Vier Frauen, die um ihre Freiheit kämpfen – und sie im Tanz finden.
Fasziniert vom neuen Swing aus Amerika gründet die Choreographin Wally eine Tanzgruppe. Ihre Tänzerinnen findet sie in den Straßen Berlins. Doch den »Lindy Girls« bleibt der Zugang zu den großen Tanzpalästen verwehrt, denn hier haben die Männer das Sagen. Dagegen begehrt auch Sekretärin Gila auf, die davon träumt, mehr zu schreiben als das, was ihr diktiert wird. Mit ihr stößt die Industriellentochter Thea zur Gruppe, und ihre Kontakte öffnen endlich Türen. Aber dann kommt den »Lindy Girls« die Liebe in die Quere ...
Bestsellerautorin Anne Stern erzählt von vier Frauen im wilden Berlin der 1920er Jahre – atemlos, traumtänzerisch und romantisch.
"Lindy Girls" von Anne Stern entführt die Leser in das aufregende Berlin der 1920er Jahre und in die Welt des Lindy Hop, also des Swing-Tanzes aus Amerika. Die Geschichte um die Choreographin Wally und ihre Tanztruppe sorgt von Anfang bis Ende für eine unterhaltsame Lektüre. Das Buch thematisiert dabei auch die Herausforderungen, vor denen Frauen in dieser Zeit standen, z.B. die von Männern dominierten Tanzszene, zunehmende Armut und Arbeitslosigkeit, auch die Schlägertrupps der SA kommen vor. Dennoch will der Roman vor allem Unterhaltung bieten. Die Charaktere, aus deren Sicht die unterschiedlichen Kapitel gestaltet sind, allen voran Wally und die Lindy Girls, sind vielschichtig, allerdings bekommt man durch die Menge der verschiedenen Figuren immer nur einen kleinen Einblick in ihre Träume, Ambitionen und Kämpfe. Die Autorin schafft es dadurch aber, die Atmosphäre dieser Ära lebendig werden zu lassen, und man fühlt sich, als wäre man selbst in den Straßen Berlins unterwegs. Das Lektüre wird durch die passende Playlist auf Spotify zu einem noch intensiveren Erlebnis, da man die Musik, die die Lindy Girls begleitet, gleichzeitig hören kann. Ausführlich beschriebene Tanzszenen machen Lust auf Lindy Hop. Lindy Girls erinnert insgesamt auch an die faszinierende Welt von "Babylon Berlin" und bringt den Leser auf eine Reise in eine Zeit voller Abenteuerlust und Aufbruchsstimmung. Dieser unterhaltsame und abwechslungsreiche Roman weckt die Lust aufs Tanzen und macht deutlich, dass auch in Zeiten gesellschaftlicher Einschränkungen die Leidenschaft und der Wille, Träume zu verwirklichen, siegen können. Ein absolutes Muss für Fans von Lindy Hop und der Musik der 1920er-Jahre!
Die „Goldenen Zwanziger“, die „Roaring Twenties“, die „Années folles“ - 1924 bis 1929.
Gali arbeitet in einer Zeitungsredaktion. Dort werden ihr, primär von männlichen Kollegen, Artikel diktiert, welche sie mit ihrer Torpedo-Schreibmaschine aufs Papier bringt. Doch eigentlich würde Gali lieber ihre eigenen Worte tippen dürfen.
Wally ist Tanzlehrerin, allerdings kann sie mit den klassischen Choreografien der Showpaläste nichts anfangen. Ihr Herz schlägt für den Charleston und Jazz.
Thea wächst sehr wohlhabend auf. Ihr Leben wird durch die Familie und das große Unternehmen des Opas beeinflusst. Unter anderem steht fest, dass Thea einen Arzt heiraten soll. Aber Thea hat einen ganz anderen Lebenstraum. Thea möchte trotz ihrer Fußfehlstellung tanzen.
Alice hat ein ganz anderes Schicksal. Von der Mutter verlassen muss sie für den Unterhalt für sich, ihren jüngeren Bruder und ihren kranken Vater aufkommen. Die wenige freie Zeit verbringt sie mit ihrer Gemeinde, wo sie sich um Kinder und Jugendliche kümmert, denen es noch schlechter geht. Nur eins muntert sie und ihre jungen Freunde auf, das Tanzen.
Das Buch Lindy Girls war mein erstes Buch der Autorin Anne Stern. Anne Stern kennt man unter anderem durch die Fräulein Gold Reihe.
Das Setting, der Schreibstil und die Storyline haben mir grundsätzlich gefallen. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was sehr abwechslungsreich war. Grade die Gefühle und Gedanken der einzelnen Personen wurden sehr schön herausgearbeitet, was dazu führt, dass ich zu einigen Charakteren direkt eine Bindung aufbauen konnte. Auch der Aufbau des Plots hat mir zugesagt. Zunächst ging ich von einer Cozy Geschichte um starke Frauen aus, allerdings spitze sich die Geschichte im Laufe sehr zu.
Leider hat das Buch keine Triggerwarnung. Es geht unter anderem um Sucht, Trauma und Suizidalität. Während der verschiedenen Perspektivwechsel kam es zu Zeitsprüngen, welche mich an manchen Stellen verwirrt haben.
