This volume, originally published in French, offers a new interpretation of Marx’s great work. By exploring the work as a step in a process of theoretical development, Jacques Bidet re-assesses Marx’s system in its set of constitutive categories, seeking to pin down the difficulties they encountered and the analytical and critical value they still have today.
Jacques Bidet is a French philosopher and social theorist, currently professor emeritus in the Philosophy Department at the Université de Paris X - Nanterre. His most recent translated books are Exploring Marx's Capital: Philosophical, Economic, and Political Dimensions (2007), and A Critical Companion to Contemporary Marxism (2007). He wrote the introduction to Louis Althusser's On the Reproduction of Capitalism (2014).
In „Que faire du Capital ?“ unternimmt Jacques Bidet eine anspruchsvolle philosophische Relektüre der marxistischen Geschichtstheorie mit explizitem Fokus auf den kapitalistischen Produktionsmodus, wie er in Marx’ „Das Kapital“ entfaltet wird. Vor dem Hintergrund einer Krise des marxistischen Denkens und der wachsenden Komplexität globalisierter Gesellschaften plädiert Bidet für eine Rückkehr zu den theoretischen Fundamenten – insbesondere zur Kategorie des Werts –, um die innere Kohärenz der Kritik der politischen Ökonomie neu zu begründen. Sein Ansatz versteht sich als eine methodische Untersuchung-Befragung, die das Ökonomische, Juridische und Politische nicht getrennt behandelt, sondern in ihrer immanenten Verschränkung als einen neuen theoretischen „Kontinent“ erschließt. In dieser Perspektive fungiert die Werttheorie als zentrales soziopolitisches Analyseinstrument zur Freilegung der Struktur moderner Klassenherrschaft. Bidet bricht mit rein quantitativen oder ökonomistischen Deutungen und interpretiert den Wert als Ausdruck eines sozialen Zwangs zur Arbeit, der erst durch die Subordination im Produktionsprozess wirksam wird. Die Wertform erscheint so nicht als neutrale Marktgröße, sondern als Mechanismus, der den Warenfetischismus stabilisiert und die reale Ausbeutung hinter der formalen Gleichheit des Tausches verschleiert – ein politisches Kommandoverhältnis über lebendige Arbeit, das sich als ökonomische Notwendigkeit tarnt. Charakteristisch für Bidets Ansatz ist zudem die konsequente Ablehnung jeder historischen Teleologie. Anstatt den Zusammenbruch des Kapitalismus als deterministisches Gesetz zu postulieren, versteht er Theorie als strategisches Instrument. Ihre Aufgabe besteht nicht in der Prophezeiung, sondern darin, den Unterdrückten die Mechanismen ihrer Beherrschung sichtbar zu machen und jene Faktoren zu identifizieren, die kollektives Handeln ermöglichen. In dieser Hinsicht knüpft Bidet explizit an Machiavelli an: Theorie liefert keine Heilsversprechen, sondern analytische Werkzeuge zur Orientierung im Feld realer Machtverhältnisse. Der Zusammenhang von Markt und politischer Herrschaft erscheint bei Bidet als unauflösliche Einheit innerhalb der „Metastruktur der Moderne“. Der Markt ist kein neutraler Raum des Austauschs, sondern ein Herrschaftsinstrument, durch das die formale Freiheit der Zirkulation in reale Subordination im Produktionsprozess umschlägt. Politische Macht ist daher nicht äußerlich, sondern strukturell in die Produktionsverhältnisse eingelassen und wird durch Staat und Institutionen als Rahmen gesellschaftlicher Praxis abgesichert. Abschließend charakterisiert Bidet Wert und Kapital als Demi-Konzepte, da sie keine isolierten ökonomischen Kategorien darstellen, sondern ihre Bedeutung erst in der Verknüpfung mit soziopolitischen Machtverhältnissen entfalten. Der Wert benötigt stets seine „politische Hälfte“ – sozialen Zwang und Klassenherrschaft –, um die Realität kapitalistischer Produktion erklärbar zu machen. Erst im Übergang vom Wert zum Kapital tritt das Klassenverhältnis offen hervor und macht die widersprüchliche Totalität des Systems sichtbar. Damit unterstreicht Bidet mit großer Klarheit die fundamentale Untrennbarkeit von Ökonomie und Politik im Marxschen Denken.
To be honest, I understood about 10% of this book. I thought I could read it contemporaneously with Capital Vol. I and grasp it. But not only is this a book intended to be read after all 3 volumes, it's also addressed to an academic audience, one that has a strong understanding of all of the different strategies of reading Capital, all of the debates, all of the lacunae essentially.
Unless you're an expert in philosophy and the Marxian history of ideas, I'd recommend opting for Harry Cleaver or David Harvey or even Michael Heinrich before attempting to read this book.
This feels like a copy of Althusser's 'Lire Le Capital': there is nothing new on Bidet's reflections that haven't been already said by other authors.
The only thing that saves this book is the last chapter where Bidet makes an own proposal about the 3 distinct economical orders we can find on Marx's work.
Aside from this, I'd skip this if you've already read Das Kapital.