Wer kopiert den Knochenmann? Berlin wird von einer Mordserie erschüttert. Der Täter stellt Filme ins Internet, auf denen zu sehen ist, wie er seine Opfer quält. Dann lockt er Journalisten zu den Leichen. Vieles deutete auf einen Zusammenhang mit den Ausländerhetzkampagnen des Innensenators hin. Kommissarin Sera Muth und ihr Ermittlungsteam ziehen den Polizeipsychologen Dr. Babicz hinzu. Diesem kommt das Vorgehen des Täters vertraut vor. In den USA hatte er bei der Überführung eines Mörders mitgewirkt, der seine Opfer bei lebendigem Leib häutete. Ist der „Knochenmann“ nun zurück?
Sehr gut geschriebener Thriller, wobei ich eher zu Krimi tendiere. Der Thrill liegt wohl in den Modalitäten des Mörders, aber eingefleischte Krimileser schreckt das nicht. Fast hätte ich den Mörder erraten aber auch knapp daneben ist vorbei.
Die türkischstämmige Kriminalhauptkommissarin Seray (Sera) Muth kämpft gegen die Vorurteile in ihrer Familie und auch der ihrer Mitmenschen. Sie ist komplett integriert und übt ihren Traumberuf aus. Doch damit stößt sie bei ihren Landsmenschen nicht wirklich auf Verständnis. Als dann auch noch eine junge türkische Frau vor ihrer Wohnung niedergestochen wird ist das Chaos perfekt. Denn die junge Frau hat ihren Mann verlassen und dieser wird jetzt verdächtigt. Sera steht in der Mitte. Sie versucht den Ehemann mit Hilfe ihres Onkels zu finden, doch dieser ist ihr nicht wirklich wohl gesonnen, da er auch der Meinung ist, dass solche Frauen wie Sera Schuld sind, dass junge Mädchen meinen ihre Männer einfach so verlassen zu können, da sie andere türkische Frauen, die ein unabhängiges Leben führen als Vorbild nehmen. So weit so gut, dann werden Sera die Ermittlungen in diesem Fall weggenommen und sie muss sich um die Aufklärung der Entführung und Ermordung des Sohnes des Innensenators kümmern. Doch der Fall ist nicht wirklich durchsichtig, denn der Mörder spielt mit der Polizei. Er schickt die Journalistin Tanja Herzberg unter Vortäuschung falscher Tatsachen an den Tatort. Als Sera und ihr Team nicht mehr weiter wissen ziehen sie den Psychologen Dr. Babicz hinzu. Der kommt gerade aus den USA zurück, dort hat er beim FBI in Quantico die Ausbildung zu einem Profiler gemacht. Doch Babicz ist mit seinen eigenen Problemen arg beschäftigt und er kämpft mit dem Jetlag. Dann kommt es erneut zu einer Entführung und Sera sieht sich unter Druck gesetzt, dass Opfer wenn möglich noch lebend zu finden. Doch die Zeit spielt gegen sie, noch dazu werden sie an einen falschen Ort gelotst. Leider gelingt es Martin Krist hier nicht wirklich Spannung aufzubauen, am Anfang zieht sich die Geschichte ziemlich in die Länge, bis es zum ersten Mord kommt, doch auch danach baut er kaum einen Spannungsbogen auf. Mir fehlte der Nervenkitzel, dass Gefühl unbedingt weiterlesen zu müssen, endlich dahinter zu kommen wer der Mörder ist. Auch das Ende fand ich leider sehr vorhersehbar und das will was heißen, ich brauche normalerweise ziemlich lange bis ich dahinter komme wer der Täter ist. Schade, denn von Engelskalt war ich total begeistert.
Fazit Ein Thriller, der leider kaum Spannung beinhaltet, dafür waren die Charakter wieder unfassbar gut herausgearbeitet und sehr authentisch. Leider war auch das Ende sehr vorhersehbar.
