Jump to ratings and reviews

3/11 - Tagebuch nach Fukushima

"3/11" - also "Three Eleven", der 11. März 2011 - markiert in Japan ein Katastrophen-Datum sondergleichen: Das Tohoku-Erdbeben, das eine gigantische Tsunami-Welle und die Havarie des AKWs in Fukushima zur Folge hatte, und zehntausende Menschen das Leben kostete. Was macht eine solche Katastrophe mit den Menschen? Wie gehen auch jene mit dem Schock um, die an diesem Tag Hunderte Kilometer entfernt in Tokio waren? Was ändert sich schleichend in den Köpfen, trotz der äußerlichen Ungerührtheit vieler Japaner? Was tun bei leeren Regalen im Supermarkt, Stromausfällen, unverhofften Beziehungsproblemen im Freundeskreis? Und darf man trotzdem noch mit Freunden einen draufmachen, auch wenn man Angst vor Radioaktivität im Trinkwasser hat? Die Werbe-Regisseurin Yuko Ichimura und der deutsche Journalist Tim Rittmann, seit Jahren locker miteinander befreundet, entschlossen sich nach der Katastrophe spontan zu einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit. Seitdem schreibt und zeichnet Yuko ihre alltäglichen Erlebnisse und Gedanken aus Tokio als illustriertes Tagebuch auf, die Tim ins Deutsche überträgt und für das Online-Blog des SZ-Magazins aufbereitet. Ihre ehrlichen und unprätentiösen Beobachtungen des aktuellen Lebens in Japan ergänzt Yuko Ichimura mit spontanen und quirlig-liebevollen Illustrationen, die ihre Gedanken auf ungewöhnliche, originelle Weise grafisch verdichten. "3/11 - TAGEBUCH NACH FUKUSHIMA" präsentiert die Tagebuch-Episoden in chronologischer Folge, ergänzt um neue Seiten, die exklusiv für die Buchausgabe entstanden sind.

169 pages, Paperback

First published March 1, 2012

Loading...
Loading...

About the author

Yuko Ichimura

1 book1 follower

Ratings & Reviews

What do you think?

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
15 (29%)
4 stars
18 (35%)
3 stars
13 (25%)
2 stars
5 (9%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Bücherelli.
152 reviews42 followers
September 12, 2021
Manchmal frag ich mich ernsthaft, was nun eigentlich bebt: ich oder der Boden unter mir?


11. März 2011: Plötzlich ist Fukushima in aller Munde. Das hier sind Tagebuchaufzeichnungen von Yuko Ichimura, welche in Tokyo lebt. Ein halbes Jahr lang dokumentiert sie ihre Eindrücke und einige ihres Umfeldes und schickt sie alle an Tim Rittmann, welcher sie im SZ-Magazin publizieren lässt.

Das Beben hat Dinge freigelegt, die vorher im Verborgenen lagen.


Es ist ein relativ kurzes Buch, das eben teils wie eine Graphic Novel aufgebaut ist. Bilder visualisieren die kurzen Einträge von Yuko. Trotz der Kürze ist es sehr mitreißend und emotional. Allerdings klärt es nicht über die Umstände auf. Wer auf etwas genauere Information zur Fukushima-Katastrophe hofft, ist hier falsch. Viel eher geht es um eine Widerspiegelung des (sozialen) Lebens in der Nähe von Fukushima. Dabei finde ich es schön, wie sie Erlebnisse ihrer Freund*innen und Bekannten nicht bewertet, sondern objektiv wiedergibt und dabei auf eine Vielfalt an Meinungen setzt. Wie (er)leben die Menschen die Situation? Wie gestaltet sich der Alltag neu? Fakt ist: Er muss weitergehen, aber er ist für alle nun anders.

Und was wir gerade an “Umständen” erleben, können wir in keinem Geschichtsbuch nachlesen.


Beim Lesen ist mir eine starke Parallelität zur aktuellen Corona-Situation aufgefallen. Die plötzliche Änderung des Lebens, ausverkaufte Supermärkte, gespaltene Meinungen, unklare Berichterstattungen, Beziehungsdramen und -festigungen - all das erleben wir auch momentan, wenn auch unter anderen Umständen. Vielleicht habe ich mich auch deshalb so gut in Yuko reinversetzen können.

Davor hatte ich früher vielleicht Angst, vor dem Verschleiß. Aber eines Tages werden die Sachen ohnehin verschlissen sein.


Das Buch ist schnell gelesen, jedoch nicht schnell verarbeitet. Gerne würde ich mehr wissen über das veränderte Leben, über Fukushima. Yukos Buch ist eine gute Wiedergabe von Momentaufnahmen, bzw. - gefühlen. Definitiv empfehlenswert!
Profile Image for Maike.
170 reviews
December 1, 2020
Interessanter, kurzgehaltener Einblick in das Leben in Tokyo nach der Katastrophe am 11. März 2011.
Und es ist wie ein Tagebuch zu lesen, konkrete Informationen zum Vorgehen können in genügend Fachbeiträgen gelesen werden, hier geht es mehr um den menschlichen Aspekt, dem "Können wir den offiziellen Informationen zur Strahlung trauen?", dem "Wie können wir so weitermachen?".
Profile Image for nona ★.
458 reviews
November 29, 2018
Die Idee dahinter war gut, aber man braucht eine gewisses Vorwissen, welches ich als 9. Klässler noch nicht besitze und man wird in die Story fast "hineingeworfen".
190 reviews
March 19, 2021
♦ Zur Geschichte/Biographie ♦

Yuko Ichimura beschreibt umfassend wie die Menschen in Fukushima mit dem damaligen Reaktorunglück umgehen und untermalt Comichaft einige Erlebnisse aus ihrem Alltag.