Wenn man sich dem bewusst ist, einem The Great Gatsby gefallen hat, Geschichten über starke Frauen mag oder man generell Interesse an den goldenen Zwanzigern hat, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, mehr von Anne Stern zu lesen.
In ihrem Roman ,, Lindy Girls " nimmt die Autorin Anne Stern den Leser mit ins Berlin der goldenen Zwanziger Jahre.
Wally Kaluza ist mit Mitte 30 aus Schlesien nach Berlin gekommen und verdient sich mit einer kleinen Tanzschule ihren Lebensunterhalt. Sie hat einen großen Traum. Mit einer Tanzgruppe aus jungen Frauen möchte sie die großen Bühnen der Stadt erobern. Die 8 tanzbegeisterten jungen Frauen haben sich zusammen gefunden und trainieren in jeder freien Minute hart an der Choreographie des Charleston mit der gnadenlosen Tanzlehrerin. Dabei führen alle ein nicht einfaches Leben. Doch sie haben eins gemeinsam: sie träumen vom Glück, der Liebe und hoffen auf ein besseres Leben.
Aus der Perspektive einiger erzählt Anne Stern auf eindrucksvolle und sehr mitreißende Weise den harten Weg zum Erfolg.
Thea hat ihrer Familie den Rücken gekehrt, als die Unternehmerfamilie sie zu einer arrangierten Ehe zwingen wollte. Glücklicherweise wurde sie von Gila bei sich und ihrem Vater aufgenommen . Während Gila bei einer Zeitung als Sekretärin arbeitet, träumt sie davon, ein eigenes Buch zu schreiben. Als Waise kümmert sich die Fabrikarbeiterin Alice sorgenvoll um ihren kleinen Bruder Ben , der durch die Straßen stromert und dabei auch mit prügelnden Nazijungs aneinander gerät.
Toni Lindberg , ein alter Freund Wallys , kommt aus Amerika nach zurück Berlin. Er wird Manager der ,, Lindy Girls " und schafft es , für die Gruppe einen Auftritt auf der Bühne zu arrangieren. Ohne seine Kontakte war dies für Wally und ihre Mädels kaum erreichbar, da diese Welt noch immer sehr männerdominiert ist.
Wird die sehr moderne Darbietung dem Publikum gefallen? Können sie die Bühnen Berlins erobern und sich damit einen besseren Lebensunterhalt verdienen? Werden die Frauen um Wally ihr Glück im Leben und in der Liebe finden?
Anne Stern lässt durch den detailreichen und großartig bildhaften Schreibstil, Bilder vor meinen Augen entstehen. Mitreißend und fesselnd beschreibt sie die Leben der Protagonisten und das Tanztraining . Mit der passenden Musik verknüpft, war ich gefühlt mit im Tanzsaal, habe mir Blasen an den Füßen geholt und jede Figur und Drehung geübt, bis sie perfekt war. Durch den eingestreuten Berliner Dialekt fühlte ich mich nochmal mehr mittendrin.
Die Stimmung in der pulsierenden Stadt ist voller Vergnügen, Licht und Glitzer , aber auch die Schattenseiten der Nachkriegszeit sind spürbar. Entbehrung, Hunger , Sorgen und ständige Geldnot ist deutlich und absolut authentisch beschrieben. Eine Stadt voller Gegensätze. Die Folgen des Krieges und Traumata der Heimkehrer werden anhand von Jo , einem sehr guten Freund von Wally aus der alten Heimat, so eindrucksvoll dargestellt, daß es mich sehr berührt hat. Der Konsum von Kokain ist in dieser Zeit häufig üblich und nimmt auch eine Rolle in dieser Geschichte ein.
Die Perspektivwechsel ließen mich hervorragend in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten eintauchen. Ich habe mich mit ihnen über kleine und große Dinge und Erfolg gefreut, habe gehofft und auch vor Erschöpfung, Niederschlägen und Trauer geweint. Die harte Arbeit der Lindy Girls, um sich ihren großen Traum vom Erfolg auf der Bühne zu erfüllen, hat mich beeindruckt.
Sehr gut gefallen hat mir auch das Nachwort, in dem die Autorin über die Zeit des Charleston, der Tanzpaläste und die realen Vorbilder für ihre Lindy Girls berichtet.
In der vorderen Klappeninnenseite befindet sich außerdem ein QRCode mit dem man zur Playlist des Romans kommt. Eine großartige Sammlung der Musikstücke, die in mir die Tanzlust weckt und mich nochmal mehr in die 20er Jahre versetzt. Wer reinhört , hat den ein oder anderen Ohrwurm.
Anne Stern hat mich mit diesem Roman wieder absolut begeistert. Wie grandios sie die Protagonisten zum Leben erweckt und die Stimmung in Berlin der Zwanziger Jahre darstellt, ist einfach hervorragend gelungen. Von ganzem Herzen empfehle ich diese grandiose Geschichte um die Lindy Girls, die mit ihrem modernen und ein wenig provokanten Tanz die Berliner Bühnen erobern wollen .
