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A Midsummer's Nightmare

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Dark Academia – Schottland – Shakespeare!

In dem diversen Urban Fantasy Roman »A Midsummer's Nightmare« geht es um ein Elite-College auf einer schottischen Insel, ein Shakespeare-Stück und vier junge Erwachsene, die einer uralten Macht trotzen müssen.

Der schottischen Insel Hilma steht ein Sommer wie kein anderer

Die Studierenden der altehrwürdigen Elite-Universität proben wie jedes Jahr die Aufführung eines Stücks von Shakespeare. Doch währenddessen entdecken vier Mitglieder der Theatergruppe ihre übernatürlichen Fähigkeiten – und den rachsüchtigen Geist eines Mädchens, gefangen im Gemäuer der Universität.

Rivalitäten, romantische Gefühle und Leistungsdruck verblassen endgültig, als die vier herausfinden, dass nichts ist wie es scheint. Nur wenn es ihnen gelingt, sich ihren inneren Dämonen zu stellen, werden sie sich retten können …

448 pages, Paperback

First published February 1, 2024

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About the author

Noah Stoffers

10 books6 followers

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38 (8%)
Displaying 1 - 30 of 94 reviews
Profile Image for Anja Stephan.
Author 11 books39 followers
July 8, 2025
Nightmare before Academia

Wir haben das Buch im Buchclub gelesen, weil wir gern etwas in die Richtung Dark Academia lesen wollten. Da dieses Buch mit „Dark Academia Vibes“ und „DA Feeling“ angepriesen wird und auch noch einen Bestseller-Aufkleber hat, dachten wir uns, dass es genau das Richtige für uns ist. Ich kenne Kurzgeschichten des Autors, weshalb ich guter Dinge war und mich auf Dark Academia mit Fantasy gefreut habe.

Grundlegend: Ich habe den Eindruck, dass die Geschichte ursprünglich für ein jüngeres Publikum konzipiert war und erst im Nachhinein an ein älteres Publikum angepasst wurde. Sowohl Verhalten der Charaktere als auch Handlung lassen mich eher auf eine Geschichte über ca. 15-16-Jährige am Internat schließen, als auf erwachsene Menschen an einer Elite-Uni. Insgesamt finde ich aber, dass das Buch ein Recherche-Fail ist.

Handlung/Plot: Das Pacing stimmt kein Stück. Wir hatten bei 40% nicht mal die Einführung abgeschlossen, weil der Autor die eigentliche Geschichte Aris persönliche Struggels unterordnet. Um den Kern der Geschichte wird ewig herumscharwenzelt. Die Fantasy kommt erst bei 79% in Gang und wird dann permanent von absolut unwichtigem Gedöns unterbrochen. Die Story zog sich von hier bis Hamburg. Kurz vor Schluss tauchen plötzlich Personen, Gegenstände oder Wissen auf, was wir eigentlich bei ca. 50-60% gebraucht hätten. Bei 85% bekommen bekommen wir quasi das gesamte Worldbuilding als Infodump vor die Füße geworfen. Erst bei 95% bekommen wir einen lahmen Showdown, wobei die Hauptfigur nix verliert, etwas opfern muss oder sich irgendwie weiterentwickelt hätte.

Schreibstil: Zu Beginn fand ich den Schreibstil schön und flüssig, weshalb ich drangeblieben bin. Im Verlauf der Geschichte sinkt das Niveau rapide und wir bekommen die unlogischsten Vergleiche und Beschreibungen oder eben überhaupt keine: „Der Prof zählte noch ein paar Argumente auf, an die ich niemals gedacht hätte, und ich schrieb sie mir auf“ – was das für Argumente sind, wird uns jedoch nicht gesagt – oder: „ich hatte einige Emotionen“. Das ist faul.
Auch habe ich häufig das Gefühl habt, einen völlig anderen Stil zu lesen. Dies betraf vor allem die Beschreibungen der Theaterszenen, die mich sehr an „If we were villains“ erinnert und einfach nicht zum Rest gepasst haben.

Viele Kapitel kreisen ständig um dieselben Themen, nämlich um Aris persönliche Befindlichkeiten und „Leiden“, was den Verlauf der Geschichte enorm ausbremst. Weil Aris Gedanken quasi nur um sich selbst kreisen, gerät der Aspekt, dass die Figur Geister sehen kann, soweit in den Hintergrund, dass ich zwischendrin vergessen habe, dass es das Spiegelmädchen („Instagram Girl“, wie Ari sie abwertend nennt) überhaupt gibt. Ari sagt mehrfach, dass kein Interesse am Spiegelmädchen besteht (z.B. „Ich konnte sie gut ignorieren“, „ich hatte andere Probleme“). Erst bei 65% fragt die Person den Geist nach ihrem Tod.

Jedes Mal, wenn etwas Interessantes oder ein Hinweis aufkommt, wird ganz schnell das Thema gewechselt, es wird ignoriert oder es passiert irgendwas, das die Protas ablenkt. Dabei reden die Charaktere ständig aneinander vorbei oder gar nicht miteinander. Auf diese Weise wird den Figuren im Buch erst viel zu spät klar, worum es geht, sodass ich als Leserin schon bodenlos gelangweilt war. Rückschlüsse oder Ideen kommen den Figuren wie aus dem Nichts, ohne Herleitung, und für jedes Problem gibt es bereits eine Lösung auf dem Silbertablett serviert. Sämtliche Arbeit wird von den Nebencharakteren, meist off-Screen erledigt. Ari muss quasi nichts selbst machen.

Ein weiterer Punkt ist, dass Ari in jeder Situation einen dummen Spruch aufsagen muss. Dadurch werden Situationen, die spannend oder stimmungsvoll hätten sein können, ins Lächerliche gezogen: „Ich wollte etwas schlaues sagen, aber ich rutschte aus und fiel auf meinen Po“. Ernsthaft? Auch sehr traurige Momente werden dadurch völlig zerstört.

An einer Stelle finden sie den Koffer des Spiegelmädchens aus den 1950ern, wobei Ari persönliche Gegenstände des Mädchens durchwühlt und teilweise zerstört, stiehlt und alles irgendwie als „hässlich“ bezeichnet (kein Geschichtsstudi ever!).

Ohnehin sind die Charaktere hier kalt wie Fische. Als ein Mitschüler spurlos verschwindet, machen sich die Leute nur sorgen um das Theaterstück, als darum, dass der Mensch eventuell tot sein könnte. Selbst als zwei Gebäude abbrennen, hat das null Auswirkungen. Ari macht sich ständig über das Spiegelmädchen lustig, selbst dann, als die sich schon halb verwest zeigt und auseinanderfällt. Die eigenen magischen Fähigkeiten werden auch irgendwie als „einfach da“ abgetan und von niemanden groß in Frage gestellt. Es gibt einfach keine Gefühle hier und Geschehnisse haben null Konsequenzen.

Sämtliche Nebenfiguren sind charakterlose NPCs. Wir kennen von niemanden das Studienfach, Hobbies, persönliche Interessen oder Familie. Selbst bei Ari siehts hier blass aus. Die Nebencharaktere haben weiter nix anderes zu tun, als Aris Arbeit zu machen und natürlich die Hauptfigur zu betüddeln.

Setting und Weltenbau: Mir fallen viele sehr deutliche Parallelen zu „If we were villains“ auf, die ich nicht ignorieren, oder mir schönreden kann. Mir ist das echt sauer aufgestoßen. Das Setting, die Charaktere, die Lehrkräfte und die Dynamiken entsprechen 1:1 aus IWWV. Man kann Inspiration aus anderen Werken nehmen, aber das war so grenzwertig plagiiert, dass ich darüber sauer geworden bin.

Colleges statt Uni: Weiterhin stößt mir das College auf. Es soll eine Elite-Uni in Schottland sein, aber ich habe die Vermutung, dass es sich hier eher um ein Internat, als um eine Universität handelt. Dies liegt z.B. an Formulierungen wie „er fliegt von der Schule“ (statt exmatrikuliert) oder dass Leute hier oft als „Kinder“ bezeichnet werden. Die Figuren sollen kurz vor dem Abschluss sein, aber es wird dort offenbar keine Bachelor Thesis geschrieben. Niemand unterhält sich über mögliche Themen für die BA, niemand bewirbt sich für ein wissenschaftliches Praxisprojekt, niemand nimmt an Tutorien teil. Es gibt nur die ominöse „Abschlussprüfung“ und am Ende haben die Leute ihren Bachelor-Abschluss. Ich roll mich weg.

Hier fällt auch auf, dass der Autor sich sehr an Cambridge orientiert hat. Der Schauplatz ist das Murray College und es gibt noch das Jesus College auf der Insel. Beides sind ursprünglich Fakultäten der Cambridge University. Ein College ist im britischen Sprachraum eine Schule, wo du niedrigere Diploma erarbeiten kannst. Das sind Abschlüsse auf Niveau einer Ausbildung wie hier in Deutschland.

Lediglich so große Unis wie Cambridge haben ihre Fakultäten in „Colleges“ aufgeteilt. So wie auch hier in Deutschland, nur mit fancy Namen. Cambridge hatte knapp 25K Studies in 2020 plus 10K Leute, die dort arbeiten. Da ist eine Uni wie im Buch mit 2K Studierenden fast schon lächerlich und definitiv nicht in Colleges unterteilt. Es ist also nicht korrekt, die Uni hier als „College“ zu bezeichnen, weil sie a.) keins ist und b.) zu klein ist, um welche zu haben.

Der Autor hat auch das System von Trimestern nicht verstanden. 1. Wird das im britischen Sprachraum nicht so genannt, sondern ist ein „term“. 2. Ist das Trimester-System veraltet und wird seit Bologna nicht mehr benutzt. 3. Der dritte term wird als Prüfungsterm bezeichnet, weil sich in diesem Zeitraum auf Abschlussprüfungen in den verschiedenen Modulen vorbereitet wird, nicht, weil man eine große Abschlussprüfung schreibt, wie es hier im Buch gemacht wird. Innerhalb des Semesters werden kleinere Prüfungen geschrieben, die in die Endnote einbezogen werden. Bei mir waren das ca. 3-4 kleinere plus 1 Abschlussprüfung, z.B. in Form von Hausarbeiten, Tests, Versuchen etc. Das alles wird hier im Buch vollkommen ignoriert. Ari lernt das ganze Jahr kein Stück, schreibt am Ende eine Prüfung und bekommt dann den B.A.. Ich höre meine Uni bis hier her lachen.

Es gibt negative Korrelationen zwischen Aris Aussagen zu sich selbst und den eigenen Handlungen. Ari behauptet ständig, wenig Geld zu haben, kann ich dann aber ein sackteures Ticket für den Uniball leisten (400 Pfund – Wiener Opernball Niveau), ein neues Outfit dafür, kann in einem Hotel pennen, kauft sich ständig Junk Food etc. Erweckt den Eindruck, als wäre dem Autor plötzlich eingefallen, dass er noch Klassismuskritik einbringen muss, wusste aber nicht wie. Am Ende äußert sich die Person abfällig über den Kiosk einer ehemaligen Studentin – wie unwürdig mit Uni-Abschluss ein eigenes Geschäft zu haben.

Ich verlange nicht, dass man selbst studiert haben muss, um über Unis und Studierende zu schreiben, aber ich erwarte, dass man vernünftig recherchiert. Es kann schließlich passieren, dass Leute, die tatsächlich studiert haben, sogar an britischen Unis, den Text lesen und sich verschaukelt fühlen.

Insel oder was?: Zunächst wird das Setting beschrieben, als wäre die Insel abgelegen, es gibt nur eine Handvoll Menschen, die da leben und nicht mal richtig Internet. Dann tauchen Widersprüche auf: plötzlich gibt es dort mehrere unabhängige Unis (Colleges genannt), eine Kleinstadt mit einem Starbucks-Verschnitt, ein LGBTQIA+-Center etc. Auf der anderen Seite gibt es aber nirgendwo stabiles Netz, eine Polizeistation oder gar Ärzt*innen (ein bissl ungünstig, wenn du nen Fechtclub hast). Ari wundert sich auch ständig über schlechtes, stürmisches Wetter, obwohl das aus der Heimatstadt Glasgow bekannt sein sollte. Das ganze Setting stimmt hinten und vorn nicht.

Dark Academia: Aus meiner Sicht ist das hier kein Dark Academia-Roman. DA verknüpft kunstvoll und intelligent das Studienfach mit der Handlung der Geschichte. In „If we were villains“ (M.L. Rio) haben wir Schauspielstudierende, die Shakespeare so verinnerlicht haben, dass sie ihre festen Rollen nicht nur auf der Bühne verkörpern, sondern auch im realen Leben. In „The Secret History“ (Donna Tartt) haben wir Studierende des Altgriechischen, die sich in der griechischen Mythologie verfangen bis es eskaliert. In „The Maidens“ (Alex Michaelides) wird Psychologie mit der griechischen Mythologie verknüpft, um Morde an einer Uni aufzuklären.

