Flora Gerstmann hat alle Hände voll zu tun mit dem Leben, das sie tagsüber führt. Schule, Freunde und eine chaotische Familie sind für ihren Geschmack genügend Herausforderungen für eine 17-Jährige. Dann aber erfährt sie, dass sie noch ein zweites Leben Nacht für Nacht findet sich ihre Seele in Eisenheim wieder, einer Stadt ohne jede Farbe, mit Zeppelinen, Droschken und eleganten Spaziergängern, und stürzt sich dort von einem Abenteuer ins nächste, ohne dass die schlafende Flora das Geringste davon ahnt.Jetzt aber werden Flora die Augen geöffnet und sie erwacht in einer Welt, die ihr umso fremder erscheint, je mehr sie darüber erfä In Eisenheim scheinen die Gesetze von Raum und Zeit nicht zu gelten, Soldaten auf geflügelten Pferden verbreiten Angst und Schrecken und Flora selbst ist in eine Intrige verstrickt, an die ihr alle Erinnerungen fehlen ...
Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie sich ihrem Studium widmet und ab und an unfassbar schlecht Ballett tanzt – aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie hat früh mit dem Schreiben begonnen und ihr Laptop steht noch immer auf der rosafarbenen Schreibtischunterlage, auf der ihre ersten Geschichten entstanden. Inspiration findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee.
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Rough translation: Mechthild Gläser was born in Essen in the summer of 1986. She lives and works in Ruhrgebiet, where she is dedicated to her studies and now and then dances ballet badly – but only when nobody is watching. She started writing at an early age, and her laptop is still on the rose-coloured desk pad on which she wrote her first stories. She finds inspiration everywhere, but best with a cup of peppermint tea.
Oookay, dann widmen wir uns mal dieser Rezension, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung habe, was ich euch jetzt erzählen werde... Und ja, ich weiß, dass das wenig Sinn macht, aber vielleicht versteht mich ja der eine oder andere, der selbst viel rezensiert.
Stadt aus Trug und Schatten ist der Debütroman der Autorin, allerdings nicht der erste, den ich von ihr gelesen habe. Die Buchspringer hatte mir leider gar nicht gefallen und zu Stadt aus Trug und Schatten hätte ich vermutlich gar nicht gegriffen, wenn ich es zu diesem Zeitpunkt nicht ohnehin schon im Regal gehabt hätte. Zunächst einmal sei gesagt, dass ich mit Stadt aus Trug und Schatten deutlich besser zurechtkam als mit Die Buchspringer. Das lag vor allem an der deutlich emotionaleren, persönlicheren Erzählweise der Geschichte. Flora wird einem ziemlich schnell sympathisch und man kann sehr gut nachvollziehen, wie verzweifelt sie versucht, ihr Leben möglichst normal weiterzuleben und Schwierigkeiten hat, anderen, besonders Marian zu vertrauen.
Was die Idee angeht, so klang diese gut und war es tatsächlich auch. Eisenheim, das mich ein wenig an nordische Mythologie erinnerte, als ein Ort der Träume hat gut funktioniert, auch wenn ich sehr lange gebraucht habe, um eine Vorstellung von diesem Ort zu bekommen. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob das selbst jetzt der Fall ist. Wie auch bei Die Buchspringer haben mir mehr Hintergründe gefehlt, aber bei Stadt aus Trug und Schatten war das mehr ein Wunsch nach mehr Erläuterungen, nach Dingen, an denen man sich festhalten konnte statt wirkliche Lücken in der Logik oder der Geschichte. Was mich besonders überrascht hat, das war das Ende, weil es einige Wenden gab, die nicht nur diesen ersten Band spannend gemacht haben, sondern auch Gutes für den zweiten hoffen lassen.
Was mich persönlich etwas gestört hat und wohl auch verhindert hat, dass das Buch mehr Sterne bekommen hat, das war, dass mir einige Beziehungen unter den Charakteren etwas unausgereift vorkamen, besonders die von Flora zu ihrem Vater. Viele Dinge wurden nicht genug aufgearbeitet, andere kamen mir unlogisch vor. Ähnlich ging es mir auch bei ihrer Beziehung zu einem Freund, dem Zwillingsbruder ihrer besten Freundin. Da steckte bei beiden in den Entwicklungen, die die Geschichte nahm, großes Potential, wurde allerdings zumindest in diesem ersten Teil nicht genutzt.
Insgesamt kein schlechtes Buch mit einer schönen Grundidee, einer sympathischen Protagonistin, aber auch kleinen Baustellen, die verhinderten, dass ich dem Buch mehr als drei Sterne geben konnte. Ich bin mir auch bis jetzt noch nicht sicher, ob ich den zweiten Teil noch lesen werde.
Dieses Buch stand fast genauso lange in meinem Regal, wie es vorher auf meiner Wunschliste stand. Trotzdem hatte ich mich sehr darauf gefreut, da ich das Thema Träumen sehr mag. Und ich muss zugeben, dass ich gehofft habe, dass es ein bisschen wie Silber ist. Und wie das immer so ist: Nein, es war natürlich kein bisschen wie Silber. Jedoch hat es mich stellenweise an Rubinrot erinnert. Stadt aus Trug und Schatten war wirklich, wirklich anders, als ich es erwartet hatte. Deshalb hatte ich auf den ersten hundert Seiten so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Ich konnte mich nicht ganz zu Recht finden und musste mich erst an die Stadt Eisenheim gewöhnen. Was mir nicht so ganz gefallen hat, ist, dass es mit der Liebesgeschichte ziemlich schwierig war. Marian blieb für mich immer sehr distanziert und geheimnisvoll. Ich konnte ihn schlecht einschätzen, denn im einen Moment war er gefühlvoll und gestand Flora seine Liebe und im nächsten ist er völlig kalt, verheimlicht ihr Dinge und handelt nur in seinem Sinn. Flora hingegen konnte ich sehr gut verstehen. Auf einmal fängt sie an, mysteriöse Schatten zu sehen und landet nachts plötzlich in der Stadt Eisenheim. Sie weiß überhaupt nicht, wie ihr geschieht, und genauso wenig wissen auch wir. Nach und nach finden wir heraus, dass Flora nun eine Wanderin ist – sie kann ihr Leben in Eisenheim steuern und erinnert sich auch am Tag noch daran. Jedoch war ihre Seele schon vor ihrem Erwachen Nacht für Nacht in Eisenheim und hat dort einen Diebstahl begangen, der von unfassbarer Auswirkung ist. Es handelt sich um einen alchemistischen Stein, den Weißen Löwen, der für drei Menschen aus Floras Umfeld von sehr großer Bedeutung ist. Jedoch hat Flora daran keine Erinnerung mehr. Den Titel fand ich zu 100% passend, da Flora in Eisenheim, sowie in der realen Welt oft nicht weiß, wem sie trauen kann. Der Schattenteil bezieht sich auf Eisenheim, da es in der Parallelwelt weder Licht noch Farben gibt. Übrigens ist das Cover wirklich wunderschön!
Fazit:
Nach einiger Eingewöhnungszeit konnte mich das Buch mit seiner außergewöhnlichen Idee überzeugen. Auch die Spannung kam nicht zu kurz und an der einen oder anderen überraschenden Wende mangelte es nicht. Das Ende liefert eine gute Grundlage für den zweiten Band. Auch wenn es kein richtiger Cliffhanger ist, sind doch noch einige Fragen offen. Mechthild Gläser hat wirklich eine tolle Welt geschaffen. Wenn man sich auf die Idee einlassen aknn und mit der Vorstellung leben kann, dass unsere Seelen des Nächtens in Bergwerken schuften und ausgebeutet werden, dann kann man mit diesem Buch nichts falsch machen.
Ich muss gestehen, dass ich mit ziemlich gemischten Gefühlen das Buch zugeschlagen habe. Die Idee an sich fand ich ziemlich interessant. Und auch im weiteren Verlauf der Handlung schafft es die Autorin mit einigen netten Details und Fantasiereichtum oft zu überzeugen.
Leider empfand ich das Buch stilistisch gestehen als ... sagen wir mal schwierig. Es las sich ziemlich trocken, steif, fast schon widerborstig. Teilweise waren mir die Sätze unnötig kompliziert aufgebaut. Auch die vielen Fragen, die Flora sich oftmals selbst stellte, waren a) überflüssig und b) wiederholend und brachten die Geschichte nicht voran. Insbesondere der Mittelteil zieht sich arg. Dazu dann übertrieben viele Vergleiche, um Bilder zu schaffen. Was leider nicht so richtig funktionierte. Es blieb alles eher streif und überkonstruiert.
Auch die Figuren an sich kamen mir wie Pappschablonen vor. Jeder agiert genau so in seiner Rolle, wie man das erwartet. Ausreißer oder dergleichen gibt es nicht. Sehr viel schwarz-weiß-Malerei. Dadurch bleiben sie eben auch sehr blass, was schade ist, denn wie gesagt, das Buch hat definitiv Potenzial. Obwohl man sich nach der Lektüre von über 400 Seiten schon fragt, Aber gut, die anderen 2 Bände müssen noch gefüllt werden. Und ich kann mir da schon fast einiges zusammen reimen. Seufz.
