Ein aufsehenerregender Mordfall, eine Der Berliner Stararchitekt Julian Götz ist angeklagt, seine Frau und seine beiden kleinen Töchter bestialisch ermordet zu haben. Nachts, im Schlaf. Alle Indizien deuten auf ihn als Täter, doch er beschafft sich ein Alibi. Der junge Drehbuchautor und Journalist Ben Lindenberger wittert seine Chance, mit einem spektakulären Buch über den Fall zu Bestseller-Ruhm zu gelangen, und stellt Nachforschungen an. Doch bald schon ist er nicht mehr Herr des Geschehens und gerät in einen Sog aus Machtgier, Intrigen, dunklen Geheimnissen und Begierden.
Jonas Winners neuer Thriller »Der Architekt«, erschienen im Droemer Knaur Verlag im Oktober diesen Jahres, spielt in unserer Hauptstadt Berlin. Dort sitzt Julian Götz, seines Zeichens international anerkannter Architekt, Ehemann & Vater zweier Töchter vorm Moabiter Kriminalgericht auf der Anklagebank, im Verdacht seine Familie umgebracht zu haben. Fasziniert von diesem Prozess, beschließt der Drehbuchautor Ben Lindenberger aus seinem gewohnten Alltagstrott auszubrechen und setzt sich mit dem 49jährigen Architekten in Verbindung, um ihm vorzuschlagen ein Buch über ihn und den Fall zu schreiben. Erst nach einer Weile wird im klar, wie sehr ihn die Geschichte immer tiefer in einen Strudel aus Intrigen, Geheimnissen und dunkle Begierden zieht...
Gute Idee, aber...
Als ich das Buch das erste Mal in der Hand hielt, fiel mir als erstes das geometrisch gestaltete Cover auf. Schwarz-weiße Balken finden sich zu einem Fluchtpunkt in der Mitte des Buches zusammen, wie als ob man durch einen langen Flur geht, dessen Wände auf diese Weise gestaltet wurden, hinein in eine schwarze, unbekannte Welt. Nachdem ich das Buch aus der Hand gelegt habe, muss ich ehrlich zugeben, dass das Cover sehr gut zum Inhalt passt.
In »Der Architekt« dreht sich alles um Architektur, das Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung, welche sich in mehrere Handlungsstränge aufteilt. Viele architektonische Details werden umfangreich beschrieben, man merkt dass der Autor hier entweder sehr gut recherchiert oder selbst viel Interesse an Architektur hat. Teilweise nimmt dies ein wenig überhand und ich habe stellenweise das Gefühl, dass die Handlung nicht so recht in Fahrt kommen will. Spannung erzeugt der Autor definitiv, ich wollte unbedingt weiterlesen, denn schließlich wollte ich erfahren, wer denn nun der Mörder ist, war es der Architekt oder nicht?
Als nächstes stellte sich die Frage, was es mit Mia auf sich hatte, denn die Geschichte um das Mädchen bildet einen weiteren Handlungsfaden. Mia, eine junge Frau, die von ihrer Freundin auf eine dubiose Party in eine noch dubiosere Umgebung mitgenommen wird, findet sich plötzlich in einem Raum wieder, eingesperrt, abgeschnitten von der Außenwelt, inmitten der Dunkelheit und der Geräuschkulisse hämmernder Bässe, inmitten von sich windenden Leibern, die sich gegenseitig in Extase treiben. Wie dieser Teil des Plots mit der restlichen Handlung zusammenhängt, erfährt man als Leser erst sehr spät im Buch. Das wiederum gefiel mir sehr gut, denn ich wusste Mias Rolle bis weit über 75% des Buches nicht wirklich einzuordnen. Die Hinweise darauf verdichten sich erst im letzten Viertel des Buches und es fällt einem wie Schuppen von den Augen. Pluspunkt für Herrn Winner, denn er weiß, den Leser spannend zu unterhalten und diese Spannung auch bis zum Schluss aufrecht zu erhalten.
Abgründe der menschlichen Seele!
Was mich allerdings ein wenig störte, was der Fakt, dass das Buch mehr "Psycho" als "Thriller" ist. Unterstützt wird dies noch zusätzlich durch eine Unmenge von Dialogen, die den Großteil der Handlung ausmachen. Die Art und Weise, wie der Autor die Dialoge im Buch wiedergibt, gefällt mir, aber ich stellte mehr und mehr fest, dass es auf Dauer ermüdend war, mehr Gesprochenes als wirkliche Handlung zu lesen. Die Aktion blieb meines Erachtens ein wenig auf der Strecke, denn auch wenn es ein Psychothriller ist, hätte ich mir ein wenig mehr Power hinter den Zeilen gewünscht. Die Idee hinter den knapp 400 Seiten ist klasse, wirklich! Sie überraschte mich, wiederum ein Pluspunkt für das Buch. Aber da wäre mehr drin gewesen, das Potential der Thematik, die düster, berauschend und faszinierend zugleich ist, wurde nicht vollends und ausreichend ausgeschöpft. Dennoch muss ich ehrlich zugeben, dass ich das Buch insgesamt nicht schlecht fand, es las sich gut, der Schreibstil ist flüssig und konsequent, teilweise verwirrend, ich möchte sagen: grotesk, subtil! Wenn man wirklich bis zum letzten Satz durchhält - das Ende war gelungen - stellt man fest, welch dunkle Abgründe die menschliche Seele offenbaren kann, wie krank, geistig krank und besessen man werden kann - wenn man es denn zulässt! Ich habe mich wirklich erschrocken, als ich die letzten 30 Seiten des Psychothrillers las und war zutiefst bewegt, als die ersten Szenen den Tod der beiden unschuldigen Kindern umschrieb. Da gefriert einem als Mutter das Herz in der Brust.
