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Dreizehnfurcht

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In Dreizehneichen gehen die Uhren buchstäblich anders...
Momme Bang hat panische Angst vor der Zahl 13. Dann wird er ausgerechnet in einen verborgenen 13. Bezirk Berlins gelotst und landet in einer merkwürdigen Zeit, in der alle Errungenschaften der Moderne abgelehnt werden. Doch hinter der traditionalistischen Fassade dieses bizarren in der Zeit eingefrorenen Berliner Stadtteils tobt ein Machtkampf, und Momme findet sich im Zentrum einer Verschwörung wieder …

Ein verlassenes Gästehaus ist seine letzte Auf der Flucht vor seinen krankhaften Zwängen kommt Momme in dem Gemäuer als Haushüter unter. Seiner Angst vor der 13 aber entkommt er Momme entdeckt ein 13. Zimmer, das es angeblich nicht gibt. Auch scheint im Haus das Gespenst einer weißen Frau umzugehen. Auf ihrer Spur gelangt Momme in einen geheimen Stadtteil Berlins, der das Gegenteil der modernen Metropole Elektrizität ist dort verboten, gegen den Fortschritt hat man die Rückkehr zu einer ewigen Wahrheit gestellt. Mommes Eindringen aber bringt die Verhältnisse ins Rutschen. Oberst Secundus Falke etwa, der den Fall Bang untersucht, spielt ebenso ein doppeltes Spiel wie ein gewisser Hinckeldey, der die radikale »Legion des Heiligen Uriel« befehligt. Und das Schicksal des Mannes, der Momme eingeschleust hat, scheint eng verknüpft mit dem Widerstand einer Organisation namens »Die Schwestern«. Bald geht es um Leben und Tod.

458 pages, Kindle Edition

First published September 16, 2023

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Wieland Freund

54 books4 followers

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Community Reviews

5 stars
4 (8%)
4 stars
18 (39%)
3 stars
15 (32%)
2 stars
7 (15%)
1 star
2 (4%)
Displaying 1 - 25 of 25 reviews
Profile Image for Maren.
274 reviews6 followers
March 12, 2024
3,5 Sterne
Vorlesebuch, das meinen Zuhörer aufgrund der komplexen Story, die mit sehr vielen Charakteren/Nebenfiguren und einer detailreichen Handlung etwas überladen ist, leider irgendwann verloren hat.
Mich hat der Ideenreichtum überrascht.
Eine Parallelwelt, die jeden technischen Fortschritt ablehnt, die Widerstandsorganisation der "Schwestern", alles ist spannend geschildert und mit versteckten politischen Anspielungen gespickt.
Der anspruchsvolle Schreibstil hat bei meiner Bewertung zu einer Aufwertung geführt.
Empfehlenswert für ältere Jugendliche und Erwachsene, die nicht auf oberflächliche Spannung aus sind .

Man kann über viele der Ideen des Autoren nachdenken, auch die Schwierigkeiten im Alltag des Protagonisten, der an einer Zwangsstörung leidet und in dieses Abenteuer gerät, werden gut dargestellt.
Profile Image for Aleshanee.
1,720 reviews125 followers
September 17, 2023
Das Cover und der Klappentext haben mich direkt angesprochen und die Geschichte hat mich dann tatsächlich auch positiv überrascht!
Wir lernen erstmal Momme, also Moritz Bang, kennen. Er lebt in Berlin, ist von Familie und Freunden verlassen, hat keinen Job und ist bald auch seine Wohnung los. Und das alles, weil er die "Dreizehnfurcht" hat. Die Angst vor der 13 - und zwar so ausgeprägt, dass ihm ein "normales" Leben kaum möglich ist. Um damit irgendwie zurecht zu kommen, hat er zahlreiche Ticks entwickelt - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn vor allem klopft und zählt er, um etwaiges Unglück abzuwenden.

Ich konnte sehr gut mit Momme mitfühlen. So gefangen in seinen Ängsten war er kaum fähig, den typischen Alltag zu bestreiten, den wir ja alle hinnehmen und uns fügen.
Der Autor hat hier nämlich eine sehr geschickte Gegenüberstellung geschaffen. Zum einen das Berlin, das wir kennen - und dann den Ort jenseits davon: Dreizehneichen.
Während das heutige Berlin sinnbildlich für die Welt steht, in der die Schnelllebigkeit und Anpassung zählt und die Veränderungen dafür Voraussetzung sind; ist Dreizehneichen ein traditionsbewusster und konventioneller Ort, an dem alle Neuerungen verpönt und verboten sind.

Die Hektik, der Stress, die unüberschaubare Technik, die unzähligen Möglichkeiten, die ständige Erreichbarkeit, die unaufhörlichen Entwicklungen, das alles scheint uns mittlerweile zu überrennen, und zu überholen so dass wir dem rasenden Fortschritt kaum noch hinterherkommen. Manchmal wirklich kein schönes Gefühl, denn oft wird einfach nur gehandelt und nicht nachgedacht.
In Dreizehneichen dagegen sind die Werte noch erhalten, die Ruhe, der Anstand, die Vertrautheit des Gewohnten - und auch eine gewisse Rückständigkeit in wichtigen Fragen.
Dennoch haben beide Seiten - wie immer - positive als auch negative Aspekte. Und das zeigt Wieland Freund hier sehr gut in seiner Geschichte.

Witzig finde ich, dass die vier Abschnitte des Buches in jeweils 13 Kapitel eingeteilt sind, die auch noch eine sehr schöne optische Darstellung bekommen haben!

Den ersten Abschnitt hab ich mit wachsender Spannung verfolgt, in dem man Momme kennenlernt und wie er durch ein kurioses Jobangebot plötzlich in ein neues Leben stolpert. Der zweite Abschnitt war denn ein kleiner Durchhänger, was sich dann aber wieder geändert hat.
In Dreizehneichen lernen wir nämlich einige Charaktere kennen, wie einen romantischen Dichter, in dessen Tagebuch wir stöbern dürfen, einen hochrangigen Oberst, der für die Erhaltung der Traditionen steht - und eine geheime Organisation, eine Art Diebesgilde, deren Rolle erst nach und nach klar wird.