Nun gut, alles in allem war das wirklich ganz nett, schöne Idee an sich, Ausführung nicht so richtig überzeugend. Schade, da wurde so einiges verschenkt.
4 Sterne für Inhalt und 2 für Stil. Ich wünschte, ich könnte das Buch höher bewerten, denn die Geschichte hat mir wirklich wirklich gut gefallen. Weder glitzernde Vampire noch Dystopia, sondern eine zwar auch nicht ganz neue, aber kreativ und cool umgesetzte Idee. Dazu fand ich's natürlich interessant, das die Autorin aus Essen kommt und das Buch auch dort spielt. Wenn der Schreibstil und die Ausarbeitung der Charaktere auch so toll gewesen wäre, wie die Story selbst, wäre ich total begeistert. So... leider nicht. Aber es war trotzdem gut zu lesen und ich werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten.
"Stadt aus Trug und Schatten" ist das Debüt der Autorin Mechthild Gläser und gleichzeitig der Auftakt einer Trilogie. Nachdem mich das wunderschöne schlichte Cover aus Weiß und Pink sehr angesprochen hat, bin ich vom Inhalt allerdings ein wenig enttäuscht...
Inhalt: Flora ist eine 17jährige Schülerin und eigentlich ein ganz normales Mädchen. Doch plötzlich beginnt sie Schatten zu sehen, die für andere Unsichtbar sind - und warum lässt ihr Vater plötzlich den finnischen Austauschschüler Marian bei ihnen wohnen, ohne Flora darüber zu informieren? Als sie einschläft, beginnt sich das Rätsel zu lösen. Floras Seele, die wie die Seelen aller Menschen im Schlaf nach Eisenheim reist, wurde von einer Schlafenden, die sich in der realen Welt nicht mehr an Eisenheim erinnern kann, zu einer Wandernden. Von diesem Tag an schreitet Flora bei vollem Bewusstsein durch die schattenhafte Stadt, doch an ihrer Zeit als Schlafende hat sie keine Erinnerungen. Dabei sind diese wichtig, denn Floras Seele hat einen mächtigen Stein gestohlen, den "Weißen Löwen", den die Herrschenden zurück haben wollen. Marian soll sie beschützen, doch kann sie ihm trauen, auch wenn er anscheinend in sie verliebt ist - oder besser gesagt in ihre schlafende Seele?
Die Grundidee von "Stadt aus Trug und Schatten" fand ich eigentlich sehr interessant. Alle Menschen reisen nachts in eine farblose Welt, wo die Schlafenden arbeiten, ohne sich am nächsten Morgen daran zu erinnern, um den Wandernden ein angenehmes Zweitleben zu ermöglichen. Die Ich-Erzählerin Flora wechselt die Seiten und ist in großer Gefahr, denn alle haben es auf den Weißen Löwen abgesehen, den sie gestohlen und versteckt hat. Bis ihre Erinnerungen zurückkehren muss sie auf der Hut sein, doch Marians Gefühle für ihre Seele verwirren sie. Und bei der Liebesgeschichte fängt auch schon das erste Problemchen an, dass ich mit diesem Buch hatte...
Es ist eine unübersichtliche On/Off-Liebe, so sprunghaft, dass ich die Stimmungen der beiden beteiligten Charaktere überhaupt nicht nachvollziehen kann. Marian war in Floras Seele verliebt, die - warum auch immer - als Schlafende ganz anders war als Floras Seele als Wandernde. Mutig, draufgängerisch und chaotisch, wohingegen die "echte" Flora kontrolliert, steif und echt langweilig ist. Und zickig - zickig sollte ich wirklich nicht vergessen. Die Ich-Erzählerin ist ein launenhaftes, ständig eingeschnapptes kleines Mädchen - warum sie gleich zwei Verehrer hat, erschließt sich mir nicht. Sie entwickelt sich zwar im Laufe der Geschichte weiter, aber Marians Gefühle für sie ergeben dennoch wenig Sinn. Erst liebt er sie, dann nicht mehr, dann wieder doch...bei diesem Hin- und Her kam leider keine Liebesgeschichte raus, die mich für sich erwärmen konnte.
Auch die meisten anderen Charaktere dieses Romans sind eher schwarz-weiß gehalten - besonders Floras Vater ist eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Marian hat ein paar überraschende Geheimnisse, allerdings wurde ich das Gefühl nicht los, dass die gesamte Geschichte von "Stadt aus Trug und Schatten" zu konfus erzählt wurde und dadurch oft schwammig wirkt. Es gibt viele Ungereimtheiten und Widersprüche - gibt es Magie oder nicht? - und auch die Beschreibungen der Stadt Eisenheim konnten mich nicht ganz begeistern - obwohl sie schon zu den Lichtblicken des Romans zählten. Letztlich endeten die Schwammigkeiten auch noch in einem für mich sehr unbefriedigenden Ende, bei dem mir einfach zu sehr der Sinn fehlte. Über den sollte man in diesem Roman vielleicht nicht allzu viel nachdenken, sonst bohren sich die Widersprüche ins Hirn und, da sie nicht aufgeklärt werden, bleiben sie dort.
Der Schreibstil ist durchschnittlich, lässt sich aber ganz flüssig lesen. Lobend erwähnen muss ich natürlich, dass dieser deutsche Roman mal nicht in den häufig als Handlungorte verwendeten Städten Berlin, Hamburg oder München spielt, sondern mitten im Ruhrgebiet und zwar gleich um die Ecke, in Essen. Das hilft allerdings auch nicht viel bei meiner Sorge, dass die Handlung nicht das Potential für eine Trilogie hat und auch ein bisschen vorhersehbar ist. Bisher war es noch gelegentlich spannend und konnte mich wenigstens manchmal überzeugen, aber was die Folgeteile angeht, bleibe ich skeptisch. Ein wenig mehr Informationen und ein etwas weniger schwammiger, zusammengewürfelter Schluss, hätten bestimmt ein gutes offenes Ende eines Einzelbands ergeben - aber das was jetzt übrig geblieben ist, macht mir für die Fortsetzung nicht viel Hoffnung.
Fazit: Mittelmäßig, durch und durch. Da es mal wieder eine Reihe ist, bei der ich persönlich trotz des wirklich guten Plots kaum Potential sehe, kann ich es nicht unbedingt empfehlen. Als Einzelband ist es unbefriedigend. Ich denke, ich werde noch weiterlesen und mit all meinem Optimismus auf eine stimmigere Entwicklung hoffen, aber ich bin alles andere als überzeugt. 3 Sterne - eher mit Tendenz nach unten als nach oben.
An sich ein tolles und spannendes Buch mit einem guten Thema. Besonders die Sache mit dem Vergessen etc hat einen beim Lesen sehr gereizt und die überraschenden Entdeckungen und Wendungen der Handlung waren toll. Außerdem fand ich es super, dass Flora sich trotz Marian und ihrer Vergangenheit in Eisenheim nicht versucht hat zu ändern um ihrer alten Seele ähnlich zu sein. Sie steht in dem Buch stark und unabhängig da und das freut mich echt mega dolle, nachdem ich einige Bücher gelesen hab, in denen sich die Protagonistin durch die Liebe hat unterbuttern lassen :D Trotzdem musste ich mich immer etwas aufraffen zum Lesen, aber das lag wahrscheinlich auch etwas an mir :'D Ein schönes Buch! Mal gucken wie die Fortsetzung so wird.
*Inhalt* Eines Nachts macht die 17- jährige Flora eine erschreckende Erfahrung: Durch Zufall findet sie heraus, dass jede schlafende Seele des Nachts ein Doppelleben in der sonderbaren Stadt Eisenheim führt. Manchmal, so wie Flora in jener Nacht, erwacht jemand aus seinem Schlaf und wird zu einem "wandernden", der dann die Stadt bewusst wahrnimmt und von diesem Zeitpunkt an jede Nacht als Wandernder die Stadt betreten wird. Als ob dies nicht genug wäre, wird sie plötzlich auch noch von sonderbaren Schattenreitern gejagt, die ihr sogar in die "reale" und "wache" Welt folgen und vor denen sie panische Angst hat. Der finnische Austauschschüler Marian, der kurz vorher von Flora's Vater und der Haushälterin Christabell und ohne Floras Wissen eingeladen wurde, begegnet dem Mädchen schon im ersten "Wachzustand" in Eisenheim, was sie natürlich äußerst Misstrauisch werden lässt. In der realen Welt angekommen, versucht er ihr zu erlären, dass er sie beschützen soll und dafür extra von Christabell herbeigerufen wurde.
Im Laufe der Nächte stellt sich heraus, dass Flora's Seele schon vor ihrem "Erwachen" in Eisenheim ihr Unheil trieb und mit einiger Hilfe einen wertvollen alchimistischen Stein gestohlen haben soll, um ihn vor unrechtmäßigem Gebrauch zu schützen. Nun wird Flora gejagt - von denen, die den Stein suchen. Doch Flora fehlt jede Erinnerung an den Stein und ihre Taten vor dem "Erwachen" und auch Marian ist irgendwie nicht das, was er zu sein scheint...
