Zählen ein paar Menschenleben, wenn du die ganze Welt retten kannst?
August 2025. Auf einer riskanten Demo in München verliebt sich Cat in Falk, einen jungen Naturschützer, der ihr so viel mutiger und entschlossener vorkommt als sie sich selbst. Gemeinsam kämpfen sie darum, die letzten verbliebenen Regenwälder vor Holzfällern und Konzernen zu retten, bevor es endgültig zu spät ist. Doch warum ist Falk so sicher, dass er und seine Freunde das schaffen werden? Im Dschungel von Guyana weiht Falk sie schließlich in seinen Plan ein: Es gibt einen letzten radikalen Weg, um die Vernichtung der Wälder aufzuhalten. Cat steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens... soll sie Falk dabei helfen oder versuchen, ihn zu stoppen? Denn wenn irgendetwas schief geht, kann dieses Projekt in einer Katastrophe enden...
Ich bin Jahrgang 1970, habe in Frankfurt Amerikanistik, Anglistik und Germanistik studiert und ein Volontariat im Lektorat des Campus-Verlages absolviert. Mehrere Jahre lang war ich erst freie Journalistin, dann Redakteurin des Magazins changeX, das sich mit Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigt. Mit meinem Mann und 2006 geborenen Sohn lebe ich in der Nähe von München und arbeite als Autorin und Lektorin. Wenn ich nicht gerade Bücher schreibe (meine Lieblingsbeschäftigung), halte ich Schreibworkshops und Lesungen.
Veröffentlicht habe ich unter meinem richtigen Namen neben unzähligen Artikeln (viele davon in der Süddeutschen Zeitung) und Kurzgeschichten (z.B in Anthologien von Carlsen, cbj/Random House und Ueberreuter) zahlreiche Sachbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die meine breit gefächerten Interessen widerspiegeln. Seit der Geburt meines Sohnes schreibe ich auch Bilder- und Vorlesebücher.
Unter dem Pseudonym Katja Brandis habe ich eine ganze Reihe von Jugendromanen verfasst, hauptsächlich Abenteuerromane, Thriller und Fantasy ab 12, wie zum Beispiel Gepardensommer (Ueberreuter Verlag), Ruf der Tiefe, Vulkanjäger sowie Und keiner wird dich kennen (alle Beltz & Gelberg). Unter dem Namen Siri Lindberg ist mein erster Erwachsenenroman (Fantasy) beim Piper Verlag herausgekommen.
Als ich das letzte Mal nachgezählt habe, bin ich auf über 50 veröffentlichte Bücher gekommen. Hat mich auch ein bisschen erstaunt. Aber wenn man sein Hobby zum Beruf gemacht hat, dann freut man sich Montag früh darauf, dass die Arbeitswoche nun wieder losgeht …
Ich bin sehr froh darüber dieses Buch jetzt Jahre später noch ein zweites Mal gelesen habe. Mit zwölf Jahren war ich eindeutig noch zu jung, um alles, was passiert verstehen und kritisch betrachten zu können.
Die vier-Sterne Bewertung lässt schon darauf schließen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Beziehungsweise ich es als sehr wichtig und gut empfunden habe. Gefallen im Sinne von, dass ich jede Menge Spaß beim Lesen hatte, jetzt nicht, dafür war die Thematik zu ernst und düster. Aber wie gesagt, ist sie wichtig. Naturschutz ist ein immer wichtiger werdendes und ernster zu nehmendes Thema und ist selbstverständlich topaktuell. Die Existenz von Öko-Terroristen ist mir dabei noch nie in den Sinn gekommen, zumindest nicht in dem Sinne, wie es im Buch abgehandelt wird - was im Übrigen sehr interessant und kein bisschen unrealistisch erscheint. Vor allem im Hinblick aktueller Geschehnisse und der Tatsache, dass die Corona-Krise der Natur sehr gut getan hat und es noch immer tut.
