Sachen machen. Was ich immer schon tun wollte kam vor einigen Wochen per Überraschungspost bei mir an und ich war zugegebenermaßen schon skeptisch, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Ein Buch darüber, was andere schon immer tun wollten, zu lesen, stand nicht gerade hoch in meiner Prioritätenliste. Nun bin ich dazu gekommen, das Buch zu lesen und kann danach irgendwie immer noch nicht einschätzen, wie ich das Buch bewerten soll. Der große Spaß ist bei mir nicht ausgebrochen, aber immerhin habe ich an manchen Stellen schmunzeln dürfen. Und ab und an habe ich mir auch gedacht, dass ich eine "Sache" auch gerne mal ausprobieren würde. Generell ist es positiv, dass die Autorin Erlebnisse beschreibt, die oftmals ohne großen finanziellen Aufwand erlebt werden können. Schon das animiert ab und an dazu, darüber nachzudenken, ob man es auch ausprobieren möchte. Leider sind viele der Erlebnisse für mich nicht weiter interessant, so dass es trotz des guten Stils der Autorin ab und an langatmig wurde.
43 verschiedene "Sachen" wurden getestet und darüber geschrieben. Die Autorin schreibt dabei frisch von der Seele weg, so als wenn sie es jemandem erzählen würde. Daher gibt es manchmal sehr verschachtelte Sätze und dann wieder ganz Kurze. Störend ist das nicht, im Gegenteil. Ich mag es, wenn direkt geschrieben wird, die Geschichte so lebendiger ist. Problematisch war oft eher, worüber sie berichtet hat. Viele der angesprochenen "Sachen" haben mich einfach nicht gepackt. Lediglich 5 Berichte haben mir wirklich Freude gemacht, allen voran zum Beispiel das Kapitel zum Übernachten im Buchladen. Hier habe ich mir gedacht: "Das möchtest du auch mal machen!" Interessant fand ich auch die Episoden zum "Minigolf im Schwarzlicht" und das "Essen in völliger Dunkelheit", weil es erstens ungewöhnlichere Erlebnisse waren und zweitens mit anderen Menschen zusammen erlebt wurde. Für Leser, die auf der Suche nach neuen Abenteuern sind, kann das Buch also durchaus hilfreich sein. Was aber nun an einer Massage beispielsweise so interessant ist, dass man darüber berichten muss, erschließt sich mir nicht wirklich.
Gut gefallen hat mir übrigens die Cover Gestaltung. Und wenn man das Buch wie ein Daumenkino blättert, kann man unten sehr schön das Rhönrad-Fahren, dass auf dem Cover gezeigt wird, weiter beobachten. Positiv ist ebenfalls, dass die Episoden nicht aufeinander aufgebaut sind. Man kann also ruhig Zeit zwischen den Kapiteln vergehen lassen und braucht dennoch nicht zurückblättern.
Bewertung
Sachen machen ist ein nettes Buch für zwischendurch oder zur Anregung eigener Wünsche. Zwei, drei Erlebnisse sind nun auch auf meiner To-Do-Liste gelandet. Leider ist das Buch insgesamt nur mäßig spannend, obwohl der Stil der Autorin ansprechend ist. Ein zweites Mal würde ich das Buch nicht mehr lesen, aber um den "Mach-doch-Muskel" zu trainieren, lohnt es sich bestimmt für den Einen oder Anderen.