*Zitate* ">Cappuccino reicht<, sagte ich schnell. Ich wollte mittlerweile nur nach Hause, mich in meinem Zimmer verkriechen, mir die Decke über den Kopf ziehen und in Ruhe geistesgestört sein."
"Marians Gesicht war blass, doch der harte Zug um seine Lippen verschwunden. Das Grün seiner Augen schien mich verschlingen zu wollen und erneut durchzuckte mich die Wärme der Erinnerung, der Erinnerung an einen Kuss."
"Madame Mafalda war fett. Unglaublich fett. Ihr Gesicht besaß die Form und Konsistenz eines Pfannkuchens, in dem winzige Rosinenaugen prangten. Ihr Busen quoll so weit aus dem Ausschnitt ihres Kleides hevor, dass er ihre Doppelkinne berührte und es jedes Mal ein saugendes Geräuscht gab, wenn die alte Dame den Kopf schüttelte und mich tadelte. Zwar hingen ihre Pobacken an den Seiten ihres Stuhles hinunter wie Schlauchboote und ihre Stimme besaß in etwa die Tonlage eines Kanarienvogels, dennoch wagte es niemand, Madame Mafalda zu belächeln. Denn sie war eine Legende."
*Fazit* "Stadt aus Trug und Schatten" ist der erste Roman einer Trilogie und gleichzeitig der Debütroman der Autorin Mechthild Gläser. Eigentlich stand dieses Buch schon länger auf meiner Wunschliste, das Fantasy Festival in Flörsheim, das am 24.08.12 stattfindet, und bei der Mechthild Gläser aus ihrem Roman vorliest, gab dann den Auslöser mir das Buch doch endlich mal zu schnappen und zu lesen.
Im Prolog begegnen uns zu allererst ein alter Mann und ein junges, schwer verletztes Mädchen, dass den alten Mann mitteilt, dass sie Flora verraten habe. Den Leser irritiert dieser Prolog zu Anfang etwas, schnell wird jedoch klar, dass dies eine Szene ist, die erst später aufgeklärt werden soll - im Nachhinein betrachtet dann also durchaus einen Sinn ergibt.
Das erste Kapitel beginnt damit, dass Flora von ihrem Deutschlehrer geweckt wird, da sie offensichtlich im Unterricht eingeschlafen ist. Flora ist merklich verwirrt, vor allem auch über den seltsamen Traum den sie gehabt zu haben scheint (vermutlich der Prolog) und braucht einige Zeit, um wieder vollständig im Hier und Jetzt anzukommen. Zeitgleich wird uns ihre beste Freundin Wiebke vorgestellt, mit der Flora den Großteil ihrer Zeit verbringt und die ihr schon aus mancher brenzligen Situation heraus geholfen hat. Flora hat nämlich ein Problem: Sie ist schonungslos ehrlich und redet oft, bevor sie anfängt nachzudenken, eine Fähigkeit, die sie in so manch peinliche Situation manövriert. Flora begegnet uns als sympathisches, temperamentvolles Mädchen, dass schon relativ schnell selbständig werden musste, dies aber auch ganz gut hin bekommt. Ihr Vater, der ein großes Aquaristikgeschäft betreibt, hat nicht sehr viel Zeit für Flora, ihre Mutter ist nicht mehr da und die Haushälterin Christabell hilft lieber Floras Vater im Geschäft, als ihre Hausarbeiten zu erledigen.
Flora wird uns im gesamten Roman als willensstarkes junges Mädchen präsentiert, das immer versucht das beste zu tun, sich seiner Sache aber manchmal nicht so sicher ist und so doch etwas unsicherer wirkt, als sie unter anderen Umständen wohl wäre. Besonders die Tatsache, dass sie vor ihrem "Erwachen" in Eisenheim wohl einiges dort "getan" hat an das sie sich nicht erinnern kann, macht ihr schwer zu schaffen und das die Erinnerungen nur sehr langsam zurückkommen behagt ihr gar nicht. Auch für Marian entwickelt sie recht schnell eine Zuneigung, diese verunsichert sie jedoch zunehmend als sie erfährt, dass ihre Seele und Marian in Eisenheim (der "Schattenwelt") bereits eine Beziehung geführt haben. Sie ist sich nicht sicher, ob die Gefühle nur eine Erinnerung an ihr eigenes "selbst" waren, das in der Schattenwelt gelebt hat ohne dass sie es wusste, oder ob sie tatsächlich in den jungen Finnen verliebt ist.
Marian tut sich mit den Gefühlen für Flora anfangs doch sehr schwer, vorallem da sich ihre Seele und ihr eigentliches Selbst so sehr voneinander zu unterscheiden scheinen, dass er manchmal das Gefühl hat, sie gar nicht zu kennen. Der angebliche Austauschschüler ist dem Leser zwar von Anfang an sympathisch, ebenfalls versteht man die Anziehung, die er auf Flora ausübt, trotzdem hinterfragt man seine Absichten hin und wieder und weiß nicht so genau, auf was er es abgesehen hat oder was er eigentlich vor hat. Sind seine Absichten wirklich nur edel?
Flora's Vater, sowie die Haushälterin Christabell waren mir auf Anhieb irgendwie sympathisch, vorallem weil beide auf ihre eigene Art und Weise etwas verwirrt und unorganisiert wirken. Trotz ihres seltenen Auftretens in diesem Roman merkt man, dass sie beide Flora sehr lieben und auch wenn sie so manches Geheimnis vor ihr bewahren müssen um sie zu schützen.
Wiebke, Floras beste Freundin, und deren Bruder Linus spielen zwar eher eine untergeordnete Rolle, sorgen sich jedoch sehr um Flora und deren seltsames Verhalten. Linus, der starke Gefühle für Flora hegt, ist dementsprechend eifersüchtig auf Marian und liefert sich mit ihm hin und wieder ein heißes Wortgefecht. Beide wirken sympathisch und besonders Linus scheint ein echt netter Kerl zu sein - manchmal tut er mir schon fast leid, weil er der "verlorenen" Beziehung mit Flora hinterhertrauert.
Außerdem treten noch einige weitere Personen auf, die allesamt eine tiefgreifendere Rolle spielen und mehr oder weniger sympathisch wirken. Trotzdem passen sie allesamt wunderbar in diesen Roman und man wollte keinen der Protagonisten wirklich missen - jeder spielt seine perfekte kleine Rolle und hat seine eigene Hintergrundgeschichte.
Die Geschichte an sich fand ich außergewöhnlich, interessant, spannend und neuartig. Eine Traumstadt in der sich die Seelen nach dem Einschlafen bewegen, jede einzelne von uns, der Unterschied besteht nur darin, dass wir es entweder wissen oder völlig unwissend bleiben. Eine interessante Theorie, die zum nachdenken anregt und den Leser jeden Abend vor dem Einschlafen aufs neue darüber spekulieren lässt, was mit seiner Seele in dieser Nacht wohl geschehen mag. Träumen wir vielleicht gar nicht und wandeln wirklich in anderen Welten umher? Begehen wir manche Taten wirklich und wundern uns am Morgen wieso der Schlaf so wenig erholsam war? Klasse fand ich auch die Tatsache, dass die Traumstadt Eisenheim nur im Schwarz-Weiß Modus zu "sehen" war, sowohl für den Leser, als auch für die Protagonisten. Man fühlt sich wie in einem alten Schwarz-Weiß Film und kann so noch besser zwischen Traum und Realität unterscheiden. Besonders schön fand ich auch die Namensgebung der einzelnen Kapitel - endlich bekam man die Kapitel nicht nur mit Zahlen eingeteilt, sondern mit richtigen, kleinen Titelbezeichnungen - toll!
"Stadt aus Trug und Schatten" überzeugt mit wundervollen bildhaften Beschreibungen, einer witzigen und gut verständlichen Sprache, tollen Protagonisten und einer außergewöhnlichen, neuartigen Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln weiß und einen dazu zwingt, dass Buch stellenweise gar nicht mehr aus der Hand zu legen.
Wow , mir fehlen die Worte dieses mega coole Buch zusammenzufassen. Ich meine ich kannte Mechthild Gläser vorher nicht aber wenn alle ihrer Bücher so cool sind muss ich jedes davon lesen
Im Allgemeinen finde ich es bei Büchern wichtig das man ein bisschen love story und Action hat und das wichtichste : Sich in die Geschichte hinein versetzen kann und seine eigenen Vermutungen aufstellen kann ! Mechthild Gläser hat alles davon in diese Geschichte hinein bekommen .
Also an alle Leseratten unter euch kann ich es nur empfehlen <3
Die Idee im Traum in einer anderen Welt zu leben faszinierte mich sehr, daher wahr ich auch ziemlich auf die Umsetzung in „Stadt aus Trug und Schatten“ gespannt. Ganz konnte mich „Stadt aus Trug und Schatten“ leider nicht überzeugen. Die Charaktere und auch die Handlung waren mir teilweise zu flach und das Buch strotzt nur so von Klischees. Die Idee hinter dem Buch begeisterte mich dafür umso mehr.