Ich fand den Schreibstil sehr schön angepasst an die Protagonisten, die man gerade begleitet hat und dadurch hatte man auch einen guten Überblick über die Ereignisse.
Auf eine große Offenbarung, was es mit diesem 13. Bezirk auf sich hat, darf man nicht warten. Auch sonst gibt es einige Rätsel, die nicht unbedingt erklärt werden, was ich hier aber auch gar nicht für nötig gehalten habe. Denn das war hier einfach nicht wichtig.
Die Figuren, wie sie die Welt sehen, wie sie sich verändern, vor allem im Bezug auf das Thema, das ja durchaus oft diskutiert wird: wie wir mit dem sich immer rascher steigernden Fortschritt umgehen sollen und wie weit man an Traditionen festhalten sollte.
Ein sehr spannendes Motiv für diesen Konflikt, der sich in dieser Geschichte entwickelt, denn er zeigt, dass Veränderung zum Leben gehört.

Wichtig finde ich eher die Verlorenheit vieler, die inmitten all der Rastlosigkeit keine Ruhe mehr finden, an denen das Leben vorbeiläuft, ohne wirklich wahrgenommen zu werden und die von der Flut an Wachstum und Erneuerungen mitgerissen werden, und teilweise darin untergehen. Nicht nur die Technik darf sich weiterentwickeln, auch unser Verständnis, unser Geist und unsere Seele. Wenn hier ein Ungleichgewicht entsteht, fühlt es sich einfach nicht mehr ermutigend an, um diesen Weg auch weiter zu verfolgen.
Ich war jedenfalls von der Geschichte gefesselt, hab mit Spannung die vielen Entwicklungen verfolgt, die sich offenbart und Geheimnisse enthüllt haben.

Weltenwanderer
Profile Image for tobi10.
350 reviews127 followers
December 4, 2023
Schreibstil war für mich nichts

In dem Buch Dreizehnfurcht von Wieland Freund, geht es um Momme, welcher keinen Job mehr hat, weil er einen Zwang hat vor der Zahl 13. Er will nichts damit zutun haben und fürchtet sich auch davor, gleichzeitig wiederholt er vieles immer wieder, weil sein Zwang es so will. Zum Glück findet er in der Zeitung eine neue Arbeitsstelle, worauf er sich schnell bewirbt und auch gleich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Er soll als Hausmeister in dem Haus Wrota für Ordnung sorgen und darauf aufpassen.

Meine Meinung:
Das Cover der Geschichte sieht wirklich cool aus, mit den zwei Berlins oben und unten. Es passt auch zur Geschichte und macht neugierig auf den Inhalt. Ich kam aber mit dem Schreibstil absolut nicht richtig klar. Er ist gut zu lesen, aber für mich etwas abgehackt. Mit dem Inhalt kam ich aber am Anfang ganz gut zu Recht mit Momme und seiner Zwangsstörung, die ihn immer wieder zu seiner Handlung zwingt, obwohl er sie immer mal wieder selbst hinterfragt. Der Zwiespalt wird da gut wieder gegeben, soweit ich das ohne Fachkenntniss beurteilen kann. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht weiter gereizt sie weiter zu lesen, da die zweite Sicht aus der man liest, mich vollkommen verwirrt hat.

Fazit:
Bestimmt eine spannende Geschichte, aber nicht für mich. Wer mit dem Schreibstil klarkommt und mit Zwangssstörung keine Probleme hat, kann die Geschichte gerne lesen.
Profile Image for Christina.
935 reviews42 followers
May 11, 2025
Die Grundidee eines Protagonisten mit OCD und einer rückschrittlichen Parallelwelt fand ich sehr spannend. Allerdings fiel die Umsetzung durchwachsen für mich aus.

Nach einem zähen Anfang habe ich dann doch in die Geschichte gefunden und mich ganz gut unterhalten gefühlt. Gerade im Mittelteil wollte ich das Buch gerne zur Hand nehmen und schnell weiterlesen. Allerdings bleiben die Figuren eher blass. Persönlichkeiten werden nur angerissen, die häufigen Perspektivwechsel verstärken dies noch. Über Dreizehneichen erfährt man nur wenig, da hätte ich mir mehr Worldbuilding gewünscht. Auch das Erzähltempo lässt zu wünschen übrig; schleppt sich die Geschichte anfangs dahin, geht es am Ende so rasant zu, dass das Ende sich anfühlt, als würde man mit Vollgas gegen eine Wand rasen.
Profile Image for Wortmagie.
529 reviews80 followers
October 3, 2023


„Dreizehnfurcht“ von Wieland Freund ist seit Jahren mein erstes Rezensionsexemplar. Ich habe lange keine Anfragen von Verlagen oder Privatpersonen angenommen, weil ich nicht garantieren konnte, die bereitgestellten Bücher zeitnah zu rezensieren. Das lag daran, dass ich glaubte, meine ausstehenden Besprechungen chronologisch nach Lesedatum abarbeiten zu müssen. Erst 2023 entschied ich, keine bestimmte Reihenfolge mehr einzuhalten und nur noch nach Lust und Laune zu rezensieren. Wie weit meine selbstgeschaffene Freiheit reicht, verstand ich aber erst, als im Juni eine PR-Mail der Hobbit Presse Klett-Cotta in mein Postfach segelte.

Darin wurde „Dreizehnfurcht“ als Rezensionsexemplar für Blogger_innen angeboten. Die Zusammenfassung des Inhalts entfachte meine Neugier sofort. Im ersten Moment war ich total enttäuscht, dass ich kein Exemplar anfordern konnte – so war es in den vergangenen Jahren ja immer. Doch dann dämmerte es mir. Dank meines Verzichts auf eine feste Reihenfolge konnte ich „Dreizehnfurcht“ sehr wohl lesen und rezensieren, wie es mir passte. Ich war euphorisch. Endlich mal wieder eine echte Buchbloggerin sein, mit einem Verlag zusammenarbeiten, ein neues Buch vorab lesen! Ich fragte das Buch an, erhielt es wenig später und stürzte mich so schnell wie möglich in die Lektüre.

Die 13 zerstört Momme Bangs Leben. Rational weiß er, dass ihm die Zahl nichts anhaben kann. Doch wenn die Angst aufsteigt, lässt sie keinen Raum für rationale Gedanken und bringt die Zwänge mit sich, die seinen Alltag zunehmend regieren. Ja, Momme ist sich völlig im Klaren darüber, wie es so weit kommen konnte, dass er jetzt nicht mal mehr ein Dach über dem Kopf hat. Seine letzte Chance ist ein Gelegenheitsjob, der ihm wie auf den Leib geschneidert scheint: In den nächsten Wochen wird er ein altes, verlassenes Haus etwas außerhalb von Berlin hüten.

