie die Frauen vor einigen hundert Jahren hatten. Sie sind nur noch dazu gut, den Haushalt zu machen und einzukaufen.
Außerhalb von New Europe, in den Reservaten, gelten diese Regeln nicht. Dort sind Männer und Frauen nach wie vor gleichberechtigt und alle packen bei der Arbeit (die dort hauptsächlich auf dem Land und auf den Äckern stattfindet) mit an.
Die Technik ist zu dieser Zeit sehr hoch entwickelt. Alles wird von Maschinen gesteuert und ohne ID (siehe unten) kommt man überhaupt nicht zurecht. In den Reservaten wiederum ist das anders. Dort ist die Technik sogar etwas weniger entwickelt als zu unserer Zeit.

Als Kyria im Krankenhaus auf Reb trifft, sorgt sie dafür, dass sich jemand um ihn kümmert, obwohl er – ob freiwillig oder nicht – aus der Gesellschaft ausgetreten ist.
Jeder Bürger von New Europe trägt seine ID am Handgelenk. Sie enthält einen virtuellen Ausweis, einen Kredit und (sofern vorhanden) eine Fahrerlaubnis. Durch sie können die Bürger vom Staat überwacht werden, was sowohl positive als auch negative Aspekte hat.
Ohne ID jedenfalls hat man keinerlei Rechte, weshalb Kyrias Eingreifen nötig war.

Reb bringt Kyria zu den Subcults (so nennen sich die Menschen, die nicht länger dem Volk angehören). Es ist schwer für sie, da sie großen Luxus gewöhnt ist und dort nicht mal sauberes Wasser hat.

Charaktere:
Wie schon erwähnt ist Kyria ziemlich verwöhnt. Für sie ist es normal, dass sie sofort alles bekommt, was sie braucht. Dementsprechend ist es eine große Umstellung für sie, als sie erst auf der Flucht ist und dann in den Reservaten lebt, wo die Technologie längst nicht so fortschrittlich ist wie in NuYu (New Europe). Nach und nach lernt sie aber, sich anzupassen und schließt Hazels Familie, die sie bei sich aufgenommen hat, immer mehr ins Herz.

Reb ist schwer einzuschätzen. Er spricht nicht allzu viel und ist Meister darin, seine Gefühle zu verbergen. Trotzdem ist er ganz und gar nicht schüchtern. Er weiß was er hat und was er kann und gibt regelmäßig mit seinen Fähigkeiten – welcher Art auch immer – an.
Er nennt Mädchen grundsätzlich „Princess“, damit er sich keine Namen merken muss.

Die Beziehung zwischen Kyria und Reb ist… speziell. Sie sind beide dickköpfige Charaktere und natürlich gibt es Chaos, als sie zusammentreffen. Besonders durch Kyrias Verwöhntheit gibt es oft Streit. Ehrlich gesagt gibt es aber wenig, was mir so viel Spaß gemacht hat, wie diese Dialoge zu lesen.
Beide haben immer genau die richtige Antwort parat und die Gespräche sind einfach genial! ;-)

Fazit:
Ein sehr, sehr tolles Buch!
Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, was anderen daran nicht gefallen haben könnte.
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January 2, 2016
Zuerst dachte ich: Schon wieder eine Dystopie - aber daran vorbeigehen konnte ich dann auch nicht :)
Andrea Schacht zeichnet in "Kyria und Reb" eine Welt, die sich nur teilweise von der, wie wir sie kennen, unterscheidet. Das hat mir gut gefallen, da die Schauplätze nicht so abgehoben und komplett anders waren, als wir es gewöhnt sind.
In New Europe herrscht Fortschritt und Friede - zumindest auf den ersten Blick. An der Macht sind ausschließlich Frauen, Männer spielen mehr oder weniger eine Nebenrolle. Sie werden von Anfang an dazu erzogen, ruhig zu sein. Das wird teilweise sogar mit Medikamenten unterstützt. Dieses Thema aufzugreifen, hat mir sehr gut gefallen. Beispielsweise wird angedeutet, dass Männer dafür demonstrieren, den gleichen Lohn wie Frauen oder mehr Mitspracherecht zu bekommen. Überträgt man das auf die reale Welt, sieht es ja leider immer noch so aus - es aus der anderen Sichtweise beschrieben zu bekommen fand ich sehr interessant.
Natürlich wird auch in Nuyu überwacht - natürlich nur zur Sicherheit der Bewohner. Außerdem gibt es auch hier Verstoßene bzw. Aufständler. Hier unterscheidet sich das Buch nicht sehr von anderen Dystopien - was mich aber nicht gestört hat.
Neben New Europe gibt es das Reservat. Hier ist die Technik noch nicht sehr fortschrittlich - im Endeffekt ähnelt es unserer Welt. Den Unterschied hat Andrea Schacht sehr gut herausgearbeitet und den Kontrast so deutlich gemacht.
Zum Inhalt möchte ich nichts weiter sagen, um nicht jemanden etwas vorwegzunehmen :) Nur so viel: Einen Punkt Abzug gibt es für die Liebesbeziehung zwischen Kyria und Reb. Die beiden sind super sympathisch und wie der Titel schon verrät, geht es vor allem um die zwei. Allerdings kommen sie sich erst auf den letzten Seiten näher - und das ging mir dann doch fast ein bisschen zu schnell - für mich hätte das etwas ausgebaut werden müssen bzw. hätte es auch gereicht, wenn es im zweiten Teil weitergeht.
Die Sprache von Andrea Schacht ist wunderbar zu lesen. Einzig und allein die vielen - mir ungeläufigen - Namen sind machmal etwas verwirrend :) Das Buch ist in relativ kurze Kapitel eingeteilt, die zum Weiterlesen animieren. Schön ist auch, dass diese nicht nur nummeriert sind, sondern mit Überschriften versehen, die schon einen kleinen Einblick in das Kapitel geben.
Mir hat das Buch gut gefallen und ich werde auch die zwei anderen Teile lesen.
Profile Image for Vanessa Pätzold.
Author 1 book4 followers
November 30, 2016
Es ist recht verwirrend, dass diese Geschichte im ehemaligen Europa spielt, da die meisten Dystopien in Amreika platziert sind. Davon abgesehen, ist es auch ein wenig langweilig geschrieben und die Handlung sehr voraussehbar.
Dennoch werde ich auch den zweiten Teil lesen, da ich neugierig bin, wie die Story um Kyria und Reb endet.
Profile Image for Lena.
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July 29, 2014
Inhalt: 113 Jahre in der Zukunft…Kyria lebt in New Europe, kurz NuYu, einer Welt, in der Frauen das Sagen haben und die gesamte Gesellschaft kontrolliert wird. Von ihrer Mutter wird Kyria in Watte gepackt und auf Schritt und Tritt verfolgt, denn das Mädchen leidet an einem Gendefekt. Ihre Tage sind gezählt.
Während eines Krankenhausaufenthalts stößt Kyria auf Reb, einen rebellischen Jungen, der den Machenschaften des Staates trotzt und in den Subculturas ein gefährliches Dasein lebt. Als Kyria erfährt, dass sie in nur wenigen Wochen ihrer Krankheit erlegen wird, beschließt sie, der Gefangenschaft ihrer Mutter zu entfliehen und mit Hilfe von Reb in ein Leben in Freiheit zu gelangen. Auch, wenn es nur ein Kurzes ist…

Meine Meinung: Der Name des Buchs erinnert ein wenig an die Dystopie-Reihe der Autorin Ally Condie. Bis auf das Genre haben die beiden Reihen allerdings nur wenig gemeinsam. Während ‘Cassia & Ky’ mit ruhigen, teils poetischen Tönen von sich überzeugt, setzt Andrea Schacht in ihrem Reihenauftakt andere Akzente, die nicht weniger begeistern.

Ein klares Highlight in ‘Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt’ ist die dystopische Welt, die Andrea Schacht erschaffen hat. In New Europe sind es die Frauen, die über große Macht verfügen, wie selbstverständlich Stellungen in Führungspositionen einnehmen und von der gesamten Gesellschaft angebetet werden. So ist es auch eine weibliche Personifikation Gottes, die in NuYu verehrt wird. Männer bilden in der hier beschriebenen Zukunft eine Randgruppe, die sich ihr Ansehen hart erkämpfen müssen und niemals mit wichtigen Aufgaben beauftragt werden. Die technische Entwicklung ist weit fortgeschritten, dient aber im Großen und Ganzen nicht dem allgemeinen Fortschritt, sondern vielmehr einer Überwachung, die in Andrea Schachts Geschichte erschreckende und beklemmende Ausmaße angenommen und für mich einen besonders fesselnden und faszinierenden Aspekt innerhalb der Geschichte eingenommen hat.
Im starken Kontrast zu der hochrangigen Gesellschaft in NuYu stehen die sogenannten Subculturas, denen Reb angehört. Mitglieder dieser Gruppierungen haben nicht nur den technischen Errungenschaften der Zukunft abgeschworen, sondern wenden sich im Untergrund gegen die kontrollsüchtigen Machenschaften des Staates. Kurz zusammen gefasst haben sie das scheinbar sichere und behütete, jedoch überwachte Leben aufgegeben und sich stattdessen für immer andauernde Gefahr und das harte Überleben entschieden. Anhänger der Subculturas werden aufgrund ihres aufsässigen Verhaltens jedoch nicht minder überwacht und darüber hinaus für sämtliche Fehlfunktionen und Traumata in der Gesellschaft verantwortlich gemacht.
Die dystopischen Elemente in ‘Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt’ erzeugen reichlich Spannung und sorgen für einige gut konstruierte Wendungen. Doch im Laufe der Handlung entdeckt der Leser gemeinsam mit der Protagonistin Kyria, dass sich hinter dem angsteinflößendem Verhalten des Staates mehr verbirgt, als es zunächst den Anschein hat und begibt sich zusammen mit Kyria und Reb auf eine gefährliche und abenteuerliche Reise, die einige Überraschungen bereithält.