Eins meiner absoluten Lieblingsfantasybücher ist "Die Buchspringer" von Mechthild Gläser. Seither lese ich alles, was diese Autorin schreibt und bin ein ums andere Mal enttäuscht. Ihre Ideen sind gigantisch, aber die Umsetzung ist dann immer eher mäßig. Das ist so schade! Ich habe dieses Buch abgebrochen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, vielleicht finde ich doch noch ein ähnlich wunderbares Buch von ihr, das mich verzaubert wie die Buchspringer.
Das Buch trift so gar nicht meinen Geschmack. An sich ist das nicht schlimm, aber da die Protagonistin unreflektiert unfeministische Aussagen macht und auf andere junge Frauen hinabschaut, finde ich das Buch etwas problematisch.
Inhalt Flora träumt normalerweise nicht, eigentlich kann sie sich überhaupt nicht daran erinnern, schon jemals geträumt zu haben. Doch das ändert sich bald. Denn als sie zum ersten Mal merkwürdige, schwarze Schatten sieht, hat sie in derselben Nacht auch ihren ersten Traum. Sie träumt von einer sonderbaren, farblosen Stadt, in der ihr auch das ein oder andere komische Wesen begegnet. Doch irgendwie erscheint ihr der Traum viel zu real, und als dann auch noch, der im Arbeitszimmer ihres Vaters wohnende, Marian in ihrem Traum auftaucht und am nächsten Tag genau weiß was passiert ist, wird Flora bewusst dass sie gar nicht träumt. Die Stadt existiert wirklich. Es ist Eisenheim, die Stadt in die alle Seelen der schlafenden Menschen kommen, nur bemerkt man das normalerweise gar nicht. Es sei denn man ist eine Wandernde, so wie Flora. Eigentlich hat Flora damit schon genügend Probleme, doch dann erfährt sie, dass sie als Schlafende scheinbar auch noch den weißen Löwen, einen wohl sehr wichtigen Stein gestohlen und dann versteckt hat. So ziemlich jeder will den Stein haben, doch wem kann Flora trauen, wenn sie sich nicht einmal sicher ist ob sie ihr selbst trauen kann?
Meinung Die Idee im Traum in einer anderen Welt zu leben faszinierte mich sehr, daher wahr ich auch ziemlich auf die Umsetzung in „Stadt aus Trug und Schatten“ gespannt.
Mechthild Gläsers Schreibstil ist an sich sehr flüssig und angenehm zu lesen, zeitweise hatte ich aber doch so meine Probleme damit. Stellenweise gab es einfach zu viele, langwierige Erklärungen, die sich durch die Seiten zogen. Auch viele Wortwiederholungen vielen mir eher negativ auf, man muss doch wirklich nicht alles so oft wiederholen, oder? Mit der Zeit hatte ich mich daran aber zum Glück auch gewöhnt und hatte das Buch ziemlich schnell durchgelesen.
Bei „Stadt aus Trug und Schatten“, war ich immer hin und hergerissen, was ich davon halten soll. Denn es ist eigentlich schon relativ Klischeehaft und besonders die Liebesbeziehung zwischen Flora und Marian, hat man schon zu oft gelesen. Die Idee hinter dem Buch war mir allerdings neu und machte das Buch doch wieder zu einem Erlebnis. Es faszinierte mich immer wieder, in die Stadt der Träumenden, nach Eisenheim, einzutauchen und etwas Ähnliches hatte ich vorher noch nie gelesen.
Mit den Charakteren wurde ich leider nicht so wirklich warm. Flora ist mir teilweise viel zu naiv gewesen, doch sie wuchs im Laufe des Buches und zum Ende hin, hatte ich sie sogar schon richtig ins Herz geschlossen. Ja und Marian, Marian… Bei ihm war ich mir nie sicher was ich über ihn denken soll. Mag ich ihn oder mag ich ihn nicht? An sich war die Beziehung zwischen Flora und Marian einfach nur, inzwischen schon, Klischeehaft. Sie fühlen sich beide zu einander hingezogen, können aber doch nicht zusammen sein und so zieht sich das eigentlich durch das ganze Buch. Ihr wisst bestimmt alle was ich meine, hat jeder schon einmal gelesen, oder? Das Ganze wäre vielleicht auch gar nicht so schlimm gewesen, wenn bei mir wenigstens der Funke übergeschlagen hätte, aber leider ist das nicht passiert. Ich war von dem ständigen hin und her und den Problemen, die man so einfach hätte lösen können, ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach nur noch genervt. In „Stadt aus Trug und Schatten“ kommen noch relativ viele verschiedene Charaktere vor, von denen ich einige sofort in die Arme schlingen und anderen lieber nie begegnen würde. So richtig bewegt hat mich aber leider Keiner.
Trotz der so vielen negativen Punkte habe ich das Buch immer noch gerne gelesen und hoffe einfach mal dass mir das nächste Buch der Autorin mehr zusagen wird. Bücher über Träume und allem was dazu gehört, haben mich immer schon fasziniert, so auch „Stadt aus Trug und Schatten“.
Cover Ist euch schon einmal aufgefallen, dass vergleichsweise wenige Cover weiß sind? Also zumindest ist das in meinem Bücherregal so. Da sticht „Stadt aus Trug und Schatten“ mit seinem weißen Cover und der Pinken Schrift schon heraus. Auch eine Stadt, ganz klar Eisenheim, ist in Pink angedeutet.
Mein Fazit Ganz konnte mich „Stadt aus Trug und Schatten“ leider nicht überzeugen. Die Charaktere und auch die Handlung waren mir teilweise zu flach und das Buch strotzt nur so von Klischees. Die Idee hinter dem Buch begeisterte mich dafür umso mehr.
Kurzbeschreibung: Als wäre Floras Leben tagsüber nicht chaotisch genug, wird sie neuerdings auch noch um ihren wohlverdienten Schlaf gebracht: Nacht für Nacht besucht sie Eisenheim, die rätselhafte Stadt der Träumenden. Aber statt sich in aller Ruhe an diese Doppelbelastung zu gewöhnen und - vor allem - herauszufinden, ob der nervtötende Marian nicht auch seine guten Seiten hat, muss Flora dringend ein paar Dinge klären: Denn jemand hat den Schicksalsstein von Eisenheim gestohlen und allem Anschein nach war es - Flora.
Zur Autorin: Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie sich ihrem Studium widmet und ab und an unfassbar schlecht Ballett tanzt - aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie hat früh mit dem Schreiben begonnen und ihr Laptop steht noch immer auf der rosafarbenen Schreibtischunterlage, auf der ihre ersten Geschichten entstanden. Inspiration findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee.
Rezension: Die junge Flora Gerstmann führt ein eigenartiges Doppelleben: Ihr reales Ich befindet sich im Hier und Jetzt, während ihre Seele in all ihren nächtlichen Träumen ein zweites Leben in der geheimnisvollen Stadt Eisenheim führt. Dort soll sie den Weißen Löwen gestohlen haben, einen mächtigen Stein, der für den Fürsten Eisenheims, den Großmeister und auch den Kanzler dort von großer Bedeutung sind.
Um den Weißen Löwen zurückzuerlangen, machen die Eisenheimer auch nicht Halt vor Floras realem Leben und dringen bis dorthin zu ihr vor. Kann Marian, der ihr zur Seite gestellt wird, Flora helfen? Und wem kann sie überhaupt noch vertrauen, sei es in der Realität oder in Eisenheim?
Mechthild Gläser hat mit ihrem Debütroman "Stadt aus Trug und Schatten" ein neues und auch originelles Thema gewählt: Was passiert mit uns in unseren Träumen? Im Buch finden sich alle Schlafenden in der düsteren Stadt Eisenheim wieder, arbeiten dort als eine Art Sklaven in Minen, um die Stadt am Leben zu erhalten. Berühmte Schauplätze aus der Realität sind in Eisenheim ebenso zu finden: Der Buckingham Palace, Nôtre Dame und auch der Kreml, um einige zu nennen.
Außer den Schlafenden gibt es auch noch die Wanderer wie Flora, die sich im Gegensatz zu den Erstgenannten nach jedem Aufwachen an jeden Traum erinnern und deren Realität mit den nächtlichen Erlebnissen in Eisenheim zu verschwimmen scheint.
Mechthild Gläser versteht es sehr gut, Eisenheim vor dem geistigen Auge des Lesers auferstehen zu lassen. Sie schildert bildhaft und detailliert diese düstere Stadt, die auch mit einigen Steampunk-Elementen wie fliegenden Luftschiffen und Gaslaternen gespickt ist, auf denen aber nicht das Hauptaugenmerk liegt.
Flora als Protagonistin kommt glaubhaft daher, ihr Herz liegt ihr auf der Zunge, wenngleich sie anfangs eher etwas ängstlich charakterisiert wird, was sich aber im Laufe der Handlung rapide ändert. Die Nebenfiguren, an erster Stelle Marian, sind recht undurchschaubar und Mechthild Gläser führt den Leser immer wieder auf den ein oder anderen Irrweg, sodass man wie Flora nicht weiß, wem man denn nun vertrauen kann und wem nicht.