„Lindy Girls“ von Anne Stern spielt 1928 in Berlin und erzählt von den Tanzgruppen, die zu Charleston tanzten und in Tanzpalästen auftraten. Erschienen ist der Roman im November 2023 im Aufbau Verlag.
Der Charleston ist im Berlin der ausgehenden 20er Jahre stark im kommen als die Choreografin Wally ihre Tanzgruppe gründet. Mit den „Lindy Girls“ möchte sie sich ihren Traum erfüllen und in den großen Tanzpalästen auftreten. Frauen aus den unterschiedlichsten Schichten kommen in ihrer Tanzgruppe zusammen, wie z.B. die Fabrikarbeiterin Alice, die in prekären Verhältnissen lebt oder auch die Industriellentochter Thea, die von zu Hause flieht, um nicht zu heiraten. Der Weg der Frauen ist kein einfacher, denn obwohl Frauen mehr Rechte haben, so ist die Unterhaltungsbranche noch immer von Männern dominiert.
Anne Stern wird bei mir wahrscheinlich für den Rest meines Lebens mit dem Berlin der 20er Jahre und der Weimarer Republik verbunden sein. Auch hier verbindet die Autorin wieder ganz unterschiedliche Schicksale miteinander und lässt so eine vergangene Zeit wieder auferstehen. Zur Einstimmung habe ich in die Playlist am Anfang des Buches reingehört. Sehr passend, weil es zu einem großen Teil ums Tanzen und den Charleston geht. Es sind allerdings auch Jazz und Tango-Stücke enthalten. Ich bin gut reingekommen und Anne Stern hat wieder einmal die Nuancen der Zeit wunderbar eingefangen. Thematisch konzentriert es sich auf andere Aspekte der Weimarer Republik als die Fräulein Gold-Reihe, aber es gibt auch Überschneidungen. So ist die Arbeit im Büro als Sekretärin sehr präsent oder es gibt einen Gigolo in seiner ursprünglichen Bedeutung. Ich habe ein Sachbuch zu der Zeit gelesen, daher wusste ich davon, aber ich mochte es sehr wie es in diesem Roman, dann zum Leben erweckt wurde. Das Buch hat sehr viele Perspektiven und für die Kürze des Buches waren es für meinen Geschmack fast schon zu viele, dennoch hat das Buch auch sehr viel richtig gemacht. Es sind so viele Realitäten in diesem Buch enthalten, denen ich manchmal gerne etwas mehr nachgegangen wäre. Das Büro ist eine ganz eigene Welt mit eigenen Regeln, durch die man gerade als Frau geschickt manövrieren muss. Marktplatz für Äffären und zukünftige Ehemänner und ich befürchte einige Klischees, die sich bis heute halten, sind aus dieser Zeit. Die Fabrik mit seiner Fließbandarbeit und den kläglichen Löhnen, die kaum ein gutes Leben ermöglichen und die Tanzpaläste, in denen einsame Frauen für Geld mit Männern tanzen und manchmal auch weiterführende Dienstleistungen erwerben können. Es ist unglaublich was Anne Stern alles in diese 350 Seiten gepresst hat. Das Buch erzählt von der Lust der Berliner zu feiern und das Tanzbein zu schwingen. Es erzählt von Drogen und den Abgründen, die überall lauern. Es erzählt von der Gefahr durch die SA und Nationalsozialisten. Es erzählt von Kriegstrauma, Abtreibungen und zurückgelassenen Kindern. Und dieses Buch erzählt von der Liebe zwischen Menschen aller Geschlechter. Mir war manchmal schwer ums Herz und dann war es wieder ganz leicht. Ich habe mit den Personen mitgefühlt und war investiert in ihr Schicksal. Manchmal hat es mich etwas überfordert und es hat eben auch etwas gedauert bis alles so richtig zusammengekommen ist und irgendwie war es auch nicht ausführlich genug. Das Ende ist recht offen gehalten, so dass eine Fortsetzung durchaus möglich wäre, aber die Hauptgeschichte, wie die Lindy Girls entstanden sind, ist zu Ende erzählt. In einem kurzen Nachwort gibt Anne Stern zusätzliche Informationen zum Hintergrund der Geschichte preis. Weiteres Zusatzmaterial bis auf die genannte Playlist am Anfang des Buches, die man über einen QR Code in der Klappbrischur erreicht, gibt es nicht.
Fazit: Wieder ein tolles Roman aus der Feder Anne Sterns. Die 20er Jahre und seine Musik leben in diesem Buch auf. Die vielen Perspektiven haben das Buch allerdings auch etwas überladen. Dennoch von mir eine Empfehlung an alle, die gerne im Berlin der 20er Jahre sowie der Weimarer Republik abtauchen wollen.
Ein Ausflug ins Berlin der späten 20er - interessanter Blick hinter die Kulissen einer besonderen Tanzgruppe
Wally möchte im Herbst 1928 auch im deutschen Berlin den amerikanischen Swing populär machen und eine Mädchen-Tanzgruppe gründen. Für die „Lindy-Girls“ kann sie schließlich Tänzerinnen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund gewinnen. Ob Wallys Projekt von Erfolg gekrönt sein wird?
