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Leichtes Beben

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Die Balance des Glücks

Ein Mann stattet seiner verstorbenen Mutter einen letzten Besuch ab, legt nichts ahnend seine Hand auf ihre Stirn und fürchtet plötzlich um sein Leben. Einem anderen läuft ein Junge vors Auto und zwingt ihn damit auf eine gemeinsame Odyssee. Ein Engländer reist zu seiner Scheidung nach Zürich und begegnet einer geheimnisvollen Schönen, die ihm den Seelenfrieden raubt. – Die Menschen in Peter Hennings Erzählreigen kämpfen um den aufrechten Gang und eine Handvoll Glück. Stets balancieren sie auf dem schmalen Grat zwischen Hoffnung und Desillusion. Sie leben im Transit, ihre Gewissheiten sind erschüttert. Hennings klug komponierter Roman erinnert an die Erzählwelt des großen Raymond Carver, eine Welt im künstlichen Licht.

Mit „Die Ängstlichen“ hat Peter Henning den gefeierten Familienroman unserer Tage geschrieben. Auch die Menschen in seinem neuen Roman sind Sehnsüchtige und Glückssucher, die auf dem schmalen Grat zwischen Hoffnung und Desillusion balan-cieren. Beiläufig erzählt Henning Erschütterndes – wie das Leichte schwer und Schwere leicht wird.

"Wie die Sensation allein durch das Vermögen der Sprache entsteht, das muss jeden Leser besonders freuen." Martin Walser

331 pages, Hardcover

First published August 29, 2011

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Peter Henning

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Profile Image for Klaus Mattes.
746 reviews10 followers
January 16, 2025
Bisher hatte ich ihn gern gelesen, den Feuilleton-Journalisten Peter Henning, der seit Jahren im Nebenberuf probiert, zum Gegenwartsautor von Gewicht zu werden. Die Kurzromane und Novellen um ins Leere flüchtende Männer, Tretmühlenausbrecher ohne Ziel und Zukunft, schienen unprätentiös, nah beim intellektuellen Niveau ihrer „normaler Kerl“-Protagonisten. Zur Abwechslung keine Künstlerkrise, kein Bildungsbürgerfamilienkonflikt. Aber bei diesem Buch wächst mir der Widerwille nicht nur angesichts eines bald durchschauten Etikettenschwindels, der „Roman“ ist eine zusammengeflickte Storysammlung, sondern auch wegen grausiger Nachlässigkeit im Sprachlichen. Setzfehler en masse, verunglückte, tollpatschige Sätze. Und immer wieder treten Figuren auf, die nur für kleine Wegwerfeinfälle des Schreibers gut sind, um alsdann selbst weggeworfen zu werden.

Wie Judith Hermann (und Vergleichbares) steht Henning im literarischen Schatten des spröden Amerikaners Raymond Carver. Wie sie versucht er, aus vagen Einfällen „pralle Figuren“ zu synthetisieren, indem er ständig Schichten von „Alltag“ und „Detailtreue“ um seine Einfälle wickelt, damit sie „echt“ wirken.

31 Shortstorys, alle paar Seiten ein neuer Protagonist in anderer Kalamität. Das aus Eifersucht vom Balkon geschmissene Fahrrad, das einen Obdachlosen verletzt; der Detektiv, der aus Gefälligkeit ein gefälschtes Lebendig-Begraben-Werden inszeniert, dabei aber seine sadistische Lust an „Breath Control“ entdeckt und zur akuten Gefahr für seine Sexpartner wird; der andere Mann, der seinen Scheidungsfrust im ungeschütztem Sex mit Unbekannten kompensiert, dann von massiver AIDS-Hysterie überfallen wird; ausgerechnet bei einem aus dem Blick geratenen Jugendfreund sucht er Hilfe, der, ein gescheiterter Schauspieler, krampfhaft verbirgt, dass er schwul und HIV-infiziert ist. All das wirkt so falsch und ausgedacht! Lesen wir hier eigentlich die zusammengekehrten Reste aus der Schublade des viel arbeitenden Medienautors Peter Henning, der über seine alten Notizen wegkommen, sie aber nicht gleich wegwerfen wollte?

Ein Typ fährt einen Jungen an, will den Unfall vertuschen, packt den Jungen auf den Rücksitz, redet mit ihm, vergisst ihn dann auf einem Parkplatz, es lockt ihn gerade was: Alkohol und eine Frau. Das klingt nicht nur sehr nach dem von Carver-Storys inspirierten Film „Short Cuts“, sondern mehr oder weniger bescheuert.

Weil er all diese Episoden oder Schreibübungen irgendwann später dann noch zu einem Romanbuch vernäht hat, tauchen, immer mit ein paar anderen Geschichten dazwischen, gewisse Protagonisten mehrfach auf und sind dann vor allem noch mal da, aber funktionslos. Und immer wieder wird an dieses Erdbeben im Oberrhein-Graben zwischen Freiburg und Basel erinnert, das ein Echo des „Short Cuts“-Erdbebens sein könnte, aber in den Nachrichten war und wohl mit Geothermie-Tiefbohrungen zusammenhing.

Er lief ans Fenster, öffnete es und ließ seinen Blick über das Tal mit seinen Streuobstwiesen und die sanft ansteigenden Hügel schweifen, die der Landschaft ihren Namen gaben.

Von der ersten Buchseite. Eleganter wird Hennings Deutsch nicht wirklich.

Was ihn von Aids und den Schwulen erreicht hat, stammt immer noch aus den achtziger Jahren. Da sind 22-Jährige heute schön wie der junge Morgen und in ein paar Monaten tot. Und ältere Schwule, wenn sie sich verabreden, tun das in „den einschlägigen Lokalen“.

Hagedorn hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, Spencer von seiner vor einiger Zeit festgestellten HIV-Infektion zu erzählen, die er sich bei einem seiner jungen Freunde geholt hatte. Einem Zweiundzwanzigjährigen, unverschämt gut aussehenden und inzwischen verstorbenen Jungen, den er in einem einschlägigen Lokal kennengelernt hatte und der ihn, wenn er den schmalen Kopf mit den breiten Koteletten und den langen, mit Gel nach hinten frisierten Haaren kokett in den Nacken legte und dabei aufreizend grinste, an den jungen Chet Baker erinnerte, von dem Hagedorn alle Platten besaß.

ich greife in meinen Erfahrungsschatz und gebe bekannt: In ganz Deutschland gibt es keinen halbwegs jungen Schwulen mit einer mehr oder weniger vollständigen Chet-Baker-Sammlung. Erst recht nicht, wenn er Schauspieler ist.
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