Anhand des Buchtitels kommt die Erwartung auf, dass die Liebe ein entscheidendes und großes Thema innerhalb der Geschichte einnimmt. Dem ist allerdings nicht so. Natürlich ist sie für den Handlungsverlauf nicht unerheblich und durchaus von Bedeutung, allerdings nimmt sie nur unterschwellig Raum ein und ist definitiv nicht der Hauptschwerpunkt des Buchs. Das stellt für mich allerdings alles andere als einen Kritikpunkt dar. Denn Andrea Schacht vereint in ihrer Geschichte so viele Themen miteinander, dass mit großer Sicherheit für jeden Geschmack der Leserschaft das Passende dabei ist.

Andrea Schacht konzentriert sich in der Handlung stets aus das Wesentliche, sodass in diesem Buch ausschweifende Nebenhandlungen kaum zu finden sind. Situationen, die für die eigentliche Hauptthematik wenig oder gar nicht von Belang sind, werden in angenehm kurzen Passagen erzählt, sodass die Geschichte nur sehr selten an Spannung verliert. Die Autorin scheint stets darauf bedacht, die Handlung voranzutreiben und die Interessen des Lesers nicht aus den Augen zu verlieren. Dementsprechend gestaltet sich auch der Schreibstil der Autorin. Ich würde ihn als pragmatisch beschreiben. Er ist nicht besonders poetisch oder bildlich ausgeschmückt, sondern schlicht und gerade deshalb besonders authentisch. Die Sprache innerhalb der Dialoge passt sich an die jeweiligen Teilnehmer an, sodass man einzelne Figuren in einem Gespräch sofort wiedererkennt.

Auch bei den Charakteren der Geschichte hat sich Andrea Schacht sichtlich Mühe gegeben. Kyria als Protagonistin war mir von Anfang an sympathisch. Sie hat das gewisse Etwas an sich, was den Leser sofort einnimmt, begeistert und ihn mitfühlen lässt. Die Nebenfiguren werden von der Autorin nicht weniger liebevoll und ausgereift gezeichnet. Jede einzelne Figur ist in seiner persönlichen Art etwas ganz Besonderes und hat ihren Platz in der Geschichte redlich verdient.
Lediglich Reb habe ich von Beginn an als sehr schwierig empfunden, sodass ich Probleme hatte, mich mit ihm anzufreunden. Mit aufmüpfigen, rebellischen und teils mürrischen Charakteren kann ich wunderbar leben. Doch Reb hat es mit seiner unhöflichen, überwiegend schon dreisten Art, einfach auf die Spitze getrieben. Reb hat auf mich den Eindruck hinterlassen, als betrachte er Frauen als Minderwertig, als würden sie lediglich zur Befriedigung körperliche Gelüste etwas taugen. An vielen Stellen scheint Reb die Sorgen und Wünsche seiner weiblichen Mitmenschen nicht ernst zu nehmen und kontert dementsprechend gefühllos. Wie kann ein Mädchen ernsthaft für so einen überheblichen und schlicht unfreundlichen Jungen etwas übrig haben? Ich habe mich ständig gefragt, ob ich eventuell beim Lesen etwas übersehen habe und meine Einstellung gegenüber Reb vielleicht nicht gerechtfertigt ist. Mein negativer Eindruck der männlichen Hauptfigur hat sich erst auf den letzten 20 Seiten des Buchs geändert. Hier bekommt der Leser die Gelegenheit, hinter Rebs Fassade zu schauen, ihn wirklich kennenzulernen und somit sein Verhalten zu verstehen.

Über den zweiten Teil der Reihe gibt es noch keine genauen Informationen.

Fazit: Andrea Schacht hat mit ‘Kyria & Reb’ eine faszinierende Dystopie geschaffen, die mit bereits bekannten und sehr erfolgreichen Büchern des Genres mithalten kann.
Die Gestaltung der Figuren habe ich aber leider als weniger perfekt empfunden, sodass die Liebesgeschichte mich nicht so mit fiebern lassen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte.
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February 16, 2012
Kurzbeschreibung

Das Vereinigte Europa im Jahr 2125 ist eine Welt der kompletten Überwachung. Das geschieht nur zum Besten der Bürger, sagt Kyrias Mutter, eine hochrangige Politikerin des perfekt gesteuerten Systems New Europe. Doch die 18-jährige Kyria möchte endlich erfahren, wie es ist, sich frei zu fühlen. Als sie in Reb, einem jungen Rebell aus dem Untergrund, einen Verbündeten findet, fliehen die beiden auf abenteuerliche Weise aus New Europe und gelangen in ein fernes Reservat. Dort haben sich die Menschen ein bäuerliches Leben wie in längst vergangenen Zeiten bewahrt.

Bewertung

»Über den großen Wandbildschirm liefen im Halbdunkel schreiende Menschen.«

An ihrem achtzehnten Geburtstag, gelangt Kyria bedingt durch einen kleinen Hornissenunfall in die Heilungsstation. Da sie eine Gendefekte ist, wird sie zu ihrem Leidwesen von ihrer Mutter, einer hohen Politikerin und ihrer Duenna (vergleichbar mit einer Zofe), in Watte gepackt und muss ein paar Tage auf der Heilungsstation verweilen. Hier lernt sie Reb kennen, ein Mitglied der Subcultas, die keine ID besitzen und somit eigendlich kein Anrecht auf Heilung besitzen, doch mit Hilfe von Kyria, wird Reb verarztet und die beiden lernen sich kennen. Als Kyria dann durch Zufall erfährt, dass sie nur noch drei Wochen zu leben hat, möchte sie sie die letzten Tage ihres Lebens in Freiheit verbringen und beschließt mit Reb gemeinsam zu flüchten und in ein Reservat zu gelangen, in dem ihre Freundin Hazel lebt. Die Reise gestaltest sich schwieriger, als Kyria es sich vorgestellt hat und immer mehr merkt sie, dass ihre heile Welt gar nicht so heil ist wie sie immer dachte.

Mit dem ersten Band um Kyria und Reb erscheint im INK Engmont Verlag nun eine Dstopie aus deutscher Feder, von der erfahrenen Autorin Andrea Schacht. In meinen Augen muss sich unsere deutsche Antwort auf Cassia und Ky nicht verstecken.

Die Welt in der Kyria und Reb leben gestaltet sich interessant, wenn auch nicht unbedingt neu. New Europe, oder auch kurz gesagt NuYu wird nach einer Pandemie, der der größte Teil der Bevölkerung zum Opfer gefallen ist, von Frauen regiert. Männer haben hier nur wenig zu sagen und dienen mehr als Liebhaber, als dass sie etwas in der Gesellschaft zu sagen haben. Es wird schnell klar, dass damit nicht alle Bürger einverstanden sind, und sich von NuYu unhabhängig sein wollen. Andrea Schacht schafft es aus vielen bekannten Punkten eine tolle Welt zu kreieren, die jedoch noch viel Raum zum Wachsen besitzt. Dies wäre auf jedenfall ein Punkt den ich mir für den zweiten Teil wünsche als Verbesserung wünsche. Außerdem hoffe ich, dass neben Kyria und Reb, Hazel und Cam nicht unbedingt allzu viele Neuecharaktere eingeführt werden. Wird der Leser im letzten drittel des Buches mit neuen Personen doch regelrecht bombadiert, so dass es schwer fällt an einigen Stellen den Überblick zu behalten gerade für Personen die eh ein schlechtes Namensgedächtnis besitzen (zum Glück gehöre ich nicht dazu ^^).

Besonders lesenswert an diesem Band und was mich häufig zum Lachen gebracht hat waren die tollen Dialoge zwischen Kyria und Reb, die an einigen Stellen einen doch sehr trockenen Humor besaßen, bissig waren und mir unheimlich viel Freude bereitet haben. Schon alleine deshalb mag ich dieses Paar. Ein anderer Punkt den ich an den beiden so sehr mag ist ihre Beziehung zu einander, die sich zum Glück erst langsam entwickelt und nicht so schnell von statten geht, so dass sie unglaubwürdig erscheint. Die Geschichte selber bietet einiges an Überraschungen was den Handlungsverlauf in meinen Augen sehr spannend gemacht hat. Leider werfen die vielen Intrigen mehr Fragen im Moment auf, als das Fragen beantwortet werden. Nicht nur Kyria sucht nach Antworten, auch der Leser muss sich leider bis zum nächsten Teil gedulden. Dies wäre ja nicht so schlimm, wenn der Erscheinungstermin des nächsten Bandes bestimmt erst im nächsten Jahr ist.

Der Schreibstil von Andrea Schacht ist einfach und locker. In den meisten Fällen hält sie sich nicht mit endlos langen Beschreibungen auf, dennoch ist sie in der Lage ihre Welt dem Leser nahe zu bringen. An dieser Stelle merkt man, dass Andrea Schacht eine erfahrene Autorin ist.

Ebenfalls positiv und in meinen Augen ein echter Hingucker ist das Cover. Ich selber finde es einfach traumhaft und wer bereits ein INK Buch in der Hand halten durfe, der weiß, dass das Buch auch ohne Schutzumschlag ein wahrer Hingucker ist. Hier kann man dem Verlag wirklcih ein großes Lob ausprechen. Einen kleinen Punkt Abzug gibt es von mir bezüglich des Titels, denn dieser Nutz hier den Erfolg von Cassia und Ky, oder David und Juna. In meinen Augen bekommt der Leser dadurch schon einen Scheuklappenblick und ordnet das Buch bereits gleich in eine Sparte ein. Ein bisschen mehr Ideenreichtung hier wäre besser gewesen.

