In a Los Angeles of the near-future where anything goes, Dusty McCullough presides over anarchy with the help of her computer genius lover, whose work triggers a series of unexpected events
Charles Platt (born in London, England, 1945) is the author of 41 fiction and nonfiction books, including science-fiction novels such as The Silicon Man and Protektor (published in paperback by Avon Books). He has also written non-fiction, particularly on the subjects of computer technology and cryonics, as well as teaching and working in these fields. Platt relocated from England to the United States in 1970 and is a naturalized U. S. citizen.
Librarian Note: There is more than one author in the Goodreads database with this name.
Charles Platt kannte ich bisher nur dem Namen nach von seinen beiden »Dream Maker« Büchern, in denen er bekannte Science-Fiction-Autoren interviewt. Ein Teil dieser Gespräche ist unter dem Titel »Gestalter der Zukunft: Science Fiction und wer sie macht« in der Edition SF im Hohenheim Verlag erschienen. Neue Science-Fiction-Romane und Erzählungen schreibt Platt schon länger nicht mehr und der für ihn enttäuschende kommerzielle Misserfolg des vorliegenden Buches ist daran nicht ganz unschuldig, wie er selbst sagt.
Der Memoranda Verlag hat sich mit dieser Ausgabe sehr viel Mühe gegeben: die Klappenbroschur mit dem passend schrägen Titelbild von Michael Marrak beginnt mit einem Vorwort des Autors, in dem er erklärt, wie er auf die Idee zu diesem Buch gekommen ist und in dem er sich ein wenig darüber beschwert, dass das Buch nicht der erhoffte Erfolg wurde (S. 24). Es gibt ein Plotschema, das ist ein zweiseitiges Diagramm, in dem die Beziehungen zwischen den einzelnen Kapiteln dargestellt werden; dazu kommt eine Straßenkarte, eine Liste der auftretenden Personen, Erläuterungen des Übersetzers und vor allem eine dreiseitige Auflistung der SF-Elemente im Buch: von »A« wie »Abschmelzen der Polkappen« über »K« wie »Kennedy, nicht ermordet«, »T« wie »Tachyonen« bis hin zu »Z« wie »Zeitreise« sind 72(!) SF-Themen aufgelistet, die sich alle mehr oder weniger deutlich in diesen etwa 300 Seiten wiederfinden. Platt versteht seinen Roman nämlich als Metafiktion, »in der der Autor bewusst das Artifizielle oder Literaturhafte eines Werks deutlich macht, etwa durch Parodieren« (S. 15) und er hat versucht, möglichst viele Science-Fiction-Themen in einen einzigen Roman hineinpressen. Dabei bedient er sich der Werke verschiedenster Autoren, von denen er einige in seinem Vorwort nennt.
Das Buch spielt im Jahre 1999, also vom Erscheinungsdatum aus zehn Jahre in der Zukunft. Der Klimawandel und das Ozonloch haben die Erde teilweise zerstört und in den Trümmern von Los Angeles hat sich in der »Free Zone« eine alternative Gesellschaft ausgebildet, die sich über den Betrieb von »Love Land« finanziert, des einzigen Freizeitparks ausschließlich für Erwachsene, der sich - wer hätte das gedacht - auf die Erfüllung sexueller Wünsche spezialisiert hat. In der »Free Zone« lebt eine bunte Ansammlung von religiösen Fanatikern, Hell’s Angels Bikern, Junkies und anderen »Spinnern« (Klappentext) einigermaßen friedlich in einer Art Basisdemokratie zusammen, in der sie jeden Abend über wichtige Fragen abstimmen können, die ihnen im Fernsehen kurz vorgestellt werden. Sie müssen sich gegen den Rest von Los Angeles verteidigen, das von einem fundamentalistischen Prediger regiert wird, der den Zorn Gottes über sie bringen will.
Vorgestellt wird uns die »Free Zone« zuerst durch ihre Gründerin Dusty McCullough, eine »muskulöse Bikerbraut«, die den »libertären Sozialismus« propagiert, ein Paradies für Unangepasste, einen minimalen Staat, in dem jeder mit seinem automatischen Gewehr herumlaufen kann. Ihr Liebhaber, ein Computernerd, betreibt ein Zyklotron im Keller, das anscheinend eine Störung im Zeitkontinuum verursacht und um diese Störung zu untersuchen wird der Roboter 6A419BD5h (ja, das ist eine Hex-Zahl!) aus der Zukunft geschickt. Gleichzeitig trifft noch Dr. Percival Abo in der »Free Zone« ein, ein Genetiker, der intelligente Hunde züchtet, die sich als noch intelligenter erweisen werden, als er selbst es gedacht hat. Der Bürgermeister von Los Angeles schmiedet inzwischen düstere Pläne zur Zerstörung der Zone, die in einem Angriff der Nationalgarde auf das libertäre Utopia gipfeln.
