Inhalt: Anne Butterfield pilgerte bereits 2001 den Camino und lernte dort Hape Kerkeling kennen. 2010 hat sich die Engländerin erneut auf den Weg gemacht, um den Camino noch einmal zu gehen und den Zauber des Pilgerweges erneut zu erfahren und zu verstehen. Erneut beginnt ein abenteuerlicher Weg, der mit dem Fahrrad beginnt und sich dann doch zu Fuß fortsetzt, auf dem sie neue Leute kennen lernt und Fragen nach dem Sinn des Caminos und des Lebens selbst stellt.
Meine Meinung: Bereits als ich Hape Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg" gelesen habe, hat mich die Faszination des Caminos und des Pilgern gepackt. Anne Butterfield, die damalige Weggefährtin des deutschen Komikers, hat mich durch Hape Kerkelings Schilderungen von Beginn an fasziniert und so wollte ich auch ihre Eindrücke vom Camino unbedingt lesen und habe es nicht bereut.
Anne Butterfield schildert in ihrem Reisebericht "Ich bin da noch mal hin" einerseits einige Szenen der Pilgerreise von 2001 aus ihrer Sicht, andererseits schildert sie ihre jetzige Reise und die Fragen, die sie sich und anderen auf dieser Reise gestellt hat. Der Schreibstil ist wunderbar ehrlich, witzig und bietet Einsichten in die Suche nach der Bedeutung des Camino. Das Buch ist ein Reisebericht, der die Strapazen und Schwierigkeiten des Pilgerns schildert, aber auch die persönlichen und spirituellen Erfahrungen, die der Weg bringen kann.
Mich persönlich hat sehr fasziniert, dass Anne Butterfield diesen Weg erneut und alleine auf sich genommen hat. Ich habe mich bei einigen Passagen gefragt, ob ich so stark gewesen wäre und durchgehalten hätte, wenn ich an ihrer Stelle gewesen wäre. Wahrscheinlich wäre ich längst nach Hause gefahren. Ich bewundere die Autorin sehr für ihr Durchhaltevermögen, trotz der Steine, die auf ihrem Weg aufgetaucht sind.
Interessant fand ich auch, dass Anne die Zeit mit Hape Kerkeling auch aus ihrer Sicht geschildert hat und auch ihre plötzliche Prominenz durch Hapes Buch, die ihr nun bei ihrer zweiten Pilgerreise zu Teil wurde. Für mich ist es auch interessant, so viele unterschiedliche Ansichten und Antworten auf die Frage "Was ist denn nun der Sinn des Camino?" zu lesen. Die Eindrücke der unterschiedlichen Menschen, die Anne befragt hat, machen nachdenklich und geben ein Gefühl davon, was eine solche Pilgerreise für einen selbst bringen und bedeuten kann. Ebenso die unterschiedlichen Motive den Weg zu gehen und das, was sich am Ende des Weges für einen selbst eröffnet.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und auch etwas Fernweh in mir geweckt. Auch hat es meinen Wunsch gestärkt, irgendwann einmal mutig genug zu sein, diesen Weg ebenfalls zu gehen und den Zauber des Caminos für mich selbst zu erfahren.
Ich empfehle dieses wunderbare Buch allen, die gerne Reiseberichte und Pilgerberichte lesen und gerne über das Leben und seinen Sinn nachdenken. Ich wurde wunderbar unterhalten und habe das Buch sehr genossen!