Das ist also das erste Buch, dass ich seit langem mal wieder (fast) in einem durchgelesen habe. Am selben Tag zumindest, und das ist auch schon was her.
Stilistisch? Wundervoll. Ich finde diese ganze Sache mit der "eloquenten Ausdrucksweise" genial, und wo ich nach einer Deutschklausur froh bin, nicht mehr so schreiben zu müssen, schreibt Andy Strauß eben ein ganzes Buch. Famos. Famos fand ich übrigens auch die kursiven Einschübe von Michael, dem Spanknabenlieferanten.
Story? Um einmal bei Andy Strauß' Ausdrucksweise zu bleiben, war das Buch in sich stringent. Das Ende hat mir aber doch die ein oder andere Frage offen.Wahrscheinlich war es dieser "wtf"-Moment, den der liebe Uhrmacher ebenfalls hatte, als die Weinke auf dem Boden kniete um seinen eruptiv ausgestoßenen Mageninhalt aufzunehmen. Andy Strauß muss nicht immer Sinn machen, und das ist auch gut so. Ich habe gut gelacht.
Der Schluss? Womit ich meine: Das letzte Kapitel. Ganz famos, selten habe ich etwas so Schönes gelesen, mir kamen regelrecht die Tränen. :')
Charaktere? Da ich ein großer Fan des Miniaturmüllhaldenbetreibers bin und auch Konrad, den Kater mit der Glasscheibe sehr gern mag, kann ich nicht meckern. Der Uhrmacher war so naja, die Weinke war so ihh, und alle anderen waren so aha. lol. wtf. rofl. Um das mal in Michaels Artikulationsweise auszudrücken.
Ekelfaktor? Naja, also eigentlich: hoch, aber da geschriebenes Wort in mir selten Übelkeit auslöst, muss ich leider passen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich nach dem Kapitel mit der Begegnung von der Weinke und der Kerze, auch keinen sonderlich großen Appetit mehr hatte. Auf Amazon schrieb auch ein Herr - oder eine Dame - dass für ihn/sie/es die Sache mit dem Spanknaben definitv zu weit ging. Kann ich so nicht unterschreiben, es passt einfach perfekt in diese Welt, die Andy Strauß hier geschaffen hat.
Alles in allem ein herrliches kleines Büchlein! Bin von Andy Strauß als Romanautor ebenso begeistert wie von Andy Strauß als Poetry-Slammer und Kurzgeschichtenschreiberling.