Worum es geht... Der Sohn des Berliner Innensenators, der gerade mit seiner Ausländerpolitik für Furore in der Presse sorgt, wird entführt und ein Foltervideo direkt der Presse zugespielt. Dann wird eine Journalistin mit der Aussicht auf Insiderinformationen zu einer anderen Story zu der Leiche gelockt. Zunächst deutet alles auf eine politisch motivierte Tat hin. Die Kriminalkommissarin Sera Muth und ihr Team ermitteln in diesem Fall und ziehen den Psychologen und Fallanalytiker Dr. Robert Babicz hinzu. Dieser ist gerade erst nach einem vierjährigen Aufenthalt in den USA, wo er eine Ausbildung zum Profiler machte, in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt und hat eigentlich schon genug mit seinem Jetlag und alten Beziehungen, die unter seiner plötzlichen Abreise damals gelitten haben, zu tun. Doch die Art dieses Verbrechens erinnert Dr. Babiecz stark an einen Mörder, an dessen Verhaftung er in den USA maßgeblich beteiligt war. Die Presse nannte ihn den Knochenmann - er häutete seine Opfer. Genau wie es bei dem Politikersohn der Fall ist. Und dann taucht auch bald ein neues Foltervideo auf....
Meine Meinung Kalte Haut ist erst der zweite Thriller, den ich von Martin Krist gelesen habe. Und dennoch kann ich schon sagen, dass der Autor es schafft mich besonders durch seine interessanten Charaktere in den Bann zu ziehen. Hier hätten wir die türkische Kriminalkommissarin Sera Muth, die sich in ihrer Familie als selbstständige arbeitende Frau behaupten muss, obwohl ihre Eltern sie viel lieber verheiratet sähen und dann kommt es auch noch zu einem Mordanschlag auf eine junge Frau in der türkischen Gemeinde, in der ihr Onkel viel zu sagen hat. Ein Ehrenmord? Warum benimmt sich ihr Onkel plötzlich so, als hätte er etwas zu verbergen? Dann ist da der Psychologe Dr. Robert Babicz. Er ist vor vier Jahren Hals über Kopf in die USA abgehauen, um sich dort zum Profiler ausbilden zu lassen und hat sich dort durch seinen Ermittlungserfolg in einer berüchtigten Mordserie einen Namen gemacht. Aber war die Ausbildung der einzige Grund für seine überstürzte Abreise oder hatte das Beziehungs-Aus mit einer gewissen Bo auch etwas damit zu tun? Jetzt, wo er plötzlich wieder da ist, hat er seinen Freunden und Verwandten natürlich einiges zu erklären. Die dritte Person, die hier im Vordergrund steht, ist die Journalistin Tania Herzberg. Sie hofft auf eine Beförderung zur Ressortleiterin beim Berliner Kurier. Sie ist es, die den Link zum ersten Foltervideo zugeschickt bekommt und sie ist es, die die Leiche des Politikersohns findet, als sie dem anonymen Hinweis auf Insiderinfos zu einer Story, an der sie gerade schreibt, folgt. Es scheint, als würde der Mörder sie kennen, denn auch die weiteren Taten sind irgendwie mit ihr verbunden. Zusätzlich hat auch sie nicht das einfachste Privatleben - ganz im Gegenteil - sie wird von ihrem Ex-Mann gestalkt, der nicht einsehen möchte, dass ihre Beziehung vorbei ist. Alle drei Handlungsstränge sind schon in sich spannend und kreuzen sich immer wieder auf interessante oftmals überraschende Weise. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht dieser drei Personen erzählt, sodass man auch immer wieder Antworten auf Fragen des einen Erzählstrangs in einem anderen finden kann. Der Autor neigt zudem zu sehr kurzen Kapiteln, die jeweils meist offen, mitten in einer Situation, enden, was zu einem unglaublichen Spannungsaufbau und einem hohen Erzähltempo beiträgt. Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Besonders gut gefallen mir die kurzen kursiv gedruckten Gedankenfetzen der Protagonisten, Teile vorheriger Dialoge oder Beobachtungen, die offenbar wichtig sind und ihnen nachhängen, weil sie ihnen eine unterbewusste Bedeutung zuschreiben. Diese sind mir auch schon in Böses Kind aufgefallen. Sie machen die Charaktere für mich irgendwie authentischer, ja menschlicher, da sie zeigen, dass auch diese vor einem großen Rätsel stehen und nicht so ganz wissen, wie sie diese Gedankenfetzen einordnen und irgendwie zusammenfügen sollen.
Fazit Ein rasanter, mitreißender Thriller, der interessante Charaktere und einige Twists bereithält und mich bis kurz vorm Ende im Dunkeln tappen ließ, um mich dann noch einmal richtig zu überraschen.
Kalte Haut hat mir noch weitaus besser gefallen als Böses Kind, das zwar ebenfalls ein interessantes Ermittlerteam zu bieten und mir vom Stil her ebenfalls sehr gut gefallen hat, aber mit der Auflösung des Falls meiner Meinung nach wirklich nicht an diesen Thriller herankommt.