Was haben wir hier? Weder das Studienfach der Hauptfigur Ari noch diese lächerliche Schauspiel AG, wo sie „Sommernachtstraum“ von Shakespeare proben, haben irgendwas mit der Handlung zu tun. Ich hätte erwartet, dass die magischen Fähigkeiten, die im Klapptext erwähnt werden, etwas mit den Inhalten des Stücks zu tun hat, aber … nope. Nix.

Es gibt sonst auch keine Verknüpfung von Academia mit der Geschichte. Zudem ist der Academia-Anteil so gering, dass es schon vernachlässigbar ist. Warum studiert Ari nicht „Anglo-Saxon, Norse, and Celtic“ wie es in Cambridge möglich ist? Das hätte viel besser gepasst als Archäologie, was quasi NULL mit dem Topic, dem Land, der Geschichte, der Uni und überhaupt was zu tun hat. Zwischendurch studiert Ari dann noch Kunstgeschichte oder Geschichte. Was denn nun!

Dann gibt es ein Internat, wo die Schlafräume nach „Jungen“ und „Mädchen“ unterteilt sind. Bei einem Internat mit sehr jungen Menschen hätte das noch Sinn ergeben. Aber doch nicht hier! Das sind schließlich alles erwachsene Menschen. Diese Aufteilung wird über das gesamte Buch hinweg als Aufhänger für ein und denselben Konflikt genutzt, damit Ari pseudo-aktivistische, absolut peinliche, Reden schwingen kann. Das zieht sich von der ersten bis zur letzten Seite des Buches durch. Mir fehlte eindeutig die Geduld für die ständig wiederkehrenden Diskussionen.

Ich habe grundsätzlich den Eindruck, dass Ari nicht gern studiert und lernt und auch das gewählte Studienfach scheiße findet. Die Person findet alles ätzend. Das war für mich auch wieder ein Hinweis darauf, dass es sich hier ursprünglich um ein Jugendbuch gehandelt haben muss. Ein Studienfach sucht man sich doch, weil man es geil findet, darüber was zu lernen und hängt sich im besten Fall voll rein. Ari dagegen interessiert sich quasi für nix und heult rum, wenn es zu Ausgrabungen geht. Wohl eher Stupid Academia.

Ari als Prota: Den LGBTQIA+-Inhalt finde ich ebenfalls nicht gut präsentiert. Wir haben hier Ari als nicht-binäre Person, wobei ständig erzählt wird, wie gemein alle zu Ari sind. Und von den 2k Studierenden dort ist Ari auch die EINZIGE nicht-binäre Person. Ich glaube nicht, Tim.
Dass Ren als PoC und trans Mann wahrscheinlich viel mehr durchgemacht hat oder immer noch durchmachen muss als Ari, wird mit keinem Wort erwähnt. Ari nimmt null Rücksicht darauf, sondern lässt sich permanent von Ren betüddeln. Als Ari irgendwann eine andere nicht binäre Person trifft, macht dey genau das, was dey anderen ständig vorwirft: misgendern. Da werden die Brüste hervorgehoben und die wohl sehr rundliche Figur der Person und bewertet. Ari schafft es auch hier, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und bemitleidet sich selbst dabei, weil dey es nicht hinkriegt, die Person nicht als weiblich zu betrachten. Super unangenehm. Obwohl die Person aufklärt, dass es nicht darum geht, wie jemand aussieht, macht Ari einfach weiter mit der Performance.

Ari hat es am schwersten, niemand mag Ari und Ari leidet am meisten, selbst dann wenn eigentlich andere leiden. Dabei stimmt das gar nicht. Wir erfahren im Laufe der Geschichte, wie viele Sonderbehandlungen Ari tatsächlich bekommen hat, z.B. darf Ari in einem Gästezimmer der Schule wohnen, bekommt aus Mitleid die Hauptrolle im Stück etc.. Um Ari herum sind nur Leute, die die Person quasi wie ein rohes Ei behandeln und jeden Wunsch von den Augen ablesen, besonders rücksichtsvoll sind und für alles Verständnis zeigen, auch wenn es noch so absurd ist. Trotzdem sehen wir Ari nur am Jammern, Meckern und Weinen. Nichts ist passend, nichts ist gut genug für Ari. Ari kommt wir vor wie ein 5-jähriges quengelndes Kind auf dem eigenen Geburtstag. Ari ist am Ende auch der einzige Charakter der in dem ganzen Plot nichts opfern musste.

Die Person interessiert sich aber kein Stück für die Belastungen und Probleme der eigenen Freund*innen, nicht mal für den Love Interest. Als ein guter Freund vor Aris Augen stirbt, kommt Ari nix besseres in den Sinn, als Sex zu haben. Wie es Ren dabei geht, der ja auch Zeuge des Vorfalls war, ist irrelevant. Ari hat auch kein Problem damit, eine alte Frau mit grafischen Beschreibungen der Tode ihrer besten Freund*innen zu retraumatisieren, obwohl diese mehrfach abwehrt, weil ARI LEIDET JA AM MEISTEN DARUNTER. In Aris Augen sind alle anderen privilegiert, auch der queere James oder Ren als trans Mann, die sicher nieeeee Probleme haben.

Wir haben hier einen Charakter, der nicht mit sich selbst klar kommt und das auf die gesamte Umwelt projiziert. Ari schafft sich Probleme, wo eigentlich keine sein sollten. Und wo eine geoutete queere Person auch keine sehen dürfte. Mit einer solchen Darstellung wird gezeigt, dass queere Personen Probleme mit sich selbst und ihrer eigenen Queerness haben und deshalb die ganze Welt hassen. Das ist keine schöne Aussage. Vor allen Dingen sind wir damit wieder bei den Klischees, wonach Queerness als Problem gesehen wird.

Diversität: Ich finde Vielfalt sehr schön, aber hier schlecht umgesetzt. So erfahren wir z.B. erst bei ca. 15% dass Ren trans ist und bei 20% dass er japanisch ist. Bei 25% wird im Nebensatz erwähnt, dass Rayna Carter halb-indisch ist. Das liegt daran, dass die Charaktere einfach nicht wirklich beschrieben werden. Z.B. erfahren wir auch erst ganz zum Schluss, dass ein Prof dick ist.
Das ist gerade bei Rayna super unangenehm, weil diese von Beginn an als Möchtegern-Antagonistin dargestellt wird und mit ihrem Aktivismus ständig allen den Spaß verdirbt. Bei 69% wird Rayna von einem Kolonialherren-Geist auch noch als „Dirne“ bezeichnet, ohne Grund oder als wichtiger Bestandteil der Geschichte. Nirgendwo wird das mal aufgearbeitet, sondern einfach so stehen gelassen.

Dass sich die queeren und PoC Charaktere am Ende alle als „Monster“ bezeichnen, hat mir echt den Rest gegeben. Ich kann das nicht als „Symbolik“ sehen, da in diesem Weltenbau die Monster von den Figuren Besitz ergriffen haben und diese Verbindung einfach wieder gelöst werden kann. Queerness ergreift aber nicht Besitz von einem. Queerness hat man nicht. Man IST queer. Das funktioniert hier nicht und ich finde diesen Vergleich daher sehr sehr schädlich.

Misogynie: Am laufenden Band springt einem hier die dreckigste Frauenfeindlichkeit entgegen. Von einem trans masc Autor, der sich in den Social Media super woke gibt, hätte ich das nicht erwartet.

Ari hasst und verteufelt alles weibliche und feminine. Z.B. weigert sich Ari im Mädchen-Trakt zu schlafen, weil das geht ja gar nicht. Ein Zimmer im „Jungentrakt“ wäre dagegen gar kein Problem. Das geht dann soweit, dass Ari lieber unwürdig in einer Turnhalle auf alten Matten pennt, als sich ein Zimmer mit einem netten Mädchen zu teilen. Als Ari für einen jungen Mann gehalten wird, macht dey keine Anstalten, rastet aber aus, wenn man dem für ein Mädchen hält. Dann weigert sich Ari, Make-up auf der Bühne zu tragen, weil das ja „Mädchenkram“ ist. Das möge man sich bitte vorstellen: kein Make-up am Theater! Weil: nichts ist schlimmer als weiblich gelesen zu werden. Das wird auch so mehrfach im Buch gesagt. Was Ari als „Jungenkram“ wahrnimmt, wird nirgends erwähnt.

Eine Genderdysphorie liegt hier laut Ari selbst nicht vor. Dabei betont Ari ständig, wie gern dey sich früher gern geschminkt und die Nägel lackiert hat. Aber PLÖTZLICH ist alles feminine scheiße. Scheint, als wäre Geschlecht nur ein Style für Ari.

Sämtliche Frauen werden hier in keinem guten Licht dargestellt. Ari bewertet missgünstig Aussehen, Make-up und Kleidung. Und natürlich sind sie alle irgendwie fies, engstirnig und arrogant. Als Rayna an einer Stelle als „Dirne“ bezeichnet wird, fällt Ari nichts besseres ein, als sich darüber kaputtzulachen und es dem Mädchen später dick unter die Nase zu reiben! Und natürlich ist das böse Monster, was man Ende bekämpft wie HP den Mann ohne Nase … richtig: eine Frau. Was ist das für eine misogyne Dreckscheiße?!

Laut Nachwort hat das Buch 4 Lektor*innen plus 4 Sensitivity Reader verschlungen. Ich frage mich ernsthaft, wie all diese Leute die Misogynie und die unterschwellige Queerfeindlichkeit nicht gesehen haben. Muss ich hier von Absicht ausgehen?

Fazit: An diesem Buch stimmt irgendwie nix: Weltenbau, Setting, Charaktere, Pacing, Plot, Recherche und Repräsentation sind unlogisch und undurchdacht. Ich bin überzeugt, dass das Buch ursprünglich als Jugendbuch konzipiert war, weshalb es nun lauter Diskrepanzen gibt. Ari ist als Prota grenzenlos unsympathisch. Und die Parallelen zu IWWV sind für mich grenzwertiges Plagiat. Für mich ein Fail.
Profile Image for Kat.
178 reviews51 followers
Read
May 8, 2024
"Now to 'scape the serpent's tongue, we will make amends ere long; Else the Puck a liar call; So, good night unto you all."

Ich bin ein ziemlicher Shakespeare-Nerd. Wenn ich kann, nehme ich alle Aufführungen mit, am liebsten die experimentellen, und ich freue mich über jede neue Verfilmung. Am liebsten mag ich jedoch Literatur, die sich mit Shakespeare und seinen Stoffen neu auseinandersetzt. Meine großen Favoriten der letzten Jahre waren unter anderem „That Self-Same Metal“ von Brittany N. Williams, „Foul is Fair“ von Hannah Capin und natürlich „If We Were Villains“ von M.L. Rio. Deshalb wusste ich, dass ich „A Midsummer’s Nightmare“ lesen musste als das Buch angekündigt wurde. Ich fühlte mich so gesehen fast vertraglich verpflichtet. Darüber hinaus hatte ich von Noah Stoffers schon zwei Romane gelesen, die ich damals mochte, und war deshalb sehr zuversichtlich, dass das hier ein Volltreffer werden könnte.

Man soll sich ja bekanntermaßen nicht zu früh freuen. Leider gibt es trotz des Titels und des Fokus, den das Marketing auf Shakespeare legt, in diesem Roman recht wenig Shakespeare. Ich-Erzähler*in Ari spielt den Oberon in der Aufführung des „Sommernachtstraum“ von deren Uni-Theater-AG und manchmal zitieren die Figuren in alltäglichen Dialogen pathetisch Shakespeare als hätten sie zu viel in „If We Were Villains“ gelesen, aber darüber hinaus hat die Handlung mit Shakespeare oder dem „Sommernachtstraum“ nichts zu tun. Wer sich hier also auf Shakespeare-Feen oder gar eine Auseinandersetzung mit den queeren Elementen in Shakespeares Werk (und Leben) eingestellt hat, wird leider enttäuscht werden.