Architektonische Feinheiten
Man sollte dieses Buch doch mit einer gewissen Aufmerksamkeit lesen, denn ich hatte das Gefühl, gerade die Kleinigkeiten machten hier sehr viel aus. Fasziniert, da ich ein sehr kreativ veranlagter Mensch bin, war ich von den Details zur Architektur, die Beschreibung der Gebäude, die Wirkung der Farben und die Tatsache, dass Räume einen emotionalen Effekt auf den Bewohner oder Besucher haben können. Was das betrifft, ging Jonas Winner sehr ins Detail, umschrieb die Gefühle und Emotionen sehr eindrucksvoll und ließ mich durch eine Welt wandern, die auf dem Zeichenbrett umrissen und anschließend mit Materialien und Knowhow in die Tat umgesetzt wurde. Überzeugend zeichnete der Autor auch das Charakterbild des Architekten: exzentrisch, jähzornig, zielstrebig und absolut von sich und seiner Arbeit, seinen Ideen überzeugt. Dabei blieben aber die emotionalen Aspekte der Protagonisten ein wenig auf der Strecke, während der Drehbuchautor noch sehr überzeugend an den Leser transportiert wurde, wenn auch ein wenig befremdlich, waren andere Personen recht blass, ja farblos.
Mein Fazit: Die Idee hinter dem Buch ist sehr gut, aber das Potential wurde nicht vollends ausgeschöpft. Wer sich für Architektur interessiert, gleichermaßen subtile Psycho-Stories liebt, Dialoge liebt und in die Abgründe der menschlichen Seele eintauchen will, der wird mit diesem Buch gut beraten sein!
"Der Architekt" von Jonas Winner versprach - sowohl optisch als auch inhaltlich - ein guter Psychothriller zu werden. Leider konnte er diese Erwartungen nicht halten.
Zuerst ein paar Worte zum Inhalt: Der mäßig erfolgreiche Drehbuchautor Ben wittert seine Chance auf seinen ersten, großen Roman. Er will über den Berliner Architekten Julian Götz berichten, der wegen Mordes an seiner Frau und seinen beiden Töchtern vor Gericht steht. Obwohl es keine aussagekräftigen Beweise gegen den Familienvater gibt, wird er beschuldigt, die drei Opfer nachts brutal erschlagen zu haben. Ben ist von dem Fall fasziniert und glaubt fest an Götz' Unschuld. Doch mit der Zeit kommen ihm Zweifel, denn den Mann und seine gesamte Familie umgeben Geheimnisse, in die Ben plötzlich mit hineingezogen wird...
Wie am Titel bereits zu erahnen, spielt die Architektur eine große Rolle in diesem Roman, der ein Psychothriller sein will, aber keiner ist. Die Grundidee hat dazu zwar das Potential und ist an sich ebenso wie die ersten Kapitel sehr viel versprechend, durch den Erzählstil des Autors konnte dieses Potential allerdings zu keinem Zeitpunkt wirklich entfalten. Problematisch war dabei zum einen schon der Schreibstil, der oft, sowohl in den erzählenden Passagen als auch in den Dialogen, hölzern wirkte, und zum anderen der Aufbau des Romans, der mehr als verwirrend war, sodass eine greifbare, vom Nervenkitzel geprägte Atmosphäre, wie sie für einen Thriller nötig ist, bei mir nicht aufkommen wollte.
Der Roman besteht im Wesentlichen aus zwei Erzählsträngen. Der Leser begleitet Ben bei seinen Recherchen zum Mordfall Götz und eine junge Frau namens Mia, die sich in rätselhafte Gesellschaft begibt. Leider dauert es sehr lange bis eine Verbindung zwischen diesen beiden Geschichten auch nur annähernd zu erahnen ist. Zudem sind beide Handlungen geprägt durch wirre, zusammenhangslos erscheinende Andeutungen, zweifelhafte Gedankengänge der Protagonisten und nicht nachzuvollziehende Entwicklungen bei den Charakteren selbst und in ihrer Umgebung, sodass ich letztendlich das Gefühl hatte, weder Mia noch Ben auch nur ansatzweise zu verstehen. Die Charaktere waren mir sowohl was die Sympathie als auch was das Verständnis für ihr Handeln angeht vollkommen fern, was dazu führte, dass ich mich nicht in die Geschichte hineinversetzen, sie mir nicht als Realität vorstellen und dadurch auch nicht mit den Protagonisten mitfiebern konnte. Wirklich spannend war es dadurch zu keiner Zeit, ein greifbarer Charakter oder ein roter Faden im Handlungsverlauf fehlten völlig.
