Wie eigentlich alle Bände dieser thematischen Reihe gibt dieses Sachbuch einen guten, unausschweifenden nachvollziehenden Überblick über ein Thema, was leider wieder viel zu aktuell ist. Als Einführung sehr geeignet!
Etwas nervig ist das stete beinahe Ignorieren der Rolle der Kommunistischen Partei Italiens bei Widerstand und früher Bekämpfung des Faschismus. Die Sozialisten werden zudem sogar teilweise für Erfolge Mussolinis mitverantwortlich gemacht, da sie ihm mit Streiks und einer von ihm analysierten Unentschlossenheit zwischen Parlamentarismus und außerparlamentarischer Opposition in die Hände gespielt hätten. Die konservative Einstellung des Autor ist hier (und an anderen Stellen) unverkennbar.
Nichtsdestotrotz ist Schieder eine gute und sich geschlossene Einleitung in den italienischen Faschismus gelungen. Nach einem kurzen aber informativen Prolog zu den Entstehungsbedingungen für die faschistische Ideologie und Bewegungen in Italien, folgen in drei Phasen eingeteilt, die Zeit als Bewegung (1919-20), die Zeit des sich herausbildenden "Diktatursystems" (bis '29) und Mussolinis "faschistisches Diktaturregime" (von 1929-43). Die Republik von Salo betrachtet Schieder nur knapp als und in seinem Epilog. Zeittafel, Literaturverzeichnis und Register vervollständigen das kleine Bändchen und werden es mir auch in Zukunft als Referenz für die Beschäftigung mit dem italienischen Faschismus erhalten.