Das Ende von "Stadt aus Trug und Schatten" ist relativ abgeschlossen, doch bleiben einige Fragen offen, da es sich hierbei um den 1. Teil einer Trilogie handelt. Wann der zweite Band erscheinen wird, steht noch nicht fest. Doch ich hoffe, dieser lässt nicht allzu lange auf sich warten, und ich freue mich auf einen erneuten abenteuerlichen Aufenthalt in Eisenheim.
Fazit: "Stadt aus Trug und Schatten" besticht vor allem durch die düstere Stadt Eisenheim, mit der Mechthild Gläser ein spannendes und auch neues originelles Setting gewählt hat. Ein Fantasyroman, der Jung und Alt gleichermaßen ob seines erfrischenden Themas ansprechen dürfte.
Inhalt: Es ist ganz normal, dass Menschen träumen - für Flora jedoch nicht. Bisher kann sie sich nicht daran erinnern, jemals geträumt zu haben. Als sie plötzlich damit beginnt, ist sie verwirrt und verängstig, denn sie landet jede Nacht in einer mysteriösen Stadt namens Eisenheim.
Als dann plötzlich ihr Vater den Austauschschüler Marian aufnimmt, ist Flora erst recht entsetzt. Noch nie durften Fremde ihr Haus betreten. In der nächsten Nacht landet sie erneut in Eisenheim und begegnet dort ausgerechnet Marian, der sie schon länger zu kennen scheint. Flora gehört zu den sogenannten "Wandernden", jene, die die zweite Existenz in Eisenheim bewusst miterleben können und die Erinnerungen nach dem Erwachen behalten. Wäre dies nicht schon außergewöhnlich genug, ist Floras Vergangenheit in dieser finsteren Stadt immer noch ein Rätsel. In ihr schlummern Erinnerungen von höchster Wichtigkeit, die nicht nur sie selbst interessieren ...
Meinung: "Stadt aus Trug und Schatten" ist ein typischer Fall von super Cover + interessanter Klappentext = muss ich haben! Das Ende vom Lied kennen viele - es landet nach dem Kauf (ich hab es geschenkt bekommen) erst einmal im Regal und fängt Staub. Aber wie gut, dass man sich einen kleinen Vorrat an Büchern angesammelt hat, denn genau jetzt hatte ich Lust auf dieses Buch. Mechthild Gläser hatte auch wirklich eine tolle Idee, die mich im Gesamtbild aber nicht vollends zufrieden zurückgelassen hat.
Der Einstieg jedoch hat mir gefallen. Die ersten 50 Seiten bin ich wunderbar in die Geschichte gekommen und ich habe mich auf das Abenteuer mit Flora gefreut. Die Stadt Eisenheim kling wahnsinnig toll und auch die Beschreibungen der Autorin machen die "Traumstadt" zu einem Erlebnis. Schon alleine die Idee, dass jeder Mensch beim Schlafen, seinen Geist nach Eisenheim schickt und die Mehrheit davon nichts mitbekommt und eine zweite Existenz im "Traumleben" hat, finde ich vielversprechend und hat sofort mein Interesse geweckt.
Die Grundstimmung im Buch hat es mir ebenfalls angetan. Besonders in Eisenheim herrscht eine düstere, dunkle Atmosphäre. Alles ist in Grautönen gehalten und Farben gibt es so gut wie keine. Das Geheimnis um Flora ist ebenfalls gut in Szene gesetzt und macht neugierig auf den weiteren Verlauf und Entwicklung der Geschichte. Der rote Faden ist somit gegeben. Aber jetzt zum ABER!
Von der Charakterzeichnung bin ich im Endeffekt etwas enttäuscht. Ich mochte Flora ganz gerne, sie schafft es aber nicht, mich völlig mitzunehmen. Die Beziehung zu Marian ist für mich ein wenig belanglos und langweilig. Da sind keine Emotionen und Gefühle übergesprungen und den Nebencharakteren fehlt es meiner Meinung nach an Substanz und Tiefe. Ebenfalls bei Marian habe ich diese wichtigen Eigenschaften vermisst, die ein starker Gegenspieler braucht.
Zudem hat sich die Handlung stellenweise ein wenig gezogen. Es gibt Spannungsmomente, die aber nicht völlig umhauen und ich hätte mir ein kleines bisschen mehr Tempo gewünscht. Dabei sind die Grundelemente der Handlung sehr vielversprechend und das Ende macht sogar neugierig auf den abschließenden Band. Aus sicheren Quellen weiß ich, dass dieser meinen Erwartungen wahrscheinlich mehr entspricht. Daher freue ich mich auf den Abschluss und hoffe da auf etwas mehr.
Fazit: "Stadt aus Trug und Schatten" besitzt sehr viel Potenzial, das meiner Meinung nach nicht völlig ausgeschöpft wurde. Die Grundidee ist fabelhaft und einige Ansätze sind gut umgesetzt. Hier und da fehlt es mir aber an Tempo und Spannung und auch bei den Charakteren habe ich einiges vermisst. Nichtsdestotrotz ein nettes Buch, das sich schön lesen lässt. Von dem Abschluss erwarte und erhoffe ich mir jedoch einiges mehr.
Das Debüt der Autorin Mechthild Gläser hat mir von Beginn an gut gefallen, weil es den Leser mal ohne Vampire und Werwölfe in eine fremde Welt entführt. Stadt aus Trug und Schatten handelt von einer total andersartigen Welt namens Eisenheim, in die sich die Seelen der schlafenden Menschen begeben und eine Art zweites Leben haben. Die Stadt Eisenheim muss eine bunte Mischung aus vielen großen Städten auf der Welt sein, denn man findet nicht nur eine Kopie des Eiffelturms und des Brandenburger Tors, sondern auch weitere Gebäude, die man nicht erwartet hätte. Spannend fand ich, dass die Hälfte der Geschichte in Essen im Ruhrgebiet spielt. Ab und an gibt es auch geografische Angaben, bei denen sich Kenner der Stadt bestimmt zu Hause fühlen würden. Essen ist für mich keine typische Roman-Stadt und das zeigt für mich, dass Flora einfach nur ein völlig normales junges Mädchen von nebenan ist, dass in etwas hineingezogen wird, das sie nicht selbst überblicken kann.
Flora, die Protagonistin in dem Jugendroman, ist direkt sympathisch, weil sie - zuvor eine normale 17-jährige - plötzlich mit einer ganz neuen Welt konfrontiert wird und erstmal überfordert ist. Erst nach und nach kann sie sich zusammenreimen, warum ihr Eisenheim erschlossen wird und wie unterschiedlich die beiden Welten sind. Als Leser weiß man immer nur das, was auch Flora weiß, so dass man mit ihr zusammen einem Rätsel auf der Spur ist. Ansonsten hat zumindest Flora einen ganz eigenen Charakter. Sie ist dickköpfig und vorlaut. Oft gibt sie Kommentare ab, die sie hinterher lieber zurücknehmen würde. Nachdem ihr gesagt wird, dass ihre Seele für den Diebstahl eines magischen Artefakts verantwortlich ist, beginnt eine kleine Hetzjagd auf sie und sie begegnet einigen Charakteren, die man nicht gleich durchschauen kann. Besonders Marian ist mir hier aufgefallen, für den Flora zwar etwas empfindet, sich aber nicht dazu durchringen kann, ihm zu vertrauen. Das war meiner Meinung nach eine authentische Entwicklung, denn ich wüsste auch nicht, wem ich noch trauen könnte, wenn ich plötzlich nach dem einschlafen in einer fremden Stadt aufwache. Leider blieben die meisten dieser Charaktere insgesamt eher blass. Was man erfährt hat mit den aktuellen Geschehnissen zu tun und nicht mit besonderen oder auch alltäglichen Eigenschaften der Charaktere. Ich hätte mir hier mehr Tiefgang gewünscht, war jetzt aber auch nicht todunglücklich, da sich das Buch trotzdem sehr angenehm lesen lässt.
Die Sprache ist übrigens leicht verständlich und gut zu lesen. Ich fand, dass die Autorin einen gelungenen Mix aus jugendlicher und frischer Sprache verwendet, die richtig dazu animiert noch ein paar weitere Seiten zu lesen. Besonders fasziniert war ich von den Beschreibungen, wie Flora Eisenheim wahrnimmt. Mit ihren Augen erkundet man die Stadt und man fürchtet sich auch mit ihr zusammen, weil die Welt an manchen Stellen sogar recht gruselig zu sein scheint. Auf jeden Fall ist die Idee, eine Stadt nur in schwarz/weiß zu halten, sehr gut umgesetzt worden und ich konnte mir Eisenheim sehr gut vorstellen.
