Ich hatte mir viel von dem Buch versprochen. Allerdings ging es weniger um Davids Autismus, als ich es mir erhofft hatte. Ganz klar im Fokus des Buches stehen der Tunnel und seine Folgen. Prinzipiell ja kein schlechtes Konzept und es hätte auch eine so gute Geschichte über das Zusammentreffen von Tradition und Fortschritt und vom Erwachsenwerden werden können, wären da nicht folgende Punkte:
1. Die Charaktere sind sehr sporadisch bis gar nicht beschrieben, bzw. zeichnen sich durch nichts Besonderes aus und ich fand somit keinen wirklichen Zugang zur Geschichte.
2. In meinen Augen war die Sprache echt nicht angemessen, dafür, dass das Buch ab 12 gehandelt wird. Klar, es geht um Pubertät und somit auch ein Stück weit um Sex, allerdings waren manche Szenarien meiner Meinung nach zu dick aufgetragen.
3. Der Roman spricht viele Probleme und Kontroversen an, was ich als positiv empfunden habe, aber es fehlt ihm dann doch an einer Lösung, Message oder einer Moral von der Geschicht, wenn man so will, und das ist mir immer, besonders bei Kinder- und Jugendbüchern, wichtig.
4. Mein größtes Problem: Der Roman ist sehr zäh, dafür, dass er sich an eine sehr junge Leserschaft richtet und der Klappentext verrät etwas, was man während des Lesens permanent erwartet und was dann erst sehr, sehr spät passiert. Das hat mir den letzten Teil nochmal besonders langatmig erscheinen lassen.