Emil Bub, ein Lehrer kurz vor der Pensionierung, beobachtet von seinem Balkon aus, wie Peter, der Sohn seiner Nachbarn, in sein Elternhaus zurückkehrt. Peter ist krank und verwahrlost, seine Freundin Mia ist mit den gemeinsamen Kindern verschwunden. Der Verlust hat ihn völlig aus der Bahn geworfen.
Seit den siebziger Jahren leben Emil und seine Frau Veronika, eine Bibliothekarin, am ‚Schwarzen Berg‘. Die kinderlosen Bubs bekommen plötzlich einen Wahlverwandten, als Peter mit seinen Eltern Hajo und Carla ins Nebenhaus einzieht. Hajo Rau verschreibt sich ganz der Arbeit in seiner Arztpraxis, seine Frau unterstützt ihn. So wird besonders Emil zur prägenden Gestalt für den sensiblen Nachbarsjungen. Er zieht Peter tief hinein in seinen Kosmos aus Dichtung und Leistungsverweigerung.
Der Sommer in den einsamen Häusern am Rande des Stuttgarter Kessels vergeht mit den hilflosen Versuchen der beiden älteren Paare, den Verzweifelten wieder aufzurichten. Auf der Suche nach Mia und den Kindern durchstreift Emil mit Peter die überhitzte Großstadt, und Hajo entwirft eine Therapie. Aber was hilft das jetzt noch?
Anna Katharina Hahn erzählt auf unnachahmliche Weise von verzweifelter Liebe in all ihren Spielarten und davon, daß im entscheidenden Augenblick selbst die nächsten Menschen einander ein Rätsel bleiben.
Gefiel mir um einiges besser, bevor die Perspektive der Frau eingenommen wurde und die schmallippig pietistische Denunziation ungehöriger Aufstiegswünsche in den Vordergrund geriet. Schade.
Die letzten 80 Seiten haben mich gepackt. Die Autorin hat viel gewagt und einiges, aber nicht alles gewonnen - bei mir. Der Roman birst geradezu vor Realität, so fest hat ihn die Autorin im Stuttgart des Sommes 2010 verankert. Sie wollte einen Zeit- und Gesellschaftsroman schreiben. Im Mittelpunkt steht das tragische Schicksal Peters, eines jungen Mannes, um den sich als Kind zwei Ehepaare gekümmert haben, und der am Boden zerstört ist, nachdem ihn seine Frau mit den zwei Kindern verlassen hat. Nun müssen sich die vier wieder um ihn kümmern. Die Charakterisierungen sind erbarmugslos genau, aber es kommt dennoch am Ende Mitgefühl und Interesse bei mir auf, auch wenn man sie nicht unbedingt sympathisch findet. Allein die Darstellung von Mia, Peters Frau konnte mich nicht überzeugen. Aus ihrer Persepktive wird "Der Fall" geschildert, das ist auch notwendig. Und am Ende war ich froh für die Figuren, dass das nur eine fiktive Geschichte ist.
Der Deutschlehrer und Mörike-Fan Emil Bub und die Bibliothekarin Veronika wohnen „Am schwarzen Berg“ im bürgerlichen Stuttgart-Burghalde neben dem Arzt Hajo Rau und seiner Frau Carla. Getrennt durch ihre unterschiedlichen Lebenseinstellungen vereint die Nachbarn die Sorge um Peter, den erwachsenen Sohn von Hajo und Carla, der unter der Trennung von seiner Frau Mia leidet. Mit viel Gespür für ihre menschlichen Schwächen und Stärken und sprachlicher Raffinesse werden die Geschichten der Beziehungen zwischen den Personen erzählt. Ein gutes Buch, das man aber nicht lesen sollte, wenn man gerade durchweg sympathischen Charakteren und Feel-Good-Momente braucht.
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Ein unterhaltsames Buch, das mich neugierig auf andere Werke der Autorin macht. Der Erzählstil war schon eigenartig, das Abwechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit geschah des öfteren ohne Übergang von einem Satz zum anderen, aber es hat mir schon gut gefallen. Die Handlung zieht sich gemächlich dahin aber es baut die Spannung sehr gut aus bis zum überraschenden Ende. Noch ein Pluspunkt war für mich, wie die Autorin das heutige Stuttgart in die Erzählung hineingeschrieben hat.
Das Buch ist an sich gut geschrieben, die Charaktere tief gezeichnet... Aber irgendwie haben das Buch und ich uns nicht wirklich zusammengefunden. Ich liebe es, wenn Romane viel beschreiben, aber hier war es mir zu viel! Die Charaktere erschienen zwar tief, aber ich wurde trotzdem nicht mit ihnen warm, sie blieben mir fremd und unverständlich. Die Story ist zwar interessant erzählt, enttäuscht aber insgesamt.
Fand ich blöd... Vorhersehbar, langweilig erzählt. Ist wohl nur was für Stuttgartfans (zu viel Lokalkolorit). Einzig die Darstellung der Charaktere hat mir gefallen, aber was sie tun oder sagen war für mich vollkommen irrevelant.