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Glaube Liebe Hoffnung

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In der Absicht, nach einem "alltäglichen Fall" "ein Stück gegen die bürokratisch-verantwortungslose Anwendung kleiner Paragraphen zu schreiben", um "wiedermal den gigantischen Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft zeigen zu können", verfaßte Ödön von Horváth 1932, zusammen mit dem damals 19Jährigen Lukas Kristl, "Glaube Liebe Hoffnung".

First published January 1, 1932

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About the author

Ödön von Horváth

232 books124 followers
Ödön von Horváth was a German-writing, Austro-Hungarian-born, playwright and novelist. Important topics in Horváth's works were popular culture, politics and history. He especially tried to warn of the dawn of fascism and its dangers. Among Horváth's most enduringly popular works, Jugend ohne Gott describes the youth in Nazi Germany from a disgruntled teacher's point of view, who, himself at first an opportunist, is helpless against the racist and militaristic Nazi propaganda that his pupils are subjected to and that dehumanizes them and, at last, loses his job but gains his identity.

Having always lived in fear of being struck by lightning, in Paris Horváth was hit by a falling branch and killed during a thunderstorm on the Champs-Élysées, opposite the Théâtre Marigny.

His famous quote:

"If you ask me what is my native country, I answer: I was born in Fiume, grew up in Belgrade, Budapest, Pressburg [Bratislava], Vienna and Munich, and I have a Hungarian passport, but I have no fatherland. I am a very typical mix of old Austria-Hungary: at once Magyar, Croatian, German and Czech; my country is Hungary; my mother tongue is German."

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Community Reviews

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51 (16%)
4 stars
128 (41%)
3 stars
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2 stars
29 (9%)
1 star
5 (1%)
Displaying 1 - 16 of 16 reviews
Profile Image for Terpsichore.
11 reviews
December 2, 2023
"Ich lebe, ich weiß nicht wie lang
Ich sterbe, ich weiß nicht wann
Ich fahre, ich weiß nicht wohin
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin."

Eine prägnante und an vielen Stellen äußerst komische Kritik an der Ungerechtigkeit der Justiz gegenüber (weiblicher) Armut und der Frage nach dem Umgang mit einer von Ungerechtigkeit geprägten Gesellschaft.
Profile Image for Rosalia.
89 reviews1 follower
September 5, 2022
„jeder Mensch hat seinen Sinn im Leben, und wenn nicht für sich selbst, dann für einen anderen“👥 (2,5⭐️)
Profile Image for jana.
14 reviews
November 23, 2025
Bestimmt ein wichtiges Stück das seiner Zeit kritische Themen direkt angesprochen hat und auch auf heute noch gut übertragbar ist, aber ich glaub ich bin nicht media-literate genug um den tieferen, ergreifenden Sinn mitzunehmen. Drama und ich sind uns nicht so warm i guess
Profile Image for Anika.
74 reviews1 follower
January 22, 2024
Unfassbar gutes Volksstück, auch wenn Elisabeth nicht die sympathischste Person ist, kann man sehr gut mit ihr fühlen und ihr Handeln nachvollziehen.
Profile Image for Homersevil.
45 reviews17 followers
January 10, 2016
Ödön von Horváth portraitiert mit seinem kleinen „Totentanz“ eine sehr außergewöhnliche Zeitspanne. Die Wirtschaftskrise hat Deutschland und den Rest der Welt fest im Griff. Arbeitslosigkeit, Existenzangst und Perspektivlosigkeit bestimmen das allgemeine Stimmungsbild der Bevölkerung. Wer Arbeit hat, fürchtet sie jederzeit zu verlieren. Wer keine Arbeit hat, hat zumindest den Selbstmord als Ausweg. Eine Zeit, in der das persönliche Wohlergehen und jegliche Zukunftsaussichten, weniger durch das eigene Geschick, als durch den puren Zufall bestimmt werden.