Kaum angekommen merkt Momme jedoch, dass das Haus seltsam ist. Mitten in der Nacht entdeckt er im oberen Stockwerk ein 13. Zimmer, das es eigentlich nicht geben dürfte. Mutig überschreitet Momme die Schwelle – und steht plötzlich in Dreizehneichen, Berlins geheimem 13. Bezirk. Hier ticken die Uhren anders. Alle Errungenschaften des Fortschritts – Elektrizität, Medikamente, Motoren – sind abwesend. Aber die historische Idylle ist nur Fassade. Dahinter wird Dreizehneichen von einem erbitterten Kampf um Macht und Einfluss erschüttert, der Momme bald zwingt, eine Wahl zu treffen: Wird er der Angst die Stirn bieten oder sich von ihr übermannen lassen?


Seit ich die Inhaltsangabe von „Dreizehnfurcht“ zum ersten Mal las, war ich Feuer und Flamme für die Idee eines geheimen 13. Berliner Bezirks. Ich liebe Geschichten, die unsere Realität um eine Ebene erweitern und mir suggerieren, ich müsse nur durch die richtige Tür treten, um ein wundersames Geheimnis aufzudecken. Berlin ist eine große Stadt. Ich habe keine Zweifel daran, dass sie viele Geheimnisse verbirgt – warum also nicht auch einen ganzen Bezirk?

Zusätzlich zu diesem faszinierenden Ausgangsgedanken verströmt Dreizehneichen den Reiz der Historie. Das Viertel ist in der Zeit stehengeblieben, schätzungsweise irgendwann im 18. oder 19. Jahrhundert. Das kleine Fenster in die Vergangenheit meiner Heimat, das Wieland Freund mir damit in „Dreizehnfurcht“ gewährte, war für mich unwiderstehlich. Es war wahnsinnig interessant, zu beobachten, wie die Menschen damals lebten. Vollkommen Alltägliches fesselte mich ungemein: Vom Essen über mittlerweile ausgestorbene Berufe und altmodische Kleidung bis zur Gesellschaftsstruktur fand ich jedes Detail beachtenswert.

Beste Rahmenbedingungen für die eigentliche Geschichte, die ich ebenfalls als aufregend empfand. Meine initiale Neugier flachte während der Lektüre nie ab; ich spürte diesen speziellen Sog und wollte nicht aufhören zu lesen. Meiner Meinung nach hält Wieland Freund den Spannungsbogen gekonnt aufrecht, indem er Informationen bewusst zurückhält und mit Andeutungen spielt. Er fängt erst relativ spät an, Merkwürdigkeiten aufzuklären und in einen Kontext zu setzen, wodurch ich stetig bei der Stange gehalten wurde. Allerdings offenbart er nicht alles – und das ist der Grund, warum ich „Dreizehnfurcht“ nicht höher als mit drei Sternen bewerten kann.

Ich halte „Dreizehnfurcht“ für eine Parabel für den hochaktuellen gesellschaftlichen Konflikt zwischen Tradition und Wandel. Dreizehneichen repräsentiert die Tradition, die kategorische Ablehnung jeder Veränderung und jedes Fortschritts. Unsere Welt steht hingegen symbolisch für unaufhaltsamen, unkontrollierten Wandel. Wieland Freund liefert Argumente für beide Lebensrealitäten aus den Perspektiven unterschiedlicher Figuren, kommt meiner Ansicht nach am Ende jedoch zu dem Schluss, dass Fortschritt und Wandel unausweichlich sind, Menschen die Weiterentwicklung nicht verweigert werden kann und die Vorteile die Nachteile weit überwiegen, obwohl diese nicht aus den Augen verloren werden dürfen.

Angesichts dieser Herangehensweise ergibt es durchaus Sinn, dass Wieland Freund nicht alles erklärt und Aspekte seines Worldbuildings einfach auslässt, wenn sie für seine Botschaft, seine Parabel nicht von Belang sind. Dennoch stießen mich diese Lücken in „Dreizehnfurcht“ vor den Kopf. Das gravierendste Defizit dieses Buches besteht meinem Empfinden nach darin, dass die zugrundeliegende Ideologie, nach der Dreizehneichen gestaltet ist, nie erläutert wird. Wie der Name bereits impliziert, wird die Zahl 13 dort verehrt. Ich habe nie verstanden, warum und welche Bedeutung der Zahl beigemessen wird. Ich habe nicht einmal verstanden, weshalb unsere Welt manchmal Zwölf- und manchmal Zehntwelt genannt wird. Ebenso wenig habe ich durchschaut, wieso die Übergänge nach Dreizehneichen nur Menschen wahrnehmen, die eine besondere Beziehung zur 13 haben, Menschen wie der Protagonist Momme. Hätte Freund all das plausibel und nachvollziehbar dargelegt, hätte ich das zweite große Defizit des Romans vermutlich leichter verzeihen können.

Dreizehneichen ist ein Ort, der in der Geschichte eingefroren ist, aber selbst keine Geschichte hat. Wieland Freund beschränkt sich im Worldbuilding auf die Elemente, die für die Handlung unmittelbar relevant sind. Alles andere verschweigt er. Ich erfuhr nicht, wie Dreizehneichen als Insel der Vergangenheit entstand, wann, wie und warum es sich vom übrigen Berlin abspaltete oder in welcher Relation es zum restlichen Stadtgebiet steht. Selbst profane, praktische Punkte überspringt Freund. Zum Beispiel habe ich keine Vorstellung davon, wie es möglich ist, dass die Spree durch Dreizehneichen fließt, was hinter der Bezirksgrenze liegt oder wie die Versorgung mit Ressourcen funktioniert. Ich fand das enorm schade, denn dadurch fehlt „Dreizehnfurcht“ eine authentische, glaubhafte Verbindung zu meiner Heimatstadt. Dreizehneichen könnte auch ein Bezirk jeder anderen deutschen Stadt sein, ich habe keine berlintypische Identität erkannt. Bedauerlich, denn wenn sich jemand in diesem Buch wiederfinden sollte, dann doch wohl eine geborene Berlinerin.

Unterm Strich sehe ich in „Dreizehnfurcht“ eine charmante Parabel zum Thema Fortschritt, die von einer aufregenden Handlung vor einer reizvollen Kulisse transportiert wird. Diese Kulisse des historisch erstarrten Bezirks steht nur leider auf zu wackeligen Füßen, um ohne die Botschaft der Parabel zu überzeugen. Wer also Lust hat, die Wurzeln vieler unserer modernen gesellschaftlichen Konflikte freizulegen, ist mit diesem Roman gut beraten. Wer hingegen auf eine magische, zeit- oder dimensionsreiseähnliche Geschichte inklusive der Entschlüsselung eines mystischen Geheimnisses hofft, wird möglicherweise enttäuscht. Entschlüsselt wird in „Dreizehnfurcht“ nicht Dreizehneichen, sondern die Angst vor Veränderung.

