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ZEITEN ENDE: Politik ohne Leitbild, Gesellschaft in Gefahr

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Sinkende Wahlbeteiligung, Kirchenaustritte, fallende TV-Quoten und Viele Menschen fühlen sich vom Angebot, das ihnen die politische und mediale Öffentlichkeit in Deutschland macht, nicht mehr angesprochen. Zugleich erhöhen Multi-Krisen und eine immer kaputtere Daseinsvorsorge – Schienenverkehr, die Schulen, die Verwaltung – den Stress der Bürgerinnen und Bürger. 

Jetzt wird das Erbe von vier Jahrzehnten neoliberaler Fehlsteuerung des Staates als Erosion der materiellen und mentalen Infrastrukturen erkennbar. Wo Polizisten, Ärztinnen, Rettungspersonal oder Zugbegleiterinnen angegriffen werden, wirken die Rituale der Politik nur zynisch. Wenn Kinder keinen ordentlichen Unterricht mehr bekommen, Schwimmbäder und Krankenhäuser schließen und öffentliche Orte verwahrlosen, wächst die Enttäuschung über eine Politik, die ihre Wähler aus dem Blick verliert. Zumal, wenn eine zentral wichtige Aufgabe wie der Kampf gegen den Klimawandel nicht bewältigt wird. 

Stattdessen kämpft die Regierung gestrige Positionen gegeneinander aus, simuliert Konzepte in endlos aufeinanderfolgenden Gipfeltreffen und kompensiert die vorhandene Ideenlosigkeit mit einem Überschuss an Moralismus. Das alles wird von einem Mediensystem unterstützt, das sich mehr für den Schauwert von Politik interessiert als für das Gelingen von Gesellschaft. 

Ein Buch über die Fahrlässigkeit und Arroganz einer politischen und medialen Klasse, denen die gefährlich groß werdende Distanz zwischen der Bürgerschaft und der Bundespolitik gleichgültig zu sein scheint und die längst die Fühlung für die soziale Wirklichkeit im Land verloren hat.  

Und eine Ermutigung für alle Empörten, nicht länger still zu bleiben.

278 pages, Kindle Edition

Published August 30, 2023

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About the author

Harald Welzer

74 books60 followers
Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke.
"Der Spiegel" stellte ihn im August 2007 in seiner Serie herausragender Wissenschaftler als "produktiven Quergeist" einem breiten Publikum vor.
(Klappentextinformation aus "Klimakriege" 2008)

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for nur1s.
43 reviews
March 2, 2025
I bet Harald doesn't even get up at 5am to go to the gym.
Profile Image for Franziska .
372 reviews
October 25, 2023
#reading #review #neuerscheinung2023 #haraldwelzer #buchtipp #zeitenende

5*

Nicht mein erstes Buch von Harald Welzer, doch das allerbeste bis jetzt. Mit ZeitenEnde spricht er nicht nur die aktuellen Themen mit guten Belegen und Beispielen an, sondern erzählt auch, dass es nicht so bleiben muss und was zu tun wäre. Für jeden einzeln ist ein gar nicht schwer Dinge zu ändern, doch im globalen Kontext lässt sich die Änderung nicht so einfach herbeiführen, denn an den entsprechenden Hebeln, sitzen doch oft gegenläufige (kapitalistische) Ziele.

Im Großen und Ganzen wäre die Lösung zu finden im größeren Miteinander, weniger Neid, alle mitnehmen, keine so großen Unterschiede in Besteuerung und Wert der Arbeit.

Hier für euch ein Einblick in Aussagen aus dem Buch:

"Die meiste Zeit, seit die Menschen begonnen haben, nichtnachhaltig zu wirtschaften, hat die Natur dazu "geschwiegen"." (Seite 37)

"In der Bauwirtschaft wäre früher niemand auf die Idee gekommen, dass Steine, die man mühsam in Steinbrüchen gebrochen und behauen hatte, nicht wiederverwendet würden, ..." (Seite 140)

"Tatsächlich sind die Schulen ja die Orte der Zukunft, nicht nur (und heute schon gar nicht) auf der Inhalte, sondern als die der Idee nach klassenlosen Vergemeinschaftung der jeweils nächsten Generation." (Seite 260)

"Neben- und Fernwirkungen der digitalen Transformation also [...] die Verhinderung von Vergemeinschaftung." (Seite 269)
1 review1 follower
September 4, 2024
Für ca. zwei Seiten ist der lästernde, plaudernde Tonfall ganz amüsant, dann fällt auf, dass der Tonfall daher kommt, dass Welzer sich bemüht, so gut wie alles, was in Politik und Medien geschieht, der persönlichen kognitiven Unfähigkeit der Journalisten und (vor allem grünen) Politiker zuzuschreiben (Beispiel: Zwei Nachrichtenmeldungen stehen unverbunden untereinander- das kann nicht am Format liegen, in den Redaktionen wird wohl der Zusammenhang nicht verstanden! ect.). Der einzige Akt, der von dieser Regel ausgenommen ist, ist (wen wundert's) Putins Angriffskrieg.

Die ganze Abhandlung ist assoziativ statt logisch argumentiert und damit sehr ideologisch (und un-sozialwissenschaftlich). Ärgerlich.
This entire review has been hidden because of spoilers.
1 review
February 18, 2024
Interessante Erkenntnisse und Schlüsse, aber viel herum erzählen und etwas rechthaberisch in Bezug auf den Krieg in der Ukraine.
Displaying 1 - 5 of 5 reviews

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