Etwas, das ich noch sehr gerne ansprechen möchte, ist das Vorkommen einer Transfrau, bei deren Beschreibung und in ihren Erzählungen ich leider eher der Meinung bin, dass die Wortwortwahl eher unsensibel, wenn nicht gar stellenweise problematisch ist. Ich bin mir sicher, dass das nicht die Intention war, aber an der Stelle hätte ich mir etwas mehr Recherche gewünscht. Das ist auch der Hauptgründ weshalb es keine fünf-Sterne Bewertung geworden ist. Zusätzlich zu dem, dass es mir sehr schwer gefallen ist, das erste Drittel des Buches zu lesen, was an Cats und Falks Beziehung liegt. Falk ist ein paar Jahre älter als Cat, wie viele genau weiss ich nicht, aber gerade in dem Alter in dem Cat sich befindet (16, später 17), macht es doch einen großen Unterschied und es findet definitiv Grooming und Manipulation statt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mir das beim ersten Lesen aufgefallen ist, aber wie bereits erwähnt war ich schlicht und einfach zu jung. Ich weiß nicht, ob es von den Autoren gewollt war, dass Falk von den Lesern nicht gemocht wird, ich hoffe es sehr, wegen der eben genannten Gründe, aber sicher bin ich mir nicht.
Aber wie bereits gesagt, hat mir das Buch sehr gefallen und mich sehr zum Nachdenken angeregt und ich werde auch garantiert noch eine ganze Weile an dem, was ich gelesen habe und die Gedanken, die das Gelesene angeregt hat, knabbern.
Ich habe das Buch damals gekauft, weil ich zuerst Ruf der Tiefe von Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek gelesen habe und es absolut geliebt habe. Diese Buch möchte ich in naher Zukunft auch noch einmal lesen und wenn es noch weitere Bücher von beiden Autoren zusammen gibt, werde ich diese auf jeden Fall auch lesen wollen. Ich kann das Buch nur empfehlen, möchte aber dazu sagen, dass es meiner Meinung nach wirklich wichtig ist, dieses Buch kritisch zu lesen, was man zwar bei allen Büchern tun sollte, aber ich empfinde es als notwendig, das bei diesem Buch noch einmal besonders hervorzuheben.
"Umweltschutz als brisantes und spannendes Abenteuer im Regenwald!"
Inhalt: Cat beschäftigt sich seit sie klein ist mit der Umwelt und ihrem Schutz. Doch als sie bei einer Demo plötzlich auf Falk stößt, merkt sie, dass sie weitaus mehr machen könnte. Gemeinsam will sie mit ihm und einem kleinen Forschertrupp in den Regenwald von Guyana, um dort Artenzählungen durchzuführen und weitere Schäden der illegalen Abholzung zu dokumentieren. Cats Gefühle zu Falk werden während ihrer gemeinsamen Zeit nur noch stärker, doch dann lernt sie auf einmal eine andere Seite an Falk kennen, denn dem Regenwald droht im Jahr 2025 immer mehr die totale Zerstörung, was Falk zu einem fatalen Entschluss veranlasst. Wird Cat auch diesen Weg einschlagen können? Mitten im Regenwald von Südamerika muss sie sich entscheiden …
Meinung: “Schatten des Dschungels” ist der zweite Roman von dem Autorenduo Brandis und Ziemek. Wie in “Ruf der Tiefe” spielt auch hier die Geschichte ein paar Jahre in der Zukunft. Allerdings geht es in dem neuen Roman der deutschen Autoren vor allem um die Zerstörung des Regenwaldes in Südamerika. Die Geschichte ist ein brisanter und durchweg packender Jugendroman, der sehr stark den Punkt Umweltschutz thematisiert.
Die Geschichte beginnt mit einer Demonstration auf der sich Cat einsetzt. Sie ist Mitglied der Umweltorganisation Living Earth und kann einfach nicht verstehen, wieso sich die Politiker nicht einigen können. Schon hier geht es um das Team Abholzung des Regenwaldes, doch noch erscheint das Thema weit entfernt, denn die Geschichte spielt in Deutschland. Dann trifft Cat auf Falk und langsam realisiert sie, dass man viel mehr handeln kann als sie es bisher gewagt hat. Nicht nur verliebt sie sich Hals über Kopf in Falk, sondern sie will mehr tun, etwas bewegen. Schließlich nimmt Falk sie mit nach Guyana, wo sie gemeinsam mit einem kleinen Trupp Forschungen im Regenwald durchführen soll. Allerdings ahnt Cat mehr und mehr, dass Falk verrückte Ansichten vertritt um die Umwelt zu retten. Dann muss sie sich entscheiden: Ob sie Falk und seinem radikalen Plan folgen will, oder sie in den Regenwald Südamerikas flüchtet …
“Schatten des Dschungels” ist packend, spannend, aufregend und das durchgehend! Zu Beginn spielt die Geschichte noch in Deutschland, sodass man auch als ahnungsloser Leser schnell einen Einsteig in das Thema Umweltschutz findet. Durch die sich anbahnende Beziehung zwischen Cat und Falk wird Cat auch überhaupt erst in das Abenteuer mitgerissen. Wohingegen sie sich zu Anfang als normale Umweltschützerin entpuppt, merkt sie in Falks Nähe, dass man mehr erreichen kann.