Anne Stern erzählt aus verschiedenen Perspektiven in der dritten und ersten Person, so sind die Kapitel immer mit dem Namen der Figur betitelt, um die es im folgenden Abschnitt geht. Das sind neben Wally z.B. auch einige der Lindy Girls und andere Personen aus dem weiteren Umfeld der Gruppe. Der Schreibstil lässt sich angenehm flüssig und leicht lesen.
Die Personenkonstellation ist recht umfangreich. Es geht u.a. um Wally mit ihren Traum von einer Tanzgruppe, die das Publikum begeistert, um die jüdische Fabrikarbeiterin Alice, die wie die bürgerliche Thea Teil der Tanztruppe ist. Für beide bedeuten die Lindy Girls einen Ausbruch aus dem bisherigen Leben, bieten neue Chancen. Dann ist da noch die Sekretärin Gila, die heimlich an einem Roman schreibt, Eintänzer Jo, der immer noch von seinen Erlebnissen als Soldat im Krieg traumatisiert ist, Wallys Geschäftspartner Toni, den mit Wally eine komplizierte Beziehung verbindet und Schaffner Friedrich. Die Einzelschicksale der Figuren werden anfangs noch unabhängig voneinander beschrieben, später werden sie zu einer lockeren Geschichte miteinander verwoben. Da doch recht viele Figuren im Fokus stehen, sind die einzelnen Charaktere nicht sehr ausführlich und gründlich gezeichnet und wirken auf mich als Leserin daher teilweise recht blass und fremd. Für mich wäre es schön gewesen, die Personen etwas genauer kennenzulernen.
„Lindy Girls“ erzählt die Geschichte einer besonderen Tanztruppe im historischen Berlin. Dabei wird Bezug auf gesellschaftliche und politische Verhältnisse genommen. So ist der Roman auch ein Sittenbild der damaligen Gesellschaft, beleuchtet die Rolle der Frau zu dieser Zeit. Die einzelnen Handlungsstränge sind überwiegend recht lose miteinander verbunden. Das Erzähltempo ist eher ruhig mit wenig Spannung, zum Schluss nimmt die Geschichte allerdings Fahrt auf. Die Autorin beschreibt die Lebensumstände ihrer Figuren, weist auf Probleme und Konflikte hin. Sie schafft eine spezielle Atmosphäre, lässt ihre Leser fast wie live an den Tanzshows der Lindy Girls teilhaben. Echte Emotionen werden dabei aber leider nicht transportiert. Ich hätte mir gewünscht, etwas intensiver mit den Figuren mitfiebern zu können. Dennoch ein interessanter, lesenswerter Blick hinter und auf die Kulissen einer längst vergangenen Zeit.
Klappentext: Fasziniert vom neuen Swing aus Amerika gründet die Choreographin Wally eine Tanzgruppe. Ihre Tänzerinnen findet sie in den Straßen Berlins. Doch den »Lindy Girls« bleibt der Zugang zu den großen Tanzpalästen verwehrt, denn hier haben die Männer das Sagen. Dagegen begehrt auch Sekretärin Gila auf, die davon träumt, mehr zu schreiben als das, was ihr diktiert wird. Mit ihr stößt die Industriellentochter Thea zur Gruppe, und ihre Kontakte öffnen endlich Türen. Aber dann kommt den »Lindy Girls« die Liebe in die Quere.
„Lindy Girls von Anne Stern führt die Leser*innen ins Berlin der 1920er Jahre.
Im Mittelpunkt stehen 4 Frauen. Die Choreographin Wally Kaluza gründet eine Tanzgruppe, die „ Lindy Girls“. Ihr Traum ist es auf der Bühne Erfolg zu haben. Doch in einer Welt in der Männer dominieren ist das schwer.
Alice Margoniner ist eine junge Fabrikarbeiterin die den Charleston liebt. Sie und ihr Bruder sind Waisenkinder und Alice kümmert sich um ihren jüngeren Bruder. Neben ihrer Arbeit bringt sie Straßenkindern das Tanzen bei.
Gila Neumann ist Sekretärin bei einer Berliner Zeitung. Sie ist eine waschechte Berlinerin. Ganz im stillen schreibt sie an einem Roman.
Thea Brehm kommt aus einer Industriellenfamilie. Sie kommt also aus besserem Hause. Auch sie liebt das Tanzen und hat Talent dazu, so landet auch Thea bei den „Lindy Girls“.
Die Leser*innen begleiten die 4 Frauen die, die Liebe zum Tanz verbindet. Mit Swing und Charleston wollen sie die Tanzpaläste aufrühren und modernisieren. Neben ihrer Arbeit üben sie solange es ihre Kräfte hergeben. Doch die Entscheidung in den Tanzpalästen haben immer noch die Männer und die wollen an etablierten festhalten. Erst als ein Freund von Wally, der US Amerikaner Tony aus Amerika zurückkommt und sie unterstützen möchte bekommen sie Engagements in kleinen Etablissements.
Anne Stern hat trolle Protagonisten erschaffen. Es hat mir sehr viel Freude gemacht sie durch die Geschichte zu begleiten. Die Frauen lassen sich in der von Männern bestimmten Welt nicht unterkriegen. Müssen allerdings so ihre Erfahrungen machen.