Fazit

Mit dem ersten Band von Kyria & Reb ist Andrea Schacht ein toller Auftakt gelungen, der mich besonders durch seinen speziellen Charm, den Kyria und Reb mit ihren Dialogen verspühen, überzeugen konnte. Die Welt selber bietet bereits sehr interessante Ansätze, die in den nächsten Bänden noch weiter ausgebaut werden können. Es bleiben viele spannende Fragen offen, die es einem fast unmöglich machen ein weiteres Jahre auf den zweiten Band zu warten. Leider endet auch dieser Band wie so einige Trilogien mit einem gemeinen Cliffhanger. Ich persönlich freue mich bereits auf den nächsten Teil.
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February 26, 2012
Meine Meinung:
Abgesehen davon, dass die Handlung zu „Kyria und Reb“ ganz interessant klang und ich neugierig war, weil es sich um eine Dystopie von einer deutschen Autorin handelt, stand ich dem Buch zunächst skeptisch gegenüber. Das schöne Cover konnte mich nicht davon ablenken, dass der Klappentext das beinhaltet, was momentan auch in vielen anderen Büchern vorkommt: Unsere Welt in der Zukunft, eine veränderte Gesellschaft, ein Mädchen, das in diese Gesellschaft eingebunden ist und Bekanntschaft mit einem rebellischen Jungen macht. Dementsprechend ging ich zwar mit Hoffnungen jedoch nicht besonders großen Erwartungen an dieses Buch heran.
Meine Skepsis vergaß ich aber recht bald. Mit einem unkomplizierten, teils schon umgangssprachlichen und dennoch sehr flüssigen Schreibstil schaffte es Andrea Schacht, dass meine Begeisterung für dieses Buch mit dem Umblättern der Seiten stetig wuchs. Es dauerte nicht lange, bis ich mich an ihren Stil gewöhnt hatte und von da an verschlang ich die Geschichte um Kyria und Reb geradezu.
Zum einen ist da Kyrias Charakter, der sich stark von dem anderer Jugendbuchheldinnen abhebt. Obgleich sie sich meist stark und unnahbar zeigt, hat sie auch ihre schwache, ängstliche Seite. Dabei ist sie aber keine dieser typischen starken Heldinnen. Auf mich wirkte sie die ganze Zeit über sehr menschlich – mit ihren kleinen Zickenanfällen, ihrer mal schlagfertigen mal leicht verletzlichen Art, ihren Stimmungsschwankungen und ihren absolut realistisch beschriebenen Gefühlen. Hier und da konnte ich ihr Handeln zwar zunächst einmal nicht nachvollziehen, aber nach einigem Überlegen erklärten sich ihre Reaktionen dann doch. Ich habe es sehr genossen, die Geschichte aus ihrer Sicht mitzuerleben, vor allem eben weil sie wie ein ganz normaler Mensch schien.
Meine Skepsis gegenüber Rebs Charakter wurden glücklicherweise auch sehr schnell beseitigt. Er ist zwar ein Rebell, dennoch bleibt er seinem verschrobenen, groben Ich weitestgehend treu und verwandelte sich in Gegenwart der Protagonistin nicht plötzlich in einen Schleimbolzen. Genau wie Kyria hat auch er seine Schwächen, an die man sich als Leser unter Umständen zunächst einmal gewöhnen muss. Doch findet man sich erst einmal damit zurecht, machen sie das Buch lesenswerter und authentischer.
Zudem baut sich in dem Buch zwischen Kyria und Reb erst sehr langsam eine Freundschaft auf. Dieses Buch beschreibt demnach keine schnelle, unglaubwürdige Liebesgeschichte. Die Autorin lässt sich Zeit mit ihren beiden Hauptcharakteren und legt den Schwerpunkt auf andere Handlungsaspekte.
Über die anderen Charaktere kann ich mich ebenfalls nicht beschweren. Zwar blieben einige Nebencharaktere etwas blass, aber man kann sie ja nicht alle beleuchten. Zudem fiel es kaum auf, denn die Handlung und die restlichen Charaktere waren mitreißend genug.
Die von Andrea Schacht aufgebaute Zukunftswelt gefällt mir größtenteils sehr gut. Sie ist auf jeden Fall anders – einerseits, weil es um ein fortgeschrittenes Europa und nicht Amerika geht, andererseits aber auch, weil mir eine dystopische Gesellschaft wie diese bisher noch in keinem Buch begegnet ist. In NuYu (dem neuen Europa) sind die Frauen an der Macht, was mir als sehr glaubwürdig erschien. Auch die Veränderungen die sich innerhalb der sozialen Schichten, der Technik, der Wissenschaft und der Werte vollzogen haben, wirkten sehr logisch auf mich. Besonders gefallen hat mir dabei auch, wie man die Unterschiede zwischen den sozialen Schichten bemerkte, als Kyria zum ersten Mal den Subcults (den „niederen“ Bürgern) begegnet.
Da Kyria aus einer sehr einflussreichen Familie stammt, weiß sie auch einiges über die Politik in NuYu – und spielt für diese eine, wie es sich vermuten lässt, auch einigermaßen entscheidende Rolle. Vor allem Macht und Wissen spielen in diesem Buch eine große Rolle und drängen Brutalität und Kämpfe etwas zurück. Das empfand ich als sehr passend und vor allem interessant. Das heißt allerdings nicht, dass dieses Buch ruhig vor sich hinplätschert. Anders als in anderen Dystopien, fasst die Protagonistin hier bereits zu Anfang schon einen sehr schwerwiegenden Entschluss.
„Kyria und Reb“ zu lesen hat mir unglaublichen Spaß gemacht, dennoch hat dieses Buch auch seine kleinen Schwächen.
Beispielsweise lief die Handlung in meinen Augen etwas zu problemlos ab. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von viel Drama, jedoch hatte ich hin und wieder das Gefühl, dass wenige Komplikationen mehr dem Buch nicht schlecht getan hätten. Außerdem erschien mir die fast friedliche Stimmung zwischen dem Überwachungsstaat NuYu und den Provinzen – die sich der ständigen Überwachung und dem technischen Fortschritt nicht angeschlossen haben – als nicht ganz glaubwürdig, wenn man die Konflikte innerhalb NuYus und der Bevölkerungsgruppen betrachtet.
Dennoch muss ich sagen, dass „Kyria und Reb“ für mich ein unerwarteter Lesespaß war und bis auf diese kleinen Makel eine durchweg glaubwürdige und interessante Geschichte war, die ich in dieser Form bisher nicht gelesen habe. Da das Buch in einem sehr zermürbenden – und dennoch sehr passenden – Cliffhanger endet, bin ich gespannt auf den zweiten Teil!


Fazit:
„Kyria und Reb – Bis ans Ende der Welt“ ist eindeutig eine Dystopie, die sich gegen andere Bücher aus dem Genre behaupten kann. Mit seinen außergewöhnlichen Charakteren, einem angenehmen Schreibstil und teils unerwarteten Handlungspunkten ist es definitiv weiterzuempfehlen.
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March 3, 2012
"Europa in der Zukunft! Spannende Dystopie mit wenig Liebe."

Inhalt:
Kyria hat es gut als Tochter einer hohen Politikerin in NuYu. Aber was hat sie schon davon, wenn sie nicht mehr lange zu leben hat? Als sie auf den jungen Rebellen Reb stößt, trifft sie einen Entschluss. Sie will der Überwachung NuYus entfliehen und die letzten Tage ihres Lebens bei ihrer Freundin Hazel im Reservat verbringen. Doch damit verändert sich Kyrias Leben mehr als sie ahnt …

Meinung:
„Kyria & Reb“ ist der neue Jugendroman der deutschen Autorin Andrea Schacht. Der Roman ist eine spannende Dystopie mit einer Prise Liebe.

Die Geschichte spielt in Europa im Jahr 2125. Das Europa so wie wir es kennen gibt es nicht mehr. Es heißt nun New Europe. Diese neue Welt wird komplett überwacht, was für die Bewohner positive wie negative Seiten hat.

Kyria ist hier die kranke Tochter einer hohen Politikerin, die in NuYu lebt. Trotz des hohen Ranges ihrer Mutter wehrt sie sich letztendlich gegen das Leben unter der vollständigen Überwachung und will ihre letzten Tage, bevor sie stirbt, in Freiheit bei einer Freundin verbringen. So beschließt sie spontan in die Reservate zu fliehen um dort auf Hazel zu treffen. Mit dem Rebellen Reb gelingt ihr letztendlich die Flucht, was ihre gesamte Welt ins Wanken bringt. Denn Reb lebt nicht nur ein Leben außerhalb von NuYu und der damit vollständigen Überwachung, sondern er kennt eine Welt, die Kyria erst kennen lernen muss …

Die weibliche Protagonistin spielt durchweg Kyria. Zu Beginn erscheint sie schwach und zerbrechlich, was vor allem daran liegt, dass sie an einem schweren Gendefekt leidet und nicht mehr lange zu leben hat. Doch im Laufe der Geschichte verändert sich Kyria von einem zickigen und zerbrechlichen Mädchen in eine realistische junge Frau, die beginnt das wahre Leben zu sehen. Dabei erfährt sie nicht nur viel Neues, sondern auch richtige Gefühle und das Gefühl vielleicht doch nicht unheilbar krank zu sein.

Reb erscheint dagegen durchweg als Draufgänger. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer weitere Details über seine Vergangenheit, die selbst mich gewundert haben. Ich konnte mit Reb leider nicht so wirklich warm werden. Er war mir zu grob, einfach zu viel Macho, der wenig wahre Emotionen zeigen mag. Zudem spricht er immer in Umgangssprache, benutzt jedoch immer wieder Worte, die auf seine, eigentlich gute, Abstammung hindeuten.

Die Handlung ist insgesamt sehr rasant und spannend geschrieben. Man erfährt im Laufe der Geschichte viel über politisches Verhalten innerhalb von NuYu und die damit eingehenden Fehler der Politiker.
So mehr man als Leser aber selbst im Reservat verweilt, um so mehr zweifelt man an dieser scheinheiligen Luxuswelt in Nuyu, die unter vollständiger Überwachung steht. Die Technik ist natürlich atemberaubend. Man lernt viele interessante Dinge kennen, beispielsweise ist alles auf einem Chips gespeichert was man im täglichen Leben braucht (Konto, Führerschein, Papiere, sonstige Zulassungen, …), aber man lernt innerhalb der Geschichte ebnso die Kehrseiten kennen. Es gibt nicht nur die „heile“ Welt in NuYu, sondern auch die Welt hinter den Städten – die Grenzgebiete und die Reservate in denen die Rebellen leben.