Stattdessen handelt der Roman von … Okay, so einfach ist das gar nicht zu sagen, denn leider mäandert der Roman mal hier hin und dorthin, ohne sich wirklich auf eine Handlung festzulegen. Es gibt eine Geistergeschichte, die jedoch eher im Hintergrund mitläuft und die Ari als Protagonist*in auch aktiv wegignoriert (Zitat: „[…] es war erstaunlich, wie gut man eine Heimsuchung ignorieren konnte, wenn man es nur dringend genug wollte.“), und auch die magischen Fähigkeiten aus dem Klappentext kommen zwar vor, stehen jedoch nicht im Fokus und werden vor dem Finale in 2-3 kurzen Szenen behandelt, von Ari und deren Freund*innen jedoch kaum recherchiert oder erkundet. Und das ist auch schon das größte Problem des Romans, denn …

Ari ist ein*e sehr passive*r Ich-Erzähler*in. Ari handelt nicht, Ari ignoriert. Ari recherchiert nicht, Ari verlässt sich darauf, dass Rayna recherchiert oder die Lösungen fallen dem in den Schoss. Zu keiner Zeit interessiert sich Ari dafür, wessen Geist in der Universität spukt, recherchiert Namen oder Todesfälle in der Vergangenheit, unternimmt etwas, um mehr herauszufinden. Ari wartet darauf, dass dey buchstäblich über die Lösung stolpert, die in Form eines alten Koffers kommt, in dem sich praktischerweise alle Hinweise befinden, die Ari braucht. Was es mit den magischen Fähigkeiten auf sich hat, erfahren Ari und deren Freund*innen ebenso unspektakulär um die 85%-Marke von einer neuen Figur, die zufällig alles weiß und alles preisgibt.

Ein weiterer Punkt, der dem Roman viel wegnimmt, ist, dass er bemerkenswert emotionslos ist. Die Figuren fühlen sehr selten etwas oder reagieren mit Emotionen auf Geschehenes. Selbst Vermissten- und Todesfälle rufen keine emotionale Reaktion vor, sondern werden mit einem Schulterzucken abgehandelt. Hier bin ich sehr oft gestockt, denn wie soll eine Geschichte eine emotionale Reaktion bei ihren Lesenden hervorrufen, wenn keine einzige Figur jemals emotional reagiert? Woher soll emotionale Tiefe kommen, wenn selbst über Todesfälle keine emotionale Regung der Figuren zu beobachten ist? Zuerst war ich davon einfach kalt gelassen, am Ende hat es mich irritiert, dass niemand auch nur den Hauch eines Gefühls wie Verlust, Angst, Trauer oder dergleichen hatte, selbst, wenn es um Freund*innen ging.

Allerdings geht es auch gar nicht oft um Freund*innen, denn es geht die meiste Zeit nur um Ari. Ari ist nichtbinär und transmaskulin und ich habe mich gefreut in einem Fantasyroman auf eine nichtbinäre Hauptfigur zu treffen. Leider fand ich die Umsetzung persönlich jedoch nicht immer repräsentierend oder ansprechend. Ari begegnen an so vielen Ecken und Enden transfeindliche Situationen, dass es auf mich sehr konstruiert und dick aufgetragen wirkte. Natürlich ist es valide, reale Diskriminierung auch in einem Fantasyroman zu zeigen, vor allem von einem Own-Voice-Autor. In Hinblick auf ebenfalls betroffene Lesende, die sich repräsentiert sehen möchten, sollte es doch aber eine gewisse Balance treffen, die hier leider völlig verfehlt wurde. Ari ist im Buch öfter in transfeindlichen Situationen als es um Shakespeare oder die magischen Fähigkeiten geht und viele dieser Instanzen wirken künstlich erzwungen, nur um noch einmal zu zeigen, wie schwer Ari es hat. I do desire we may be better strangers.

Besonders im Kontext dazu, dass auch Aris bester Freund und Love Interest Ren ein trans Mann ist, dessen Erfahrungen mit Diskriminierung oder generell dessen Identität als trans Mann of colour an einer britischen Elite-Universität überhaupt nicht thematisiert werden, wirkte Ari deshalb oft sehr ich-bezogen, auch, wenn das sicherlich nicht die Intention des Autors war. Aber Ren ist den gesamten Roman über Aris emotionale Stütze, baut dem auf, schützt dem vor transfeindlichen Angriffen und opfert eigene Zeit, Komfort und Kapazitäten um für Ari da zu sein, während es aber null Mal um Rens Erfahrungen mit ähnlichen Problematiken geht, oder Ari sich mal schützend vor Ren stellt. Tatsächlich wird erst bei ca. 15% überhaupt nebensächlich fallen gelassen, dass Ren ebenfalls trans ist.

Dass er ein man of colour ist, erfährt man noch viel später. Genauso kommt erst um die 50%-Marke raus, dass Rayna Carter, eine Freundin von Ari, ebenfalls eine woman of colour ist, als wären die marginalisierten Identitäten der anderen Figuren irgendwie unwichtig, während Aris so sehr zentriert und eben auch problematisiert wird, dass die eigentliche Handlung des Romans dahinter zu verschwinden droht. Hierzu kommt auch, dass Ari auch tatsächlich nur deren eigene Diskriminierung als solche wahrnimmt. Als die indisch-stämmige Rayna vom Geist eines britischen Kolonialisten (!) als „Dirne“ beschimpft wird, lacht Ari darüber. Als Ari Studierende trifft, die homofeindliche Sprüche über den bisexuellen Jamie und einen anderen Mann loslassen, sagt, denkt und fühlt Ari – mal wieder – gar nichts.

Hätte der Roman darüber hinaus eine gute Dark-Academia-Geschichte geliefert, hätte ich ihm wohl trotzdem noch drei Punkte gegeben, denn eine dichte Atmosphäre holt viel raus. Leider ist jedoch auch das nicht der Fall, denn die „Academia“ fehlt an allen Ecken und Enden. Ich erwarte von einem Fantasyroman keine 100% Authentizität, aber ich denke es ist in Ordnung zumindest 50% zu erwarten. Dieses „Murray College“, auf das Ari geht, hat mit einer britischen Elite-Universität leider wenig zu tun und das fängt beim Namen an. Universitäten in Großbritannien heißen, anders als in den USA, nicht College. „College“ ist ein Begriff, der zum Beispiel in Oxford oder Cambridge, riesigen Universitätsstädten, für die einzelnen Fakultäten (!) verwendet wird. Britische Elite-Unis heißen University of Oxford, University of Cambridge oder University of St. Andrews. Wieso muss ich mich mit “Murray College” zufrieden geben, wenn wir University of St. Hilma hätten haben können, nach der Insel, auf der der Roman spielt?

Auch der Studien-Alltag im Murray College kam mir … suspekt vor, denn im Endeffekt liest sich diese altehrwürdige britische Elite-Uni wie ein Mittelstufeninternat. Es wird von „Jungsflur“ und „Mädchenflur“ gesprochen, die erwachsenen Studierenden dürfen keinesfalls nachts im „falschen“ Bereich übernachten, alle essen gemeinsam in der „Großen Halle“ und es gehen Gerüchte um, Jamie wäre „von der Schule geflogen“. Wo sind die gemischten Wohnheime, wo sind die Off-Campus-WGs, wo sind die Mensas und Uni-Cafés, die Clubs und Societies, kurz gesagt, wo ist der Vibe einer echten britischen Universität? Erschwerend hinzu kommt, dass Ari zwar im letzten Trimester vor dem Bachelor-Abschluss steht, aber immer nur davon redet, „Prüfungen“ schreiben zu müssen. Wo Vorlesungen, Seminare, Term Papers, Bachelorarbeit??

Generell ist Aris Archäologiestudium recht lieblos und in vielem auch einfach nicht authentisch dargestellt. Welchen archäologischen Studiengang Ari genau studiert wird gar nicht geklärt, dafür wird am ersten Tag Abu Simbel (Ägyptologie), am zweiten Tag die Bibliothek von Alexandria (Klassische Archäologie) und dann noch die Christianisierung in Großbritannien (Ur- und Frühgeschichte) durchgenommen, was man nicht alles im selben Kurs machen würde, selbst wenn es zum selben Studiengang gehörte. Ari lernt die Namen von Pharaonen auswendig, aber über Themen wie Studienfahrten, Ausgrabungen, Datenanalysen oder die technischen Seiten der Archäologie, die Ari so kurz vor dem Abschluss beschäftigen sollten, kommt nichts. Auch Aris Zweitfach, dass je nach Kapitel Geschichte oder Kunstgeschichte ist, wird komplett außen vor gelassen und kommt einfach nicht vor.

Da wäre noch so viel mehr. Aris komplettes Desinteresse an dem angeblich so teuren Studium und Archäologie und Geschichte im Allgemeinen. Die Behauptung, die Studiengebühren am Murray College wären extrem hoch, während sich Murray College in Schottland befindet, wo die Studiengebühren gedeckelt werden, dieses Jahr bei 1.820 Pfund. Im Vergleich zu Cambridge, wo ein Jahr mal gut 10.000 Pfund kosten kann, ist das nun echt ein Unterschied. Ständig wird den Studierenden gedroht, sie werden ihre Stipendien verlieren, was mitten im Semester schlicht und ergreifend nicht geht: Das Stipendium wird entweder für das Semester gewährt oder eben nicht, aber nicht mitten drin einfach weggenommen. Mit den Mietverträgen der Studierenden für die Wohnheimzimmer wird genauso umgegangen und Ari muss von heute auf morgen ausziehen. Und und und …

Ein Punkt, den ich nicht auslassen möchte ist, dass die Universitäten, die über die Insel St. Hilma verteilt sind (Nein, ich kann mir diese Infrastruktur nicht vorstellen, da St. Hilma eine kleine Insel genannt wurde. Gleichzeitig wird sie aber beschrieben wie die Isle of Arran, auf der es mehrere Städte und Dörfer gibt. Wieder gleichzeitig hat St. Hilma aber nicht einmal eine Arztpraxis oder eine Polizeiwache.), alle fast 1:1 nach Colleges (Fakultäten!) der University of Cambridge benannt sind. Murray Edwards College, St. John's College, Christ's College, Jesus College, Queen's College, all das sind Colleges der University of Cambridge und irgendetwas daran, dass die Namen für die fiktiven Unis auf St. Hilma einfach schnöde aus Cambridge übernommen wurden, stört mich mächtig. Hätte es wirklich so einen Mehraufwand bedeutet, die Unis kreativ selbst zu benennen?

Mein letzter Punkt ist der Ton des Romans, der leider oft über das Ziel hinausschoss und das "Dark" in Dark Academia aushebelte. Die Idee hinter dem Roman hätte unheimlich, düster und atmosphärisch sein können. Auch der Schreibstil des Autors, der oft sehr schöne Beschreibungen von Wetter und Insel hervorbringt, hätte dazu passen können. Leider ist Aris Ich-Perspektive jedoch durchzogen von merkwürdig kindlich wirkenden Formulierungen ("Ich plumpste neben ihn", "Die Federn purzelten zu Boden", "ich robbte", "ihre Lockenwickler kullerten vor mir über die Dielen" etc.). Der Geist verliert all seinen Schrecken, weil Ari sie ständig als "Instagram Girl" bezeichnet und immer wieder machen die Figuren selbst in spannenden oder gruseligen Momenten blöde Sprüche und Witze, sodass die Stimmung dahin ist.

Ich beende diese Rezension an dieser Stelle, da sie schon viel zu lang ist, obwohl das längst nicht alles ist, was ich ansprechen könnte. Im Endeffekt ist genau das das Problem: Hier kommen viele kleine Sachen zusammen, die sich sammeln, bis das Fass überläuft. Ein paar dieser Probleme in einem ansonsten guten Roman hätten kaum gestört, aber so viele Baustellen in einer Geschichte, die zwar viel Potential mitbringt, aber darüber hinaus ungar, mit der heißen Nadel gestrickt und unüberlegt wirkt, fallen einfach auf. Deshalb konnte mich der Roman nicht überzeugen. Weder als Fantasyroman, noch als Dark Academia, noch als Coming-of-Age-Geschichte, noch als Shakespeare-Hommage. Denn während all das irgendwie im Roman steckt, ist nichts davon wirklich gut ausgearbeitet oder auf eine Weise eingebaut, die ich ansprechend fand.

Trotzdem gönne ich dem Own-Voice-Autor den Erfolg des Buches und freue mich für alle Lesenden, denen der Roman gefallen hat. Buchgeschmack ist schließlich subjektiv und nicht jede*r erwartet dasselbe von Diversity oder Dark Academia. Ich finde es legitim an einen Roman den Anspruch zu haben, dass er zumindest versucht eine schlüssige Geschichte und ein authentisch geschildertes Setting zu erzählen, ich sehe aber auch, weshalb das für manche Lesebedürfnisse zweitrangig sein kann. Wie gesagt, das Potential ist da. Am Ende bin ich wohl auch einfach enttäuscht, da ich denke, man hätte aus diesem Stoff mit mehr Recherche und noch ein paar Überarbeitungsgängen etwas sehr Solides, Schönes machen können. Eine Sternebewertung möchte ich diesmal nicht vergeben, da ich unsicher bin, welche ich auswählen sollte. Naja, anyways: Exit, pursued by a bear.
Profile Image for - ̗̀ saku ̖́- .
81 reviews40 followers
July 11, 2025
Die Kurzfassung meiner Meinung zum Buch und seiner*m Protagonist*in in des Barden eigenen Worten:
It is a tale
Told by an idiot, full of sound and fury,
Signifying nothing.


