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GEO Epoche Nr. 49 - England: Aufstieg einer Großmacht

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171 pages

Published June 1, 2011

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Michael Schaper

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February 16, 2017
Demut vor England?

„Englands mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte wurde also ebenso wie auf dem Kontinent von Mord und Totschlag, Hinterlist und Ranküne, Missgunst und Niedertracht geprägt – aber eben auch von kühnen Ideen, mutigen Politikern und einer Befähigung zu gesellschaftlichem Fortschritt, die andere Nationen Demut lehren kann.“

Zu diesem Schluß kommt Michael Schaper in der Einleitung zum Heft Nr. 49 aus der Reihe GEO-Epoche, das sich mit dem Thema „England. Aufstieg einer Großmacht. 1066-1660“ beschäftigt, und so sind denn auch mindestens zwei Artikel großen politischen Umbrüchen in der Geschichte dieses Landes gewidmet, die – jedenfalls der allgemeinen Anschauung nach – den Weg in Richtung Partizipation und Einschränkung der Macht des Monarchen ebneten. In einem dieser Artikel geht Oliver Fischer den Entstehungsbedingungen der Magna Carta aus dem Jahre 1215 nach, mit der die aufständischen Barone König Johann zwangen, recht umfangreiche Beschneidungen seiner königlichen Vorrechte hinzunehmen. Fischer macht dabei deutlich, daß der aus heutiger Sicht fortschrittliche Artikel, nach dem niemand ohne richterliches Urteil gefangengenommen werden durfte, für die Barone eher nebensächlich und wohl eher ein Mittel war, sich der Unterstützung ihrer Gefolgsleute zu versichern.

In einem weiteren Artikel von Ulrike Rückert wird der Bürgerkrieg, der schließlich mit der Exekution Karls I. endete, behandelt. Für meinen Geschmack konzentriert sich die Verfasserin hierbei ein wenig zu sehr auf die Ereignisse selbst, was auf Kosten einer Darstellung der sozialen und ökonomischen Motive der Gruppierungen, die sich gegen den König wandten, geht. Dennoch lebt Geschichte natürlich auch von interessanten Details, wie etwa der Tatsache, daß der König bei seiner Hinrichtung zwei Hemden übereinander getragen hat, um nicht vor Kälte zu zittern, da dies von den Zuschauern eventuell als Zeichen von Furcht interpretiert worden wäre. Es sind zudem ja gerade auch solche Details, die man weniger leicht vergißt als die großen Zusammenhänge.

Neben diesen Artikeln enthält das Heft unter anderem auch drei Porträts berühmter Monarchen. So widmet sich Ulrike Moser einer Untersuchung der Rosenkriege und der Rolle, die der berüchtigte Richard III. während dieser Zeit gespielt hat. Jörg-Uwe Albig beleuchtet das Verhältnis zwischen Heinrich VIII. und seinem intriganten Gefolgsmann Thomas Cromwell, und Mathias Mesenhöller schließlich wirft einen Blick auf die Regentschaft Elizabeths I., einer Frau, die geschickt mit ihrem Status als möglicher Ehefrau taktierte und sich dadurch ein Höchstmaß an Entscheidungsfreiheit wahrte. In diesen drei Artikeln gelingt es den Verfassern überzeugend, vermittels der in ihnen betrachteten Personen auch einen Blick auf die Gegebenheiten der jeweiligen Epoche zu werfen.

Mein Lieblingsartikel in diesem Heft stammt von Gesa Gottschalk, die unter der Überschrift „Die Stadt der Händler“ zu einem sehr anschaulichen Stadtbummel durch das London des Jahres 1475 einlädt, bei dem wir einen Hansekaufmann während seiner Geschäfte in der Stadt begleiten.

Weitere Aufsätze widmen sich dem wichtigen Jahr 1066, den Hintergründen der Artussage sowie der Erzählungen über Robin Hood, dem Bauernaufstand des Jahres 1381 und dem Hundertjährigen Krieg sowie ersten Besiedelungsunternehmungen in der Neuen Welt.
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