Der Roman ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Der längste Teil ist die Handlung in Guyana. Hier wird es richtig spannend, denn nicht nur der Regenwald wird dem Leser hautnah beschrieben, sondern das ganze Umfeld ist einfach überwältigend. Dabei spürt man immer wieder Cats Unsicherheit gegenüber Falk und seinen Freunden, denn sie merkt mehr und mehr, dass er ihr etwas verheimlicht. Letztendlich geht es hier vor allem um einen sehr radikalen Weg des Umweltschutzes in Mitten des Regenwaldes.
Doch obwohl der Plot zunächst sehr politisch orientiert erscheint, verbirgt sich hinter der Geschichte viel mehr. Cat gerät in einen wahren Überlebenskampf im Regenwald. Ihre abenteuerliche Reise durch Guyana ist absolut fesselnd. Zu dem Thema Umweltschutz gesellt sich perfekt eine packende Geschichte, voller Abenteuer und einer brisanten Jagd, die wieder einen wirtschaftlichen Hintergrund hat. Die Handlungsstränge sind alle sehr gut miteinander verbunden, sodass man richtig in die Geschichte abtauchen kann.
Die Charaktere haben mir zudem alle sehr gut gefallen. Cat ist sympathisch. Sie will der Umwelt helfen und sich einsetzten. Dabei sieht sie aber immer klar und wird nicht von utopischen Visionen wie Falk benebelt. Dennoch bleibt auch er sympathisch, wenn auch auf eine andere Weise. Die Gefühle zwischen den beiden Protagonistin sind zudem sehr realistisch. Cat und Falk verlieben sich ineinander, dennoch bildet diese Beziehung nicht den Schwerpunkt der Geschichte, sondern den Auslöser für Cats Abenteuer. Dazu mischt sich dann auch noch Andy, der, obwohl seine Rolle am Anfang sehr klein scheint, gegen Ende noch an Bedeutung gewinnt.
Das wundervolle an der Geschichte sind vor allem die spannenden Wendungen und das unglaublich brisante Ende! Ich möchte an dieser Stelle nicht den Plot auflösen, aber die Geschichte nimmt zuletzt ein sehr großes Potenzial an. Hier sieht man auch, dass die beiden Autoren sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzte haben und nicht nur eine packende Geschichte erzählen wollen, sondern dem Leser auch präsentieren möchten wie Umweltschutz im Jahre 2025 eskalieren könnte. Hauptschwerpunkt ist hier vor allem die Biopiraterie und der Bioterror, beides sehr interessante Themen.
Ich gebe dem Roman in jeder Hinsicht volle 5 Sterne. Die Geschichte ist einer der wenigen in letzter Zeit, die mich richtig, richtig überzeugen konnte. Das Thema ist politisch und zukunftsorientiert, dennoch bleibt die Handlung innerhalb eines Jugendromans und bietet Gefühle ebenso wie eine abenteuerliche Reise. Zudem möchte ich solch ein Projekt unterstützen, da ich mich selbst für Umweltschutz interessiere.
Gut gelöst finde ich im Übrigen auch noch das Nachwort. Man wird mit dem Thema Biopiraterie und Bioterror nicht einfach stehen gelassen, sondern es gibt noch ein kurzes Nachwort indem der Wert an Realität in “Schatten des Dschungels” näher beschrieben wird.
Durch den flüssigen Schreibstil liest sich das Buch sehr schnell. Die Sprache ist einfach, sodass auch Leser die sich wenig mit Umweltschutz beschäftigen direkt in das Thema finden können. Der Regenwald wird außerdem sehr schön beschrieben, wodurch man beim Lesen sich wirklich einen Dschungel vorstellen kann. Da die Geschichte durchweg aus Cats Perspektive erzählt wird, bleibt man regelecht ahnungslos, weshalb die Spannung nur noch mehr geschürt wird.