Die lange Version:
Ich hatte mich ja eigentlich auf eine Dark Academia mit Shakespeare-Anleihen gefreut, eine Art If We Were Villains oder Laertes mit Feen-Fantasy-Elementen, bekommen habe ich etwas, was ich nicht anders denn als Nothingburger bezeichnen kann, weil es 1000 Sachen anfängt, aber nichts davon richtig macht.
Die Qualität ist schon rein oberflächlich mies. Laut Danksagung gab es nicht weniger als vier Lektorinnen, trotzdem finden sich Fehler in rauen Mengen. Da sind teils wirklich peinliche Rechtschreibfehler (Parker statt Parka) und eine Menge Kohärenzfehler (Murray College heißt auch mal Murray Hall, Jesus College auch mal St. Jesus …). Offenbar hat auch niemand mal angemerkt, dass es ne Idee wäre, Namen zu verwenden, die nicht alle gleich klingen/aussehen (Ari, Ann, Ben, Ren, Rayna …). Die versprochene Relevanz des Sommernachtstraums bleibt aus, das Theaterstück ist völlig zweitrangig. Es fühlt sich alles wie ein First Draft an, und nicht mal ein besonders passionierter, der nur noch mal rasch überflogen worden ist, um aus der Internatsgeschichte für und über Teens eine an der Uni zu machen: Obwohl das Buch von Studierenden im letzten Jahr des Bachelorstudiums handelt, die also um die 22 und eher etwas älter sein müssen, handeln die Charaktere wie alberne Teenager, das Unisetting gleicht mehr einem Internat und entsprechend ist auch das Buch verfasst, wenn in jeder vage spannenden Situation ein Charakter einen „coolen“ Spruch ablassen muss, als wäre es 2005, gefühlt hundertmal erwähnt werden muss, dass Ari beim Verstecken – hahaha, hihihi – mit einem Bein im Papierkorb steht oder unliebsame Charaktere mit Kuhfladen beworfen werden. Die Atmosphäre, die spannend hätte sein können, wurde durch solche Kindereien regelmäßig aufs gründlichste zerschossen. Ich wähnte mich mehrfach in Lustige Streiche mit Hanni und Nanni.
Obendrein ist es der schlechteste Dark Academia-Roman, den ich je gelesen habe: Protagonist*in Ari ist sich nicht mal im Klaren darüber, ob dey nun bloß Archäologie oder Archäologie und Geschichte oder aber Archäologie und Kunstgeschichte studiert. Ist aber auch egal, denn alles davon ist für die Handlung (oder was sich halt so nennt) völlig irrelevant, es werden eh immer nur die Namen von Pharaonen auswendig gelernt und dey ist von allen historischen Themen nur genervt, hasst die Aussicht auf eine Ausgrabung und geht mit historischen Gegenständen aus den 40er und 50er Jahren um, als wäre es Abfall.
What? You egg.
Es ist, als wäre eine Anleitung befolgt worden, wie man Dark Academia NICHT schreibt. Ich will ihn eigentlich nicht mal Dark Academia nennen, höchstens Dork Macadamia.

Da aber all diese Probleme schon in anderen Rezensionen angesprochen worden sind, will ich mich auf einige Punkte beschränken, die hervorzuheben mir besonders wichtig ist:

Da ist zum einen das offensichtliche, hm, nennen wir es mal höflich, Bedienen an If We Were Villains, das in meinen Augen ehrlicherweise an Dreistigkeit grenzte. Das Buch wurde so aufgezogen, dass fast jeder der zentralen Charaktere in IWWV ein exaktes Äquivalent in diesem Buch hatte. Dass teilweise die Namen der IWWV-Charaktere für zentrale Charaktere in diesem Buch einfach übernommen worden sind (James, Richard, (W)Ren) ist da richtig übel. Natürlich ist nichts übernommen worden, was IWWV so gut macht, die moralische Komplexität und die inneren Kämpfe seiner Charaktere schon gar nicht. Auch, wieso der unauffällige „Nebendarsteller“ Oliver der Protagonist ist, wurde scheinbar nicht verstanden, denn Ari heult unentwegt herum, dass dey nicht dazugehört und eigentlich niemand dem mag, während dey jedoch zugleich den Oberon spielt und alle ständig um dem herumpusseln und dem beteuern, wie toll dey doch ist und dass sie alles für dem tun würden. Der beste Vergleich, den ich ziehen kann, ist, dass sich dieses Buch anfühlt, als würde man eine überlange Coffeeshop AU zu IWWV lesen, wo die Welt gut ist und alle sich lieb haben.

Im Grunde habe ich den zweiten Punkt bereits angesprochen, denn dieser dreht sich um Ari. Noah Stoffers, di*er Autor*in, ist nichtbinär, und entsprechend ist dieses Buch own voice. Ich bin allerdings ebenfalls nichtbinär und entsprechend ist diese Rezension ebenfalls own voice.
Mir macht ehrlicherweise Sorgen, dass mehrere Leute hier sagen, Ari wäre der erste nichtbinäre Hauptcharakter, über den sie je gelesen haben. Welches Bild haben diese Leute jetzt von uns?
Ari ist egoistisch, egozentrisch und egomanisch, wirft sich jedoch ständig komplett in die Opferrolle. Deren erster Instinkt ist es stets (auch ohne guten Grund), Leute zu belügen und in den Rücken zu fallen und dey denkt nie, wirklich nie-nie-niemals an andere Menschen, selbst an diejenigen, von denen dey behauptet, sie wären dem wichtig: Dey lässt deren nicht gerade wohlhabenden Eltern die angeblich horrenden Studiengebühren (die es in Schottland nicht gibt) für ein Studium bezahlen, für das dey sich kein Stück interessiert und in dem die Berufsaussichten auch sehr mau sind, behauptet, deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben, aber geht ganz selbstverständlich davon aus, dass dey für den Master zurückkommt. Wenn dem niemand nachrennt, vergisst dey einfach alle, so etwa Lennox kurz vor dessen Tod, und geht generell davon aus, dass niemand außer dem selbst Probleme im Leben hat und dass dey immer das ärmste Pupu von allen ist. Alle Beziehungen, die dey führt, sind völlig einseitig, dey fordert und nimmt unentwegt von anderen, die dem trösten, beschwichtigen und für dem Sachen besorgen und einspringen müssen, aber dey gibt nichts zurück, nicht einen Krümel. Narrativ wird natürlich nichts davon anerkannt, stattdessen beteuern alle Charaktere Ari ständig mit Tränen in den Augen, wie toll dey ist und dass sie für dem da sind, und sehen so komplett über deren beschissenes Verhalten hinweg, als hätten sie es gar nicht wahrgenommen.
Auch als Protagonist*in ist dey furchtbar: Dey ignoriert die Handlung weg, weicht ihr mit Gewalt aus und mariniert stattdessen passiv im eigenen Jammersaft weiter vor sich hin, während dey darauf wartet, dass alle anderen Charaktere, vor allem Rayna, alles wichtige recherchieren und alle relevanten Gegenstände heranschaffen.
Das sind alles Zeichen von schlechter Schriftstellerei: So etwas sieht man normalerweise auf Wattpad in Geschichten von Teenagern, die noch nie etwas geschrieben haben, in deren „Mary Sue“-Geschichten, nicht veröffentlicht im Großverlag von Autor*innen, die seit mindestens zehn Jahren schreiben.
Aber vor allem hasse ich dem als nichtbinäre Repräsentation: Bei allem, was vielleicht bei näherem Hinsehen als vage nonbinaryfeindlich eingestuft werden könnte, bekommt dey praktisch Heulkrämpfe und alle deren Freund*innen müssen dem umringen und es der*dem „Angreifer*in“ so richtig geben, aber dey ignoriert völlig die Marginalisierung von deren Freund*innen: Dass Rayna, eine halb indische Stipendiatin, aktivistisch versucht, die Statue eines Kolonialherren abschaffen zu lassen, wird ähnlich verlacht wie Hermine Grangers Versuch in Harry Potter, die Hauselfen aus der Sklaverei zu befreien; als besagter Kolonialherr sie eine Dirne nennt, findet Ari das sogar noch witzig, und generell findet dey es total okay, sich den Arsch von dieser finanziell benachteiligten woman of colour nachtragen zu lassen. Gleichwohl geht es dem nichts an, als der bisexuelle Jamie homofeindlich beleidigt wird. Und dass auch deren Love Interest Ren, ein trans Mann of colour, Struggles hat, wird mit dem Reichtum von dessen Familie wegerklärt. Für Ari sind alle anderen privilegiert, nur dey selber ist marginalisiert. Als Ari die nichtbinäre Honora trifft, misgendert dey sie direkt und verwirft ihr Bedauern dessen, dass they als weiblich wahrgenommen wird und deshalb als nichtbinäre Person unsichtbar ist, damit, dass they gar nicht unsichtbar, da dick sei, und erwähnt in diesem Kontext auch mehrfach, dass sie drei Kugeln Eis gegessen hat, was einfach nur unangenehm war. Während bei Ari die Narration auf den ersten paar Seiten mehrfach zu brüllen scheint „Seht mich an, ich bin nonbinary!“, erfahren wir bei Rayna und Ren erst viel später, dass sie people of colour sind, bei Ren auch erst später, dass er trans ist, als wäre nicht der Sinn von Repräsentation, dass Betroffene sich von Anfang an gesehen fühlen. Die Repräsentation einer marginalisierten Gruppe sollte niemals auf Kosten einer anderen geschehen!
Noch dazu infantilisiert dey sich ständig selbst, muss ununterbrochen beschwichtigt und geknuddelt werden, selbst wenn es eigentlich um andere geht, und benutzt kindische Ausdrucks- und Verhaltensweisen (z.B. während einer ernsten Szene: „Ich löffelte eine Portion süßer Sahne […] Ich schüttelte den Kopf, den Löffel immer noch im Mund.“, während einer dramatischen Kampfszene: „Ich hickste vor Schock und Schmerzen. […] [I]ch wimmerte vor Erleichterung unwürdig im Gras.“). Damit bekräftigt dey als Charakter den Stereotyp, nonbinäre Menschen wären unreif oder tatsächlich Kinder.
Aris Selbstverständnis von Nichtbinarität finde ich ebenfalls bedenklich. Was haben die Lesenden, die noch nie bewusst mit einer nichtbinären Person zu tun hatten, davon mitgenommen? Ari empfindet weder Eu- noch Dysphorie, was natürlich nicht notwendig ist, um nichtbinär zu sein, aber dey verzichtet bewusst auf Dinge, die dey eigentlich mag, wie Make-up, was angeblich feminin wäre (In einer Welt, in der James Charles und Jeffree Star existieren?), weil dey sich rein darüber definiert, wie andere Leute dem wahrnehmen. Aus dem gleichen Grund trägt dey auch einen Binder. Dey behauptet zwar, kein Mann zu sein, lehnt jedoch alles Feminine strikt ab und will stattdessen ein maskulines Äquivalent. Als dey z.B. aus deren Zimmer fliegt, einem Gästezimmer des College (Ein paar Wochen vor Ende des Trimesters? Trotz Mietvertrag? Schwer vorstellbar), und stattdessen in einem Zimmer im Mädchenflur (An der Uni? Aha …) schlafen soll, verlangt dey stattdessen ein Zimmer im Jungenflur. Für ein Mädchen gehalten zu werden, ist für dem das furchtbarste, für einen Jungen gehalten zu werden, erfüllt dem hingegen mit Stolz. Statt zu tun, was nonbinäre Menschen generell tun, und die Geschlechterbinäre zu bekämpfen und zu ignorieren, ist dey hier die Person, die sie ständig erzwingt. Dey bezeichnet etwa den Jungen- und Mädchenflur als „zwei klar getrennte Welten“. Es ist, als würde einem ein kleines Kind ernsthaft erklären, dass es blaue Hotwheels für Jungen und pinke Barbies für Mädchen gäbe, die auch nie tauschen dürfen, und keine anderen Spielsachen, weswegen es leer ausginge.
Zugleich muss dey jedoch immer die Extrawurst haben: Als dey zu einer Black-Tie-Party einen Smoking tragen soll, jammert dey herum und riskiert die geschenkte £200 Eintrittskarte, indem dey nun plötzlich, nachdem dey es kurz zuvor strikt abgelehnt hat, unbedingt Make-up tragen will. Nie ist irgendwas gut genug für dem, nie kann man es dem recht machen, nie kann dey sich einfach zufrieden geben oder auf einen Kompromiss eingehen. Die ganze Welt muss sich unter allen Umständen für dem verbiegen. Dey ist echt wie das Feindbild, das queerfeindliche Menschen von uns nichtbinären Menschen haben. Seid beruhigt: Die allermeisten von uns können durchaus auf Kompromisse eingehen, auch wenn wir mal mit den Augen rollen oder uns später bei Freund*innen auskotzen, weil wir kompetente erwachsene Menschen sind, die verstehen, wie die Welt funktioniert und dass es nicht immer nur um uns gehen kann.
Ich sag es, wie es ist: Auf mich wirkt Ari nicht wie ein nonbinärer, sondern mehr wie ein GNC (gender non-conforming) Charakter, dem es nur um Äußerlichkeiten und die Wahrnehmung Außenstehender geht, statt um inhärente.

