Familie Matt erwirbt eine Bäckerei samt Kolonialwarenladen in Bossdom, die Kunden dort sind schwierig und es herrscht Neid und Missgunst vor. Nachdem die Familie sich eingelebt hat, muss Esau zur Schule. Dort quält der Lehrer Rumposch die Schüler mit sinnlosen Gewaltausbrüchen. Als die Einwohnerzahl des Ortes steigt, benötigt man eine eigene Posthalterei, diese übernimmt die Mutter. Trotz der vielen Einnahmequellen geht es ihnen finanziell nicht sehr gut, da weder Mutter noch Vater ein Geschäft führen können. Dies führt oft zu Streit zwischen ihnen, genauso wie die Affäre des Vaters mit der Hausmagd Hanka. Esau wird von seinen Eltern an die "hoche" Schule nach Grodk (sorb. Name für Spremberg) geschickt. Er hat eine ausgeprägte Begabung für das Schreiben und möchte schon als kleiner Junge Dichter werden. Eine wichtige Person in seinem Leben ist der Großvater.
Obwohl schöne autobiographische Belletristik, hatte dieses Buch im ersten Teil einen fragilen Faden. Vorstellungen von vielen neuen Nebenfiguren innerhalb die prekäre Geschichte war mir am Ende überdrüssig. Nichtsdestotrotz fand ich den Stil, einige Anekdoten, und seine zahlreichen Witzeleien sehr unterhaltsam.
Ein absoluter Klassiker, der in halb autobiographischer Manier die Kindheit von Erwin Strittmatter (im Buch "Esau Matt") schildert. In wunderbar klarer Sprache, vermischt mit sorbischen Einschlägen, wird auf lebendige und witzige Weise eine Kindheit auf dem Dorf Anfang der 1920er Jahren erzählt. Esau und seine Geschwister sind die Kinder des Bäcker- und Ladeninhaberehepaares, und der LADEN nimmt einen Großteil des Lebens aller Familienmitglieder ein. "Der Loaden, der Loaden...." heißt es immer und die gesamte deutsch-sorbische Großfamilie kreist um dieses Zentrum. Ein detailverliebtes Panorama einer Kindheit, bei der man in jeder Zeile die Liebe des Autors zu diesen Menschen und der Landschaft spürt. Ein Buch das man schlecht beschreiben kann und das in der Verfilmung auch nur partiell dargestellt werden konnte. deshalb: selber LESEN!