Protagonistin in Horváths Stück ist Elisabeth. Eine junge Frau, die den gegebenen Umständen zum Trotz ihr Ziel fest im Auge behält und sich nicht so leicht unterkriegen lassen will. Eine beherzte Kämpfernatur, die versucht ihr Schicksal nicht zum Spielball wirtschaftlicher Unwägbarkeiten und gesellschaftlicher Konventionen verkommen zu lassen. So sind ihr auch, vielleicht nicht immer ganz legale, Mittel recht, um in den stürmischen Tagen jener Zeit ein einfaches Leben führen zu können. Eines Tages lernt Elisabeth jedoch einen jungen Polizisten kennen, beide verlieben sich ineinander. Doch hat diese Beziehung in diesen Zeiten eine Zukunft? Lassen sich gesellschaftliche Abgründe mit Glaube, Liebe und Hoffnung überbrücken?

Horváth verwendet eine unglaublich anrührende und vor allem volksnahe Sprache in seinen Stücken. Im Gegensatz zu seinen Prosawerken, wie z.B. „Jugend ohne Gott“ oder aber auch „Ein Kind unserer Zeit“, ist gerade das Stilelement seiner verwendeten Sprache von entscheidender Bedeutung. Die Kraft und Intensität, aber vor allem auch die Glaubwürdigkeit seiner Protagonisten, die in den Dialogen entsteht ist meiner Meinung nach ohne Gleichen.

Auszug Erstes Bild Szene 4:

Elisabeth: Sind der Herr hier eine zuständige Instanz?
Präparator: Ich bin der Präparator. Sie können sich mir ruhig anvertrauen.
Stille.
Elisabeth: Man hat mich nämlich extra darauf aufmerksam gemacht,
daß man hier seinen Körper verkaufen kann - - das
heißt: wenn ich einmal gestorben sein werde, daß dann
die Herren da drinnen mit meiner Leiche im Dienste der
Wissenschaft machen können, was die Herren nur wollen
- - daß ich aber dabei das Honorar gleich ausbezahlt
bekomme. Schon jetzt.
Präparator: Das ist mir neu.
Elisabeth: Man hat mich aber extra darauf aufmerksam gemacht.
Präparator: Wer denn?
Elisabeth: Eine Kollegin.
Präparator: Was sind Sie denn von Beruf?
Elisabeth: Jetzt habe ich eigentlich nichts. Es soll ja noch
schlechter werden. Aber ich lasse den Kopf nicht
hängen.
Stille
Präparator: Seine eigene Leiche verkaufen - - auf was die Leut
noch alles kommen werden?
Elisabeth: Man möchte doch nicht immer so weiter.
Profile Image for Jannik Faierson.
161 reviews13 followers
April 25, 2021
"Das sehe ich schon ein, dass es ungerecht zugehen muss, weil halt die Menschen keine Menschen sind - aber es könnt doch auch ein bisschen weniger ungerecht zugehen" (S. 43)

Es ist ein kurzes Stück, also halte ich auch meine Gedanken dazu kurz. Horvath porträtiert wie eine kleinliche und entpersonalisierte Rechtsauslegung bedürftige Menschen drangsaliert und jede Hoffnung auf sozialökonomischen Aufstieg zerstört. (Habe ich das nicht etwa schonmal in der Dreigroschenoper gehört?) Dabei bedient er sich des realen Falls der Klara Gramm, die mehrmals wegen (für Horvath) vernachlässigbarer Delikte verurteilt worden ist.
Durch seinen typischen lebensnahen Stil zeigt er die anschließende Stigmatisierung und Vorurteile, welche die Marginalität ihrer Umstände aufheben. Die Aussage Horvaths scheint auf den ersten Blick auf eine sanftere Auslegung des Strafrechts zu laufen, doch dabei (glaube ich) geht es ihm viel mehr, gegen eine unbarmherzige und egoistische Gesellschaft zu argumentieren. Denn die Verurteilung geschieht nicht wegen Gesetzesverstößen, sondern aufgrund Mitmenschen, die nicht zuhören, nicht verstehen wollen und stattdessen Vorurteilen folgen: Eine unsolidarische Gesellschaft! (im Entstehungsjahr 1932 keine Überraschung und dennoch ein wichtiger Impuls für manche gegenwärtige Entwicklungstendenzen)
Profile Image for steph.
764 reviews8 followers
September 27, 2019
there is little art in simply describing problems. there is little art in simply writing as people talk. the scenes described can easily be transposed into modern times, not because of horvath's vision but simply because depressingly, not enough has changed. 1 star, though, for his feminist stance.
Profile Image for Bobby Sullivan.
582 reviews7 followers
January 9, 2023
Strikes me as sort of Brechtian. Elisabeth never has a chance, because the system is stacked against her. If she could just catch a tiny break of luck, or if she could find even one person selfless enough to truly care more about her than themselves... But it never happens, and that dooms her.
Profile Image for nina.
40 reviews
November 13, 2025
'Ich lebe, ich weiß nicht, wie lang,
Ich sterbe, ich weiß nicht wann,
Ich fahre, ich weiß nicht wohin,
Mich wundert, daß ich so fröhlich bin'