Sehr interessant finde ich an dieser Welt von New Europe vor allem wie nah die Dystopie noch immer an der Realität bleibt. NuYu war beispielweise früher die Stadt Frankfurt am Main, wodurch man als Leser immer noch ein ungefähres Bild vor Augen hat. Ebenso finde ich die Sprachwahl gut gelöst. Man merkt hier, dass Andrea Schacht sich Gedanken gemacht hat. Es handelt sich hier um eine Dystopie, in der es vor allem um das System und die Menschen geht und nicht nur um ein kleines, verliebtes Mädchen.

Die Spannung war zudem immer präsent. Beim Lesen will man einfach mehr wissen, über das Geschehen und die Hintergründe. Dadurch rückt die Geschichte um Kyria aber auch stark in den Hintergrund. Oft liest man wie NuYu politisch fungiert, oder wie die Rebellen leben. Mir hat dies einerseits gefallen, anderseits fand ich es auch sehr schade um Kyria. Sie wächst zwar als Charakter im Laufe der Geschichte und nimmt eine Wandlung ab, aber irgendwie bleibt sie dann doch sehr fand und unscheinbar.

Wo mir die Dystopie wirklich gut gefallen hat, muss ich dann aber doch einen Punkt abziehen. Die Liebeleien zwischen Kyria und Reb mochte ich wirklich überhaupt nicht. Sie sind zwar irgendwie realistisch dargestellt und nicht verschönert, wie es in den meisten Jugendromanen der Fall ist, aber trotzdem! Die Szenen zwischen den beiden waren lieblos, als wenn die Autorin die Charaktere zwingen musste zueinander zu finden.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Man merkt hier, dass die Autorin hauptsächlich den Plot voran bringen wollte. Der Stil entwickelt Tempo, sodass die Flucht bzw. Reise von Kyria und Reb sehr schnell wirkt. Allerdings finde ich die Wahl der Wörter teils sehr fragwürdig. Immer wieder gab es Formulierungen, die irgendwie nicht passten.

Das Cover ist schlicht und einfach nur schön. Die Farben und die Gestaltung machen das Buch ohne großen Schicknack zu einem Eyecatcher!

Fazit:
„Kyria & Reb“ ist eine spannende Dystopie in New Europe. Die Geschichte ist aufregend und man erfährt auch einiges über die Hintergründe. Allerdings ist die Spannung Schwerpunkt in „Kyria & Reb“, die Liebeleien zwischen den beiden Charakteren wirkt dagegen eher lieblos, als romantisch. 4 Sterne für ein aufregendes Europa in der Zukunft!
Profile Image for Sarah.
240 reviews5 followers
March 1, 2012
"Kyria und Reb - Bis ans Ende der Welt" ist der erste Teil einer neuen Jugendbuch-Reihe von Andrea Schacht, der sich in die lange Reihe aktueller Dystopien mit Liebesgeschichte einreiht. Bis auf ein paar Kleinigkeiten hat mir dieser Auftakt gut gefallen.

Zum Inhalt: 1975 brach in Europa eine Pandemie aus, die viele Leben kostete. Danach übernahmen die Frauen die Oberhand und gründeten New Europe, auch kurz NuYu genannt. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2125. NuYu ist den umliegenden Regionen, die sich diesem Staat nicht angeschlossen haben und Reservate genannt werden, technisch weit überlegen und kontrolliert alle Einwohner mittels eines Id-Armbands.
Die gerade 18 Jahre alt gewordene Kyria wird sogar noch strenger überwacht als andere, denn durch einen Gendefekt, an dem auch ihr Vater starb, lebt sie mit der ständigen Gefahr eines frühen Todes. Kyria gehört zu den "Electi", den mächtigen Einwohnern NuYus, und ist die Tochter einer einflussreichen Ministerin. Als sie ins Heilungshaus kommt, erfährt sie von ihre "Duenna" (Anstandsdame) Bonnie, dass sie bald sterben wird. Im Heilungshaus lernt sie auch Reb kennen, einen Ausgestoßenen, dessen Id gelöscht wurde und der in der sogenannten "Subcultura" lebt. Mit seiner Hilfe beschließt sie zu fliehen, um vor ihrem Tod ihre alte Freundin Hazel in einem Reservat wiederzusehen. Doch während der Reise erfährt sie auch, dass sie in einer Welt voller Lügen aufgewachsen ist...

"Kyria und Reb" ist eine Dystopie, die sich in hohem Maße den Themen Geschlechterkampf und Rollenverteilung zwischen Mann und Frau widmet. Nach der Pandemie haben sich die alten Rollen quasi umgekehrt, die Frauen haben die Macht übernommen und die Männer machen die Hausarbeit. In der Subcultura dagegen gelten wie auch in den Reservaten die alten Rollen. Zwar finde ich Emazipation durchaus interessant, aber dieses ständige "Das ist Männerarbeit/Frauenarbeit" fand ich zwischendurch etwas müßig und weder für die Handlung noch für die Atmosphäre besonders hilfreich, zumal es scheint, dass wirklich alle, ob in NuYu, in der Subcultura oder im Reservat, nur in den beiden Extremen denken - Gleichberechtigung ist wohl hier für keinen eine Lösung. Erst spät im Roman wird die Idee der männlichen Verweichlichung so thematisiert, dass sie einen neuen Aspekt zu der Unterdrückungsgesellschaft in Nuyu beiträgt, aber ob mir diese Entwicklung gefällt, wird sich erst noch in den Folgebänden zeigen müssen. Bis jetzt finde ich das Thema einfach zu sehr nach einem schwarz-weiß-Prinzip behandelt und daher etwas uninteressant.

Die Charaktere fand ich dagegen sehr gelungen. Die Ich-Erzählerin Kyria ist als ewig bemutterte, sorglose, priviligierte Tochter aus gutem Hause glaubhaft. Natürlich geht diese Glaubhaftigkeit einher mit einer gewissen Naivität, denn von der wahren Welt weiß sie wenig und hatte bisher keinen Grund, Dinge, die man ihr erzählt hatte, zu hinterfragen. Das lernt sie erst nach und nach und macht dabei im Laufe der Geschichte eine ordentliche Entwicklung zu einem stärkeren und eigenständigeren Charakter durch. Reb ist, wie sein Name schon andeutet, ein Rebell. Gerade am Anfand spricht er in einer fast unerträglichen Ghetto-Sprache, die sich aber immer wieder mit einer Sprache auf Kyrias Niveau abwechselt, sodass Kyria früh beginnt über seine Herkunft nachzudenken. Mit dieser Ambivalenz in der Sprache ist der Charakter Reb einzigartig und gelungen umgesetzt.

Für etwas Witz sorgen die Neckereien zwischen Kyria und Reb. Reb hält Kyria für eine verwöhnte Prinzessin und sie ihn für ungehobelt. Die Liebesgeschichte kommt erst langsam in Gang und ist alles andere als einfach, was mir gut gefallen hat. Zwischen den beiden Charakteren liegen Welten, die sich nun einmal nicht leicht überbrücken lassen. Trotzdem ist die Beziehung der beiden sehr romatisch und berührend schön und, da hier blinde Liebe und überstürzte Liebesschwüre ausgespart werden, ist sie auch angenehm frei von Kitsch und Schmalz.

Nach einen wirklich starken ersten Teil des Romans, der die spannende Flucht aus NuYu zum Thema hat und sowohl von der gelungenen Dystopie NuYu als auch von den beiden starken Protagonisten Kyria und Reb und ihren Sticheleien lebt, wurde die Geschichte meiner Meinung nach im zweiten Teil etwas verwirrend und langweilig. Passenderweise ist dieser Teil auch noch überschrieben mit "Der lange Weg" - lang kam es mir tatsächlich vor. Die Spannung verliert sich ein wenig in Spekulationen, Theorien über Sabotage und politischem Geplänkel. Kyria lernt zwar in dieser Zeit viel dazu und entwickelt sich weiter, in der Bezeihung zu Reb herrscht aber Stillstand. Das Ende nimmt dann wieder ordentlich Fahrt auf und entschädigt ein wenig für die weniger spannenden Passagen.

Den Schreibstil fand ich gut. Er ist locker und liest sich sehr flüssig. Auch die Covergestaltung, aufgrund derer mit das Buch direkt aufgefallen ist, ist sehr gelungen. Schön finde ich es auch, dass der Einband auch unter dem Papierumschlag den schönen Wald mit den pinken Blütenblättern und dem weichen Lichteinfall zeigt.

Mein Fazit: Obwohl ich mich mit der Art der Einbindung des Themas Geschlechterkampf in die Handlung nicht ganz anfreunden konnte und die zweite Romanhälfte etwas verwirrend und in die Länge gezogen fand, gefällt mir der Auftakt der "Kyria und Reb"-Reihe recht gut. Er ist gut geschrieben, hat eine schöne, kitschfreie Liebesgeschichte und ein offenes Ende verspricht eine spannende Fortsetzung. 4 von 5 Sternen
Profile Image for Feyre.
1,421 reviews135 followers
January 27, 2018
3,5 Sterne.
Die Frauen haben die Macht, missbrauchen Sie auch und überlassen aber den Männern den Süßkram... Wie unrealistisch ist das denn bitte?! xD
An sich eine echt interessante Geschichte, eine Hauptfigur, die eine tolle Entwicklung durch macht, auch recht gut geschrieben, aber keines dieser Bücher, das einen nächtelang wach hält...
Profile Image for Andrea.
924 reviews44 followers
February 17, 2020
relativ oberflächliche Jugenddystopie, mit einer spannenden Welt und symphatischen Charakteren
Profile Image for Tina.
474 reviews44 followers
March 28, 2012
Inhalt
.................