Bewertung Mechthild Gläser hat mit Stadt aus Trug und Schatten ein gutes Debüt vorgelegt, das nicht unbedingt durch große Spannung, dafür aber durch viel Fantasie und einem einnehmenden Erzählstil besticht. Ich war absolut positiv überrascht, da es bei einem Debüt nicht selbstverständlich ist, eine solche frische Sprache vorzufinden. Bis auf den kleinen Makel bei den Charakteren ist Stadt aus Trug und Schatten nur zu empfehlen. Im Januar 2013 soll es den zweiten Band der Trilogie geben und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Als Flora eines Tages plötzlich damit beginnt, seltsame Schattengestalten zu sehen und dann auch noch einen seltsamen Traum hat, der sie viel zu real anfühlt, erfährt sie unfassbares: Es gibt eine Welt, in der die Seelen der Menschen, wenn sie schlafen, jede Nacht abtauchen. Wenn man – so wie die meisten Menschen – ein Schlafender ist, mag das kein Problem sein, da man sich daran nicht mehr erinnern kann. Doch wenn man dann plötzlich wie Flora keine Schlafende ist, sondern „aufgeweckt“ wird und sich daran erinnern kann, ist das alles nicht mehr so lustig - besonders wenn die eigene Seele in Eisenheim – der Stadt, in der die Seelen, wenn man schläft, sind - etwas Bedeutendes gestohlen hat.
Emotions:
Eine tolle Idee gut umgesetzt!
Aufbau, Schreibstil und Perspektiven:
Das Buch ist in einen Prolog und 23 leider etwas zu lange Kapitel unterteilt. Mechthild Gläsers Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen. Besonders am Anfang hat sie es geschafft, Bilder vor meinem geistigen Auge erstehen zu lassen, was wirklich nicht viele Autoren bei mir schaffen. Die Geschichte ist aus der Sicht der Protagonistin Flora in der Ich-Form geschrieben.
Meine Meinung:
Dann sah ich den Schatten. Schon wieder. (S.69) Mit diesen mysteriösen Schatten beginnt eigentlich alles. Und ich möchte meine Meinung auch mit eben diesen Beginnen. Um mich etwas verständlicher auszudrücken: mit der Idee. Diese hat mir nämlich wirklich gut gefallen. Eisenheim, eine Stadt der Schlafenden – Wow, etwas vergleichbares habe zumindest ich noch nicht gelesen. Dementsprechend groß war meine Begeisterung, als ich sie erkunden konnte. Durch den anfangs sehr bildlichen Schreibstil der Autorin habe ich viele Eindrücke der Stadt bekommen, die mich allesamt sehr fasziniert haben. Jedoch war der Einstieg in die Geschichte etwas holprig, das lag wahrscheinlich an dem Prolog, den ich erst nach der Hälfte des Buches wirklich verstanden habe, und mich vorher eher etwas abgeschreckt hat statt zu fesseln. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten wurde die Geschichte aber zusehends spannender, wenn auch leider nicht durchgehend. Großteils konnte sie mich fesseln, doch es gab eben auch Stellen, die ich lieber überblättert hätte, weil sie nicht wirklich interessant genug waren, Die Protagonistin Flora war mir von Anfang an sympathisch. Und dass sie eine etwas große Klappe hatte, störte da auch keinesfalls. Dieser kleine Makel ließ sie eher noch realistischer und sympathischer wirken. An der einen oder anderen Stelle hätte ich sie zwar gerne mal etwas angeschoben, doch rückblickend hat das nicht wirklich gestört. Marian, war eine Person mit sehr vielen Facetten. Im einen Moment war er noch so lieb und einfühlend, dann wieder hart und kalt wie Stein. Die Namen der Charaktere sind alle auch sehr schön gewählt, viele sind auch eher seltener, was mir besonders gut gefallen hat. Sehr schön fand ich auch, wie sich gewisse Personen im Buch erst entwickelt haben und so nach und nach ihren Charakter offenbart haben. Das hat doch einen gewissen Reiz geboten.
Mein Fazit:
Stadt aus Trug und Schatten hat mir eigentlich recht gut gefallen. Die Idee ist einfach nur wundervoll, der Schreibstil der Autorin besonders am Anfang sehr bildlich und die Protagonisten wirken allesamt sehr realistisch. Das einzige was ich leider zu beklagen habe, ist, dass das Buch den ein oder anderen Durchhänger hatte oder es stellen gab, die man am liebsten einfach überblättert hätte. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Geschichte weitergeht, auch wenn mir nicht ganz klar ist, wie sie weitergehen soll.
+ Dass Flora so ein gefestigtes Leben hat. Ein Hobby, eine beste Freundin, einen Ex-Freund. Sie kam mir wie ein ganz normales Mädchen vor, das ein gesundes Teenagerleben führt (von der Fürsorge, die sie für ihren Vater übernimmt mal abgesehen).
+ Eisenheim. Mechthild Gläsers Grundidee eines zweiten Lebens während man schläft, ist so cool. Zum einen das Konzept, zum anderen Eisenheim selbst. Auf jeden Besuch habe ich mich gefreut und wollte mehr entdecken, vor allem vom Glaswaldlabor und den Schattentieren *__*
+ Marians Konflikt. Er kennt und liebt die alte Flora. Nun gibt es aber nur noch die neue Flora und er muss damit klarkommen, dass sie zwar genau so aussieht wie seinen große Liebe, aber innerlich eine andere zu sein scheint.
+ Linus. Er ist Floras Exfreund und der Zwillingsbruder ihrer besten Freundin. Ich fand seine Rolle interessant (er möchte noch immer mit Flora zusammen sein) und ihn irgendwie cool, obwohl man gar nicht so viel von ihm mitbekommt.
+ Das Ende, vor allem in Bezug auf Marian und seinen Zwiespalt gegenüber dem Weißen Löwen und dem Materiophon. Die Enthüllungen fand ich gut und die Entscheidung, die er treffen musste, war wirklich hart.
Fand ick nich so jut:
- Der Schreibstil schweift manchmal unnötig aus. Ein Fakt wird mit zwei Sätzen erklärt, wo einer gereicht hätte.
- Hier und da war mir Flora zu stur. Als sie zum Beispiel das erste Mal in Eisenheim landet, rennt sie erst mal weg, obwohl sie gar nicht bedroht wird und die Personen ihr helfen möchten. Zu einem späteren Zeitpunkt übt sie sich im Fach Doppelmoral. Sie ist sauer auf Marian, weil er ihr etwas über ihren Vater verheimlicht hat, gleichzeitig verheimlicht sie ihrem Vater selbst einen wichtigen Fakt, weil sie ihn nicht unnötig aufregen möchte.
- Manches war mir zu überzeichnet dargestellt. Es hat schon Fremdschämniveau wie unselbstständig und verplant Floras Vater ist. Außerdem arbeitet der Fürst von Eisenheim angeblich mit der Polizei und dem CIA zusammen. Das hätte man weniger übertrieben darstellen können.
- Es wird nicht direkt enthüllt wer Floras Mutter ist, dabei ist das so, so offensichtlich. Gleiches gilt für den Pyramiden-Hinweis. Flora braucht viel zu viele Seiten, um diesen idiotensicheren Tipp zu kapieren.
- Ich hätte gern mehr Basisinformationen über Eisenheim gehabt. Anscheinend ist es ja nur eine große Stadt, aber sie beherbergt alle Menschen, die im Moment schlafen (egal ob sie Schlafende oder Wandernde sind). Wie soll denn das gehen? Selbst wenn man unterschiedliche Zeitzonen mit einberechnet, reicht eine Stadt platztechnisch nie im Leben aus.
- Als Wiebke und Linus auch beginnen Schatten zu sehen, habe ich mich total gefreut. Ich mag die beiden und hätte sie gern zu Flora nach Eisenheim geholt. Stattdessen scheint ihr Schattensehvermögen eher ein temporärer Zustand gewesen zu sein. Schade :/
Insgesamt ein sehr kreatives Buchdebüt, das leider seine Längen und kleineren Fehler hat. Ich bin interessiert an der Fortsetzung, aber ich werde nicht zum Erscheinungstag in die Buchhandlung rennen.