Auch den letzten Punkt habe ich im Grunde schon angesprochen: Dieses ist wirklich das frauenfeindlichste Buch, das ich seit langem gelesen habe.
Das fängt an mit Aris Ablehnung von allem Femininen. Dieses Verhalten kann man noch als Überkompensieren verstehen, aber dann ist trotzdem schlecht, dass das von der Narration und den anderen Charakteren so hingenommen wird, statt dass z.B. Ren als trans Mann Ari mal beiseite nimmt und dem sagt, dass deren Verhalten cringe und nebenher auch misogyn ist. Das geht bei Ari so weit, dass dey ein Zimmer im Mädchentrakt entmenschlichend findet, aber stattdessen auf einer Matratze in der Turnhalle schlafen, total okay – und das, obwohl dey logischerweise die letzten drei Jahre lang im Mädchentrakt geschlafen haben muss.
Wie die weiblichen vs. die männlichen Charaktere behandelt werden, ist ebenfalls … unschön. Sympathische Frauenfiguren, die wirklich eine Rolle spielen, sind rar gesät, da haben wir eigentlich nur Rayna und Ann. Selbst die werden eingeführt als eine miese Streberin mit albernen aktivistischen Ambitionen und ein hilfloses Mäuschen, das sich gut und gern unterwirft, also nicht gerade positive Identifikationsfiguren. Jamie wird auch nicht als Sympathieträger eingeführt, den Ari auch nicht gut kennt, mit dem aber ist Ari sofort best buddies, während Rayna, wenn sie dem nicht gerade den Arsch nachträgt oder küsst, fast als Feindin dargestellt wird. Um die hyperfeminine Ann steht es noch viel schlimmer: Zu Beginn des Buchs wird sie noch als Mitglied der Core Group eingeführt (wo sie auch, wenn wir den IWWV-Parallelen folgen, das offensichtliche Gegenstück zu Wren ist), die auch angeblich mit Ari befreundet ist. Sie wird jedoch fast wie eine Dienerin behandelt, die ständig allen Sachen näht und Ari das Make-up macht und kommt ansonsten kaum vor. Später wird ihr Freund Charlie eingeführt, ab welchem Zeitpunkt Ann und dieser praktisch an der Hüfte zusammengewachsen sind und Ann fast nur noch im Kontext und Schatten von Charlie vorkommt. Schließlich ist es Charlie, der Teil des zentralen Mystery und wie Ari, Ren, Rayna und Jamie ebenfalls ein Monster (furchtbare Bezeichnung btw) ist, also magische Kräfte hat. Statt Ann gegenüber zumindest den Respekt zu zeigen, ihr die Wahrheit zu sagen, belügen ihre so genannten „Freund*innen“ sie komplett über Charlies Verschwinden und Tod und als sie dann in dieser schlimmsten Zeit ihres Lebens kurz vor ihrem Abschluss zu ihren Eltern geht, um sich psychisch zu erholen, ist das Motto offenbar: „Aus den Augen, aus dem Sinn!“ Sie wurde sowohl aus dem Freund*innenkreis als auch aus der Handling komplett rausgeeist.
Auch sind alle feindlichen Charaktere weiblich: Sowohl die miesfiese Mrs. Hughs, die ihren figurativen Schnauzer zwirbelt, als auch die verständnislose Kanzlerin bekommen am Ende zur allgemeinen Genugtuung der Hauptcharaktere ihr Fett weg. Bemerkungen, die als trans- oder nonbinaryfeindlich eingestuft werden könnten, kommen fast exklusiv von weiblichen Charakteren. Jean wird ununterbrochen als feindseliger Rachegeist dargestellt, und das fand ich besonders übel: Sie ist ein Mordopfer, das nichts objektiv Schlimmes tut, und das einfach nur Gerechtigkeit möchte, was es durch Ari, die einzige Person, die sie sehen kann, erreichen will. Sie als „Rachegeist“ darzustellen, ist reinste Täter-Opfer-Umkehr. Nicht nur das, Ari entmenschlicht sie durch die Bezeichnung „Instagram-Girl“, auch als dey längst ihren Namen kennt, äußert sich angewidert über ihren schlimmen Zustand, als hätte es ihr Spaß gemacht, ermordet zu werden, wühlt achtlos durch ihre irdischen Besitztümer, wobei dey offenbar mehrere beschädigt, nennt mehrere auch „hässlich“ und raubt Jean bewusst die Stimme und die Möglichkeit, mit dem zu kommunizieren, einfach nur, weil sie unbequem für dem ist. Am Ende werden ihre Knochen einfach sang- und klanglos weit weg von ihrer Familie und ihrer Heimat verbuddelt und damit hat sich die Sache, einen echten Abschluss gibt es für sie nicht. Und zur Krönung haben wir hier natürlich Thorburn, die die ganze Zeit die Verantwortliche war. Man hätte vielleicht etwas daraus machen können, dass sie im 18. Jahrhundert als Schwester eines Kolonialherren gelebt hat und eventuell selbst aktiv in Kolonialismus verwickelt war. Aber stattdessen war ihr Motiv – man stelle sich das vor – Feminismus und Ambition. Es wird sogar dargestellt, als wäre ihr Bruder, der Kolonialherr, hier das Opfer.
Apropos Kolonialherr: Mit dem kann Ari natürlich wieder ganz dolle. Dey begegnet seinem Geist und er wird dargestellt wie ein überpenibler Schulmeister, den jedoch niemand so ganz ernst nehmen kann, der auch jede Menge nützliche Exposition liefert und den Ari deswegen im Gegensatz zu Jean gerne duldet und auch auf ein spätnächtliches Abenteuer mitnimmt. Dieses Abenteuer umfasst auch jemanden vom lebenden Personal, aber keine Sorge, es ist niemand so Furchtbares wie Mrs. Hughs, die *checks notes* ihren Job macht. Nein, nein, es ist lediglich ein weiterer lieber netter Mann, nämlich ein Dozent, der sich in ein schattenartiges Monster verwandelt, das den Studierenden Albträume verschafft. Nichts weiter und schon gar nichts, was bedrohlich wäre oder wovor man sich in Acht nehmen müsste!/s Natürlich ist es auch der Dozent, der Ari bedingungslos unterstützt und dem stets mit Rat und Tat zur Seite steht.
Der Kontrast ist wirklich auffallend – ganz zu schweigen von furchtbar.
Sogar dier nichtbinäre*r Honora wird von Ari sehr offen (und nonbinaryfeindlich) als „Frau light“ behandelt – quasi das schlimmste vorstellbare Schicksal für Ari selbst, so viel Mühe, wie dey sich gibt, masc zu sein und alles, was fem gecodet ist, abzulehnen und zu verachten.

Mit dem dünnen Plot, dem halbseidenen Worldbuilding, der wässrigen Charakterisierung und der losen Zugehörigkeit zu so ziemlich jedem vertretenen Genre geht dieser Roman leider vollkommen in Aris ununterbrochenem Gejammer unter und mir ist nicht klar, wer überhaupt die Demographie dafür sein soll.
Deswegen will ich die Rezension auch wieder mit einer Variation von Shakespeares Worten abschließen:

Nur düstern Frieden bringt uns dieser Morgen;
Die Sonne scheint, verhüllt vor Weh, zu weilen.
Kommt, offenbart mir ferner, was verborgen:
Ich will dann strafen, oder Gnad’ erteilen;
Denn niemals gab es ein so herbes Los
Als Aris, dieses Trauerkloß
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February 24, 2024
Ich habe das Buch abgebrochen. Bin leider überhaupt nicht in die Geschichte reingekommen und fand die Charaktere flach. Ich habe mehrmals versucht es weiter zu lesen aber nichts hat geholfen. Schade!
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August 10, 2024
Interessantes Setting, Uni in Schottland PLUS Fantasy-Anteil. Hübsches Cover!
War mir stellenweise jedoch zu langatmig. Für meinen Geschmack hätte etwas mehr los sein dürfen.
Der Struggle des queeten Protagonisten war super nachvollziehbar.
Fühle mich dennoch etwas zu alt für dieses Buch 🤷🏻‍♀️
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529 reviews8 followers
February 4, 2024
Dark Academia, Schottland, Shakespeare
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Meine Fantasy-Mission 2024 geht weiter. Und direkt habe ich mir mit diesem Urban-Fantasy Roman die nächste Perle rausgepickt. Angesprochen haben mich alleine schon die Shakespeare-Vibes im Titel. Der Klappentext erinnert ansatzweise an “If we were Villains”. Der Fantasy-Touch, der noch hinzukommt, hat mich besonders neugierig gemacht. Und schon war klar, dass ich diese Geschichte unbedingt lesen möchte.
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Darum geht’s: Auf der schottischen Insel Hilma proben die Studierenden der altehrwürdigen Elite-Universität für eine Shakespeare-Aufführung. Währenddessen entdecken vier Mitglieder der Theatergruppe ihre übernatürlichen Fähigkeiten - und den rachsüchtigen Geist eines Mädchens.

Schon das Vorwort bzw. die Triggerwarnung hat mich in ihren Bann gezogen. Hier sind es “Pucks Worte zum Geleit”, die mich gleich in die richtige Stimmung versetzt und auf wichtige Themen in diesem Buch vorbereitet haben. Die Geschichte beginnt dann wie eine ganz normale Uni-Story. Aber schon bald hält Stück für Stück der Fantasy-Anteil Einzug und nimmt stetig zu. Die Handlung nimmt schnell Fahrt auf. Das Geschehen wird in ein absolut tolles und atmosphärisches Setting platziert. Zwischen Sagen, Mythen, Grusel und Crime werden immer wieder Shakespeare-Zitate eingebunden. Aber so leichtgängig, selbstverständlich und fast schon nebenbei, das Schauspiel-Laien sich hier nicht abgeschreckt fühlen müssen. Darüber hinaus fließen weitere interessante Themen mit ein. Es wird queer. Hauptcharakter Ari durchläuft noch den Identitätsfindungsprozess. Freundschaft und Vertrauen spielen dabei eine wichtige Rolle. Und eine schöne und im Kontext glaubhaft erzählte Slow Burn-Romance gibt es noch obendrauf.
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Für mich war dieses Buch in seiner Vielschichtigkeit etwas ganz Besonderes und deshalb auch ein echtes Highlight. Ich habe den Roman absolut genossen, das Geschehen in mich aufgesogen und die Geschichte in mein Herz geschlossen. Von mir gibt es deshalb eine ganz fette Leseempfehlung!
Profile Image for caught_in_fairytales.
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February 22, 2024
Noah Stoffers weiß mit einem angenehmen und flüssigen Schreibstil zu überzeugen, ebenso wie mit kreativen Ideen zu fantastischen Wesen, der Anderswelt und Figuren. Als beeindruckend und auch längst überfällig in Fantasyromanen empfand ich auch die Präsenz von queeren Figuren, denn die Hauptfigur und ihr Love Interest waren nicht-binär und transmaskulin, und man erfährt viel über ihre Hürden im Alltag und in der Kommunikation mit anderen, die dafür kein Verständnis haben. Daumen hoch hierfür also! 👍🏻

Ich persönlich hatte jedoch den Eindruck, als hätte es zu viele gute Ideen gegeben, um sie in einem Band alle gleich gut ausarbeiten zu können. Gefehlt hat mir hier vor allem der klare Kontext und die Ausarbeitung der fantastischen Elemente, die manchmal etwas random erschienen. Eine Figur muss sich verstecken? Ach, dann kann sie sich ab jetzt unsichtbar machen! Es gibt ein Feuer? Eine Figur kann von nun an den Wind beherrschen!
Trotz des schottischen Settings und gelegentlicher Erwähnungen schottischer Mythen, der Anderswelt, und unerklärlicher, übernatürlicher Dinge, war weder die magische Relevanz von Shakespeares Stücken klar genug dargestellt (- ich habe leider keinen Zusammenhang entdeckt, aber klärt mich gerne auf 🙂), noch der Bezug der magischen Wesen zur schottischen Mythologie, denn statt z. B. Selkies, Feen, Kelpies oder Banshees gab es (zugegeben, kreative!) Wesen in ganz anderer Gestalt und mit anderen Fähigkeiten. Wozu aber dann die vielen Anspielungen zur Mythologie?