Schauplatz des Buches ist ein Vereinigtes Europa im Jahr 2125. Kyria ist die 17-Jährige Tochter einer hochrangigen Politikerin. Im Vereinigten Europa sind es die Frauen, die an der Macht sind. Männer dienen eher der "Zierde" oder unterhalten in Arenen. Nicht nur das erscheint fremdartig, überhaupt wird in diesem Staat jeder Schritt des Bürgers zu seiner "Sicherheit" überwacht.

Kyria beginnt zu zweifeln und möchte wissen wie es ist, endlich frei zu sein. Sie entschließt sich deshalb mit dem Rebellen Reb in die äußeren Provinzen zu fliehen. Dort führt man ein rückständiges, aber beschauliches und vor allem freies Leben. So gastfreundlich Kyria dort aufgenommen wird, bringt sie die Provinzen in Gefahr. Denn man hat sie nicht vergessen...

Mein Eindruck
.....................................

Natürlich gibt es da eine besagte Reihe, die ebenfalls nach Liebende A & Liebender B benannt ist. Allerdings kann ich hier Entwarnung geben, auch wenn Flucht ein Thema ist, Kyria & Reb ist anders. Leider nicht so viel anders um bei mir länger in Erinnerung zu bleiben...

Unter den ganzen Dystopien fällt es mir immer schwerer etwas zu finden, das heraussticht. Zur Orientierung:

5 Punkte, die in jeder ("aktuellen") Dystopie vorkommen:

(X) 1. Mit dem System stimmt etwas nicht, aber die Protagonistin glaubt zunächst daran

(X) 2. Auslöser für das "neue" System waren kriegerische Auseinandersetzungen der Vergangenheit oder Naturkatastrophen

(X) 3. Früher oder später begegnet die Protagonistin ihrem Mann der Träume und sie beginnen gemeinsam zu "rebellieren"

(X) 4. Es gibt immer eine "Untergrund" oder ähnliche Gruppe, die das System nicht unterstützt (In dem Fall Reservate) bei denen die Protagonisten unterkommen.

(O) 5. Schließlich wird versucht das aktuelle System zu "stürzen"

Abgesehen vom letzten Punkt, für den ich noch keine Ansätze finden konnte, ist in Kyria & Reb alles vertreten.
Wir lernen Kyria kennen, sie ist ein wenig verwöhnt, hat aber immerhin einen eigenen Kopf. Nur Frauen bekleiden Machtpositionen, weil den Männern auf Grund ihrer politischen Verfehlungen und Aggressionen nicht mehr getraut wird. (Kriege etc.) Jeder Bürger hat eine eigene "ID", sie fungiert als Zahlungsmittel, zur medizinischen Kontrolle und als Mittel zur Überwachung. Kyria wird eingeredet das Ganze müsse so sein und Anfangs kann sie sich auch gar nicht vorstellen ohne ID zu leben.

Dann begegnet sie Reb und lässt sich darauf ein, ihrem bisherigen Leben zu entfliehen. Sie kommen in den Reservaten unter und finden einiges über das System heraus. Dann fehlt mir persönlich auch einfach der rote Faden. Wo soll das Ganze hinführen? Soll nun das System gestürzt werden? Sollen die Reservate einfach unabhängiger und in besseren Bedingungen leben? Eigentlich ging es denen ja gut, solange sie in Ruhe gelassen werden. Kyria sitzt ab der Hälfe des Buches auf einem Bauernhof und versucht dort Katastrophen von eingeschleusten künstlichen Seuchen zu verhindern. Sie will die Reservate schützen, aber ansonsten habe ich keine Ahnung worauf die Reihe eigentlich hinauslaufen soll.

Hinzu kommt, dass ich mich mit der zum Teil aufgesetzten "Jugendlichkeit" sehr schwer getan habe. Ich finde auch nicht, dass es die Charaktere sonderlich voranbringt. Kyria wirkt dadurch abwechselnd kindisch oder zickig. Welches Mädchen sucht sich selbst für eine riskante Flucht den Decknamen "Princess La Cabra", also in etwa "Prinzessin Zicke" aus? Und Reb, was soll an einem Typen toll sein, der nicht in der Lage ist sich Namen zu merken und deshalb alle weiblichen Wesen "Princess" nennt?

Zu Gute halten kann ich, dass es sich sehr flüssig liest und auch keine langatmigen oder langweiligen Stellen hat. Im Grunde führt schon eines zum nächsten und es passiert ständig etwas, aber es konnte mich so überhaupt nicht mitreißen...
Außerdem gibt es noch einige Hintergrundinfos zur Politik und dem System dahinter, es bleiben nur wenige Fragen offen.

Fazit
.............

Ich sollte einfach öfter auf mein Bauchgefühl hören. Im Prinzip macht Kyria & Reb keine allzu großen Fehler. Es ist eine nicht schlecht erzählte Dystopie, die bei einigen sicher auch ankommen wird. Allerdings kann ich an dem Buch leider nichts besonderes finden...


Für mich leider nur eine Dystopie unter Vielen
2,7 von 5
Profile Image for 78sunny.
2,336 reviews41 followers
April 19, 2012
3,5 von 5 Sternen
*Inhalt:*
Kyria wächst sehr behütet in der Elite auf. Seit ihrer Kindheit weiß sie, dass sie einen Gendefekt hat und jeder Zeit damit rechnen muss zu sterben. Zu ihrem Geburtstag passiert ein Unglück und sie muss wieder ins Heilungshaus. Dort trifft sie den jungen Rebellen Reb und erfährt Dinge, die ihr Leben entscheidend verändern und sie zu einer langen beschwerliche Reise veranlasst.

*Meinung:*
Cover/Illustrationen 5+/5 – Dieses Buch hat das schönste Cover, dass ich je gesehen habe und wenn ich ehrlich bin, war dies auch der Grund warum ich es gekauft habe.

Grundidee 5/5 – Die Grundidee des Buches ist genial, aber leider hapert es an der Umsetzung. Ich habe noch nicht viele Dystopien gelesen, daher habe ich wenig Vergleichsmöglichkeiten. Ich fand die erschaffene Welt sehr originell und gut durchdacht. Leider sind am Ende des Buches noch viel zu viele Fragen offen und meines Erachtens ist das Buch gar nicht richtig in sich abgeschlossen. Trotzdem finde ich den Grundgedanken so gut, dass ich nichts anderes als 5 Sterne geben kann.

Glaubwürdigkeit 3/5 – Hier fängt die Kritik dann an. Viele Handlungen der Akteure sind für mich überstürzt und unlogisch. Leute werden geküsst ohne Sinn und Verstand und Menschen Vertrauen einander zu schnell ohne Grund. Das hätte man mit ein paar zusätzlichen Erklärungen leicht beheben können. Auch viele Dialoge waren für mich sehr unrealistisch und wirkten gezwungen komisch inszeniert. Oder gezwungen jugendlich inszeniert. Ich arbeite mit Jugendlichen zusammen, die ebenfalls ständig Anzüglichkeiten in ihre Kommunikation einbauen, aber diese Jugendlichen sind nicht wirklich die Norm. In diesem Buch konnte ich sie allerdings wiedererkennen. Vielleicht schreckt dies Jugendliche nicht ab, aber mir als Erwachsenem stößt das doch etwas bitter auf.

Umschreibungen 4/5 – Manche Szenen, vor allem Natur und Umgebungsbeschreibungen sind sehr schön formuliert. Grundsätzlich fand ich allerdings, dass man viel zu oft zu wenig Informationen bekam und daher nur an der Oberfläche blieb. Viele Fragen wurden daher nicht beantwortet und man durchschaut selbst am Ende die Geschichte nicht ganz.

Schreibstil 4/5 – Wie oben schon erwähnt gibt es wunderschön formulierte Stellen, dann wurde wieder auf eine eher abgehackte, kurze Schreibform umgeschwenkt. Das hat mich sehr verwirrt. An manchen Stellen hatte ich fast den Eindruck zwei Autoren hätten dieses Buch geschrieben.

Spannung 5/5 – Ich fand das Buch sehr spannend. Von der ersten bis zur letzten Seite fieberte ich mit und wollte endlich alles erfassen und herausfinden. Leider kam es nicht dazu. Das Buch endet mit einen nervigen Cliffhanger und vielen Fragen bleiben offen. Trotzdem fand ich es an keiner Stelle langweilig oder unnötig in die Länge gezogen.

Humor 2/5 – Der Humor dieses Buch wurde extrem auf die jugendliche Zielgruppe zugeschnitten. Ich kann mir gut vorstellen, dass Jugendliche diese anzüglichen und übertriebenen Witze gut finden (was nicht negativ gemeint ist) aber ich konnte damit nichts mehr anfangen und es brachte mich des öfteren zum Stirnrunzeln. Die war für mich oft auch völlig aus dem Kontext gerissen und passte überhaupt nicht.

Emotionen 4/5 – Es ist nicht ganz so gefühlsduselig wie manch andere Jugendbücher, was ich eher erfrischend fand. Allerdings habe ich bereits erwähnt das viele Reaktionen und Handlungen nicht verständlich für mich waren und somit auch viele emotionale Regungen. Jugendliche Leser werden wahrscheinlich nicht so viele Probleme damit haben.

Charaktere 4/5 – Die Charaktere waren sehr individuell und recht gut ausgearbeitet auch wenn ich sie nicht immer verstanden habe.

*Lesergruppe:*
Ich finde, dass dieses Buch deutlich auf Jugendliche zugeschnitten ist. Für die Zielgruppe ist es sicher sehr geeignet. Aufgrund des Geschlechterthemas ist es vielleicht sowohl für Jungen als auch für Mädchen interessant. Wegen der Liebesgeschichte allerdings wohl eher für Mädchen.