Floras Familie ist schon etwas seltsam: Besuche von Freundinnen und Freunden in der elterlichen Wohnung sind strengstens verboten, der Vater lebt für seine Fische und ist immer fürchterlich zerstreut. Außerdem versteht die Haushälterin mehr von verschiedenen Kampfsportarten als vom Haushalt. Als eines Tages ein Austauschschüler bei Flora einzieht, ist ihr klar: Etwas stimmt nicht! Wie recht sie damit hat, zeigt sich nachts: Floras erfährt, dass ihre Seele jede Nacht in die Schattenwelt nach Eisenheim wandert. Dort hatte ihre Seele bisher ein Eigenleben geführt, an das sich Flora erst nach und nach erinnern kann. Zu allem Überfluss hat ihre Seele einen mächtigen, alchemistischen Stein gestohlen, hinter dem alle möglichen Leute her sind. „Stadt aus Trug und Schatten“ ist der Debütroman der deutschen Schriftstellerin Mechthild Gläser und der spannende Auftakt zu einer Trilogie zwischen Schattenwelt und Wirklichkeit... Die Idee des Romans ist sehr interessant und spannend und lässt sich in zwei Fragen zusammenfassen: Was macht unsere Seele während des Schlafes? Führt sie ein eigenes Leben, von dem wir nichts wissen? In „Stadt aus Trug und Schatten“ ist genau dies der Fall, doch nur wenige Menschen wissen vom Doppelleben ihrer Seele. Eisenheim, die Stadt in die alle Seelen des Nachts wandern, wird dabei wunderbar als farbloser, andersartiger aber teilweise auch ähnlicher Ort gegenüber der wachen Welt beschrieben. Durch schöne, ausführliche und einfallsreiche Schilderungen wird diese geheimnisvolle Stadt vor den Augen der Leser sichtbar und lebendig. Flora, die 17-jährige Protagonistin, fällt aus allen Wolken, als sie von der Existenz Eisenheims erfährt. Sympathisch war sie mir anfangs nicht: Sie ist ziemlich zickig, reagiert aufbrausend und kann ihre Zunge nicht zügeln. Doch sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte und wächst über sich hinaus: Sie erweist sich als mutig und ehrlich, sodass sie dem Leser doch ans Herz wächst. Marian, der mysteriöse Austauschschüler, ist schwerer zu durchschauen. Flora und der Leser wissen oft nicht, was ihn beschäftigt, welche Motive ihn antreiben und welche Ziele er verfolgt. Bis zum Ende überrascht er Flora immer wieder – positiv, als auch negativ. Wie auch viele der anderen Personen kann man auch ihn nur schwer einschätzen, auch wenn er äußerst sympathisch wirkt. Der einzige Kritikpunkt der Geschichte liegt für mich in der Beziehung zwischen Flora und Marian: Sie ist von Aufs und Abs durchzogen. Doch wenn man im Verlauf der Geschichte erfährt, welchen Grund das hat (diesen verrate ich an dieser Stelle jedoch nicht), wirkt dieser eher konstruiert, als müsste die Beziehung unbedingt kompliziert sein. Dadurch empfand ich das Ende als etwas unbefriedigend. Vielleicht ändert sich dies noch in den folgenden Bänden. „Stadt aus Trug und Schatten“ hat mich durch die fantastische und „träumerische“ Idee begeistert, die Kritikpunkte leisten dem keinen Abbruch. Viele überraschende Wendungen lassen das Ende nicht erahnen, sodass die Geschichte bis zum Schluss gefährlich, romantisch und spannend bleibt.
Auf dieses Buch bin ich bei einem Besuch bei Amazon.de aufmerksam geworden und konnte es mir nach einigen Monaten dann günstig gebraucht zulegen.
Flora hat merkwürdige Träume und befindet sich in ihren Träumen in Eisenheim, einer Stadt für Schattenwandler. Auch im wahren Leben sieht sie hin und wieder einen Schatten und als dann plötzlich der Austauschschüler Marian in Floras Leben tritt, erzählt dieser ihr, dass alle schlafenden Menschen Seelenwanderer sind , nur sie eine von denen ist, die es bewusster sind, als Andere. Auch Marian ist ein Schattenwandler und führt Flora in die Welt Eisenheims ein, wo Flora den Weißen Löwen finden muss, welcher für den Kanzler der Stadt eine große Bedeutung hat. Denn dieser wurde im Buckingham Palace gestohlen. Für sie beginnt ein Spiel auf Leben und Tod. Denn wer in der Schattenwelt stirbt, der stirbt auch im wahren Leben. Flora lernt neue Freund und Feinde kennen, und muss feststellen, dass es noch andere Seelenwanderer in ihrem Umkreis gibt.
Zu Beginn des Buches wird der Leser gleich nach Eisenheim entführt. Dort wird ihm einiges über die Stadt erzählt und detailliert beschrieben. So befand man sich sehr schnell in der Geschichte drin und konnte mir die genannten Schauplätze sehr gut vorstellen. Die Spannung wurde nach und nach aufgebaut, bleibt dann in dem gesamten Buch bestehen und somit konnte ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Mechthild Gläser hatte es geschafft mich von dieser Story von Beginn an zu begeistern.
Der Schreibstil ist flüssig und jugendlich und manche Dialoge konnten mich sogar etwas zum Lächeln bringen.
Die Charaktere des Buches fand ich einfach nur hinreißend und toll. Natürlich waren Marian und Flora die Hauptprotagonisten, jedoch kamen auch viele nennenswerte Nebencharaktere ins Spiel. Floras Vater, der eine gewisse Rolle in der Stadt Eisenheim spielt, Wiebke, Floras beste Freundin und auch der Kanzler Eisenheims, welcher für mich teilweise ulkig und belustigend rüber kam. Ich stellte mir ihn vor, wie einen kleinen griesgrämigen Opa.
Die Beziehung zwischen Marian und Flora spielt nur beiläufig eine Rolle. Sie kamen sich nach und nach näher. Marian spielte den kleinen Beschützer an Floras Seite und sie lernte ihre Gefühle zu ihm kennen. Beide Protagonisten waren mir von Anfang an sehr sympathisch. Ich konnte mit ihnen lachen und leiden.
Dieses Buch gehört zu meinen absoluten Favoriten in diesem Jahr und ich freue mich umso mehr, dass in den nächsten Tagen schon der zweite Band der Autorin erscheinen wird. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen! Es ist absolut lesenswert!
Was passiert mit uns, wenn wir träumen? Diese Frage hatte sich Flora bislang nicht gestellt. Doch als sie erfährt, dass ihre Seele ein Doppelleben in Eisenheim führt, der Stadt, die alle Menschen besuchen, wenn sie schlafen, fällt sie aus allen Wolken.
Jahrelang wusste sie nichts von dieser geheimnisvollen Stadt, die ihre Seele Nacht für Nacht besuchte. Aber jetzt ist Flora eine Wandelnde, sie kann sich auch tagsüber an ihre Besuche in Eisenheim erinnern. Allerdings muss sie aufpassen, denn sie wird gejagt. Ihre Seele hatte den "Weißen Löwen" gestohlen, einen alchemistischen Stein mit mächtigen Fähigkeiten. Flora erinnert sich nicht daran, warum sie diesen Stein gestohlen hatte. Oder wo er sich nun befindet. Aber ihre Erinnerungen kehren in langsamen Schritten zurück....und eines ist gewiss: Flora ist auch nicht mehr in ihrem realen Leben sicher, denn die Schattenreiter aus Eisenheim verfolgen sie auch dort.
"Stadt aus Trug und Schatten" ist das Debüt von Mechthild Gläser. Die Idee einer Traumwelt ist sicherlich nicht neu, dennoch ist Eisenheim eine besondere Stadt, denn nicht jeder Träumende ist gleich. Es gibt Schlafende, die Nacht für Nacht in den Fabriken arbeiten und Wandelnde. Nur die Wandelnden können sich an ihr zweites Leben in Eisenheim auch in der realen Welt erinnern. Da sich in Eisenheim die ganze Welt trifft, gibt es hier die verschiedensten bekannten Gebäude unserer Welt zu sehen: der Eiffelturm, Notre Dame, der Buckingham Palace und der Kreml, um nur ein paar zu nennen.
Als Flora von einer Schlafenden zu einer Wandelnden geweckt wird, werden zunächst auch ihre Erinnerungen an Eisenheim gelöscht. Sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann. Schließlich muss sie einen Grund dafür gehabt haben, den "Weißen Löwen" zu stehlen. Flora weiß ebensoviel wie der Leser, was das Buch nicht nur spannend macht, der Leser wird dazu animiert, eigene Theorien zu entwickeln.
Und auch die Liebe kommt nicht zu kurz: da ist zum einen Floras Exfreund, der sie noch immer zurück will. Und dann erscheint Marian, ein Wandelnder, der als Austauschschüler getarnt bei Flora wohnt. Flora fühlt sich zu ihm hingezogen, seine Berührungen erscheinen ihr vertraut, denn die beiden waren bereits in Eisenheim ein Paar, als Flora noch eine Schlafende war. Doch Marian verhält sich merkwürdig.
Wer dieses Buch beginnt, wird es nicht mehr aus der Hand legen können, so fesselnd ist der Schreibstil. Ein gelungener Auftakt einer Trilogie, deren Fortsetzung ich schon heute gespannt entgegenblicke.