Deshalb konnte ich leider nicht komplett eintauchen und mitfiebern, bin mir aufgrund der vielen begeisterten Rezensionen aber sicher, dass das eine subjektive Meinung ist. Manche Bücher können manche eben begeistert und andere nicht, aber das ist völlig OK.
Profile Image for Scolardy.
261 reviews1 follower
March 26, 2024
„A Midsummer’s Nightmare“ von Noah Stoffers ist ein atmosphärischer Urban Fantasy Roman im Dark Academia Stil.

Die Geschichte entführt uns auf die fiktive, pittoreske, schottische Insel Hilma. Ein malerisches Eiland mit erstaunlich viel Geschichte, Folklore – und Universitäten. Gleich 3 Colleges tummeln sich in diesem isolierten „3-Seelen-Dorf“. Relevant für die Geschichte ist aber primär das Murray’s, das unsere 4 Protagonisten besuchen. Dort steht ein heikles Prüfungstrimester an, was alle Studierenden in einen Zustand zwischen Euphorie und Panik versetzt. Der perfekte Zeitpunkt für ein wenig Spuk und Magie also.

So begegnet Ari direkt am ersten Tag einem Geist, auch wenn Ari das noch nicht so ganz bewusst ist und eine tonnenschwere Statue befindet sich plötzlich nicht mehr auf ihrem Sockel, sondern auf dem Dach. In dieser herrlich kuriosen Manier geht es fortwährend weiter. So liest sich „A Midsummer’s Nightmare“ den Großteil der Geschichte eher wie ein Mysteryroman mit Gruselfaktor als wie klassische Urban Fantasy. Dies ist keineswegs als Kritikpunkt gemeint, stattdessen sorgt es für herrlich frischen Wind in der Fantasy-Szene.

Ebenso wie die diverse Besetzung, die Stoffers uns hier präsentiert. Ari selbst ist non-binär (Pronomen: dey/denen) – lange Zeit dachte ich, dass dey ebenso trans-maskulin sei, dem widerspricht dey aber, als es darum geht, sich offiziell als solcher anerkennen zu lassen. Ren hingegen, der beste Freund und Love-Interest, ist tatsächlich trans-maskulin mit typisch männlichen Pronomen und Japaner. Rayna ist Inderin und Jamie ist zwar ein reicher, weißer Schnösel augenscheinlich, aber er verbirgt mehr als seine Homo- oder Bisexualität (dies wird relativ offen gelassen).

Da ich relativ unvorbereitet an das Buch heranging, kam die Queerness recht überraschend für mich. Dies hat mich allerdings nicht gestört, ganz im Gegenteil sogar gefreut, bedeutet es doch hoffentlich, dass endlich mehr Diversität Einzug hält – nicht nur in den Nischensegmenten.

Aris Geschlechtsinkongruenz motiviert zwar einen großen Teil der Handlung, nimmt der Fantasy aber nichts weg. Stattdessen empfand ich es als Bereicherung, nicht nur darüber zu rätseln, was gerade Mystisches passiert, sondern mich auch mit meinen eigenen Reaktionen und Fragen auf Aris Probleme, Erfolge, Gedanken und Gefühle nach deren Coming-Out zu befassen.

Unabhängig von all dem weist Stoffers einfach einen tollen Schreibstil auf. Eingängig, leicht zu lesen, dabei nicht zu plump aber bodenständig. Die Dialoge sind herrlich authentisch. In einer Szene sagt Ari, dass es „arschkalt“ ist. Darüber musste ich nicht nur herrlich lachen, ich hätte es genauso gesagt. Das Beste an Stoffers Schreibstil ist jedoch die Art und Weise, wie sier mein Kopfkino anzuregen weiß. Sier nennt zwei, drei prägnante Elemente und überlasst dem Rest unseren Assoziationen. Ich habe noch jetzt eindringliche Impressionen vor meinem inneren Auge.

Fazit:
Noah Stoffers „A Midsummer’s Nightmare” ist für mich ein echter Überraschungshit. Lange habe ich keinen so einzigarten Urban Fantasy Roman mehr lesen dürfen. Voller Diversität, perfekten Gruselmomenten, ein Hauch des Übernatürlichen inspiriert von der schottischen Folklore und der mit Abstand besten Atmosphäre konnte mich dieser Roman voll und ganz überzeugen. Allein Stoffers Schreibstil lässt mich auf weitere Bücher dieser Art von siem hoffen. 5/5 Sterne!
Profile Image for Leonie.
1,093 reviews57 followers
March 2, 2025
- Ari war so ein anstrengender Hauptcharakter
- Recherchefehler (z.B. das ganze Uni-Setting betreffend)
- Das Buch zog sich ewig in die Länge
- Was genau war daran jetzt Dark Academia?
- Frauen waren immer irgendwie “die Bösen”
- …
Aber hey, immerhin gabs ordentlich Queer Rep, aber dadurch konnte das Buch insgesamt auch nicht mehr gerettet werden.


[Ich habe ein Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten.]
Profile Image for Andrea Weil.
Author 8 books6 followers
Read
May 20, 2024
Das Buch hat sehr viele Elemente, die ich mag, mehr als ihre Summe. Vor allem konnte ich viel von der Repräsentation lernen - mit Ari zusammen! Natürlich kann ich da jetzt nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber ich weiß, Noah kann es und jede Erfahrung ist da individuell. Ich finde es nur realistisch, dass eine queere Person, die in einem heteronormativen Umfeld aufwächst, auch Fehler macht. Aris Umfeld ist oft unterstützend, aber das Beispiel der nach Geschlechtern getrennten Schlafflure ist ein guter Aufhänger, um zu zeigen, wie viel Schmerz diese oft als selbstverständlich hingenommene Trennung im Alltag (Stichwort Toiletten) bereiten kann. Die meisten UK-Collages praktizieren das in den Wohnheim zwar schon lange nicht mehr - schließlich sind die Studierenden erwachsen -, aber gerade in Oxford gibt es das nach wie vor, man mag's kaum glauben. Was Aris Ablehnung von "weiblichen" Ausdrucksformen betrifft, ist für mich jederzeit klar, dass es nur darum geht, dass sich dey in dieser schweren Phase der identitätsfindung nicht wohl damit fühlt. Und da eine Entwicklung durchmacht im Laufe des Buchs.
Ari ist nicht perfekt, erst recht nicht deren Passivität. Das ist einerseits kein Wunder, wenn Ari doch einfach nur und den Abschluss machen will und dann so viel Neues und Unglaubliches auf den hereinprasselt, aber für mich als Leserin gelegentlich frustrierend. Es hilft auch nicht der Spannung, wenn die Hauptfigur den Plot am liebsten wegschieben und ignorieren will - und das manchmal so wirkt, als wäre das Absicht, um das Buch noch ein bisschen in die Länge zu ziehen. Überhaupt ist das Pacing der Geschichte etwas seltsam, oft plätschert alles so im Collegealltag dahin, um dann auf dem Nichts große Sprünge zu machen, wenn neue Hinweise zufällig auftauchen - wie rasch und selbstverständlich die Figuren dann die richtigen Schlüsse ziehen, überrumpelte mich öfter und ich dachte, ich hätte was überlesen. Gleichzeitig reagieren sie manchmal, als wären übernatürliche Vorgänge gar keine so große Sache, als ob die Emotionen irgendwie kaputt sind. Das passt noch zu Ari, weil dey ohnehin gerade emotional total lost ist, aber die anderen? Es stimmt allerdings nicht, dass gar keine Gefühle gezeigt werden, nur weil das Buch mehr mit Andeutungen arbeitet als alles auszubuchstabieren. Die einzelnen Elemente der Geschichte (Selbstfindung, Romantik und queere Repräsentation, Kritik am elitären Establishment, Übernatürliches, Mystery, Krimi - letzteres der schwächste Part) kämpfen miteinander, unterbrechen sich mehr als dass sie sich ergänzen und nehmen Aufmerksamkeit voneinander weg. Damit bleibe ich am Ende bei meinem ersten Dark Academia etwas unbefriedigt zurück, auch wenn das Finale vieles für mich versöhnt. Ich liebe Noahs stimmungsvollen Stil, Charaktere, Ideen und, wie gesagt, die Einzelteile, aber als Einstieg in ein Genre, das mir wahrscheinlich eh nicht liegt, hat es mich nicht ganz überzeugt. Die Berlin-Reihe bleibt mein Favorit, aber ich bin gespannt auf jedes neue Werk von Noah.
Und es macht mich trotzdem froh, dass dieses Buch mit diesen Themen ein Spiegel-Bestseller geworden ist. Deshalb verzichte ich auf eine Sternebewertung - ich wette, andere Menschen werden sich endlich gesehen fühlen und es mehr genießen können als ich.
Profile Image for Shaki.
154 reviews20 followers
April 9, 2024
Dieses Buch hat mich so unglaublich glücklich gemacht. Weil:
1. Die Kombination aus Dark Academia und Fantasy Elementen basierend auf keltischer Kultur ist chef's kiss
2. Wundervoll diverser Cast and Charakteren
3. Der MC ist nichtbinär, eine absolute Mood und einfach nur super sympathisch
Daran anschließend
4. Wurden viele Aspekte möglicher Lebensrealitäten nichtbinärer Personen besprochen, worin ich mich selbst (als nichtbinäres Individuum) finden konnte und was mir einiges an comfort gegeben hat (Danke dafür<3)
5. Es ist SO UNGLAUBLICH SPANNEND
6. Liebe den Humor
7. Richtig tolle Atmosphäre

Bitte lest dieses Buch, Danke.
Profile Image for Fernwehwelten.
390 reviews246 followers
September 15, 2025
Manchmal muss man sich durch ein Buch regelrecht durchbeißen. So ging es mir leider auch mit A MIDSUMMER‘S NIGHTMARE.

Diverses Charakterbild, Shakespeare, Dark Academia, Magie und schottische Folklore. Ich war wirklich angetan von der Idee des Buchs. Die Atmosphäre schien von Anfang an beinahe greifbar, bekam mich mit jeder Seite und Zeile mehr zu fassen. Manchmal bin ich Dark Academia fast schon etwas überdrüssig, aber hier? Nein, gar nicht. Denn hier steht nicht nur „Dark Academia“ drauf, sondern es ist auch wirklich Dark Academia DRIN. Auch die Charaktere fand ich spannend: Genderidentity spielt eine große Rolle, aber ohne aufdringlich zu wirken. Stattdessen ist das Thema einfach da, weil es zu den Charakteren und ihrer Geschichte gehört. Hat mir sehr gut gefallen.

Trotzdem wurde das Buch für mich aber schlussendlich nur ein 2,5 Sterne Read. Ich habe einfach irgendwann den Faden verloren. Die Erzählweise ist ruhig und gemächlich, was ich häufig sehr mag – hier hat es allerdings dafür gesorgt, dass ich irgendwann wirklich kämpfen musste, um nicht abzuschweifen. Vor allem, weil die Handlung versucht hat, trotz des langsamen Erzähltempos immer neue Aspekte aufzunehmen. Was an Tempo fehlte, war an Einflüssen zu viel. Die Geschichte wurde für mich leider sehr undurchsichtig und die Auflösung konnte ich schließlich auch nicht ganz nachvollziehen oder greifen. Ich hab‘ den roten Faden verloren – und dadurch hat das Buch leider schlussendlich auch mich verloren.

Sehr schade, denn die Atmosphäre war wirklich toll!
10 reviews
November 21, 2025
Ich hab irgendwie das Gefühl, dass das Buch zu viel auf einmal sein wollte 🙈
Profile Image for faanielibri.
832 reviews62 followers
February 14, 2024
Noah Stoffers liefert mit ‚A Midsummer’s Nightmare‘ das, was ich mir vom deutschen Buchmarkt wünsche: Queere Fantasy, die mit internationalen Geschichten mithalten kann. Stoffers Geschichte ist spannende, kurzweilige Dark Academia, in einem von Schottland inspirierten Setting. Nicht nur für Shakespearefans lesenswert!