Berlin wird von einer Mordserie erschüttert. Der Täter stellt Filme ins Internet, auf denen zu sehen ist, wie er seine Opfer quält. Dann lockt er Journalisten zu den Leichen. Die türkischstämmige Kommissarin Sera Muth und ihr Ermittlungsteam ziehen den Polizeipsychologen Dr. Babicz hinzu. Diesem kommt das Vorgehen das Täters vertraut vor: Babicz hatte in den USA bei der Überführung eines Mörders mitgewirkt, der seine Opfer bei lebendigem Leib häutete. Ist der „Knochenmann“ nun zurück?
Meinung Die türkischstämmige Kriminalhauptkommissarin Seray (Sera) Muth kämpft gegen die Vorurteile in ihrer Familie und auch der ihrer Mitmenschen. Sie ist komplett integriert und übt ihren Traumberuf aus. Doch damit stößt sie bei ihren Landsmenschen nicht wirklich auf Verständnis. Als dann auch noch eine junge türkische Frau vor ihrer Wohnung niedergestochen wird ist das Chaos perfekt. Denn die junge Frau hat ihren Mann verlassen und dieser wird jetzt verdächtigt. Sera steht in der Mitte. Sie versucht den Ehemann mit Hilfe ihres Onkels zu finden, doch dieser ist ihr nicht wirklich wohl gesonnen, da er auch der Meinung ist, dass solche Frauen wie Sera Schuld sind, dass junge Mädchen meinen ihre Männer einfach so verlassen zu können, da sie andere türkische Frauen, die ein unabhängiges Leben führen als Vorbild nehmen. So weit so gut, dann werden Sera die Ermittlungen in diesem Fall weggenommen und sie muss sich um die Aufklärung der Entführung und Ermordung des Sohnes des Innensenators kümmern. Doch der Fall ist nicht wirklich durchsichtig, denn der Mörder spielt mit der Polizei. Er schickt die Journalistin Tanja Herzberg unter Vortäuschung falscher Tatsachen an den Tatort. Als Sera und ihr Team nicht mehr weiter wissen ziehen sie den Psychologen Dr. Babicz hinzu. Der kommt gerade aus den USA zurück, dort hat er beim FBI in Quantico die Ausbildung zu einem Profiler gemacht. Doch Babicz ist mit seinen eigenen Problemen arg beschäftigt und er kämpft mit dem Jetlag. Dann kommt es erneut zu einer Entführung und Sera sieht sich unter Druck gesetzt, dass Opfer wenn möglich noch lebend zu finden. Doch die Zeit spielt gegen sie, noch dazu werden sie an einen falschen Ort gelotst. Leider gelingt es Martin Krist hier nicht wirklich Spannung aufzubauen, am Anfang zieht sich die Geschichte ziemlich in die Länge, bis es zum ersten Mord kommt, doch auch danach baut er kaum einen Spannungsbogen auf. Mir fehlte der Nervenkitzel, dass Gefühl unbedingt weiterlesen zu müssen, endlich dahinter zu kommen wer der Mörder ist. Auch das Ende fand ich leider sehr vorhersehbar und das will was heißen, ich brauche normalerweise ziemlich lange bis ich dahinter komme wer der Täter ist. Schade, denn von Engelskalt war ich total begeistert.
Fazit Ein Thriller, der leider kaum Spannung beinhaltet, dafür waren die Charakter wieder unfassbar gut herausgearbeitet und sehr authentisch. Leider war auch das Ende sehr vorhersehbar.
Cover: Das Cover dieser 3. Auflage gefällt mir um Längen besser als die Cover der Vorauflagen. Die Perspektive auf die Straße finde ich toll. Die dunkle und düstere Stimmung tut ihr übriges, um das Cover perfekt für einen Thriller zu machen.