Das Cover ist geheimnisvoll und auch der Titel lassen nicht zu viel erahnen. Mann kann sich lediglich denken, dass es sich um eine Geschichte im Regenwald handeln muss, aber ansonsten braucht man schon den Klappentext/Inhaltsangabe um sich einen Überblick zu beschaffen. Ich finde das gesamte Layout sehr stimmig und schick. Das tolle ist ebenfalls auch die innere Gestaltung da hinten und vorne jeweils die Karte vom Gebiet in Guyana abgebildet wurde, sodass man Cat auf ihrer Reise gut folgen kann.
Fazit: Eindeutig 5 Sterne für eine spannende Geschichte und einem positiven Umweltengagement der Autoren! “Schatten des Dschungels” ist ein zukunftsorientierter Jugendroman, der es lohnt gelesen zu werden!
Umweltschützerin Cat gerät in zweifelhafte Gesellschaft und flieht durch Regenwald und ein München der Zukunft.
Die Waldflucht ist recht unterhaltsam, aber die Liebelei mit Jungspund Falk verläuft selbst für Jugendromanverhältnisse kitschig flach, ebenso nichtssagend eine KonzernVerschwörungsWendung. Vereinzelt futuristische Gimmicks sind ein leichtes Plus, doch lediglich U-Bahn Haltestellen aufzuzählen macht noch kein München Ambiente.
Letztendlich gabs paar gute Ansätze, die jedoch kaum überzeugen;
Meine Meinung: Dieses Buch betrifft wichtige Themen unserer Zeit, auch wenn es in der Zukunft spielt. 13 Jahre sind vergangen. Wir schreiben das Jahr 2025 und es hat sich beinahe alles so verändert, wie es zu erwarten war. Das betrifft das Klima und eben auch die Abholzung der Regenwälder, ebenso wie die Weiterentwicklung der Technik, die uns heute schon auf Schritt und Tritt begleitet. Es ist den beiden Autoren gelungen eine Welt zu erschaffen, die man sich in dieser Art und Weise durchaus vorstellen kann. Jeder trägt so etwas wie ein iPad - also ein tablet pc - bei sich. Es gibt für jeden funktionelle Kleidung, die Storm aus Körperwärme erzeugt. Gleichzeitig sind die Spritpreise explodiert. Nur noch wenige können sich ein Auto leisten. Nur die Hälfte der Wagen sind bisher Elektroautos. Brandis und Ziemek scheinen uns einen kleinen Blick in die Zukunft zu erlauben. Doch so faszinierend dies auch sein mag, so erschreckend kann es auch sein. Es gibt nur noch 45% der ursprünglichen Regenwaldfläche. Bei 40% droht das gesamte Weltklima zu kippen. Genau das soll mit Aktionen und Protesten verhindert werden. Cat ist mit dabei. Während einer kleineren Demo lernt sie Falk kennen und bekommt plötzlich die Möglichkeit mit in den Regenwald zu gehen. Doch dort sollen nicht nur die Bestände der Tierarten gezählt werden. Falk und seine Freunde haben einen ganz anderen Plan. Der Regenwald wird facettenreich und detailliert beschrieben. So gut und schön, dass man beim Lesen oft das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Die feuchte Luft zu schmecken, das grüne Dämmerlicht zu sehen. Das ist zusammen mit der gelungenen Zukunftsversion die große Stärke des Buches. Die Charaktere sind es für mich leider nicht. Falk, der mysteriöse junge Mann und Cat, die sich schon im ersten Kapitel und auf den ersten Blick unsterblich in ihn verliebt. Eigentlich ist Cat eine aufgeklärte junge Frau mit einem eigenen Kopf, die selbst Entscheidungen fällen kann. Dies wird aber völlig ins Gegenteil verkehrt, wenn sie mit Falk zusammen ist. Im Dschungel blitzt etwas von dieser taffen jungen Frau wieder auf, doch am Ende wird es wieder erstickt. Das hat mich enttäuscht. Cat trifft viele Entscheidungen, die einfach für diese weitentwickelte 17jährige, wie sie grundsätzlich dargestellt wird, nicht nachvollziehbar sind. Falk als ihr Gegenpart ist über lange Zeit ein Sturkopf und völlig von seiner Meinung überzeugt. Er konnte mich nicht fesseln, auch wenn die Autoren sich bemüht haben, ihn so darzustellen. Der Grundgedanke, der hinter der Geschichte geht: Die Warnung vor dem, was der Mensch auf unserem Planeten Erde anrichtet und dass sich das am Ende gegen uns selbst richtet, ist äußerst lobenswert und wird zum Glück ohne den Moralapostel vermittelt. Der Leser wird nachdenklich und das nicht nur in den Bereichen Holznutzung und Rodung. Auch der Fleischverzehr, Storm sparen und ähnliches werden in kurzen Szenen angesprochen. Leider sind es aber auch diese Kleinigkeiten, die die Geschichte ab und an