Die Autorin hat die 1920er Jahre und die Handlungsorte lebendig und farbenprächtig beschrieben. Schnell hatte ich auch die passende Musik dazu im Kopf.
Durch den flüssigen, unterhaltsamen und gut verständlichen Schreibstil bin ich schnell ganz tief in die Geschichte versunken.
Anne Stern von der ich schon einige Romane gelesen habe hat mich auch mit ihrem neuen Roman „Lindy Girls“ wieder total begeistert.
Anne Stern entführt ihre Leser mit meisterhaftem Erzählstil und einer authentischen Kulisse direkt ins Berlin der 1920er Jahre. Der Roman "Lindy Girls" erzählt die Geschichte von Wally, einer leidenschaftlichen Choreographin, die mit ihren "Lindy Girls" den Traum vom Ruhm verfolgt, jedoch im Schatten der großen Tanzpaläste steht. Die verschiedenen Figuren, angefangen bei Wally selbst bis hin zu Thea, Alice, Gila und den männlichen Charakteren Jo und Toni, veranschaulichen die komplexen Lebenswege der Frauen in dieser Zeit.
Das Buch beeindruckt durch die eindrucksvolle Darstellung der sozialen Gegensätze im alten Berlin. Anne Stern zeichnet ein lebhaftes Bild von den harten Nachkriegsjahren, den politischen Unruhen und dem pulsierenden Nachtleben, in dem die Menschen nach Lust und Laune feierten, um dem Alltag zu entkommen. Der ständige Wechsel der Perspektiven ermöglicht es dem Leser, sich in die verschiedenen Lebensgeschichten einzufühlen, ihre Sorgen, Nöte und vor allem die Liebe zum Tanz zu verstehen.
Nicht nur der brillante und bildhafte Erzählstil, sondern auch die fesselnde Atmosphäre des glamourösen Berliner Nachtlebens machen den Roman besonders. Die Tanzgruppe und ihre Darbietungen scheinen lebendig zu werden, und der Leser wird regelrecht in die aufregende Welt der Showtanzgruppen versetzt.
Die Charaktere sind vielschichtig, und ihre Geschichten werden einfühlsam erzählt. Anne Stern zeigt, dass die Zeiten nicht nur von reinem Tanzvergnügen geprägt waren, sondern dass das Tanzen oft ein Mittel zum Überleben und zur Flucht vor dem Alltag war. Der Roman gewährt einen eindrücklichen Blick auf das Berlin der "goldenen" 1920er Jahre, ohne die Schattenseiten zu vernachlässigen.
Wieder einmal bin ich schwer beeindruckt von dem Stil und der bildhaften Fantasie von Anne Stern. Sie weiß, wie man einen Leser mitnimmt auf eine beeindruckende Zeitreise.
Berlin, 1928. Über den großen Teich kommen Melodien und Tanzstile in Deutschland, genauer Berlin an. Die goldenen 20er, bekanntermaßen eine Zeit mit Licht, aber auch viel Schatten bietet eine interessantes Setting für eine Geschichte um junge Frauen, die das Tanzen lieben.
Ich lese gerne Bücher der Autorin, die den Zeitgeist so greifbar macht und authentisch rüberbringt, so sind die ersten Braunhemden unterwegs, die Folgen des ersten Weltkrieges sind aber auch noch offensichtlich. Während ich die sozialen Ungleichheiten und so konträren Lebenswelten gut dargestellt fand, konnte mich das Thema nicht richtig packen. Ich mag weder den Tanz im Allgemeinen, noch die damalige Musik. Das ist natürlich Geschmackssache und selbstredend bewerte ich das nicht negativ, denn das Thema war von vornherein mehr als deutlich. Ich kann ja auch nicht meckern, wenn ein politisches Sachbuch sich mit Politik beschäftigt…Was mir aber nicht so gefallen hat, ist der relativ unrunde Einstieg ins Buch. Es gelang mir wohl aufgrund der vielen wechselnden Perspektiven nicht so gut und schnell ins Buch zu kommen, wie ich das bei der Autorin gewöhnt bin, aber schlimmer noch finde ich das Ende. Es ist ziemlich knapp ausgefallen, einige Fragen sind aus meiner Sicht zu offengeblieben und zudem blieben manche Charaktere völlig blass (manches Girl kann ich mir nicht mal ansatzweise vorstellen, sie sind scheinbar nur Füllmaterial), auch die Hauptcharaktere hätten teilweise noch mehr Tiefe haben können. Irgendwie hatte ich in Summe das Gefühl, dass vieles auch nur oberflächlich beschrieben wurde, wobei mir das in Teilen entgegenkam, denn seitenweise Tanzexzesse hätte ich auch nur ungern gelesen. Unter dem Strich hat mich das Buch zwar unterhalten, aber auf keinen Fall begeistert.
Lindy Girls erzählt die Geschichte von Wally Kaluza und ihrer Tanzgruppe, den ‚Lindy Girls‘, die sich 1928 zusammenfinden, um die Tanzklubs Berlins zu erobern.
Anne Stern schafft es mit Lindy Girls die Atmosphäre der damaligen Tanzklubs aufzufangen und zu verbreiten, dennoch konnte mich die Geschichte nur in ihren Ansätzen überzeugen.