*Fazit:*
Dieses Buch besticht durch eine sehr gut Hintergrundgeschichte und Ausarbeitung der neu erschaffenen Welt, allerdings brachten mich die sehr jugendlichen und für mich nicht ganz nachvollziehbaren Dialoge an eine Grenze. Auch die vielen offenen gebliebenen Fragen und das Ende, dass eigentlich kein richtiges Ende war, stören mich ziemlich.
Profile Image for Tamara.
47 reviews2 followers
December 26, 2012
Kyria, die Tochter einer der einflussreichsten Frauen in NuYu, lebt seit ihrer Geburt mit dem Wissen, dass sie aufgrund ihres Gendefekts nicht mehr lange leben wird. Somit verbringt sie den größten Teil ihres Lebens im Krankenhaus. Doch nicht nur dort wird sie ständig überwacht. Jeder Bewohner von NuYu trägt einen sogenannten KomLink, der alle wichtigen Daten festhält, die gespeichert werden.
Nicht jeder ist mit derartiger Überwachung einverstanden und grenzt sich von diesem Leben ab. Diese Bevölkerung wird Subcultura genannt. Auch in Reservaten leben viele Menschen, die mit den Regeln nicht einverstanden sind. Dies sind vor allem Männer und nur wenige Frauen. Denn NuYu wird von Frauen beherrscht, die alle Männer unterworfen haben.
An Kyrias 18. Geburtstag scheint das Schicksal nun zuzuschlagen. Sie erfährt, dass sie in etwa drei Wochen sterben wird! Daraufhin fasst sie einen folgenschweren Entschluss, der ihr ganzen Leben verändert. Gemeinsam mit Reb, den sie auf der Krankenstation kennengelernt hat, will sie ihre Freundin Hazel, die in einem Reservat lebt, besuchen und dort in Freiheit ihre letzten Tage verbringen. Noch ahnt Kyria nicht, in welcher Beziehung die Subcultura tatsächlich zu den Stadtmenschen stehen und was ihr ein Leben lang vorgespielt wurde ...

Schon allein das Cover ist einfach unglaublich hübsch. Es ist ein richtiger Eyecatcher! Die Farben sind nahezu perfekt gewählt worden und harmonieren sehr gut miteinander. Der Titel lässt vermuten, dass es sich um eine romantische Liebesgeschichte handelt, doch von dieser war nicht sehr viel zu lesen. Nur auf den letzten Seiten kommt man hier noch in den Geschmack. Etwas schade meiner Meinung nach, doch ich denke, dass im zweiten Band viel öfter romantische Stellen enthalten sein werden.

Der Klappentext verrät meiner Meinung nach schon viel zu viel von der gesamten Geschichte. Viel besser hätte ich es gefunden, wenn man das erst zusammen mit Kyria herausgefunden hätte. Trotzdem ist noch die ein oder andere kleine Überraschung im Buch enthalten. Als richtig spannend kann man das Buch nicht bezeichnen, doch dies empfand ich keinesfalls als störend. Man hat trotzdem das Bedürfnis weiterzulesen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Kyria, was gut zum Buch gepasst hat.

Kyria ist anfangs - wie auch Reb zu sagen pflegt - eine richtige Elitezicke. Immer wieder sagt sie: "Kann ich nicht!", beziehungsweise "Will ich nicht!". Dies ist aber durchaus nachvollziehbar, da sie ja in ständiger Angst lebte und ihr Leben angeblich am seidenen Faden hing. Mit der Zeit allerdings wird sie hart im Nehmen und prügelt sich später sogar mit anderen jungen Männern. Kyria ist eine starke Protagonistin, die nicht verweichlicht ist und sich nicht immer nur auf andere Personen verlässt. Sie lässt sich nicht alles gefallen und ist zudem schlau. Anders, als viele andere Bewohner der Städte, ist sie nicht voreingenommen und hört sich auch gerne die Sichtweisen der Leute aus den Reservaten oder der Subcultura an. Ihre Gespräche mit Reb sind oft durchzogen von Zickereien, was einerseits etwas kindisch ist, doch andererseits auch oft unterhaltsam.

Reb ist einem lange Zeit ein Rätsel. Er gibt nicht viel über sich preis und das macht ihn so interessant. Schon lange Zeit lebt er bei den Subcultura, die sozusagen seine Familie sind. Er hasst seine Eltern - vor allem seine Mutter, da sie ihn von zu Hause fortgeschickt hat. Schon sehr früh musste er erwachsen werden und sich alleine durchschlagen. Nie hat er Liebe erfahren, weshalb er selbst seine Gefühle auch nicht zeigt. Mit der Zeit allerdings taut er etwas auf und wird zugänglicher. Auch erfährt man immer mehr über seine Vergangenheit, die erschreckend ist.

Das Ende kommt sehr überraschend und macht Lust auf den zweiten Teil. Diesen werde ich mir so schnell wie möglich zulegen, da ich es kaum erwarten kann, mehr von Kyria und Reb zu erfahren und in deren Welt einzutauchen.

Fazit: "Kyria & Reb 01. Bis ans Ende der Welt" ist ein sehr gelungener Auftakt. Andrea Schacht hat tolle Charaktere erschaffen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Auch die doch sehr komplexe Story wurde sehr gut umgesetzt und es gab auch keine Widersprüche, was bei Dystopien häufig der Fall ist. Nun freue ich mich auf einen hoffentlich genauso guten zweiten Band. Ich bin gespannt!
Profile Image for Clary Herondale.
51 reviews29 followers
May 9, 2015
Cover

Ich finde es wirklich schade, dass das Buchcover geändert wurde. Das alte Cover war einfach nur traumhaft! Dort würde ich mich am liebsten zurückziehen um zu lesen! Der Titel passt wie die Faust aufs Auge, was auch schon im Klappentext klar wird.

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 2125. Es ist eine Zeit der Kontrolle. Männer sind den Frauen untergeordnet. Jeder muss ein ID-Armband tragen, durch welches Informationen über den Träger abgerufen werden und auch bezahlt werden kann. Hier lebt Kyria als Tochter einer angesehenen und reichen Mutter, die eine hochrangige Politikerin von “New Europe” ist. Es ist so “sicher” dort, dass man schon bei der kleinsten Verletzung ins Krankenhaus geht, aber Kyria ist nicht etwa ein bisschen erkältet, sie ist todkrank. Als sie eines Tages wegen Wespenstichen, die wegen ihrer Krankheit schlimme Folgen haben, ins Krankenhaus eingeliefert wird, lernt sie den gutaussehenden Rebellen Reb kennen. Er liegt auf einer Trage, die einfach an die Seite des Ganges geschoben wurde, ohne dass sich jemand um ihn kümmert. Kyria sorgt dafür, dass er ärztlich versorgt wird. Nachdem sie die Nachricht erhalten hat, dass sie nicht mehr lange zu leben habe, flieht sie zusammen mit Reb aus der “Sicherheit” des Landes in abgelegene Reservate, in denen Menschen leben, die dem System abgeneigt sind, um zum ersten Mal in ihrem leben zu spüren, wie es sich anfühlt, frei zu sein. Während der aufregenden Flucht verliebt sich Kyria in Reb, doch sie können sich nicht etwa ein schönes Leben in der Wildnis machen, denn Kyria wird gesucht. Außerdem sind da noch die künstlich erschaffenen Viren, von denen die Rebellen heimgesucht werden und zu allem Übel beschuldigen sie Kyria, die Seuchen im Auftrag des Systems zu verbreiten. Finden Kyria und Reb zusammen? Und ist das System vielleicht doch nicht so vollkommen wie Kyria dachte?

Meine Meinung

Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Außerdem finde ich die Vorstellung lustig, dass die Frauen an der Macht und Männer im Haushalt engagiert sind und es keine Polizeigruppen gibt, sondern Amazonen! Andrea Schacht hat eine sehr spannende Schreibweise, die nichts vor der endgültigen Lüftung der Geheimnisse preis gibt. Es gibt hier natürlich auch eine Liebesgeschichte zwischen Kyria und Reb, die sehr lustig ausgestaltet ist, weil die Beiden sich anfänglich noch nicht so gut verstehen. Daran sieht man auch, mit wie viel Witz das Buch geschrieben ist. Außerdem sind die Charaktere nicht eintönig, sondern zeigen immer wieder neue Seiten und entwickeln unvorhersehbare Charakterzüge. Ich habe mich einwandfrei in Kyria hineinversetzen können, bin mit ihr geflohen und habe die Freiheit und den Nervenkitzel, den sie bei der Flucht verspürt hat, miterlebt. Die Geschichte hat mich immer wieder mit ihren überraschenden Wendungen verblüfft und dann war ich schon wieder ans Buch gefesselt, bis ich herausgefunden habe, was es mit den neuen Änderungen der Situation auf sich hat. Die Handlungen waren realistisch und haben zu keinem Zeitpunkt wie “an den Haaren herbeigezogen” gewirkt.

Charaktere

Kyria: Die verwöhnte Kyria musste schnell lernen, sich ihrem neuen Leben im Reservat, anzupassen, was ihr meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist, obwohl es manchmal schwer war. Kyria war mir allein schon deshalb ziemlich sympathisch und hat mich trotz ihrem andauernden “Ich will nicht” und “Ich kann nicht” überrascht, weil sie ihre Situation gut gemeistert hat. Sie wird von Reb “Prinzessin” genannt.

Reb: Er muss sich seit seinem zehnten Lebensjahr allein durchschlagen, was ihn ziemlich abgehärtet hat. Doch wenn er bei Kyria ist, bekommt man doch hin und wieder einen Einblick auf sein wahres “Ich”. Außerdem ist er eingebildet und von sich überzeugt, was total lustig zu lesen war :D .