Vielen Dank an Hobbit Presse Klett-Cotta für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!
Profile Image for Kathrin Schröder.
Author 11 books3 followers
September 25, 2023
Gelesen und gehört dank Netgalley.

Momme Bang leidet in Zusammenhang mit seiner panischen Angst vor der Zahl 13 an einer ausgeprägten Form magischen Denkens. Wo immer er kann weicht er dieser Zahl aus - wo es nicht geht versucht er mit Klopfen und Zählen auf der Basis der 120 "Gegenmagie" zu üben. Seine Phobie ist so ausgeprägt, dass ein normales Leben, Arbeit und Freunde unmöglich sind. Als letzten Ausweg bewirbt er sich als Haussitter in den Außenbezirken von Berlin.

Doch das Haus Wonka hat nicht nur einen merkwürdigen Besitzer, sondern auch ein Zimmer 13, das nicht immer sichtbar ist.

Hinter diesem Zimmer befindet sich eine Parallelwelt, die nicht wie unserer auf der 10 und der 12, sondern auf der 13 basiert, Strom und Medizin verbietet und sich von unserer Welt abschottet.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die sich auch in der Erzählweise überzeugend voneinander unterscheiden. Dass der Autor aus dem Segment Kinder- und Jugendbücher kommt, merkt man an der einfachen, stellenweise etwas plakativen Sprache und den Personen, die am Anfang alle etwas Stereotypes haben und deren jeweilige Persönlichkeit erst nach und nach etwas vorschimmert.

Die Geschichte ist actionarm, es passiert nicht viel, doch das ist keineswegs langweilig.

Trotz der einfachen Sprache ist es eine Geschichte für Erwachsene/ältere Jugendliche, die mir persönlich (habe sie als Buch und Hörbuch parallel bzw.. wechselnd genossen) gehört noch etwas besser als gelesen gefallen hat. Die zugrundeliegende Idee ist ausgefallen, die Geschichte als Ganzes in sich stimmig und die Charaktere passen gut zu der Geschichte. Hörbuch gute 4 Sterne, Buch knapp 4 Sterne

#Dreizehnfurcht #WielandFreund #Audiobook #Netgalleyde! #KathrinliebtLesen #Bookstagram
Profile Image for kat.loves.books_ .
775 reviews10 followers
October 1, 2023
Das Cover passt wirklich unglaublich gut zum Buch und mir gefällt es gut, da es eher schlicht gehalten ist und man trotzdem viele wichtige Details erkennen kann. Und es wirkt schön düster.

Auvh der Schreibstil von Wieland Freund hat mir gut gefallen, denn er ist ein bisschen speziell, trotzdem flüssig, aber vielleicht nicht für alle Lesenden. Ich habe ein paar Kapitel gebraucht, um ins Buch zu kommen, aber das hat mich nicht weiter gestört. Hin und wieder wusste ich nicht, in welche Richtung sich die Geschichte weiterentwickeln wird, abwe das hat mir persönlich sogar eher gut gefallen, statt mich zu stören. Die Beschreibungen von den Charakteren, ihren Eigenheiten, aber auch der Umgebung fand ich wirklich gut.

Unser Protagonist hat ein Problem mit der Zahl 13 und gibt sich größte Mühe, diese Zahl zu meiden. Sei es eine Hausnummer, Teil einer Telefonnummer oder eben die Uhrzeit. Ich fand es interessant zu sehen, wie sehr ihn das beeinflusst hat. Allgemein war es spannend zu sehen, was es mit der Zahl dreizehn und auch zwölf aus sich hatte. Dann noch die Unterschiede der Stadtteile und wie schnell etwas aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann.

Insgesamt also ein wirklich interessantes Buch, das sich schwer in ein einzelnes Genre stecken lässt. So oft, wie die Zahl dreizehn in diesem Buch auch vorkommt, als Seitenzahl gibt es sie nicht. Dieses winzige Detail fand ich einfach grandios und hat mich sehr zum Schmunzeln gebracht. Der Schreibstil ist speziell, hat mir aber tatsächlich gut gefallen. Ich hatte also ein paar schöne und unterhaltsame Lesestunden.
Profile Image for Silke Tellers.
334 reviews
September 16, 2023
Moritz Bang, genannt Momme, leidet an einer Phobie gegen die Zahl dreizehn, die sogenannte Triskaidekaphobie. Ihm fällt es dadurch unheimlich schwer, seinen normalen Alltag zu meistern, denn sogar Termine an einem Dreizehnten kann er nicht wahrnehmen. Als er eine Zeitungsannonce findet, in der ein Hauswart für eine alte Villa außerhalb Berlins gesucht wird, bewirbt er sich kurzerhand. Sowohl Hausverwalter Veil Wallasch als auch Haus Wrota muten an, wie aus einer anderen Zeit. Momme glaubt, hier der Dreizehn entgehen zu können. Doch dann erscheint eines Nachts eine weiße Frau und eine Tür mit der Nummer dreizehn, die es gar nicht geben dürfte und hinter Tür liegt eine Parallelwelt, die für Momme nahezu unvorstellbar ist, würde er sie nicht mit eigenen Augen sehen.
Dieser Titel und das recht auffällige Cover weckten meine Neugier auf die Geschichte. Wieland Freunds Schreibstil mutet beinahe schon ein wenig märchenhaft an, auch wenn diese Geschichte sich eher an den erwachsenen Leser richtet. Der Einstieg in die Handlung zog sich ein wenig, es dauert eine Weile bis man sich in Dreizehneichen, den dreizehnten und auch verborgenen Distrikt Berlins einfindet. Auch die gesamte Welt Dreizehneichens erschließt sich nur mit und mit und war manches Mal ein wenig verwirrend. Man braucht hier auf jeden Fall Aufmerksamkeit beim Lesen, damit keine wichtige Details oder Zusammenhänge verpasst werden. Während Momme Bang im gegenwärtigen Berlin lebt, mutet Dreizehneichen wie eine längst vergangene Zeit an. Alles fortschrittliche wird abgelehnt, ist zum großen Teil sogar verboten. Technik wird verpönt, Medizin wie z. B. Antibiotika gibt es nicht und auch Frauen leben hier wie vor hundert Jahren. Um aber all das herauszufinden benötigt man als Leser eine Weile und leider liest sich das Ganze zäh, denn auch wenn hier unheimlich viel in die Geschichte einfließt, bleibt der Spannungsbogen sehr flach. Unterteilt ist das Buch in mehreren Abschnitte und die Perspektiven wechseln immer wieder, begleitet man zunächst noch Momme Bang, erlebt man weitere Handlungen durch einen Ermittler aus Dreizehneichen, einem Dichter aus Dreizehneichen und einer Frau, die im gegenwärtigen Berlin lebt. Sprachlich passt sich der Autor an den jeweiligen Charakter an, Momme wirkt fast ängstlich, der Dichter poetisch, der Ermittler skeptisch und die Frau einsam und verloren und doch kämpferisch. Insgesamt blieb ich hier aber mehr der Beobachter als jemand, der mitfiebern oder mitfühlen konnte.
Mein Fazit: mit  der Grundidee der geheimen Parallelwelt im dreizehnten Berliner Bezirk, konnte mich Wieland Freund durchaus begeistern. Auch sein Schreibstil, der nicht gewöhnlich ist, hat mir sehr gut gefallen. Was mir ein wenig gefehlt hat, war ein Charakter zum Identifizieren und eine Handlung die mehr fesseln konnte. So blieb ich über weite Teile eher neutraler Beobachter.
Profile Image for Daniela Anders.
671 reviews2 followers
October 3, 2023
Jetzt schlägts dreizehn! Ideenreicher Fantasyroman