♦ Fazit ♦

Ein kleiner subjektiver Einblick auf das Leben in Fukushima kurz vor und nach dem Unglück. Finde ich interessant dargestellt. Denke auch das man subjektive Erlebnisse nicht all zu sehr bewerten sollte, da sie ledigleich einen weiteren Blickpunkt aufzeigen. Wer eine Dokumentation erwartet ist hier falsch. Es ist eben das, was uns der Titel bereits verrät: Ein Tagebuch.
Profile Image for Sofia.
449 reviews18 followers
May 2, 2016
Aufmachung:

Supersüß, was soll ich da anderes sagen. Das Coverbild taucht so übrigens auch noch mal in einem Kapitel auf.

Meine Meinung:

"3/11" ist das erste Buch dieser Art, das ich lese - ein Tagebuch aufgebaut aus einer Mischung aus Manga und einfachem Text - und ich muss sagen, dass es mir so gut gefallen hat, dass ich es wahrscheinlich irgendwann noch einmal lesen werde.

Die mangaähnlichen Zeichnungen in dem Buch sind wirklich supersüß (ich liebe diese Art der Zeichnung). Ich habe teilweise mehrere Minuten auf einer Seite verbracht, weil ich mir jede Zeichnung haargenau bis ins kleinste Detail anschauen musste.

Was aber viel bemerkenswerter ist - nicht, dass die Zeichnungen nicht bemerkenswert wären.. xD -, ist die wirklich packende Darstellung der Geschehnisse, die wirklich sehr nah und persönlich geschildert werden.
Der Leser bekommt einen ergreifenden Einblick darin, wie sich die Katastrophe für jemanden angefühlt haben muss, der ganz in der Nähe wohnt, aber auch darin, wie auf die Reaktionen von außen, d. h. vom Rest der Welt, reagiert wurde, was ich persönlich sehr interessant fand und womit ich gar nicht gerechnet hätte.

Gerade dies zeigt meiner Meinung nach, wie realistisch "3/11" ist, da man eben nicht eine einseitige Darstellung bekommt, wie man sie in der westlichen Welt vielleicht erwartet.
Trotzdem ist alles natürlich sehr persönlich aus der Sicht der Autorin geschildert, wofür man als Leser wirklich dankbar sein kann, da sich ja nicht unbedingt jeder traut, so ehrlich zu sein.

Man kann sich in das Geschehen gut hineinversetzen und wird gezwungen über das, was passiert ist, nachzudenken. Oft habe ich überlegt, wie ich in so einer Situation wohl gehandelt hätte. Vermutlich um einiges panischer.
Generell wird man zum Nachdenken über Atomkraft und die Folgen usw. angeregt.

Trotz aller Tragik, die mit der Katastrophe verbunden ist, muss man bei diesem Tagebuch keine pure Trübseligkeit befürchten, da man zwischendurch oft auch mal herzlich lachen kann, woran nicht selten die tollen Zeichnungen schuld sind.

Fazit:

Ich habe "3/11" innerhalb von einer Stunde in einem Rutsch durchgelesen, es ist also durchgehend interessant und kein bisschen langweilig.
Die supersüße und interessante Darstellung durch einen sehr persönlichen Text und netten Zeichnungen, die einen sowohl traurig machen als auch zum Lachen bringen, macht "3/11" zu einer absoluten Leseempfehlung für einfach jeden.
5/5 Lesehasen.

Profile Image for lunalo.
2 reviews
January 4, 2017
Wenn man beginnt, das Buch zu lesen, erwartet man erst einmal einen Bericht über die Ereignisse in Fukushima. Dich dieses Buch ist viel mehr als das. Es zeigt, dass die Katastrophe in Fukushima ganz Japan beeinflusst hat und das Denken auch derjenigen Menschen verändert hat, die nicht direkt betroffen waren. Die kleinen Comiczeichnungen der Autoren sind schön und an einigen Stellen des Buches zu finden. Das Buch liest sich sehr schnell, weil es, wie man am Titel schon erkennt, in Tagebuchform verfasst ist :)
Profile Image for Barbara.
728 reviews27 followers
November 17, 2014
Über zweieinhalb Jahre ist "Fukushima" schon her? Höchste Zeit, diesen persönlichen Bericht einer Tokioterin über die (Nicht-)Normalität nach den Ereignissen vom 11.3.2011 zu lesen. Interessant gerade durch das Unspektakuläre ihres Alltags, den kleinen Veränderungen, die stattfinden.
1 review1 follower
July 16, 2014
Alles in allem ein gutes Buch, interessant...allerdings oft inhaltlich zu kurz, mehr Zeichnungen anstatt Text.
Displaying 1 - 8 of 8 reviews