Mac: Mac und Kyria kennen sich schon, aber als sie sich später im Buch ein weiteres Mal begegnen wird klar, dass er nicht ist, wer er zu sein schien…

Fazit

“Bis ans Ende der Welt” hat mich mitgerissen. Es ist auf jeden Fall lesenswert, doch man sollte schon den 2. Band bereit halten, denn nach dem 1. kann man nicht mehr aufhören und muss unbedingt wissen, wie es weiter geht. (Ich war nach 2 Tagen mit beiden Büchern durch ;) )
Profile Image for buchverliebt .
511 reviews12 followers
March 6, 2013
Bis ans Ende der Welt verspricht - zumindest aus Sicht der Protagonistin - eben dies: Eine Reise bis ans Ende der Welt. Nach der großen Pandemie nahmen die Frauen den Wiederaufbau in die Hand und erhielten somit Ansehen und Macht in allen Gesellschaftlichen Formen, sowie Berufen. Aber wo Macht ist, ist auch Armut und so auch im technisch fortgeschrittenen Leben der Menschen in dieser Welt. Kyria lebt in der Oberschicht des von Frauen regierten New Europe (kurz: NuYu) und wuchs auf in dem Gewissen, dass sie durch ihre Erbkrankheit kein sehr langes Leben fristen wird. Als sie an ihrem 18. Geburtstag - einem pompösen Fest - wieder einmal zusammen bricht und im Heilungshaus landet trifft sie jemand vollkommen unerwartetes: Einen verwundeten Rebellen, den sie aus einer Straßenschlacht auf dem Fernsehr wieder erkennt. Reb.

Die von Andrea Schacht geschaffene Geschichte ist vom Aufbau her sehr banal und austauschbar. Schon oft gelesen, vielfach versucht und wenig neues gefunden. So leider auch hier. Es ist dieses typische "Reiches Mädchen trifft Rebellen und brennt mit ihm durch", obwohl man versöhnlicherweise erwähnen muss, dass dieses "durchbrennen" nicht so einfach zu erklären ist und doch seine Hintergründe hat. Kyria will Freiheit! Sie möchte weg aus ihrem lügendurchtränktem Leben, fort von ihrer Mutter. Sie flieht vor der Kontrolle durch die allgegenwärtige Technik. Rennt weg vor einer zweifelhaften Ehre, derer sie niemals gebeten hat. Kyria kämpft sich frei!

Was leider immer wieder auffällt ist, dass zwar genügend Potential vorhanden ist, eine Menge Dinge passieren und der Plot tatsächlich hätte vollkommen fesselnd sein können, hätte es die Autorin nur geschafft den Leser durch starke Emotionen daran teilhaben zu lassen. Die Katastrophen werden geradezu abgehandelt, Auswirkungen sind vorhanden, kommen wiederum nicht als verheerend beim Leser an. Es zieht alles schlicht am Leser vorbei ohne wirklich Eindruck zu hinterlassen. Eine in Watte gepackte Geschichte ist ja schön und gut, aber wer möchte denn einer oberflächlichen Erzählung folgen?

Fairer Weise muss man sagen, dass es nicht nur schlechte Momente gibt! Besonders sympathisch sind die Neckereien von Kyria und Reb von der ersten Minute an. Die zwei entwickeln ihre ganz eigenen Insider-Witze und genau das schafft eine Bindung zwischen den Protagonisten, die durch nichts zu ersetzen ist. Durch nichts zu zerstören. Dieses gekabbel ist natürlich gepaart mit einer Menge Humor und schlagfertig wie sie beide sind bieten sie mehr als einmal einen kleinen, amüsanten Wort-Zweikampf. Einfach zum küssen.

Die Dialoge, die zu Beginn noch sehr gezwungen und eckig klingen, nehmen mit der Zeit immer bessere Formen an. Frau Schacht entwickelt sich also selbst in die Geschichte hinein und dennoch ist dies nicht außer Acht zu lassen. Eben dies und die oben genannten Punkte des Emotionsfunken lassen die Welt von Kyria und Reb ein wenig flach erscheinen. Zu schade.

Und für alle Herz-Typen unter den Lesern: Keine Angst, es gibt eine Liebesgeschichte, wenn auch noch nicht sonderlich ausgeprägt. Das liegt vor allem an der Selbstfindung der Charaktere innerhalb von Monaten, die durchaus berechtigt ist. Auch wenn ich die Verbundenheit der beiden nur bedingt teilen kann, doch auch hier ist es eine Sache des Einfühlungsvermögens nehme ich an.

Alles in allem ist Bis ans Ende der Welt ein netter Auftakt, der allerdings einige Startschwierigkeiten aufweist und eine Menge Potential verschenkt. Und gerade, wenn es tatsächlich beginnt spannend, interessant zu werden ist die Story auch schon am Ende. Aber es gibt schlimmeres, denn so einen kleinen Cliffhanger stecken wir doch locker weg und werden - so wir denn wollen - einfach nach dem Folgeband greifen. Ich werde es jedenfalls tun.

3,5/5 Sternen
Profile Image for Andreea.
430 reviews17 followers
July 24, 2013
http://themoonlitbookshelf.blogspot.d...

Summary:

It's the year of 2125 and people are living under the constant government surveillance of New Europe. Everyone is being monitored but the government claims it's in everyone's best interest. Seventeen-year-old Kyria wants to know how it feels to be free so when she learns that she only has 3 weeks left to live, she decides to savor them, no matter what. When an opportunity arises, she escapes from New Europe together with Reb, a rebel of the underground. When they arrive at a place where people lead a simple life, Kyria feels happy for the first time in her life. But someone wants to harm Kyria and when she is being accused of spreading a dangerous epidemic, the teenage girl needs to be on guard and to decide who her friends and foes really are.

My thoughts:

Kyria und Reb - Bis ans Ende der Welt is a German dystopian book for young adults and it was the first German dystopian that I've ever read so when I first heard of this novel, I was really curious to see if I would like it or not. I have read many dystopian novels before, but only a few were really good, so my expectations were high because I've heard great things about this novel.

While there were a few things that bothered me, I can still say that overall, I enjoyed Kyria und Reb - Bis ans Ende der Welt because it was suspenseful and had some mystery elements in it.

So let's start with the things I liked:

I really enjoyed reading about Kyria's and Reb's escape from New Europe because I rooted for them and I wanted them to arrive at their destination safely. I liked to follow them on their little adventure, although the constant teasing between Kyria and Reb was a little annoying, as well as Kyria's complaining.

As I mentioned above, I really liked the mystery elements in this book and I was eager to find out why this particular person wanted to harm Kyria and what Kyria's mother had to do with everything.

Things I didn't like:

Unfortunately, I didn't really like Kyria because I couldn't connect with her due to her constant complaining, her childish behaviour and her self-centeredness. Granted, Kyria's behaviour might have something to do with the fact that she was used to being served, to being treated as a superior because that was her life before she met Reb. That's why I liked that Reb called her Princess, because it suited her a 100 %.

The romance was also at times really annoying, because there was nothing special about it, since Kyria and Reb were constantly teasing each other and there was too much back and forth between the two. Also, it was kind of 'insta-love', since one moment, they were teasing each other, and the next moment Kyria claims to love Reb.

And the last thing that I didn't like about this book was that there was an amalgam of ideas that was too confusing for me. First, we have a typical dystopian system with the government monitoring everyone and everything. Then we have these politics that were too complicated to explain. Women have the greatest say and men have to do what women decide. That was refreshing, but this idea wasn't explored to its full extent because the author decided to dally with another idea, namely the spreading of this dangerous epidemic. In my opinion this was all too much and the author should have concentrated on one main idea and amplify it instead of mixing all these ideas because it was too confusing for the reader.

Conclusion:

All in all, I enjoyed Kyria und Reb - Bis ans Ende der Welt because it had a lot of suspense and intrigue in it and I really wanted to find out more about Kyria's foes and why they were persecuting her.

Rating:

3.5 stars out of 5
Profile Image for Bücher-Stöberia.
369 reviews
September 17, 2013
Es fällt recht schwer, einen Zugang zum Buch und zu dessen Handlung zu finden, da der Leser zu Beginn des Romans mit einem völlig neuen Gesellschaftssystem konfrontiert wird, zu dem es nur sehr wenige Erklärungen gibt. Mit Begriffen wie Civitas, Electi, Id oder Duenna weiß der Leser nur wenig anzufangen und leider werden auch nicht alle Begriffe erklärt. Manche Bedeutungen ergeben sich aus dem Sinnzusammenhang, andere Verbindungen muss der Leser selbst herstellen. So bleibt einiges im Unklaren und offene Fragen bleiben unbeantwortet. Insbesondere wird nur angedeutet, wie sich das Gesellschaftssystem in mehr als 100 Jahren zu einem solchen Überwachungsstaat entwickeln konnte oder was genau dazu geführt hat, dass Frauen nun die Männer auf der Karriereleiter überholt haben und die wichtigsten Ämter bekleiden, während Männer nur noch unbedeutende Aufgaben wahrnehmen. Die Entwicklungen und Zusammenhänge des neuen Gesellschaftssystems, die erklärt werden, sind aber allesamt nachvollziehbar und plausibel.

Ebenso sind die Charaktere allesamt authentisch und lebendig gezeichnet. Kyria überzeugt von Anfang an mit ihrer lebendigen und offenen Art. Sie ist einfach ein sympathisches junges Mädchen. Sie ist zwar wohlbehütet und umsorgt aufgewacht, mit ihrer eigenen Dienerin, macht aber nicht den Eindruck einer verwöhnten Prinzessin, sondern hat durchaus ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Willen. Reb ist hingegen ein Typ, an den man sich erst einmal gewöhnen muss. Er hat ein loses Mundwerk, redet munter drauf los, ohne sich seine Worte zu überlegen und trifft nicht immer den richtigen Ton. Man gewöhnt sich aber an ihn und die Dialoge zwischen ihm und Kyria, die zu Beginn des Buches noch sehr gestellt wirken, werden mehr und mehr lebendig und überzeugend. Insbesondere kommt der feine Humor von Reb zum Tragen und so sorgt er für einige Schmunzler. Auch die Nebencharaktere sind lebendig und greifbar gezeichnet. Aber Vorsicht: Genauso wenig wie Kyria weiß auch der Leser nicht, wem er trauen kann und wem nicht!