Moritz (Momme) Bang leidet unter Zwangsstörungen. Seine Angst vor der Zahl 13 lässt eigentlich keinen geregelten Alltag zu. Als er eine Jobzusage als Haushüter einer alten Villa außerhalb Berlins bekommt, nimmt er diese Chance wahr, seinen Zwängen zu entfliehen. Doch der Eigentümer ist seltsam und scheint von Mommes Dreizehnfurcht zu wissen. Als er eine weiße Frau, die eigentlich gar nicht im Haus sein dürfte, durch eine Tür verschwinden sieht, die auch nicht da sein sollte (die führt in das eigentlich nicht existente 13. Zimmer des Hauses) überwindet er seine Ängste und tritt ebenfalls durch die Tür. Er landet aber nicht in einem Zimmer, sondern in Dreizehneichen, einer Parallelwelt Berlins, die Fortschritt, Elektrizität, Medizin, Technik ablehnt und deren Uhren dreizehn Stunden haben. Die Schwestern, eine Art Widerstandsgruppe, schmuggeln immer wieder Medizin von Berlin nach Dreizehneichen. Die Policey, allen voran Policeyoberst Primus Falke, ist hinter den Schwestern her. Sehr bald wird aber klar, dass in Dreizehneichen irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht und dubiose Männer die Macht an sich ziehen wollen. Mittendrin Momme, der eher unfreiwillig Teil des Widerstands und damit vor riesengroße Probleme gestellt wird, die ihm und anderen das Leben kosten könnten.

Ich fand es total faszinierend, von Mommes Zwangsstörungen zu lesen und konnte mich Dank der ausführlichen Beschreibungen auch echt gut in ihn hineinversetzen. Der Schreibstil ist lebendig, detailliert und bildhaft, die Story konnte mich sehr fesseln. Allerdings war sie mir im Mittelteil streckenweise ein bisschen zu langatmig und ausufernd. Dafür war das erste und vor allem das letzte Drittel super spannend und ich habe richtig mitgefiebert. Die Idee, quasi eine dem Fortschritt trotzende Parallelstadt von Berlin zu schreiben, hat echt was. Mir hat vor allem auch gefallen, dass es sich anfühlte, als würde ich eine Geschichte auf zwei Zeitebenen lesen: Gegenwart (Berlin) und Vergangenheit (Dreizehneichen). Die Figuren sind vielschichtig und nach und nach herauszufinden, wer ein falsches Spiel spielt oder nicht, macht echt Spaß.

Das Cover ist wie ich finde ausgezeichnet ausgewählt und sehr passend mit den beiden sich spiegelnden Berlin-Skylines, von denen bei einer die Zeichen des technischen Fortschritts fehlen. Toll auch: im Vorsatz ist eine Karte der Stadt Dreizehneichen und im Nachsatz eine von Berlin.

Fazit: eine außergewöhnliche Fantasygeschichte fernab vom Mainstream. Im Mittelteil kurz mal langatmig, sonst aber absolut fesselnd und faszinierend. 4/5 Sterne.
1,287 reviews3 followers
July 12, 2024
Momme Bang hat panische Angst vor der Zahl 13. Dann wird er ausgerechnet in einen verborgenen 13. Bezirk Berlins gelotst und landet in einer merkwürdigen Zeit, in der alle Errungenschaften der Moderne abgelehnt werden. Doch hinter der traditionalistischen Fassade dieses bizarren in der Zeit eingefrorenen Berliner Stadtteils tobt ein Machtkampf, und Momme findet sich im Zentrum einer Verschwörung wieder.
Ein verlassenes Gästehaus ist seine letzte Chance: Auf der Flucht vor seinen krankhaften Zwängen kommt Momme in dem Gemäuer als Haushüter unter. Seiner Angst vor der 13 aber entkommt er nicht: Momme entdeckt ein 13. Zimmer, das es angeblich nicht gibt. Auch scheint im Haus das Gespenst einer weißen Frau umzugehen. Auf ihrer Spur gelangt Momme in einen geheimen Stadtteil Berlins, der das Gegenteil der modernen Metropole ist: Elektrizität ist dort verboten, gegen den Fortschritt hat man die Rückkehr zu einer ewigen Wahrheit gestellt. Mommes Eindringen aber bringt die Verhältnisse ins Rutschen. Oberst Secundus Falke etwa, der den Fall Bang untersucht, spielt ebenso ein doppeltes Spiel wie ein gewisser Hinckeldey, der die radikale »Legion des Heiligen Uriel« befehligt. Und das Schicksal des Mannes, der Momme eingeschleust hat, scheint eng verknüpft mit dem Widerstand einer Organisation namens »Die Schwestern«. Bald geht es um Leben und Tod.

Tatsächlich brauchte ich eine ganze Weile um in die Geschichte hineinzufinden, ich fand den Schreibstil nicht immer ganz einfach zu lesen und kam erst mal nicht so gut im Buch vorran. dafür hat mir die Beschreibung des verborgenen Bezirks sehr gut gefallen, dieser war wirklich bildhaft und gut beschrieben und man merkte dem Autor an, wie viele Gedanken er sich dazu gemacht hat. Auch die Idee hinter der Geschichte hat mir gefallen und ich fand es eine gute Idee zu erzählen wie es so ist von der modernen Welt plötzlich in eine ganz andere Welt zu gelangen, inder alles Moderne abgelehnt wird. Wie finet man sich zurecht? was macht das mit einem? Dies alles fand ich interessant zu lesen.