Lindy Girls erzählt die Geschichte von einer Tanzgruppe, der Trainerin Wally und ihren acht Tänzerinnen und weiteren Frauen und Männern. Diese Geschichte/n bekommen wir auf knapp 350 Seiten in sieben Perspektiven und über vier Monate erzählt, was eine tiefgründiges Erleben einer Perspektive kaum möglich macht. Schade, denn die Charaktere sind so interessant gestaltet, dass ich sehr gerne mehr von ihnen erfahren hätte, insbesondere Alice und Wallys Background konnten mein Interesse wecken und haben dabei auch die Tanzgruppe fokussiert.
Lindy Girls kratzt jedoch nur an der Oberfläche und peitscht uns schnell durch die Geschichte der damaligen Zeit, die Umgebung wird deutlich detaillierter umschrieben als die Lebensgeschichten der Figuren und ihr Erlebtes bleibt eher eine Randnotiz.
Wer wie ich auf einen Roman hofft, der das Erleben weniger Hauptfiguren tiefgründig beschreibt, der dürfte am Ende nicht ganz so glücklich sein. Ich bin mir jedoch sicher, dass jeder der auf eine schnelllebige Geschichte, mit der Atmosphäre des Swings und dem Aufleben der 1920er Lust hat, bei Lindy Girls genau richtig ist.
Unter dem Klappentext hatte ich einen fröhlichen Roman erwartet, bei dem sich 4 Freundinnen zu einer erfolgreichen, spaßhabenden Tanzgruppe entwickeln und alle dabei parallel auch die große Liebe finden und dies dann spannend umgesetzt wird, da sie alle in kleinen Maßen ihre Probleme haben würden. Stattdessen entwickelte sich der Roman absolut in eine komplett andere Richtung. Die Gruppe wurde recht schnell formiert und tanzte gemeinsam in Berlin, aber gleichzeitig wurden Abgründe aufgetan, die mich absolut überrascht haben, die ich nach dem Klappentext und dem Cover auf keinen Fall erwartet hatte. Es wird exzessiv getrunken, geraucht und weitere Drogen genommen. Es folgen mehrere Ableben, ohne tiefer ins Detail zu gehen, um Spoiler zu vermeiden. Außerdem gibt es auch noch lesbische Züge, die ich jetzt auch nicht unbedingt in die 20er des letzten Jahrhunderts eingeordnet hätte.
Das war mein erster Anne Stern Roman. Fans werden sicher begeistert sein, wenn das ihr klassischer Stil ist, einen Roman aufzubauen. Ich war jedoch eher entgeistert und negativ überrascht. Ich lese zwar ab und zu gern auch Tragödien und co. Aber hier war ich auf das alles absolut nicht vorbereitet.
Ansonsten ist der Roman stilistisch sehr einfach gehalten und daher zügig zu lesen. Allerdings hätte sie in meinen Augen mehr auf die Ausarbeitung der einzelnen Charaktere eingehen können, statt so viele einzubauen, die einen erschlagen können. Ich war recht schnell verwirrt, da ihnen charakterliche Tiefe fehlten, um sie gut auseinanderzuhalten.
Lindy Girls ist ein historischer Roman von Anne Stern. Die Autorin erzählt auf 349 Seiten die Geschichte der Ende der 1920er-Jahre in Berlin neu gegründeten Charleston-Mädchen-Tanzgruppe.
Die Geschichte war im Jahre 1928 in Berlin. Die Choreographin Wally will eine neue Charleston-Tanzgruppe gründen. Bald schlossen sich dem Team ein paar talentierte Mädchen aus allen Gesellschaftsschichten an, die den Tanz lieben. Obwohl dieses Team zu Beginn und nach seiner Gründung mit verschiedenen Schwierigkeiten konfrontiert war, erzielte es dennoch Erfolge in einer Zeit, in der Männer die Kontrolle hatten. Neben dem Tanzen haben diese Mädchen auch ihr eigenes Leben und ihre eigenen Träume. Jedes Mädchen spielt in seinem eigenen Kapitel eine Hauptrolle und jedes Mädchen wird mehr oder weniger ausführlich vorgestellt.
Neben den Themen Swing Dance und Jazz vereint dieses Buch auch die Hintergründe und Themen der Zeit. Das Buch spiegelt auch die sozialen Probleme des Berlins der 1920er Jahre wider, wie Arbeitslosigkeit, zunehmender Antisemitismus, Drogenmissbrauch usw. Ein weiterer Schwerpunkt der Autorin liegt darin, den positiven, fortschrittlichen und optimistischen weiblichen Zeitgeist zu verkörpern.
Wer mehr über das Berliner Nachtleben der 1920er-Jahre erfahren möchte, sollte dieses Buch lesen.
Charleston – auch 100 Jahre später noch faszinierend – lesenswert.