Die Handlung des Buches ist sehr abwechslungsreich, was aber auch den Spannungsbogen betrifft. Es gibt Szenen, in denen sich die Ereignisse überschlagen und es gibt Momente, in denen es sehr ruhig zugeht. Diese Szenen kann der Leser nutzen, um ein wenig zu Atem zu kommen und sich auf neue, temporeiche Ereignisse vorzubereiten. Das Buch macht aufgrund der Stichworte „22. Jahrhundert“ und „Überwachungsstaat“ den Eindruck einer Dystopie, aber es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Großteil des Buches innerhalb einer Gemeinschaft spielt, die mit den Gesellschaftsentwicklungen nichts zu tun haben will.

Natürlich entwickelt sich zwischen Kyria und Reb etwas, was schon fast an eine Liebesbeziehung erinnert. Diese Entwicklungen gehen aber sehr langsam voran und der Leser darf keine tiefgründige Romantik erwarten. Die Beziehung zwischen den beiden beschränkt sich eher auf liebevolle Neckereien und Zickereien.

Der Schreibstil der Autorin bzw. der Erzählstil von Kyria ist sehr ansprechend, das Buch liest sich angenehm und flüssig. Allein die Dialoge sorgen zu Beginn des Buches für ein etwas befremdliches Gefühl, da sie konstruiert wirken. Aber wie bereits erwähnt, legt sich das im Verlauf des Buches.

Der Roman endet mit einem sehr gemeinen Cliffhanger, der neugierig auf die Fortsetzung macht.

Mein Fazit:

Ein Roman mit lebendigen Charakteren und einer abwechslungsreichen Handlung, dessen Zukunftsvisionen jedoch nicht alle nachvollziehbar bzw. erklärt sind.
Profile Image for Juli.
426 reviews18 followers
October 28, 2013
Erst einmal vorweg: Ich hatte mir irgendwie mehr von Kyria & Reb versprochen. Gut, das liegt teilweise einfach an meiner extremem Dystopiensucht, und daran, dass ich mittlerweile fast 20 dystopische Werke verschlungen und eines mehr als das andere geliebt habe. Eines ist allerdings bei Allen sehr ähnlich: Dystopien sprühen vor Brutalität und Spannung. Und das fehlt bei Andrea Schachts "Kyria & Reb". Ich bin zwar ein ziemliches Weichei was Horror und Todesszenen angeht, allerdings brauche ich diesen "Kick" einfach in Dystopien, denn irgendwie stelle ich mich vor dem Lesen eines solchen Buches immer darauf ein. Und dann fehlte es plötzlich?

Keinesfalls bin ich enttäuscht von Andrea Schachts Dystopie, eher überrascht, denn diese weist eine komplett neue Richtung auf. Denn sie zeigt ihren Lesern, dass eine Dystopie nicht zwangsläuftig brutal und blutrünstig sein muss. Allerdings musste ich einen Punkt insgesamt abziehen, da mir trotzdem im Mittelteil ein wenig die Spannung fehlte, denn zeitweise plätscherte die Handlung ein wenig vor sich her.

Andrea Schacht hat einen sehr flüssigen und bildlichen Schreibstil. Die Handlungsorte liefen vor meinem inneren Auge wie Filmstreifen, so als würde ich mich selbst vor Ort befinden. Sowas gefällt mir immer sehr, vorallem wenn es so schöne Handlungsorte sind. Man spührt einfach durch jede Beschreibung, jede Zeile, dass die Autorin selbst vor Ort war, dort recherchiert und es ihr sehr gut gefallen hat. So wird ihre Begeisterung dann bildlich. Abgesehen von den Ortsbeschreibungen war der Schreibstil von Andrea Schacht recht gewöhnungsbedürftig, denn sie schreibt recht umgangssprachlich, besonders in den Dialogen zwischen Kyria und Reb. Ich mags allerdings sehr, denn so wirkt das ganze realer, denn welcher Rebell und Ausgestoßener drückt sich in Hochdeutsch aus? Das wäre ja beinahe lächerlich. Einige Textpassagen bekommen dadurch genau den richtigen Schliff und Andrea Schacht lässt Ironie und Humor fließen. Die Dialoge sind richtig toll geschrieben.

Nicht nur die Dialoge auch Kyrias Gedanken sind extrem gelungen. Besonders im Bezug auf Reb scheint bei ihr manchmal eine Sicherung durchzubrennen. Hier ein Beispiel:


"Und dann wühlte er sich mit der anderen Hand in meine kurzen Haare,
zog mich zu sich und küsste mich.
Ich wollte mich wehren.
Ich wollte kratzen und beißen.
Ich wollte um mich treten.
Ich wollte ... einfach nur noch schnurren ... (Zitat, S.148)"


Zu Beginn des Buches habe ich Kyria gehasst. Ich konnte kein Haar an ihr lassen, sie hat mir absolut nicht gefallen. Dies Naivität gepaart mit großer Klappe und Prinzesschen Getue, kein Wunder, dass Reb sie vom ersten Treffe an "Princess" tauft. Meinen Spitznamen für sie wollt ihr lieber gar nicht erfahren. Aber ein Wunder ist geschehen, während der Handlung, nach der Flucht aus ihrem behüteten Zuhause, verändert sich Kyria und zwar zu ihrem Guten. Gut, man kann ihr keine Vorwürfe machen, schließlich wurde sie so erzogen. Aber die "neue" Kyria gefällt mir gleich viel besser, die Worte "kannnich" und "willnich" sind nicht mehr in ihrem Wortschatz vorzufinden. Eine wundervolle Entwicklung, die der Leser hier mitlerben darf.

Andrea Schachts Reihe "Kyria & Reb" ist definitiv etwas für Leser, die vielleicht gar nichts mit brutalen Dystopien wie "Die Tribute von Panem", "Renegade" oder ähnlichen anfangen konnten. Denn hier liegt der Fokus definitiv auf der Liebesgeschichte zwischen Kyria und Reb. Diese ist wunderschön ausgearbeitet, sodass der Leser selbst schon ins Schmachten und Schwärmen gerät.
Profile Image for Beautifuul.
40 reviews7 followers
April 6, 2015
INFOS
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Titel: Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt
Reihe: Kyria & Reb
Autor: Andrea Schacht
Buchart: Gebunden
Genre: Dystopie
Teil: 1
Preis: 17,99€
Seiten: 381
Verlag: Egmont INK
Erscheinungsdatum: 9.Februar.2012
Lieblingsseiten: 26: 46/7; 79; 80; 136; 192/3; 221; 223; 314-318; 325; 338/9; 359; 360; 366/3


ZITAT
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Reb sah mich an. "Ich sterbe!", keuchte ich. "Du stirbst?" "Meine Beine! ich kann meine Beine nicht bewegen, sie tun so weh!" Er drehte sich schwerfällig auf die Seite und stützte sich auf dei Arme. "Ach ja."
Ich zitterte. Große Mutter, hatte der Typ denn garkein Mitgefühl? "Streck dein Bein aus, Princess!" "Kann nicht." "Gott, das alte Lied schon wieder." Er griff nach meinem Fuß und zerrte daran. Mir entrang ein Quieken, das mir peinlich war. Und dann wurde das Leben zur Hölle.
Mit hartem griff knetete Reb meine Wade. Ich stöhnte vor Schmerz auf.
"Lauter, Princess! Das hebt mein Ansehen bei den Nachbarn." S.80

"Schade", grummelte er. "Aber gut, schauen wir, ob sie Würstchen haben?"
"Wozu? Suchst du Vergleiche?"
"Jetzt wirst du frech, Princess." S.360


MEINE MEINUNG
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Ich kann gleich von Anfang an sagen: ich LIEBE dieses Buch! Die beiden Teile gehören zu einer meiner Lieblingsreihen überhaupt.

Zu allererst zu der Geschichte: Ja, es gibt schon viele Geschichten die sich im Klappentext anhören wie viele anderere Dutzende Bücher, desswegen ist es ja auch so schwer da mal ein Highlight zu finden. Allerdings ist es dieses Buch ganz gewiss! Die Story unterscheidet sich in vielen Dingen von anderen Geschichten und es war immer intressant von ihr zu lesen.

Was mir ebenfalls sehr gefällt ist, das man sich nicht erst durch dutzende Seiten quälen muss die oft mals den Anfang bilden - die Spannung beginnt auf der ersten Seite und hört erst nach der letzten auf. Ich habe es wirklich sehr genossen das Buch zu lesen.

Zu den Charakteren kann man nicht mehr viel sagen. Am Anfang war Kyria ein bisschen Weltfremd und hat vieles nicht verstanden, was man ihr aber nicht übel nehmen konnte da sie immer gehegt und gepflegt wurde und von der Außenwelt abgeschnitten war. Vieles war in NuYu eben anders, da konnte man verstehen das sie nicht so viel verstand. 
Reb war mir ausgenblicklich sympathisch und ich lieeeebe ihn so! Er ist eben ein Rebell und lässt sich nichts sagen, er hat einen starken Charakter und ich liebe das Gezanke zwischen ihm und Kyria. Reb ist halt ein richtiger Aufreißer und garnicht wirklich romantisch, aber genau das macht die kleinen berührenden Momente die er manchmal hat, an der er Gefühle zulässt, noch toller werden - weil sie eben so selten sind.

Der Schreibstil. Ja, der Schreibstil, neben dem Storyverlauf der mir so gut gefallen hat, fand ich richtig toll. Andrea Schacht schreibt einfach mit so viel Gefühl, hat die Charakter so gut ausgearbeitet und der Humor - mal ernsthaft, wie oft musste ich lachen! Wirklich ich liebe ihren Schreibstil, dieser flüssige, hin und wieder poetische Schreibstil und dann die Sprüche die sie manchmal aus dem Mund von Kyria und Reb raushaut, einfach nur toll.


FAZIT
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Das Buch fesselt mich auch nach dem vierten mal lesen immernoch. Ich liebe die Geschichte der beiden einfach und den Schreibstil und Humor der Autorin.
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