Dieses Buch habe ich eigentlich mit keiner großen Erwartungshaltung gekauft. Man kennt das vielleicht, man schnappt sich irgendein Buch weil es grad kein interessanteres gibt und kauft es, um überhaupt irgendwas zum lesen zu haben. Ich finde Stadt aus Trug und Schatten übertrifft seinen Klappentext bei weitem. Jede einzelne Figur ist genial gezeichnet und vor allem in die Protagonistin Flora kann man sich gut hineinversetzen. Sie wirkt vor allem unperfekt und die nicht so wie das starke, schlaue Mädchen, was man heutzutage in jedem zweiten Buch vorgelegt bekommt. Ich mag sie sehr! Was mich aber vor allem von diesem Buch überzeugt hat, ist die Art wie Eisenheim (ein seltsamer Name BTW) beschrieben wurde. Es hat nicht lange gedauert, bis ich beim lesen ein Bild vor meinem inneren Auge hatte. Ich konnte die schönheit sehen, die ganz subtil beschrieben wurde, aber auch zum Ende des Buches hin immer mehr die Verwesung und all das Hässliche dieses Ortes. Man hatte beim lesen das Gefühl dass all die Eigenschaften der Charaktere dieses Buches sich in dieser Stadt widerspiegeln. Etwas was mich sehr gestört hatte, war das manches doch sehr vorhersehbar war. Das war schade, doch anderes blieb bis zum Ende hin rätselhaft. Eine weitere Sache, die mir zunehmend den Nerv geraubt hat war Marian. Nicht er so insgesamt als Figur, sondern eher einige seiner verhaltensweisen. Ich meine wie oft will er sich noch umdrehen und gehen, ohne dass er Flora ausreden lässt?? Man sollte mich nicht falsch verstehen, er hat wirklich tolle Züge, genug hawww-Momente, die diese kleine Sache aufwiegen aber maaaan manchmal hätte ich ihm schon gerne mal eine geklatscht, als er sich wieder einfach weggedreht hat Und gegangen ist... Selbstverständlich kann ich ihn aber trotz allem verstehen, was wohl jeder kann, der das Buch gelesen hat. Da ich natürlich erst kurz vor Schluss festgestellt habe, dass ich es wieder mal mit einer Trilogie zu tun habe, heißt es nun warten. Aber hier warte ich gerne, denn das Ende hat viel Spannung und Emotionen für die nächsten beiden Teile versprochen. Zum Schluss kann ich nur noch sagen: Ich bin froh dass ich an diesem Tag kein besseres Buch gefunden habe, Stadt aus Trug und Schatten ist beim besten Willen kein Buch, das man eben mal so liest. Es ist einzigartig und anders und ich bin schlichtweg begeistert!
Mechthild Gläser hat einen ausgesprochen angenehmen Schreibstil, der hin und wieder von tollen Metaphern oder Vergleichen durchsetzt wird, welche die Szenen super veranschaulichen.
Charaktere
Flora, um die es die ganze Zeit geht, ist ein eigensinniges Mädchen, dessen Mund immer schneller plappert, als ihr Gehirn nachdenkt. Dies führt hin und wieder zu amüsanten, aber auch zu prekären Situationen. Dennoch hat es mich als Leserin gefreut, ein willensstarkes Mädchen vor mir zu haben, das versucht, seinen eigenen Weg zu gehen.
Marian ist der geheimnisvolle Finne, der urplötzlich als “Austauschschüler bei Flora in der Wohnung steht. Doch schon bald stellt sie fest, dass er in der Schattenweld ihr fester Freund war. Leider kommt die echte Flora wohl nicht so sehr an die Seelen-Flora heran, denn Marian schwankt hin und her, ob er sie nun mag oder nicht. Leider stört mich dieses Hin und Her ein wenig. Manchmal ist weniger mehr.
Umgebung
Gläser schafft sowohl in unserer Welt als auch in der Schattenweld eine wunderschöne Atmosphäre. Je nach Setting passt sich die Umgebung der Wahrnehmung an und man hetzt mit Flora gemeinsam durch diese wundersame Stadt oder deren Gebäude, die so ganz anders sind, als sie es in unserer Welt verkörpern.
Plot
Man wird nicht die ganze Zeit mit dem Kopf draufgeschlagen, dennoch zieht sich die Suche nach dem “Weißen Löwen” durch das gesamte Buch. Ich habe als Leserin mitgefiebert, was nun passieren wird und wie Flora aus dieser Situation wieder herauskommt.
Ende
Vom Ende habe ich mir ein klein wenig mehr versprochen, aber die Tatsache, dass es noch einen zweiten und damit abschließenden Teil gibt, lässt mich mit einem Augenzwinkern drüber hinwegsehen.
Fazit
Ein wunderbares Buch mit einer Leseempfehlung! Ich werde es mir irgendwann im Laufe der Zeit bestimmt nochmal zu Gemüte führen und Teil 2 auf jeden Fall lesen! Aufgrund der ab und an nervigen Szenen mit Marian und einem Ende, das es nicht richtig in sich hatte, vergebe ich 4 Sterne :) .
Flora ist siebzehn Jahre jung und erlebt in letzter Zeit unheimliche Dinge. Ein immer wiederkehrender Traum beschäftigt sie Nacht für Nacht. Sie befindet sich in einer Stadt, die völlig in Dunkelheit versunken scheint. Aber auch tagsüber sieht Flora merkwürdige Schatten. Etwas stimmt nicht mit ihr, ist sie krank? Jedoch fühlt sich alles viel zu echt an. Als Floras sonst so gesellschaftsscheuer Vater den finnischen Austauschschüler Marian aufnimmt, glaubt sie nicht mehr an Zufälle. Die Wahrheit lauert in den Träumen....
"Willkommen im Reich der Schatten, in Eisenheim, der Stadt der wandernden Seelen."
Das Debut von Mechthild Gläser ist ein neuer Stern unter den Romanen, welche mit Parallelwelten versuchen, die Leser zu begeistern. Ich fand die Handlung sehr ansprechend und wunderbar düster. Realität und Traumwelt werden spannend ausgebaut und harmonisieren später als eine Einheit. Der Autorin gelingt es mit kleinen Details beide Orte mit Überraschungen zu versorgen und somit für den Leser lebendig zu halten. Auch wenn die Realität dazu gehört, blieben die Geschehnisse in Eisenheim mein Favorit. Diese altertümliche Stadt voller Asche und Staub, umringt vom Nichts und aller Naturgesetze trotzend, zog mich einfach magisch an. Den Seelen wird hier eine eigene Geschichte gegönnt und die Möglichkeit zu einem zweiten Leben außerhalb ihres Körpers gegeben.
Diesen Wohlfühleffekt bei den Handlungsorten hätte ich mir für die Charaktere auch gewünscht. Leider mangelt es hier etwas an Tiefe und Entwicklung. Für ein Jugendbuch fällt das jedoch kaum ins Gewicht und in Folgebänden könnte sich daran noch einiges verbessern. Die Geschichte ist voller Phantasie, die Handlung abgeschlossen und alle offenen Fragen sind am Ende beantwortet.
Fazit: Super Debut mit Potenzial. Vielleicht lesen wir uns bald wieder, in Eisenheim?
Flora wacht eines Nachts an einem sonderbaren, düsteren Ort auf, dabei hat sie vorher noch nie geträumt. Oder ist es in Wahrheit gar kein Traum? Und was sind das für Schatten, die sie tagsüber verfolgen und die außer ihr niemand sehen kann? Zu allem Überfluss taucht bei ihr zu Hause ein Austauschschüler namens Marian auf, dem sie ebenfalls in ihren Träumen begegnet. Von ihm erfährt sie, dass ihre Seele jede Nacht nach Eisenheim wandert und dort ein eigenes Leben führt und sich selbstständig entwickelt. Dort waren sie und Marian nicht nur ein Liebespaar, Flora soll auch den Weißen Löwen, einen magischen Stein, gestohlen haben. Und nun muss sie ihn wiederfinden.
Stadt aus Trug und Schatten klang sehr vielversprechend, hat mich aber enttäuscht. Die Protagonistin war mir unsympathisch, alle anderen Figuren blieben zu blass und viel hat sich nicht aufgelöst. Viele Handlungen und Reaktionen konnte ich nicht nachvollziehen, einige Dinge habe ich nicht verstanden und alles in allem wirkte es sehr konstruiert. Die Liebesgeschichte sowie Floras Gedanken sind ein ständiges Hin und Her, was auf die Dauer stört. Anscheinend wird es weitere Bände geben, was das offene Ende erklärt, diese werde ich aber nicht mehr lesen. Sprachlich hat es mir leider auch nicht gefallen, es liest sich sehr stockend und nicht "rund". Schade.
Mehr wie 2.75 Sterne. Der Anfang ist vielversprechend, aber nach einem Drittel wird's ein bißchen mühsam. Da verliert sich die Geschichte häufig in Nebensächlichkeiten und Flora und Marian können sich so gar nicht entscheiden, wie sie zueinander stehen. Trotzdem: für ein Debut wirklich nicht schlecht und: Flora tut ab und zu Dinge, die bei mir normalerweise ziemlich sicher zu Sympathieverlust führen - aber nicht bei ihr! Nichts konnte sozusagen meine Sympathie für Flora trüben und das muss man erstmal schaffen!
Am Anfang war ich wirklich begeistert von dem Buch, dessen Charaktere und der wahnsinnig tollen Idee dahinter. Doch je mehr ich gelesen habe, desto undurchsichtiger wurden mir Flora und Marian.
Marian der ständig vom kaltherzigen zum verliebten Marian umschwenkt und Flora die nie so wirklich weiß ob sie ihm nun vertrauen kann oder nicht.
Zum Schluss konnte mich die Geschichte wieder richtig packen aber zwischendrin hätte ich mir ein paar Seiten weniger gewünscht.
Der Anfang hat mir wirklich gut gefallen. Die Welten an sich waren auch sehr schön ausgeschmückt. Das Ende war leider sehr kurz und vorausschaubar, wodurch die Spannung fast komplett verloren ging. Auch konnte mich der Schluss nicht wirklich dazu verlocken den zweiten Band zu lesen.