Dieser Historische Roman über das Schicksal sehr unterschiedlicher, junger Frauen spielt im glitzernden Berlin von 1928/1929. Über fünf Monate hinweg entfaltet sich das traurige bis schillernde Leben dieser Tanzgruppe, eingebettet in den damaligen Zeitgeist speziell Frauen gegenüber, aber auch im kulturellen und politischen Kontext. Im Mittelpunkt stehen Tanz und Musik, Charleston und swingende Chicago-Jazz-Klänge. Mit dem neuen Swing aus Amerika gelingt vor allem jungen Frauen rundum der Schritt zu mehr Freiheit, Karriere und Lebenslust über bisherige gesellschaftliche Zwänge hinweg nach dem 1. Weltkrieg. Auch Themen wie Gleichberechtigung, sexueller Freiraum und finanzielle Unabhängigkeit der Frau werden angesprochen inmitten wilder Rhythmen und schillernden Tanzformationen. Der Schreibstil macht die damalige Aufbruchsstimmung sehr lebendig und einfühlsam. Die Beschreibung der Charaktere dieser verschiedenen Hauptfiguren gefällt durch ihren Ehrgeiz, ihren Kampf um eigenen Erfolg. Insgesamt ein umfassendes, überzeugendes Gesellschaftsbild der pulsierenden Stadt Berlin von 1928.
Anne Sterns "Lindy Girls" versucht, die lebendige Welt des aufstrebenden amerikanischen Swings im Berlin der 1920er Jahre einzufangen. Die Choreographin Wally gründet begeistert die Tanzgruppe „Lindy Girls“ und rekrutiert acht talentierte Tänzerinnen direkt von den Straßen Berlins. Obwohl der historische Roman eine faszinierende Kulisse und starke weibliche Charaktere bietet, bleibt die Geschichte leider eher farblos statt schillernd. Das Setting im Berlin der 1920er Jahre gefällt mir persönlich sehr gut. Der sonst gewohnt emotionale und lebendige Schreibstil von Anne Stern wirkt hier jedoch ab und an eher gezwungen. Die Story erscheint mir an manchen Stellen zu oberflächlich und zu konstruiert, die Handlung bleibt leider wenig abgerundet. Insgesamt bleibt "Lindy Girls" hinter meinen persönlichen Erwartungen zurück und die Potentiale des Settings und der Charaktere werden im Vergleich zu den anderen Werken der Autorin nicht vollständig ausgeschöpft. Als Unterhaltung für zwischendurch aufgrund des Settings und der gelungenen lebendigen und spürbaren Tanzfreude empfehlenswert.
In diesem tollen Buch geht es um vier junge Frauen, die ihre Liebe zum Tanz entdecken und gleichzeitig um ihre Freiheit in der Gesellschaft der 1920er Jahre kämpfen müssen. Die Mädchen lassen sich nicht so leicht von der Männerwelt unterbuttern, doch sobald Gefühle ins Spiel kommen läuft alles nicht mehr so nach Plan. Das Cover des Buches überzeugte mich am Anfang noch nicht 100%ig, doch je mehr ich von dem Buch gelesen habe, desto besser gefiel mir auch das Cover, da es einfach perfekt zur erzählten Geschichte passt. Beim Lesen des Buches konnte man sich richtig in die Welt der 20er versetzen. Wie sich die Mädchen in der Berliner Welt schlagen finde ich sehr bemerkenswert. Die Emanzipation geht schleppend voran und das Leben dort ist nicht einfach, sie haben Angst, Geldsorgen und sind von den reichen Männern abhängig. Dennoch halten sie zusammen und können ihr Glück im Tanz finden. Jedoch hat die Liebe immer wieder ihre Hände im Spiel, was zu dem ein oder anderen Chaos führt. Insgesamt fand ich das Buch gut und empfehle es für tanzbegeisterte Leseratten weiter.
Das Cover strahlt für mich die Lust aufs Leben aus. Der Titel ist toll und hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht. das Bild der Frauen ist gut gewählt.
Die Handlung spielt in Berlin, in den 20er Jahren. Tanz und Spaß sollen im Vordergrund stehen, die Choreographin Wally ist fasziniert vom amerikanischen Swing und gründet eine Tanzgruppe: Die Lindy Girls. Doch der Erfolg bleibt leider aus, Männer dominieren weiterhin und haben oft das letzte Wort. Mit bei den Lindy Girls sind auch Gila, Thea und Alice. Alle haben ihre eigene Geschichte und bald geht es nicht nur um Tanz und Freiheit sondern auch um die Liebe.
Der Schreibstil war packend und fesselnd. Die Beschreibungen war einfach wunderbar, ich war direkt in die Zeit versetzt und konnte mir alles sehr gut vorstellen. Die Charaktere waren unterschiedlich und interessant. Auch erste und traurige Themen hat die Autorin Anne Stern gekonnt angesprochen und sehr emotional umgesetzt. Besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe auf eine Fortsetzung und empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.
