4.5 Sterne
Joachim Gauck beschreibt in diesen Memoiren sein Leben bevor er Bundespräsident wurde, sodass man heute, ungefähr 6 oder 7 Jahre nach der Veröffentlichung natürlich über einen wichtigen Teil des Lebens dieses Mannes nichts erfährt.
Nichtsdestotrotz hat Gauck in den 70 Lebensjahren, die dieses Buch umfasst, so viel erlebt, dass das Fehlen seiner Bundespräsidentschaft zumindest mir nichts ausgemacht hat.
Ich dachte, ich wäre relativ gut über die DDR informiert gewesen, die Erinnerungen Gaucks haben mich eines Besseren belehrt. Mir war nie so wirklich bewusst, wie man sich in dieser Diktatur gefühlt hat. Besonders seine Schlussworte zum Thema Nostalgie haben mir gezeigt, weshalb so viele Leute sich zurücksehnen nach einer Zeit, in der sie nicht in Freiheit leben konnten, so paradox wie das auch klingen mag.
Kurz und knapp: Außerordentlich lehrreich, ohne auch nur eine Spur langweilig zu sein, und stellenweise sehr anrührend.