Die Schlagwörter im Klappentext weisen schon die Richtung, in die die Geschichte gehen wird. Schottland. Dark Academia. Shakespeare. Es fehlt nur noch: Queer. Ich liebe die Story allein schon wegen der Repräsentation. Dazu eine von Wind umtoste und Wellen umspülte (fiktive) schottische Insel, auf der sich unser Schauplatz befindet. Das Murray, ein Elite-College, an dem sich merkwürdige Vorfälle ereignen. Wieso z.B. sieht Ari Menschen, die andere nicht bemerken? Und wie schafft es Jamie, die überlebensgroße Statue des Gründervaters der Schule zu bewegen? Und was hat das alles mit dem Tod dreier Schüler*innen zu tun, um den sich schon Legenden spinnen?
Hauptfigur Ari erzählt dabei aus der Ich-Perspektive und verschafft uns damit eine besondere Nähe zu den Ereignissen. Dey ist transmaskulin und nicht-binär und kommt im Gegensatz zu vielen seiner Mitschüler*innen nicht aus einem wohlhabenden Elternhaus. Ich fand es klasse, dass Stoffers denen keine Außenseiterrolle verpasst hat, sondern dass dey viele Freund*innen hat, und in der Theatergruppe den Oberon gibt. Diese Freund*innen helfen Ari dann auch, die mysteriösen Vorkommnisse zu ergründen und sie begeben sich dabei nicht nur einmal in Gefahr. Stoffers verwebt dafür keltische Folklore gekonnt mit dem Urban-Fantasy-Setting und schafft dadurch eine ganz besondere Atmosphäre, die dem Begriff Dark Academia alle Ehre macht. Dazu noch die vielen Shakespeare-Referenzen, die der Geschichte den besonderen Touch geben und bestimmt so manches Fanherz höher schlagen lassen.
Ein besonderes Augenmerk legt Stoffers auf Aris Queerness, die vor allem von seinen Eltern und anderen Erwachsenen ignoriert wird. So wird Ari oft mit denen Geburtsnamen angeredet (der natürlich nicht genannt wird) und hat mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, so akzeptiert zu werden, wie dey ist. Stoffers schildert dabei Aris Gefühle und die Probleme, mit denen dey konfrontiert wird, sehr einfühlsam, und lässt dabei auch deren eigene Erfahrungen einfließen.
Trotz meiner Begeisterung habe ich aber einen kleinen Kritikpunkt: Die Schüler*innen akzeptieren für mein Empfinden viel zu schnell ihre Fähigkeiten, die sie im Laufe der Geschichte entwickeln. Da hätte ich mir mehr Auseinandersetzung gewünscht, mit sich selbst und den anderen.

Ich möchte ‚A Midsummer’s Nightmare‘ all jenen ans Herzen legen, die Lust auf eine spannende Urban-Fantasy-Geschichte in etwas düsterem Dark-Academia-Setting haben, die queere Geschichten mit einer kleinen Romance mögen und die eine ganz besondere Shakespeare-Inszenierung sehen möchten. 4,5 Sterne.
Profile Image for Lisa's Büchereck.
517 reviews10 followers
February 16, 2024
Noah Stoffers hat hier eine grandiose Story geschaffen, die perfekt aufeinander abgestimmt war. Es gab Fantasy was super im Einklang mit der Mythologie einherging, Spannungsgeladene Szenen und ein wenig Romance.
👻
Wir begleiten Ari, Ren, Jamie und Rayna auf eine unglaubliche Reise, die voller dunkler Geheimnisse steht. In Vordergrund der Gruppe steht Ari, Ari kämpft seit geraumerzeit mit Vorurteilen und Unverständnis, denn Ari ist nichtbinär und Transmaskulin. Dazu kommt die extreme Prüfungsphase und jetzt auch noch das übernatürliche. Das kann schon mal etwas viel werden. Noah hat es aber in eine grandiose Mischung gebracht. Es kein bisschen zu viel. Es wechselt sich perfekt ab oder geht in einander über. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen.
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Für mich war es sehr erfrischend das wir hier eine Queere Story haben, denn das kommt noch viel zu selten in Büchern vor. Klar haben wir mal Queere nebencharaktere, aber selten im Vordergrund. Außer man liest gezielt Pride Bücher. Das macht mich traurig und wütend muss ich gestehen. Jeder soll doch sein Leben so leben das er glücklich ist und nicht so wie andere es für "richtig" empfinden.
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Ok genug aufgeregt.
A Midsummers Nightmare kann ich euch wirklich nur ans Herz legen. Für mich jetzt schon ein Jahreshighlight.
Profile Image for Violali.
29 reviews2 followers
January 28, 2025
Ich weiß auch nicht... teilweise war ich investiert in die Welt und die Atmosphäre, aber so ganz rein bin ich nie gekommen. Der Schreibstil war teilweise sehr durcheinander und die Charaktere leider sehr flach. Ari ist als Prota unsymphatisch und interessiert sich nicht für den Plot, also warum sollte ich mich als Leser um die Geschichte scheren?

Ich stimme mehreren Rezensionen hier zu, dass es sich definitiv mehr nach Internat als nach College anfühlt. So wird kein Bachelor gemacht.

Ich hatte mich über ein Buch mit queer Representation gefreut, aber das wars halt irgendwie alles nicht.

Profile Image for Lara.
63 reviews
August 23, 2025
3,5/5 ⭐
Die Grundidee des Buches fand ich genial. Zudem wurden super gruselige Dark Academia Vibes aufgebaut. Der Schreibstil war sehr flüssig und konnte mich in seinen Bann ziehen.
Leider verlief die Handlung sehr zäh. Sie wurde ständig von Nebenhandlungen unterbrochen, deswegen ging es in den ersten 200-300 Seiten kaum vorwärts. Nebenhandlungen sind toll, aber sie müssen unbedingt mit der Hauptgeschichte verbunden sein.
Dadurch, dass das nicht der Fall war, ist am Anfang fast gar nichts passiert und in den letzten 100-200 Seiten kam es zu einem riesigen Infoüberschuss, indem noch schnell alles gesagt wurde, damit die Geschichte ein Ende findet.
Profile Image for liceys_buecherwunderland.
348 reviews2 followers
February 11, 2024
[𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘/ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟𝕤𝕖𝕩𝕖𝕞𝕡𝕝𝕒𝕣]

𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: A midsummer's nightmare
𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Noah Stoffers
𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: Droemer Knaur
𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟 𝕒𝕦𝕗: Deutsch

𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Mögt ihr Dark Academia-Bücher?

𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙:
Toll - IchLiebeEs - Stimmungsvoll

𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥:
Auf der Insel Hilma braut sich etwas zusammen...
Während in einem Elite-College auf der Insel ein Theaterstück eingeübt wird, entdecken ein paar Mitglieder der Theatergruppe, dass das übernatürliche tatsächlich existiert und die Welt viel gefährlicher ist, als sie dachten...

𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
Wow! Das Buch hat absolut meinen Geschmack getroffen. Düstere Inselstimmung, Fantasyanteile die logisch nach und nach auftauchen und tolle, glaubwürdige Charaktere. ❤️
Allein das Cover hat mich ja schon angezogen. Dann noch der Klappentext der einfach richtig toll klingt. Da konnte ich ja kaum widerstehen. Und das Buch hat gehalten, was es versprochen hat. 😊
In die Charaktere habe ich mich schon sehr schnell verliebt und die Atmosphäre hat mich nach und nach in ihren Bann geschlagen. Die Geschichte war richtig spannend und ich habe die ganze Zeit mitgerätselt und mitgefiebert und habe das Buch praktisch verschlungen!
Am Ende hat es mir dann nochmal so richtig die Sprache verschlagen und ich bin traurig, dass es vorbei ist.
Noah Stoffers konnte mich hier absolut überzeugen.

𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘? 👍🏻
Sies hat da eine wirklich tolle Geschichte geschaffen, die ich gerne weiter empfehle! 🫶🏻

𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️
Profile Image for Ines Plagemann.
Author 2 books4 followers
February 16, 2024
A Midsummer's Nightmare von Noah Stoffers ist das Dark Academia Buch, auf das ich gewartet habe. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt, ich habe mit Ari zwischen Geistern und auf der Flucht vor Monstern mitgefiebert. Habe Rayna bewundert, die stark und gleichzeitig tiefgründig ist, ohne etwas beweisen zu müssen. Mich von Jamies schwer greifbarer verwunschener Art faszinieren lassen. Und mich gemeinsam mit Ari in Ren verliebt, der in Monster- und Menschenform einfach nur goldig ist ♥️

Eine Geschichte voller Diversity, mit gerade der richtigen Menge wohligem Grusel und Figuren, die ans Herz wachsen. Ich habe jede Seite von diesem Buch geliebt!
Wenn ihr so wie ich mit Charmed, Ghost Whisperer und Supernatural aufgewachsen seid, dann ist A Midsummer's Nightmare das Richtige für euch. Und wenn nicht, dann lest es trotzdem, denn diese wundervolle Geschichte wollt ihr nicht verpassen 💕
Profile Image for Liz Weasleyhead.
891 reviews88 followers
February 25, 2024
Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut 😱
Schon bei der Ankündigung von der Bücherbüchse dachte ich, dass das Buch genau meinen Geschmack treffen könnte 🥰
Zum Teil hat es das auch, aber stellenweise wurde ich auch enttäuscht 😞
Der Anfang ist ein wenig langsamer erzählt, aber dafür gut zum in die Geschichte hinein finden, Charaktere kennenlernen und Atmosphäre aufbauen.
Das hat auch wirklich gut geklappt 😊 es gab später Stellen da habe ich richtig Gänsehaut bekommen weil die so atmosphärisch u d schon fast unheimlich waren 😱🥰
Ari mochte ich auch total und fand besonders den Aspekt der Geschlechteridentität interessant, da ich so etwas bisher noch nicht gelesen hatte. Aber auch die Nebencharaktere waren vielfältig und gut ausgearbeitet.
Der Schreibstil war gut zu lesen und an einigen Stellen sogar richtig poetisch und philosophisch 🥰
Bis zur Mitte fand ich die Themen ausgewogen und griffen gut ineinander: Studentenleben und Alltag auf dem Collage, Theater, Schauspiel und Bezug zu Shakespeare, Geschlechteridentitäten.
Doch dann wurde es mir irgendwie zu wild und zu viel: Schottlands Folklore und Sagen, monsterhafte Kräfte, Geheimbund, Anderswelt.
Puh...das fand ich ganz schön viel unter einen Hut zu bekommen, zu viel. Denn ich hatte das Gefühl es wurde alles durchgewürfelt und ein wenig der rote Faden aus den Augen verloren.
Das Ende ging das irgendwie super schnell und ich hatte noch einige Fragen offen auf die ich leider keine Antwort bekommen habe 😞
Schade, der Beginn konnte mich richtig begeistern, doch der Rest hat mich leider nicht abgeholt 😕
Profile Image for klara.
12 reviews
April 25, 2025
Nightmare trifft‘s ganz gut:

Das Buch reißt viele einzelne Plot- Stränge an, ist aber nicht wirklich im Stande sie richtig zu Ende zu führen.
Der Schreibstil ist oberflächlich und die emotionale Tiefe fehlt.

Außerdem frage ich mich wo die versprochene Shakespeare- Anlehnung ist; außer der Tatsache, dass die Charaktere „A midsummer night’s dream“ aufführen, bleibt diese meiner Meinung nach aus. - Und das Theater ist für die Handlung vollends irrelevant.

Zudem fand ich die Hauptfigur problematisch: Die queere Representation in Büchern finde ich sehr wichtig, ist meiner Meinung nach hier aber komplett verfehlt worden.
Der nichtbinäre Hauptcharakter vermittelt das Gefühl, mit Nichts einverstanden zu sein, immer eine Extrawurst zu brauchen und sich grundsätzlich ausgeschlossen zu fühlen. Das ist nicht die Repräsentation, die wir brauchen! Der Gedanke, dass die queere community sich für etwas Besseres hält, ist in der Gesellschaft leider sowieso schon zu viel verbreitet. Wieso also diesen Gedanken unterstützen, anstatt ihm entgegenzuwirken?

Dark Academia ist es noch lange nicht, nur weil die Handlung in Schottland spielt und es ein Theater gibt.
Ich hatte durchgehend das Gefühl, dass versucht wurde auf den „The secret history“ oder „If we were villians“ - Hype aufzuspringen, die Landung aber weit verfehlt war.

Vielleicht hab ich auch mit einer zu hohen Erwartung angefangen zu lesen, aber das Buch hat nicht dem entsprochen, was ich mir erhofft hatte.
Profile Image for Drachenbuecherhort.
334 reviews5 followers
April 3, 2024
„A Midsummer’s Nightmare“ von Noah Stoffers ist ein fesselnder Dark-Fantasy-Roman, der den Leser in eine Welt voller shakespearescher Dramatik und übernatürlicher Rätsel entführt. Die nicht-binäre Hauptfigur Ari kehrt für das letzte Trimester an das altehrwürdige College auf der schottischen Insel Hilma zurück und sieht sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert: Prüfungsstress, die Folgen eines Coming-outs und eine Reihe mysteriöser Ereignisse, die sich nicht leicht erklären lassen und eine potenzielle Gefahr für die Studierenden der Universität darstellen.

Die Geschichte zeichnet sich durch ihre atmosphärische Darstellung aus. Wunderschöne und detaillierte Beschreibungen Schottlands mischen sich mit der klassischen Lernumgebung des Colleges und brutalen Beschreibungen der Ereignisse, die die Universität heimsuchen. Allein die Insel, die Schauplatz der Handlung ist, hat etwas Magisches an sich und dehnt diese Magie immer weiter auf das scheinbar normale Studentenleben aus.