Dennoch muss ich sagen, dass sich das Buch doch erst sehr in die Länge gezogen hat bevor es spannender wurde und ich hätte mir gerade die erste Hälfte des Buches deutlich gekürzt gewünscht, denn hier hatte das Buch einfach zu viele langatmige Passagen. In der zweiten Hälfte des Buches wurde es dann spannender und richtig interessant und fesselnd zu lesen, es lohnt sich also durchaus dran zu bleiben an dieser Geschichte.

Fazit: Interessante Idee, die Umsetzung war aber teils langatmig
32 reviews1 follower
October 16, 2023
Wieland Freund: „Dreizehnfurcht“

Moritz, genannt Momme Bang – ein sprechender Name zweifellos – leidet an Triskaidekaphobie, der Angst vor der Zahl 13. Dies führt sogar dazu, dass Momme letztendlich lebens- und beziehungsunfähig wird.

Sein letzter Ausweg, um zumindest noch seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist eine geheimnisvolle Anzeige, in der ein Hausmeister für das heruntergekommene Gästehaus „Haus Wrota" in der Nähe von Berlin gesucht wird. Hier hofft er, der verhängnisvollen Zahl aus dem Weg gehen zu können. Doch diese Hoffnung zerschlägt sich, als sich ein Raum mit der Nummer 13 auftut, wo vorher nur blanke Wand war. Hinter dieser Tür verbirgt sich eine mysteriöse Parallelwelt, in der die Furcht vor der Zahl 13 plötzlich Sinn ergibt.

Berlin ist im Buch der passende Schauplatz, da die Stadt selbst die Erfahrung einer Teilung gemacht hat. Die Parallelwelt erinnert in ihren Werten und Lebensweisen an verschiedene rückwärtsgewandte oder faschistoide Systeme, wie es etwa die DDR war. Hierbei werden nicht nur diese Ideologien, sondern auch die extremen Denkweisen der Rechten oder heutiger Verschwörungstheoretiker kritisiert. Auch Religionen, esoterische Strömungen und Kunst bleiben nicht verschont. Gleichzeitig behandelt der Roman die „Beschleunigungskrise" und die „Entmenschlichung" der gegenwärtigen Gesellschaft. Doch zeigt der Roman, dass die Lösung nicht darin liegt, das Neue abzulehnen und sich gegen Veränderungen und Fremdes abzuschotten. Dies funktioniert nicht, denn Grenzen sind „zum Übertreten gemacht".

Sprachlich profitiert „Dreizehnfurcht" von einer oft humorvollen sprachlichen Vielfalt, da jeder Charakter seinen eigenen Sprachstil besitzt. Dasselbe gilt für den eigenwilligen Perspektivwechsel. Die anfängliche Verwirrung erweitert die Erzählmöglichkeiten, da der Leser durch das personale Erzählen aus der Sicht der relevanten Personen Einblick in ihre Gedankenwelt erhält. Der im Roman angedeutete notwendige Perspektivwechsel wird somit für den Leser durch die Möglichkeit eingelöst, die verschiedenen Welten und Lebenssituationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und Verständnis selbst für unsympathische Figuren zu entwickeln.

Die Handlung hält einige Überraschungen parat, obwohl diese manchmal auch sehr klassischen Mustern folgt.
Insgesamt beruht „Dreizehnfurcht" auf einem geistreichen Gedankenspiel und bietet äußerst unterhaltsame Lesestunden!
Profile Image for Sarah Who .
211 reviews13 followers
October 21, 2023
Die Idee der Geschichte hat mich sofort fasziniert. Ein 13. Bezirk in Berlin, der nur von Menschen mit einem besonderen Talent gefunden werden kann. Die Menschen dort lehnen Elektrizität und sämtlichen Fortschritt einer modernen Welt ab. Dazu kommt eine Verschwörung, eine Widerstandsbewegung der Schwestern und eine radikale Legion. Klingt total spannend oder?

Der Hauptcharakter Moritz, genannt Momme, hat panische Angst vor der Zahl 13. Sein Zwang, u.a. Zählen und Klopfen, beeinflusst ihn stark im Alltag. Die Darstellung fand ich sehr gelungen, man liest nicht oft von Zwängen in Büchern. Das war für mich aber auch schon alles Interessante an diesem Charakter. Obwohl er in eine völlig neue Welt gerät, bleibt er stets passiv. Er stellt keine Fragen, nimmt alles hin und wird teilweise wie ein Spielball von den anderen Figuren durch die Geschichte geschoben.

Auch die anderen Charaktere bleiben für mich blass. Gerade Elise und die Widerstandsbewegung der Schwestern hat mich sehr interessiert. Auch hier erfahren wir nur wenig, z.B. wie die Bewegung zustande gekommen ist. Die Ideologie von Dreizehneichen habe ich auch nach Beenden des Buches nicht verstanden. Warum wird die 13. Stunde feierlich begangen? Die im Klappentext angekündigte Verschwörung kam wenig überraschend. Insgesamt hat es mir hier an der Spannung gefehlt.

Gut gefallen hat mir die Karte im Buch, so konnte ich mir die Lage der Orte besser vorstellen. Alle Seitenzahlen, die eine 13 enthalten, sind nicht nummeriert. Ein wirklich gut durchdachtes Detail. Das größte Problem hat mir wohl der Schreibstil bereitet. Gerade die Kapitel des Dichters haben meinen Lesefluss extrem verlangsamt. Die Sprache war sehr ungewohnt für mich. Oft musste ich Sätze noch einmal lesen, um auch alle Details zu verstehen.

Insgesamt für mich eine tolle Idee, die Angst vor dem Wandel und Fortschritt in einer Parallelwelt mitten in Berlin darzustellen. Leider fehlte es mir an Spannung und auch am Worldbuilding. Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag, der mir in Kooperation mit Lovelybooks ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Profile Image for nakupendaMalaika.
27 reviews
September 13, 2023
Die Idee der Kurzbeschreibung hat mir sehr gut gefallen. Dieser dreizehnte Bezirk. Im Endeffekt hat es sich aber doch als 'sehr anders' herausgestellt. Meine Antiphathie gegenüber dem Buch war wohl grösstenteils mir selber geschuldet. Im Endeffekt war es mir ein Buch, Fantasie mag ich es kaum nennen, was ich so niemals gelesen hätte. Eher so ins literarische, für 'ältere Erwachsene' und Kenner*innen. Für Fans der Phantastik und sicherlich auch dem Autor.

Ob ich damals bei der Bewerbung, die sicherlich schon 1-2 Monate her ist, eine Kurzbeschreibung lesen konnte, die mir die Wahl erleichtert hätte, weiss ich nicht mehr. Ich glaube jedoch, dass es eine Blindbewerbung war.