Very quick read. Typical Horváth. Demonstrates the way justice towers over women and leaves them as casualties
Profile Image for Reinhold.
551 reviews33 followers
December 10, 2008
Dieses sehr kurze Drama handelt von einer jungen Frau deren Armut sie dazu bring, sich auf mehrerer Ungeschicklichkeiten und kleinerer Vergehen einzulassen - dafür wird sie ins Gefängnis geschickt. Als sie aus der Haft entlassen wird, lernt sie einen Polizisten kennen, verliebt und verlobt sich. Als er von ihren "Ausrutschern" erfährt verlässt er sie und Elisabeth sieht keinen Ausweg mehr als den Freitod. Der beleuchtete Themenkreis dreht sich vor allem um Armut, soziale Verantwortung und Teilnahmslosigkeit.

Horvath einer der größten Dramatiker des 20. Jahrhunderts, gibt selbst im Vorwort zu dem Drama die Worte eines Bekannten wieder: "Ich (Kristl) verstehe die Dramatiker nicht, warum nämlich diese Dramatiker, wenn sie Tatbestand und Folgen eines Verbrechens dramatisch bearbeiten fast immer nur sogenannte Kapitalverbrechen bevorzugen, die doch relativ selten begangen werden - und warum sich also diese Dramatiker fast niemals um die kleinen Verbrechen kümmern, denen wir doch landauf-landab tausendfach und tausendmal begegnen, und deren Tatbestände ungemein häufig nur auf Unwissenheit basieren und der Folgen aber trotzdem fast ebenso häufig denen des lebenslänglichen Zuchthauses mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, ja selbst der Todesstrafe ähneln." Er bezog sich damit auf einen realen Fall, aufgrund dessen Horvath das vorliegende Stück entwickelte - in Zusammenarbeit mit eben diesem Kristl.

Das wirklich gute an der hier besprochenen Ausgabe ist, dass nicht bloß der Text des Stückes selbst abgedruckt ist, sondern auch Fragmente der Entstehungsgeschichte. Ebenso bemerkenswert, ist die nachgelagerte 20seitige Analyse der Entstehungs- und vor allem Aufführungsgeschichte von "Glaube, Liebe, Hoffnung". Dies ist bestimmt nicht das beste Werk das Ödön von Horvath geschaffen hat, es ist aber insbesondere aufgrund der hier vorliegenden Zusatzinformationen ausgesprochen empfehlenswert.
Kommentar Kommentar | Kommentar als Link
267 reviews8 followers
December 18, 2014
Absolut Göttlich! Eines der besten Bücher die ich je gelesen habe. Geschrieben 1932. Passt aber bestens in 2014...

Ein glasklares Abbild unserer Gesellschaft.

Höchst zu empfehlen als Denkanregung!
Profile Image for Mark.
149 reviews2 followers
August 19, 2015
It's a somewhat slight work, and feels very of its time. But the clarity with which Horvath writes women is very clear, and the way he interweaves the economic and the personal still rings true.
Profile Image for Gijs.
175 reviews9 followers
April 9, 2017
Elisabeth wordt in Glaube Liebe Hoffnung geconfronteerd met een systeem van wantrouwen, onpersoonlijkheid, etc. Hoewel iedereen van goede wil is, is men blind voor het feit dat het systeem van de toenmalige Duitse samenleving dat misschien niet is. Zo doende kan een klein beetje pech volledig noodlottig worden en alle harmonie verstoren. Elisabeth wordt zo doende een tweede Woyzeck.
Displaying 1 - 16 of 16 reviews

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