Marjaleena Lembcke, geb. 1945 in Kokkola/Finnland, studierte Theaterwissenschaften in Finnland und übersiedelte 1967 nach Deutschland. Von 1972-75 studierte sie Bildhauerei an der Kunstakademie Münster. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Heute lebt sie in Greven. Marjaleena Lembcke schreibt für Kinder und Erwachsene: Gedichte, Geschichten, Kinderromane. Ihre ersten Werke entstanden in finnischer Sprache, inzwischen schreibt sie deutsch. Ihre Bücher wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Österreichischen Kinderbuchpreis 1999. Sie gilt als eine Meisterin der leisen Töne, deren Texte durch ihre Einfühlsamkeit, Leichtigkeit und Intensität bestechen.
Ein Märchen der etwas anderen Art. Während unsereins sich auf den Frühling/Sommer und die damit verbundenen wärmenden Sonnenstrahlen freut, ist dies für die Bewohner des Eisschlosses eine Zeit der Traurigkeit. Denn sie müssen gehen und werden erst im nächsten Winter wieder zusammenkommen. Zu Beginn ist noch unklar, ob es sich bei diesem Buch um eine rein phantastische Erzählung handelt. Erst gegen Ende wird deutlich, dass der Winter hier in einer personifizierten Form dargestellt wird, was auch den Kleinen (vielleicht mit etwas Hilfe eines 'großen' Mitlesenden :-)) schnell verständlich ist. Die dazugehörigen Bilder bestehen aus Fotografien einsamer Winterlandschaften (vermutlich Antarktis, wegen der Pinguine), über die das Schloss und die Figuren mit einem zarten und teilweise durchscheinenden Weiß gezeichnet wurden. Der Eiskönig und seine Familie besitzen farbige Kronen, doch dies sind die einzigen bunten Flecken in diesem ansonsten durch blau und weiß dominierten Bilderbuch. Eine schöne, ruhige Geschichte mit gut dazu passenden Bildern.