Im Endeffekt habe ich es abgebrochen.

Also, die Gründe:

Anfangs war der Tick mit der Dreizehnfurcht. Also eher einer Art krankhafter Furcht oder sicherlich auch eine Krankheit, die ich zwar nicht habe, doch dessen Beschreibung mich dennoch getriggert hat. Ich fand diese Beschreibung nicht empathisch gegenüber krankhaft abergläubischen Menschen und auch anderen Menschen mit diversen Ticks. Ich wusste auch nciht, ob das jetzt lustig oder bitterer Ernst sein sollte.

Bis die Handlung das mit sich bringt, was versprochen wird, geht es unheimlich lange. Und dann wechselt auch noch die Sichtweise, so dass ich nicht mehr die Sichtweise Mommes habe, wo sie mir am liebsten gewesen wäre. Wie geht er mit dem Sprung in ein anderes Berlin um?

Dennoch fand ich den SChreibstil eigentlich sehr schön. Tief literarisch, und dennoch gut und recht zügig lesbar. Auch die Sichtweisen-Wechsel und die detailliert ausgearbeiteten Protagonist*innen wurden kunstvoll dargestellt. Ich konnte es mir alles ganz bildhaft vorstellen. Und nein, Momme hat auch seine Liebeswürdigkeiten, ist nicht durchaus ein Spinner. Etwa seinen gebastelten Drachen. Eigentlich fast alles an ihm. Das Buch ist geheimnisvoll und liess mich erstmal ziemlich zappeln. Nur langsam kam ich dem Rätsel auf die Spur.

Über das Ende kann ich dennoch nichts sagen, da ich es nicht bis dahin geschafft habe.
Profile Image for Frank Lang.
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September 17, 2023
Moritz Band alias Momme ist Triskaidekaphobiker. Dies ist die (abergläubische) Angst vor der Zahl Dreizehn. Und diese Angst ist bei der Hauptfigur dieser Geschichte besonders ausgeprägt. Weshalb das Buch recht eigensinnig beginnt, nur um im weiteren Verlauf ins Ungewöhnliche abzudriften.

Es dauert sehr lange, bis das Konstrukt dieser Welten einigermaßen steht, denn in diesem Roman gibt es eine Parallelwelt (nämlich die Dreizehnwelt) zu der unsrigen (der Zwölfwelt). Während der Ereignisse, die zu dieser Erkenntnis führen, waren noch sehr spannend erzählt und ich als Leser wurde sehr neugierig darauf, worauf dieser Roman wohl hinaus möchte. Wieland Freund fügt eine Figur und Partei nach der anderen hinzu und die Geschichte gewinnt an Komplexität, was grundsätzlich nicht verkehrt ist.

Allerdings ändert er auch seinen Erzählstil, abhängig davon, aus wessen Perspektive die Geschichte vorangetrieben wurde. Am markantesten fiel mir dies im zweiten der vier Teile auf, als die Hauptfigur des ersten Teils in den Hintergrund rückte. Gleichzeitig wurde der Geschichte das Mystische genommen und nach und nach hatte ich den Eindruck, als würde sich der Autor zusehends verzetteln. Es gibt zwar so manche Intrige und so manche Wendung in der Geschichte, aber mir persönlich fehlte ein wenig das Highlight bzw. der markante Höhepunkt. Das Ungewöhnliche dieser Parallelwelt zu den unsrigen verblasste im weiteren Verlauf der Geschichte zusehend, so dass es am Ende in meinen Augen noch nicht mal irgendeine Art von Finale gab.

Fazit
Meiner Meinung nach startete das Buch sehr gut und unterhaltsam und baute eine sehr interessante Stimmung und Kulisse auf. Nur verblasste diese leider nach und nach zusehends und konnte mich immer weniger fesseln. Es gibt kaum Höhepunkte in der Geschichte, weshalb sie eher vor sich hin tröpfelte und am Ende einfach verronnen ist.
Profile Image for Maria Beltrami.
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September 14, 2023
Die dreizehnte Stunde ist die der verlorenen Zeit. Die Zeit der Erinnerung, in der alles noch schöner war. Aber sind wir sicher, dass das so ist? Weil in der dreizehnten Stunde hinter dem modernen Berlin eine andere Stadt auftaucht, die vielleicht in den Tagen des alten Preußen stehen geblieben ist, was eine Metapher für eine andere, jüngere, aber ebenso abgeschlossene Vergangenheit sein könnte. Es gibt Durchgänge zwischen den beiden Berlins, Überwachungsposten, Kaninchenlöcher, durch die manche Leute schlüpfen, hin und her gehen. Denn wenn es stimmt, dass die Bewohner des dreizehnten Bezirks die moderne Stadt als Anathema betrachten, dann stimmt es auch, dass nicht alles so gut ist, wie man uns glauben machen will, vor allem wenn es um Krankheiten geht. Und so wird, während eine Mutter, die ihre Tochter verloren hat, aus Dreizehneichen flieht und einen Weg erfindet, der es ihr ermöglicht, moderne Medizin in das versteckte Viertel zu bringen, Momme Bang, die eine Phobie gegen die Zahl Dreizehn hat, hineingesogen. Die Krankheit eines anderen kleinen Mädchens setzt die Ereignisse in Gang und führt zu der Entdeckung, dass der Prophet, wie so oft, nicht nur nackt auf seiner Kanzel sitzt, sondern auch seine Anhänger im Stich gelassen hat, um für sich selbst zu kämpfen. Und es ist kein Zufall, dass sich die letzte Tür der Befreiung am modernsten Gebäude des modernen Berlins öffnet: dem neuen Flughafen.
46 reviews
December 17, 2023
Momme Bang steht am Abgrund seines Lebens. Sein Alltag wird durch eine Zwangsstörung bestimmt. Er hat panische Angst vor der Zahl Dreizehn. Als er auch noch droht, seine Wohnung zu verlieren, greift er nach dem letzten Strohhalm, einem Jobangebot als Housesitter in einem abgelegenen ehemaligen Hotel. Als er dort auf den exzentrischen Auftraggeber trifft, ahnt er nicht, dass er sich schon bald in einer Welt wiederfindet, die wenig mit der ihm bekannten zu tun hat. Denn in dem Hotel befindet sich ein Übertritt in eine Welt, in der Technologie verhasst und Medizin verpönt ist. Und ausgerechnet in dieser Welt wird die Zahl Dreizehn verehrt.