Ari als nicht-binäre Person bringt eine frische Perspektive in die Erzählung und die Kämpfe und Selbstzweifel werden tiefgründig und nachvollziehbar. Dey ist nichtbinär und die Zerrissenheit, wenn es um das Umfeld geht, wird wirklich eindrucksvoll und gut geschildert. Wie man sich als nicht-binäre Person fühlt, war mir neu, das wird in diesem Roman allerdings wirklich authentisch und gut dargestellt und macht einen als Leser auch nachdenklich. Ich hatte allerdings ein Problem damit, wie Ari auf die männliche Seite beharrt. Wenn dey doch non-binary ist, also weder männlich noch weiblich, warum sollte man sich dann so darüber freuen, auf die Männertoilette zu gehen oder im Schlafsaal der männlichen Studenten zu schlafen? Eine nicht-binäre Person wäre dort genauso fehlplatziert wie im Damentrakt, oder sollte sich dort fehlplatziert fühlen, wenn man es genau nimmt. Gerade in einer Welt, die binär ist, hätte ein solcher Konflikt sehr gut gepasst, fehlt aber leider völlig.

Die Themenvielfalt des Romans – von Identität, Selbstverwirklichung und akademischem Ehrgeiz bis hin zu übernatürlichen Begegnungen – wird geschickt miteinander verwoben und hält die Spannung. Der Leser wird durch unerwartete Wendungen überrascht und die Geschichte bleibt bis zum Schluss interessant. Allerdings schwächelt das Ende, weil es zu knapp geraten ist. Es ist ohnehin typisch für zeitgenössische Lektüre, dass das Ende völlig überhastet kommt, hier werden nicht einmal alle Handlungsstränge zu einem gebührenden Abschluss gebracht.

Insgesamt bietet „A Midsummer’s Nightmare“ eine gelungene Mischung aus Fantasy und Dark Academia, angereichert mit schottischer Folklore und queeren Charakteren. Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt und definitiv eine Leseempfehlung wert ist.
Profile Image for ZeilenZauber.
878 reviews6 followers
October 10, 2024
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Dann oute ich mich mal: ich habe Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ nicht gelesen. Also kann ich auch nicht damit prahlen, dass ich Parallelen von Noah Stoffers’ „A Midsummer’s Nightmare“ zu Shakespeares Werk sehe. Und nein, ich werde den Sommernachtstraum nicht lesen.
Aber kommen wir mal zum Hörbuch. Eine Gruppe aus vier jungen Erwachsenen an der Elite-Universität, proben in der Theatergruppe für Shakespears „Ein Sommernachtstraum“. Dabei lernte ich sie und ihre Beziehungen zu einander näher kennen. Die Charaktere ergänzen sich und was der eine zu schüchtern ist, ist ein anderer zu extrovertiert. Das Ganze wird von der Diversität der Figuren abgerundet. Wobei diese nicht das Hauptthema bildet, sondern nur en passant, in passenden Momenten, aufs Tapet kommt.
Als die Vier ihre übernatürlichen Fähigkeiten entdecken, nehmen sie dies ziemlich locker hin. Obwohl die Figuren sehr lebendig und facettenreich geschaffen wurden, blieb dieser Aspekt irgendwie außen vor. Keiner von der Clique haderte mit seinem Schicksal oder hatte Probleme, dies zu akzeptieren. Es wurde einfach hingenommen. Da wurde Potential verschenkt. Dafür hätte gern die eine oder andere detailfreudige Ausschweifung wegfallen können.
Aber mit dem Entdecken der übernatürlichen Fähigkeiten ist es logischerweise nicht getan. Denn übernatürliche Fähigkeiten bedingen auch eine verborgene Welt, die ihre auf den Kopf stellt. Es gibt also einiges zu entdecken und vor allem aufzudecken.
Die Spannung baut sich sukzessive und kontinuierlich auf. Dabei verzichtet Stoffers auf Splattereffekte und schafft die teilweise gruselige Stimmung sehr subtil. Es hat mir sehr gut gefallen, dass die Story nicht einfach endet, als alles gelöst und aufgedeckt ist. Es plätschert noch ein bisschen aus und so ergibt sich eine runde Story.
Magnus Rook haucht Allem Leben ein. Der locker-flockige Schreibstil Stoffers zog mich schon in die Handlung, aber Rook versah das Kopfkino noch mit Farbe und mein Kopfkino war angekurbelt.
Es gibt wegen meines Meckerpunktes gute 4 Nightmare-Sterne. Denn es wurde so detailfreudig und umfassend geschrieben, dass dies echt ein Fauxpas ist.
‘*‘ Klappentext ‘*‘
Dark Academia - Schottland - Shakespeare!
In dem diversen Urban Fantasy Roman A Midsummer's Nightmare geht es um ein Elite-College auf einer schottischen Insel, ein Shakespeare-Stück und vier junge Erwachsene, die einer uralten Macht trotzen müssen.
Der schottischen Insel Hilma steht ein Sommer wie kein anderer bevor:
Die Studierenden der altehrwürdigen Elite-Universität proben wie jedes Jahr die Aufführung eines Stücks von Shakespeare. Doch währenddessen entdecken vier Mitglieder der Theatergruppe ihre übernatürlichen Fähigkeiten – und den rachsüchtigen Geist eines Mädchens, gefangen im Gemäuer der Universität.
Rivalitäten, romantische Gefühle und Leistungsdruck verblassen endgültig, als die vier herausfinden, dass nichts ist wie es scheint. Nur wenn es ihnen gelingt, sich ihren inneren Dämonen zu stellen, werden sie sich retten können...
Profile Image for Nelo L.
84 reviews1 follower
July 14, 2024
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist angenehm düster, ohne zu gruselig zu sein. Die Geschichte findet im Schottland hier und heute. Die Magie knüpft trotzdem an alte Mythen an und verbindet ein Damals mit dem Heute - auf sehr unterhaltsame Weise.
Empfehlen kann ich das Buch allen die Krimis mögen, gemischt mit einer Portion Urban Fantasy Abenteuer und eine Prise Coming of Age obendrauf.

Ari Campbell ist die nicht-binäre Hauptfigur der Geschichte. Zusammen mit den drei Freund*innen Ren, Rayna und Jamie, gerät Ari in ein Abenteuer voller Magie, alten Mythen, Mord und Geistern. Zusammen versuchen sie nicht nur, den Ursachen auf den Grund zu gehen, sondern auch die Leben einiger verschwundener Kommilitonen zu retten.
Auf der schottischen Insel Hilma gibt es eine traditionsreiche Universität. Und zu einer langen Geschichte gehören auch alte Überlieferungen. Wie die von einer Gruppe von Teenagern, die eines Nachts an den Klippen verunglückt sind. Als nach einer nächtlichen Party am Strand Jamie und ein paar Freunde von ihm verschwunden sind, fragt Ari sich, ob sich die Geschichte wiederholt. Denn nicht nur glaubt Ari ihre Geister gesehen zu haben, sondern auch ein Monster aus Rauch.
Die Gruppe von Freund*innen macht sich gemeinsam auf die Suche nach Antworten. Während sie auch noch mit der Theatergruppe den Shakespeare Klassiker „Sommernachtstraum“ proben und für die Abschlussprüfungen lernen müssen.

Die Geschichte fängt diese chaotische Stimmung sehr gut ein. Es ist viel los und die Unsicherheiten des alltäglichen Lebens, die Verwirrung ob der übernatürlichen Ereignisse, die Sorge um die Freund*innen, all das mischt Noah Stoffers zu einem phantastischen Roman.
Sowohl beim Hörbuch als auch beim Buch empfand ich das Tempo und den Erzählfluss angenehm. Spannend, packend und doch gemütlich.
Zwischendrin hat die Entwicklung Züge eines milden Horrorromans oder eines Krimis. Da ich diese beiden Genres sehr gern lese, war das Buch für mich eine Lesefreude.
Ausführlichere Besprechung auf meinem Blog - Link in der Bio.

Rezensionsexemplar von Netgalleyde und Saga Egmont
Profile Image for Melissa Gruber.
60 reviews
March 16, 2024
A Midsummers Nightmare ist der neue und fesselnde Dark Academia Urban Fantasy Roman von Noah Stoffers, der die Lesenden auf eine mystische Insel Schottlands, an das altehrwürdige Murray Colleges entführt.

Aus der Perspektive von Ari (dey/denen) tauchen wir nicht nur immer mehr in die Geheimnisse rund um das College und die Insel ein, sondern erleben auch die Höhen und Tiefen, mit denen sich queere und insbesondere transmaskuline nicht-binäre Personen tagtäglich auseinandersetzen. Ebenfalls wird das Thema angerissen, wie es ist, sich als nicht weiße Person in Europa behaupten zu müssen. Neben Ari geht es nämlich auch um seine Freundesgruppe sowie um den alltäglichen College Stress. Zwischen Theaterproben und Prüfungen müssen sie gemeinsam den ungewöhnlichen Ereignissen auf der Insel auf den Grund gehen und begeben sich dabei nicht nur einmal in Lebensgefahr.

Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat, war der wundervolle Schreibstil. Noah schafft es, mit sienem Worten eine atmosphärische und fesselnde Stimmung zu erzeugen und die Insel mit ihren Charakteren zum Leben zu erwecken. Die Geschichte bleibt bis zum letzten Kapitel spannend und überrascht mit unerwarteten Plot Twists.

Mein Fazit: Dieses Buch ist für all diejenigen, die eine düstere und spannende Fantasy Geschichte suchen, die trotzdem komplexe Themen, wie Identität und Selbstbestimmung, thematisiert. Als großer Dark Academia Fan ist dieses Buch ein Muss und hat mir viel Freude beim Lesen bereitet.
Profile Image for Linda in Utopia.
311 reviews9 followers
April 8, 2024
Schottland als Setting und schottische Mythologie dazu?
Damit haste mich schon!
Ich habe das Buch auch Anfangs sehr schnell gelesen, aber so ab Akt 3 habe ich mich dann wahnsinnig schwer getan. Es beginnt so gut, vor allem die mystischen Elementen haben mich so überzeugt!
Genau wie das 4er Team der Protagonisten.
Ari ist toll und als Cys Frau habe ich soviel gelernt über Queere- und Transgender Probleme, danke!
Reyna sollte Anwältin werden, nicht Archäologin. Oder Prime Ministerin. Oder Präsidentin der Welt! Mein feministisches Herz schlägt ganz laut für sie.
Und Jamie, oh mein Gott, the Rich-kid, das mit Efeu spricht? I'm here for it!
Und Ren? Ich bin ein bisschen verliebt...

An sich wirklich alles gut, aber gegen Ende hin fällt der Plot so steil ab, plötzlich gibt es noch einen wichtigen Charakter, den wir gar nicht auf dem Schirm hatten, plötzlich gibt es einen wichtigen Geheimbund? Schnell noch ein Trip nach London für was genau? Schnell noch in die Bibliothek einbrechen, für welchen Zweck? Irgendwie werden noch 5 Dinge angefangen, die aber eigentlich gar keine echte Relevanz mehr haben. Die Dialoge dümpeln dann auch oft nur so dahin und bleiben nicht so ganz bei der Sache. Schade.

Ansonsten aber ein tolles Buch, das vielleicht 100 Seiten mehr gebraucht hätte, um all diese neuen Plotstränge noch unterzubringen.
Profile Image for M.andthebooks.
807 reviews
April 19, 2025
Rezension: (kann Spoiler enthalten)

Die Idee war schon cool. Ich mochte an sich die verschiedenen Figuren ganz gerne und auch das Setting gefiel mir gut.
Ich fand es toll, dass alles etwas düster und mystisch war, das hat für mich genau die richtige Stimmung zur Geschichte transportiert.
Und die Geschichte war definitiv an sich auch spannend. Nur ist für mich der Funke einfach nicht hundertprozentig übergesprungen. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass die Geschichte sich nicht so weiterentwickelt wie es ihr möglich war und sich alles ein wenig langsam fortbewegte. Dafür ging es grade gegen Ende recht schnell und es gab nochmal super viele Infos. Das hat es für mich manchmal ein wenig anstrengend gemacht.
Aber insgesamt war es eine echt coole Idee und ich mochte den düsteren Vibe der Geschichte.

3,5 Sterne
Profile Image for Karoline.
2 reviews
February 26, 2024
Ich habe ehrlicherweise lange gebraucht um mich in die Geschichte einzufinden. Vor allem die Charaktere und deren Verbindung zueinander fand ich schwer nachzuvollziehen. Aber ab der Mitte des Buches konnte mich die Geschichte dann mitreißen und auch die Charakterentwicklung fand ich gelungener. Das Ende war dann wiederum Recht kurz, aber ein sehr guter Abschluss.
Displaying 1 - 30 of 94 reviews

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