Beim Anblick des Covers in Verbindung mit dem Titel des Buches war schon sofort meine Neugier geweckt und da ich die Bücher von Anne Stern gerne lese, war ich natürlich gespannt. Hier wird man schon auf den ersten Seiten des Buches direkt ins Geschehen "geworfen" und am besten liest man dieses Buch, während man im Hintergrund die passende Musik dazu hört. Am Anfang liest man von der perfekt aufeinander abgestimmten Tanzweise der acht Frauen, aber bis dahin ist es ein langer Weg. Wally ist die treibende Kraft, sie möchte mit den Lindy Girls eine Show von Tänzerinnen bieten, die auch als Frauen gesehen werden und nicht nur als Beiwerk. Wir begleiten die Frauen auf ihrem Weg und gerade aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen erhalten wir ein breites Bild und erfahren nicht nur die Sonnenseite, sondern auch die Schattenseite der Zwanzigerjahre in Berlin. Ich habe Wally, Thea, Gila und Alice gerne begleitet, was nicht nur an der guten Geschichte, sondern auch an dem tollen Schreibstil und der guten Recherche von Anne Stern lag.
Zum Inhalt: Choreografin Wally ist fasziniert von dem neuen Tanz aus den USA und gründet eine Tanzgruppe, die Lindy Girls. Doch der Zugang zu den Tanzpalästen bleibt ihnen verschlossen, haben doch Männer dort das Sagen. Erst die Industriellentochter Thea und ihre Kontakte öffnen ihnen Türen. Meine Meinung: In diesem historischen Roman erleben wird durch die Geschichte der Lindy Girls viel von dem damaligen Zeitgefühl in den goldenen Zwanzigern. Eine Art Aufbruchstimmung, die gerade auch die Frauen erfasst, die nicht mehr nur von Männern dominiert werden wollen, aber immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Die Entwicklung der Frauen in dieser Stimmung ist bemerkenswert und gut erzählt. Die Charaktere haben mir gefallen. Mir haben sowohl Buch als auch Hörbuch gefallen, wobei ich beim Hörbuch die Sprecherin ein wenig anstrengend fand, weil sie extrem langsam sprach. Fazit: Guter historischer Roman
Der Swing ist aus Amerika rübergeschwappt, die junge Chorerographin Wally gründet voller Enthusiasmus die Tanzerinnengruppe Lindy Girls, doch den talentierten Frauen bleibt der große Durchbruch und die Auftritte in großen Tanzhallen verwehrt. Aber die Frauen geben nicht auf und kämpfen um ihr Recht.
Anne Stern ist bekannt für ihre historischen Frauenromane und hat schon einige geschrieben, trotzdem in Lindy Girls mein erster, aber sicher nicht mein letzter Roman aus ihrer Feder. Ich mag die zwanziger Jahre sehr gerne, ich bewundere dei Frauen, die in dieser schweren Zeit so unglaubliches geleistet haben. Auch dieser Roman spielt in der Zeit und konnte mich sehr gur unterhalten. Sehr interessante Chataktere, starke Frauen, die ihren "Mann" stehen und sich nichts bieten lassen. Eine schöne, authentische, aber auch romantische Geschichte, die ich sehr gerne gelesen haben. Die Frauen sind einfach Klasse und haben die Story gerockt.
"Lindy Girls" von Anne Stern ist ein historischer Roman über die Anfänge einer Swing-Tanzgruppe in Berlin in den 20er Jahren.
Die goldenen Zwanziger empfinden sicherlich viele Menschen als eine spannende Periode - eine faszinierende Nachkriegszeit, die die Trümmer mit Glitzer und Glamour und den neusten Trends aus Amerika versucht zu überdecken, dazu kommen viel Musik, Alkohol und Drogen - der Rausch des Verbotenen.
Anne Stern ist mir zudem als Autorin bereits durch ihre Reihe " Fräulein Gold" gut bekannt, denn diese Reihe liebe ich seit dem ersten Band. Ich bin also mit ihrer Art Geschichten zu erzählen und Charaktere zu gestalten vertraut gewesen und genau deshalb waren meine Erwartungen an "Lindy Girls" unglaublich auch hoch.
Letztendlich musste ich mir aber sehr rasch eingestehen, dass dieses Buch nicht an den Schreibstil herankommt, wie ich ihn von Fräulein Gold kennen und lieben gelernt habe. Für mich waren die Charaktere sehr eindimensional und teilweise auch nicht unterscheidbar. Sehr oft war ich verwirrt wer jetzt nochmal wer war und bei wem was passiert ist. Es bleibt einem einfach nicht im Kopf. Mir fehlte hier bei den Charakteren einfach der Tiefgang und die klare Abgrenzung voneinander. Nach der Hälfte des Buches war ich mir auch unsicher, wohin die Geschichte eigentlich gehen soll. Durch die vielen Charaktere und ständig wechselnden POVs hatte ich oft das Gefühl, dass der rote Faden fehlt. Dieser soll zwar die Entstehung der Tanzgruppe sein, aber dies fühlte sich manchmal eher nach dem Sideplott an. Mir fehlte hier irgendwie das große Ganze, das alles zusammenkommen lässt und die Geschichte so richtig aufbaut.
FAZIT: "Lindy Girls" war für mich leider nicht das richtige Buch. Ich kann die anderen Bücher der Autorin jedoch wärmsten empfehlen.
* Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar bei Vorgelesen gewonnen.
Ich habe war zeitweise irritiert, da die Autorin in den Kapitelweise zwischen den Romanfiguren hin- und hersprang. Interessant wäre eine Fortsetzung, ob es die geben wird.....