Leider ist die Geschichte von Dreizehnfurcht sehr langatmig und entwickelt sich erst wirklich in der Mitte des Buchs. Die Geschichte der Dreizehntwelt wird nur in sehr kleinen Häppchen eingeführt, ein Worldbuildung, wie man es in einem Fantasybuch erwartet, findet nur sehr spät und sporadisch statt. So bleibt lange im Dunkeln, was sich hinter der Alternativwelt verbirgt. Auch eine Charakterentwicklung findet kaum statt. Hinzu kommt, dass die Sprache im Buch sehr altertümlich daherkommt. Dieser Schreibstil behindert den Lesefluss.

Insgesamt bin ich mit dem Buch nicht warm geworden. Zu Gute halten muss man, dass das Cover mit dem Buchumschlag sehr ansehnlich ist, der Inhalt konnte mich aber nicht überzeugen.
Profile Image for Danielle.
187 reviews1 follower
May 17, 2024
Die Furcht vor der 13 – eben Dreizehnfurcht

Die Geschichte handelt vom jungen Moritz «Momme» Bang, der durch seine Angst vor der Zahl 13 sowohl im Arbeits- als auch im Privatleben vor grosse Schwierigkeiten gestellt wird. Als er im Haus «…» als Haussitter eine Anstellung mit Unterkunft findet, kann er sein Glück kaum fassen. Doch schon bald befindet er sich in einer Welt, wo die Dreizehn all gegenwärtig ist. Lässt sich die Furcht vor der 13 überwinden?

Ich hatte meine liebe Mühe in das Buch hineinzufinden. Die Grundidee mit einer Parallelwelt mit einer speziellen Huldigung sowie die Einbindung bekannter Gesellschaftsthemen und der altbekannten Furcht vor der Zahl 13, fand ich sehr gut. Daher habe ich mich auch auf das Buch gefreut. Jedoch wurde die Geschichte in einer, meiner Meinung nach, zu aufwändigen Schreibart geschrieben, die es für den Lauf der Geschichte nicht in diesem Mass benötigt hätte. Ich sehe das Buch als eine Form einer fiktiven Gesellschaftskritik resp. einer Studie der gesellschaftlichen Ängste und Begierden. Ich empfehle das Buch in Abschnitten zu lesen, da man so auch mit dem Schreibstil besser klarkommt.

2.75⭐️

(Rezensionsexemplar von NetGalley und dem Klett-Cotta Verlag)
11 reviews
September 13, 2023
Bei manchen Büchern möchte man, wenn man sie eben zu Ende gelesen hat, einfach wieder von vorne anfangen. "Dreizehnfurcht" von Wieland Freund verursacht mir gerade diese schweren Entzugserscheinungen. Wobei es schwer zu sagen ist, was bei Freunds Büchern am meisten süchtig macht: Seine Sprache oder seine Charaktere? Seiner Sprache merkt man das Unübersetzbare an, so eigen, so treffend sind seine glasklaren und doch immer wieder verblüffenden Vergleiche. Und seine Personen ... Sie sind so für sich, so von innen heraus beschrieben; sie sträuben sich förmlich von den Buchseiten in all ihrer Eigenart ins Herz dieser Leserin hinein. Es ist, als schaue man ihnen beim Denken zu, beim Fühlen, beim Bilanz-Ziehen, und die fällt oft nicht schmeichelhaft aus. Und so - zuerst scheinbar ohne Zusammenhang - treten sie auf, nacheinander, bilden einen langsamen Kreisel, bis schließlich ihre verknüpfenden Fäden sichtbar werden in einer Geschichte, die mich nicht mehr losgelassen hat. Nicht in den Lesepausen und nicht nach dem Ende des Buches.
24 reviews
October 19, 2023
Ein interessanter Entwurf von einer Parallelwelt, in der die Technik ca. im 18. Jahrhundert stehen geblieben ist. Die Hauütfigur (Moritz) ist etwas neurotisch, aber entwickelt über die Erzählung hinweg eine mutige Seite. Das Buch eignet sich für Fans von Light Fantasy.

Der Leser wird in diese Parallelwelt zeitgleich zu Moritz geworfen, der ebenfalls nach Dreizehneichen rutscht und sich dort erst einmal orientieren muss. Bereichert wird die Geschichte durch die weiße Frau; sie ist aktiver, dynamischer als Moritz und hilft ihm, in der Geschichte nicht verloren zu gehen, die zu groß für ihn scheint. Anfangs hatte ich etwas Bedenken, weil Moritz als Charakter wirklich zu passiv war, aber der Autor hat durch den Rest der Figuren eine sinnvolle Anbahnung geschaffen, sodass man der Geschichte abkauft, dass Moritz sich verändert.
Profile Image for Marice.
397 reviews8 followers
November 5, 2023
Worum geht es in diesem Buch? Ich hab keine Ahnung. Das ist auch mein größtes Problem mit 'Dreizehnfurcht'. Was in der Theorie wunderbar klingt, ist in der Umsetzung zu unstrukturiert.
Der Autor bedient sich hier einer wunderschönen Sprache, die er zudem facettenreich einsetzt. Das Buch hat Charme, ich wünschte nur, es wäre nicht ganz so kleinteilig, weil ich mich zu oft in der Handlung verloren habe.
Mir gefällt auch generell, in welche Richtung sich der Roman entwickelt hat (Thema Parallelwelten), aber der Klappentext suggeriert etwas ganz anderes und ich kann verstehen wenn damit nicht das richtige Zielpublikum erreicht wird.
Profile Image for Nicole.
1,232 reviews35 followers
October 2, 2023
Vielen Dank an Netgalley und den Argon Verlag AVE GmbH
Was stark anfing ließ für meinen Geschmack leider auch relativ stark nach. Anfänglich fand ich die Idee super zumal ich auch Charaktere mit OCD in der Literatur besonders gerne mag, aber der Verlauf der Geschichte konnte mich leider nicht begeistern. Daher nur drei statt der anfänglich erwarteten fünf Sterne.
3 reviews
November 14, 2024
Aus der Furcht eines Menschen vor der Zahl 13 und allem, was damit zusammenhängt (Triskaidekaphobie, gibt es wirklich) konstruiert der Autor eine Geschichte über einen geheimen Stadtteil Berlins. Leider nur mäßig spannend. Man merkt, daß der Autor bisher nur Kinder- und Jugendbücher geschrieben hat.
Profile Image for Christine A..
49 reviews
March 15, 2024
Ich habe mir leider ein wenig schwer getan mich in Momme hineinzuversetzen. Was aber nicht am Buch liegt sondern an mir selbst 😉 Die verschiedenen Perspektivenwechsel fand ich spannend aber auch ziemlich schwierig und anstrengend. Trotzdem denke ich, dass dieses Buch ein Klassiker werden wird.
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