überladen. Kleinigkeiten, die am Ende ein "Zuviel" ergeben. Dass Cat keine Schokolade isst, weil ihr Hund gestorben ist, nachdem er eine Tafel fraß. Ein Mitglied des Dschungelteams, das eine Geschlechtsumwandlung hinter sich hat. Das sind Themen, die gerne behandelt werden dürfen, wenn sie am Ende auch etwas zur eigentlichen Geschichte beitragen. Das ist hier nicht der Fall und war daher meiner Meinung nach unnötig. Trotzdem ist es gerade jüngeren Lesern – soll heißem dem Zielpublikum – ans Herz gelegt dieses Buch zur Hand zu nehmen und sich in den Schatten des Dschungels zu begeben. Das Buch regt erfolgreich zum Nachdenken an, sich selbst darüber bewusst zu werden, wie wir mit der Natur umgehen. Und wir können nur etwas ändern, wenn es bis ins Bewusstsein vordringt, dass etwas geändert werden muss. Hierzu können Brandis und Ziemek durchaus einen Beitrag leisten.
Fazit: Eine eindringliche Geschichte, die leider auch einige Schwächen aufweist, die leider nicht zu ignorieren sind. Trotzdem ist es zu empfehlen sich die "Schatten des Dschungels" einmal genauer anzusehen, um mit einem neuen Bewusstsein die gesamte Welt zu betrachten.
München im Jahre 2025. Auf einer Demo lernt Cat den attraktiven Falk kennen. Er ist Naturschützer, genau wie sie selbst, doch er erscheint ihr so viel mutiger als sie sich fühlt. Sie verliebt sich unsterblich in ihn und reist gemeinsam mit ihm und einer Forschergruppe in den Regenwald Guyanas. Erst dort erfährt sie, auf welch radikale Weise Falk den Regenwald retten will. Cat steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens, denn Falks Plan könnte, wenn etwas schiefgeht, zur Katastrophe führen… Mit „Schatten des Dschungels“ haben das Autoren-Duo Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek einen spannenden Ökothriller geschrieben, der viele wichtige Themen anspricht: Neben Naturschutz und Verantwortung, auch Loyalität, Freundschaft und Liebe. Die Geschichte ist von Anfang an spannend, denn die Demo an der Cat teilnimmt bleibt nicht friedlich. Die Polizei ist scheinbar auf Ärger aus, so dass Cat den Schock eines, inzwischen auch in Deutschland erlaubten, Elektroschockers abbekommt. Gemeinsam mit Falk flieht sie vor der Polizei. Von da an kann sie ihn nicht mehr vergessen. Die Darstellung des Jahres 2025 wirkt sehr realistisch, denn die Gesellschaft und Technik sind sehr interessant und überzeugend geschildert. So werden die Regenwälder immer weiter abgeholzt und von Seiten der Politik wird viel über deren Schutz gesprochen, aber wenig getan. Auch die Technik hat sich weiterentwickelt. Interessante, nützliche und auch lustige Ideen, wie Bürgersteigroboter, die die Hinterlassenschaften von Hunden scannen und deren Besitzern Strafzettel schicken, sind beschrieben. Da die Geschichte in 13 Jahren spielt, hat sie mich mehr berührt als die meisten Dystopien. Viele Entwicklungen scheinen so realistisch, im positiven, wie auch im negativen Sinne, so dass man sich direkt angesprochen fühlt. Dabei wirkt die Geschichte nicht belehrend. Sie ist einfach interessant und spannend. Wissen über Krankheiten und den Regenwald wird quasi nebenbei vermittelt, denn meist unterhalten sich die Figuren über solche Themen. Als Leser fühlt man sich dann, als würde man daneben stehen und zuhören. Außerdem denkt Cat über viele Fragen intensiv nach. Ihren Gedankengängen kann man dabei sehr gut folgen. Cat war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist engagiert, aber auch etwas unsicher. Doch es zeigt sich, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst ist und zu ihren Entscheidungen steht, mit allen Konsequenzen. Ein wirklich bewundernswerter Charakterzug! Falk hingegen ist viel schwerer einzuschätzen. Auch wenn Cat ihm schnell vertraut, bleibt er eine undurchsichtige, aber auch sehr interessante Figur. „Schatten des Dschungels“ ist eine dramatische, spannende und sehr interessante Geschichte, die mit wunderbaren Beschreibungen des Dschungels besticht. Sie enthält viele überraschende Wendungen, so dass der Ausgang des Romans bis zum Ende nicht abzusehen ist. „Die grüne Hölle“ kann man in diesem Buch aus einer ganz anderen, lebensspendenden Perspektive kennenlernen, was ein wirklich schöner Einblick in eine sonst eher verschlossene Welt ist.