Nach und nach kommen immer mehr Science-Fiction-Elemente in Form von immer neuen Bedrohungen ins Spiel, und es gibt sogar ein wenig Technobabbel durch den Roboter, der pseudo-plausibel erklärt, warum die Bedrohungen sich immer mehr häufen. Da gibt es Dinosaurier und Weltraumschnecken, die die Menschen fressen wollen, dazu Nazis aus einem Paralleluniversum und so vieles mehr, dass es wenig Sinn macht, die Handlung zusammenzufassen. Der Versuch, möglichst viele SF-Motive unterzubringen, kulminiert im vorletzten Kapitel, denn hier treffen alle Bedrohungen aufeinander, ob sie von Menschen erzeugt wurden, ob sie aus dem Weltall, aus dem Erdinnern, von Atlantis oder aus der Zukunft stammen, es laufen alle Fäden zusammen, wie man auch an dem erwähnten Plotschema erkennen kann. Dort sieht man, dass alle Handlungslinien in dieses Kapitel münden und nur wenige in das darauffolgende letzte Kapitel. Warum das so ist, wird hier nicht verraten.
Den Vergleich mit Douglas Adams, der auf dem Cover gezogen wird, finde ich nicht richtig, der Humor im »Hitchhiker« ist wesentlich tiefgründiger und philosophischer. Zumal Platt auch nicht immer witzig ist, seine Schilderung der »Barbaren« aus dem hohlen Erdinnern, die ständig ihre Sklavinnen vergewaltigen, fand ich sehr befremdlich. Das liegt aber wahrscheinlich weniger an Platt als an der Vorlage, denn diese Barbaren sind eine Anspielung auf John Normans »Gor«-Romane und haben zum Glück nur wenige Auftritte.
Ich lege das Buch mit gemischten Gefühlen aus der Hand, es hat mich unterhalten und ich fand das Experiment sehr interessant, allerdings ist das Buch durch die Menge der angeschnittenen Themen überlastet und die Handlung überdreht. Eine Schilderung der Utopie in der »Free Zone« ohne einige der vielen SF-Elemente - z.B. ohne die Barbaren, ohne die Saurier aus Atlantis und ohne die genmodifizierten Hunde - hätte mir wahrscheinlich besser gefallen, aber das hätte nicht dem Wunsch des Autors entsprochen. Ob man die libertäre Utopie für erstrebenswert hält, ist ohnehin noch einmal eine andere Frage, die jeder Leser für sich entscheiden muss.
Glücklicherweise ist die Behauptung von Rudy Rucker völlig überzogen, wenn er sagt: »Platt stopft das gesamte Golden Age der Science Fiction in nur einen Band«. Auch Platt selbst übertreibt - sicher absichtlich - hemmungslos, wenn er behauptet, dies sei »Der einzige Science-Fiction-Roman, den sie jemals lesen müssen« (S. 18). Da ist noch mehr zu entdecken, ganz sicher …
Um den Bogen zu meiner Einleitung zu schlagen: eine Neuausgabe der »Dream Maker« insbesondere mit den bisher noch nicht in Deutschland veröffentlichten Interviews würde hoffentlich nicht nur mich sehr freuen.
This book was incredible. I absolutely need to write a script for this and make it into a movie, I am shocked it hasn't been done yet, honestly. I see myself coming back to this one like a comforting, old hoodie, to reread many times over.
Charles Platt remains the cultiest of cult authors with this sci-fi romp that is up there with "The Gas" in terms of anarchic playfulness, fluid genre writing, and knowing deployment of sci-fi tropes and ideas.
This very postmodern work takes pains to remind us, constantly, that it is nothing more than an assemblage of tropes; I'm not fluent enough with my English lit terms to say whether this is a satire, farce, or parody. In any case, it's a very enjoyable and breezy book that piles genre contrivance on top of genre contrivance to great effect. There is some over the top sex and violence but, all in all, these passages--like their companions in The Gas--exist more as parodies of pornography than as the genuine item. I would try to describe the plot here, except it's both too complicated and too simple and also a lot of the fun in this book comes from the ridiculous twists and turns the narrative takes.
Some people might find this book too cutesy; I thought it was a fun experiment from an underrated figure within modern sci-fi.
I read this years ago as a highschooler and remember enjoying it a lot. I had just read another of his books, "The Gas" - picked because it was described as one of the most pornographic and blasphemous books to be written (and because I was in highschool) and decided to see what some of Platt's 'normal' fiction is like. I guess this wasn't super normal as it was an experiment in anarchic freewriting. This book has everything.
I would re-read this in a heartbeat. The Gas, not so much.
I haven’t been so entertained since I read the Varley’s Gaea trilogy 40 years ago.. Maybe the freep is still alive and kick’s … If you enjoy meta fiction .. a great example….