Eine der reichhaltigsten und beliebtesten Gattungen der mittelalterlichen Erzählliteratur in einer beispiellosen Ausgabe
Boccaccios weltliterarische Schöpfung, die Novelle, hat ihre Vorläufer im Mittelalter: in kürzeren Verserzählungen über List und Betrug, Ehebruch und treue Liebe, erotische Besessenheit und feinsinnige Minne, derbe Obszönität und raffinierte Kasuistik. Der wagemutige Ritter und die höfische Dame, der galante Pfaffe und die kokette Bürgersfrau, der törichte Bauer und der listige Student, die liebestolle Nonne und der naive Mönch sind ihre Helden.
Die vorliegende Ausgabe bildet die thematische Vielfalt und Entwicklung dieser Gattung vom frühen 13. bis zum 15. Jahrhundert ab und erschließt sie durch profunde Kommentare. Die mittelhochdeutschen Texte sind kritisch überprüft, vielfach ganz neu ediert und in die Sprache der Gegenwart übersetzt.
Eine großartige Sammlung mittelhochdeutscher Kurzprosa Die Geschichten in dieser Sammlung, neu übersetzt und mit Kommentar ergänzt, erheitern und bringen Spaß. Die Sittenlehre des Mittelalters wird dabei auf den Kopf gestellt, es wird mit der Ständegesellschaft, mit dem Frauenbild und dem Rittermythos gespielt. Manchmal braucht man dafür den historischen Kontext, einige andere Geschichten sind widerum zeitlos. Das Buch teilt sich in mehrere Teile ein, die sinnvoll gewählt sind, zudem ist auf einer Doppelseite jeweils das Mittelhochdeutsche Original und daneben die Neuhochdeutsche Übersetzung. Das erleichtert auch dem Laien das Lesen. Für Alle, die sich für den Ausgangspunkt deutscher Literatur interessieren, empfehle ich dieses Buch.