Meinung: Mittlerweile habe ich einige Bücher dieses Autors gelesen, aber ein paar ältere fehlen mir noch. Kalte Haut erschien 2012 erstmals bei Goldmann und später als E-Book bei midnight by Ullstein. Nun gibt Martin Krist die Neuauflage selbst heraus. Grund genug, diesen Thriller auch endlich zu lesen. In diesem Roman ist der leitende Ermittler eine Frau. Sera Muth kennt man bereits, wenn man die Kalkbrenner-Romane gelesen hat. Von einer Neben- zur Hauptrolle befördert, erfährt der Leser mehr über ihre Wurzeln und ihren familiären Hintergrund. Das ist ebenso spannend wie die beiden Fälle, mit denen die Kommissarin konfrontiert wird. Zum einen wird eine junge türkische Frau niedergestochen. Das bewegt Sera Muth mehr als üblich, da sie sogar in ihrem eigenen Umfeld ermitteln muss. Diesen Einblick in türkische Traditionen und die Mentalität hat der Autor sehr gut und überzeugend dargestellt. Zum anderen geschehen in Berlin bestialische Morde, denen Entführungen vorangehen. Hinzugezogen wird ein Fallanalytiker, der mit den Schatten seiner Vergangenheit kämpft. Geschickt hat Martin Krist erneut ein Handlungsnetz gesponnen, das nach und nach Informationen zu den einzelnen Ebenen preisgibt. Dass der Thriller-Autor sein Handwerk versteht, ist unlängst bekannt, aber ich werde nicht müde, es immer wieder zu erwähnen. Es ist schon eine Kunst, einzelne Fäden am Ende zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzufügen und auf dem Weg dahin, den Spannungsbogen stetig zu erhöhen. Was mir außerdem sehr gut gefällt: Keiner seiner Thriller gleicht dem anderen, denn Schema F gibt es bei Martin Krist nicht.
Fazit: Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen. Ich möchte sogar behaupten, dass er zu meinen Krist-Favoriten zählt. Durchgehend spannend, intelligent konzipiert, bestückt mit vielschichtigen Charakteren und einer bedrückend realistischen Story. Für Thriller-Fans ein absolutes Muss! Ein Buch mit hohem Thrillfaktor und Gänsehaut-Garantie!
Selten war ich mir so uneins, wie über diesen Thriller von Marcel Feige. Kalte Haut erzählt über die Rückkehr eines erfolgreichen Profilers (oder Fallanlytikers, wie im Roman öfter berichtigt wird) nach Berlin, wo ihm gleich ein Fall vorgesetzt wird, der seinem letzten aus den USA sehr ähnelt. Im Nachhinein gefällt mir die Storyidee wirklich gut, und auch die Schreibe Feiges ist größtenteils sehr angenehm und teilweise gar mitreißend.
Es bleibt allerdings ein gewisses Unbehagen zurück, und das meine ich nicht inhaltlich. Nach dem ersten Drittel des Romans musste ich mich schon ein wenig drängen weiterzulesen, denn trotz einiger “Aktion” in der Handlung passierte für mich als Leser nichts Interessantes. Es las sich eher wie eine langatmige Einführung der Handlungsträger mit vielen kleinen Details und Detailchens. Zwar spielten einige davon auch später noch eine Rolle, aber so manche Finte des Autors bezüglich Täter und Motiv sind hier doch ein wenig zu offensichtlich platziert. Auch die Erzählweise im Verlauf des Romans ändert sich des öfteren, so dass ich einige Male nicht wusste, ob es nur ein oder mehrere Autoren waren, die sich hier versuchten. Was im ersten Drittel die andauernden Türkisch-Deutsch-Duplikate in der direkten Rede waren, wurden zum Ende des zweiten Drittels die andauernden Hinweise auf Musikstücke und Zitate daraus: nervige Häufungen von Nebensächlichkeiten, die den Lesefluss bremsten.
Die Grundidee selbst wird jedoch gut erzählt und in Handlung umgesetzt und manchmal überraschend. Man merkt jedoch schnell, dass so einige Personen des Romans nicht das sind, was sie scheinen, auch wenn Feige dies desöfteren verschleiert und den Leser mehr oder weniger geschickt in die Irre führt. Statt eines überraschenden Endes erwartete mich die Bestätigung eines Verdachts, was aber nicht minder befriedigend ausfällt.
Es war mein erster Thriller den ich je gelesen habe, deswegen hab ich noch nicht die vergleichsmöglichkeiten. Der Schreibstil des Autoren war flüssig zu lesen und die Charaktere waren mir sympathisch. Es war spannend und das Ende hat mich überrascht. Im großen und ganzem ein gutes Buch und ich werd mir noch mal andere Thriller anschauen!
Ein solider, temporeicher Thriller mit einiges an Spannung aber, für mich zumindest, ein unspektakuläres Ende. Ein bisschen hat mir der »Thrill« gefehlt.