"Eine exotische Reise und die Sehnsüchte dreier Frauen …"
Inhalt:
Drei Frauen. Drei Schicksal. So treffen Viktoria, Antonia und Juliane 1888 an Bord eines Schiffes aufeinander. Ihr aller Ziel ist Sansibar, an der Küste Ostafrikas. Alle drei Frauen sind aus unterschiedlichen Gründen nach Sansibar aufgebrochen und dennoch ist es ihre wachsende Freundschaft, die den Freundinnen auf der Reise in ein neues Land Halt gibt. Während Viktoria auf Selbstständigkeit hofft, um ihre Ziele durchzusetzen, genießt Juliane das Leben im Palast des Sultans, während Antonia auf Forschungsreise ist. Doch nicht alles auf Sansibar ist so schön, wie es die Beschreibungen erzählen und so machen sich die drei Freundinnen auf in das Abenteuer ihres Lebens …
Story 4.5/5
Spannung 3.5/5
Charaktere 4/5
Recherche 4/5
Tiefgang 4/5
Meinung:
Mit “Sehnsucht nach Sansibar” entführt und die Autorin Micaela Jary nach Sansibar, Ende es 19. Jahrhunderts. Durch die Perspektive dreier junger Frauen, die zu guten Freundinnen werden, erlebt man Sansibar auf eine ganz unterschiedliche Art und Weise.
Bei den Protagonisten handelt es sich um Viktoria Wesermann, einer Reederstochter, die von ihren Eltern nach Sansibar geschickt wird, nachdem sie in Hamburg Aufsehen erregt hat. Dazu gesellt sich Antonia Geisenfelder, die als Assistentin auf einer Forschungsreise dabei ist, bei der die Cholera genauer untersuchen werden soll. Die dritte im Bunde ist Juliane von Braun, die ihren Vater begleitet und im Palast des Sultans eine ganz neue Welt kennenlernt. Alle drei Frauen sind jung und ungebunden. Sie haben ihre eigenen Vorstellungen und Erwartungen und dennoch finden sie zueinander und werden auf dem Weg nach Sansibar gute Freundinnen.
Der riesige Vogel erhob sich aus der roten Felswand in den schon am Morgen so tiefblauen Himmel, dass er zweifellos mit dem Farbton des Zwiebelmusters auf dem Meissener Porzellan konkurrieren konnte, das sonntags bei Familien von Braun den Tisch zierte.
(Seite 68)
Mir persönlich waren Viktoria und Antonia am liebsten. Juliane ist eher die Sorte Frau, die ich prinzipiell meiden würde. Dennoch ist es im dem Genre ein frischer Wind, dass es nicht direkt nur um Landschaft und Liebe geht, sondern hier vor allem auch um die Freundschaft zwischen den Frauen. Dadurch erlebt der Leser Sansibar auf drei verschiedene Art und Weisen, sodass man Sansibars schöne Seiten im 19. Jahrhunderts erlebt, aber ebenso wie düstere.
Obwohl die Handlung sich an gewissen Stellen etwas in die Länge zieht, konnte mich “Sehnsucht nach Sansibar” in jedem Fall begeistern. Es gibt extrem viele schöne Landschaftsbeschreibungen, die mich in Sansibar ankommen ließen. Zudem sind die Unterhaltungen zwischen Viktoria, Antonia und Juliane immer wieder sehr belustigend. Natürlich spielt das Thema Liebe auch in diesem Roman eine große Rolle, denn immerhin ist “Sehnsucht nach Sansibar” einer dieser typischen Landschafts-Liebe Romane, der jedoch durch seine Exotik hervor sticht. Letztendlich findet nicht jede der drei Freundinnen ein direktes Happy End und es gibt auch einiges Leid in den letzten Kapitel, dennoch fand ich die unterschiedlichen Leben dreier Frauen richtig interessant und spannend zu verfolgen.
Sie schenkte ihm ein freundliches Lächeln, das nicht ganz so unverbindlich ausfiel, wie es wünschenswert gewesen wäre. »Ich werde Sie gewiss besuchen kommen, Herr Lessing.«
(Seite 200)
Insgesamt vergebe ich 4 Sterne. “Sehnsucht nach Sansibar” fällt vor allem durch seine exotischen Landschaftsbeschreibungen auf und der Freundschaft zwischen drei jungen Frauen. Zwar bleiben die typischen Merkmale dieses Genres deutlich erhalten, aber gerade dieser Aspekt, dass die Freundschaft stark betont wird und es nicht immer nur die Liebe sein muss, finde ich überzeugend.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Dabei wechselt die Autorin immer wieder die Perspektiven und bezaubert mit fremdländischen Landschaftsbeschreibungen, die Lust auf Sansibar machen.
Das Cover find ich sehr exotisch und stimmig. Gerade durch das Titelbild wurde mein Interesse für diese Geschichte geweckt. Im Inneren besticht der Roman vor allem durch die Einteilung in verschiedene Teilen, sowie einer alten Karte von Sansibar zu Beginn der Geschichte.
Seine Worte verführten sie mehr, als sein Mund oder seine Hände es vermocht hätten. Ihr Herz trommelte in wildem Aufruhr gegen die Brust ihr Körper drängte sich seinem Leib entgegen.
(Seite 405)
Fazit:
Von mir erhält “Sehnsucht nach Sansibar” 4 gute Sterne. In mir hat die Geschichte den Drang nach Abenteuerlust im Süden geweckt! Für Leser dieses Genres wird “Sehnsucht nach Sansibar” garantiert ein Lesevergnügen werden, allen anderen Leserseien gewarnt, dass es nicht zu wenige Landschaftsbeschreibungen gibt ;-)