Inhalt: Die 16jährige Cat arbeitet in ihrer Freizeit für die Umweltschutzorganisation Living Earth und ist glücklich damit Flugblätter auf Demos zu verteilen oder die Stände zu betreuen. Doch als sie Falk kennen lernt, ist sich Cat nicht mehr sicher, ob sie sich damit genug für den Schutz der Erde einsetzt. Daher ist sie überglücklich, als sie die Chance bekommt, mit ihm zusammen an einem Artenschutzprogramm im Regenwald von Guayana teilnehmen zu dürfen. Im Regenwald angekommen ist sich Cat jedoch nicht mehr sicher, ob dies der einzige Grund ist, dass ihre Gruppe hierher gekommen ist. Als Falk sie in ihre eigentlichen Pläne einweiht, muss Cat sich entscheiden, wie weiht sie gehen möchte, um den Regenwald zu schützen.
Meine Meinung: "Schatten des Dschungels" ist ein Buch, bei dem ich lange überlegt habe, in welches Genre ich es einordnen soll. Die Geschichte spielt in naher Zukunft, im Jahr 2025, in der sich die Menschen technisch noch weiterentwickelt haben, was in einem realistischen Rahmen bleibt. Solche Dinge wie Jacken, die aus der Körperwärme Energie gewinnen, zu entwickeln, erscheint mir durchaus möglich in den nächsten 13 Jahren. Dadurch, dass die Menschen die Natur weiter zerstört haben und es nur noch wenige Wälder in Deutschland gibt, nimmt das Buch dystopische Züge an. Doch ich würde es nicht vollständig als Dystopie bezeichnen, da wir doch jetzt schon, leider, auf dem besten Weg in so eine Zukunft sind. Ungefähr ab der Mitte des Buches fand ich das Buch auch etwas unheimlich und spannend wie in einem Thriller.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive der Protagonistin Cat. Dadurch bekommt man als Leser sehr viel von ihren Gedanken und damit auch von ihren späteren Zweifeln mit. So konnte ich, als Cat auf Falk traf, von Anfang an ihre Faszination zu ihm spüren und ihre Gefühle nachvollziehen. Die Liebesgeschichte der beiden steht nicht im Vordergrund der Geschichte, ist aber trotzdem wichtig und erscheint mir sehr realistisch. Da Falk immer ein bisschen geheimnisvoll erscheint, schwankt Cat zwischendurch immer mal wieder, ob sie ihm den nun vertrauen kann. Manchmal fand ich das ein bisschen nervig, aber wahrscheinlich wäre es mir in ihrer Situation genauso ergangen.
Die Landschaft, besonders der Dschungel, wird von Cat sehr schön beschrieben und man merkt richtig, wie sehr sie die Natur liebt. Dadurch konnte ich beim Lesen richtig in die Welt versinken. Das Cover mit den riesigen Bäumen, durch das nur gerade so ein bisschen Sonnenlicht fällt, und die Person mit der Liane fangen die Stimmung im Buch gut ein. Die Geschichte ist insgesamt sehr spannend zu lesen und hatte jedes Mal, wenn ich annahm, die Situation durchschaut zu haben, neue Überraschungen parat, so dass es nie langweilig wurde.
Fazit: "Schatten des Dschungels" ist eine Geschichte über Naturschutz in nicht allzu ferner Zukunft, die sehr zum Nachdenken anregt und immer wieder überraschende Wendungen bietet. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.