Ganz davon abgesehen, dass das "Psycho" vor dem "Thriller" bei diesem Buch höchstens auf den Geisteszustand fast aller Charaktere anzuspielen scheint, war das Ende dann auch noch enttäuschend. Da ich die meiste Zeit des Buches im Dunkeln tappte und mich von einem wahnhaften Zustand der Protagonisten zum nächsten hangelte, hatte ich doch sehr auf eine schlüssige Auflösung des ganzen gehofft. Was aber kam, war genauso wirr und undurchsichtig, wie das gesamte Buch, unrealistisch bis zum Geht-nicht-mehr und entbehrte teilweise leider auch jeder Logik. Zudem wurden einige vorher erwähnte Aspekte von der Auflösung am Ende nicht mit eingeschlossen, sondern kommentarlos fallen gelassen. Insgesamt kann ich das Ende einfach nur als phänomenalen Unfug bezeichnen - so unrealistisch, dass es mir selbst in einem Fantasyroman deplatziert erschiene.
Fazit: Abgesehen von einer guten Grundidee und ein paar überzeugenden ersten Kapiteln war dieser "Thriller" für mich eine glatte Enttäuschung. Spannung kam kaum auf, die Charaktere verhielten sich ohne erkennbaren Grund unlogisch und verrückt und der Schreibstil war oft eher hölzern. Gerade noch zwei Sterne. Keine Leseempfehlung.
Der Architekt ist laut Cover ein Psychothriller und somit eigentlich die perfekte Abwechslung zu den ganzen Jugendromanen, die ich momentan lese. Das Cover und vor allem die Leseprobe haben dieses Buch für mich schmackhaft gemacht und auch das Vorwort fand ich noch genial, denn der Autor entschuldigt sich praktisch bei seinen Charakteren für das, was ihnen zustößt. Es ist klar, dass man als Leser dann auch die Grausamkeiten erwartet, die angekündigt werden. Nach dem guten Beginn und dem positiven ersten Eindruck wird allerdings aus dem Potential kaum was gemacht. Ich hatte beim Lesen lange das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig voran kommt. Man kann die beiden Handlungsstränge zeitlich nicht in Bezug setzen, weil keine Zeitangaben gemacht werden. Charaktere handeln völlig wirr und der eine oder andere logische Fehler hat sich ebenfalls eingeschlichen. Zugeklappt habe ich das Buch völlig enttäuscht. Dabei war die Idee durchaus interessant. Kann man mit einer bestimmten Bauweise bestimmte Gefühle steuern und die Menschen dadurch manipulieren? Die Szenen, in denen darüber gesprochen wurde, waren für mich mit die Besten in dem Buch. Leider waren das nur wenige Stellen. Hier hätte viel mehr kommen müssen, denn so war praktisch keine Spannung in dem Buch.
Sehr schade fand ich auch, dass zwischendurch der Mordfall völlig außer Acht gelassen wird. Natürlich berichtet der Hauptcharakter Ben von dem Mord, aber es gibt lange Zeit weder wirklich neue Erkenntnisse, noch wird der Fall bei Gericht weiterverfolgt. Vielmehr driftet Ben immer mehr ab, überschreitet Grenzen, hat anscheinend Wahnvorstellungen und je weiter man dem Buch folgt, desto unklarer wird, was mit dem Mann los ist. Sicher soll Ben sich immer mehr mit Götz identifizieren, aber die psychologischen Auswirkungen kamen mir oft zu plötzlich. Sein Verhalten macht es dem Leser auch nicht gerade einfacher, der Geschichte zu folgen. Und vor allem: WARUM bekommt Ben plötzlich Wahnvorstellungen? Nur weil er mit Götz spricht? Das ist auch nach dem Lesen für mich nicht nachvollziehbar geworden. Störend waren auch die logischen Fehler, die sich eingeschlichen haben. Ein DNA-Vergleich zum Beispiel dauert vermutlich länger als einen Tag, doch Ben hatte sein Ergebnis praktisch sofort wieder zurück. So etwas lässt die Geschichte unglaubwürdig wirken.
Erst auf den letzten Seiten kommt dann etwas Action in die Geschichte. Ich hätte mir das viel eher gewünscht, da es lange einfach nur vor sich hinplätscherte. Ich bin froh, dass es zumindest eine Auflösung gab, die verständlich war. Manche Bücher liegen einem einfach nicht und dieses zählt für mich definitiv dazu. Der Stil des Autors war ja durchaus flüssig zu lesen, aber wirre Charaktere und ein Mord reichen meiner Meinung nach nicht für einen Psychothiller aus. Es gab nicht eine Stelle, an der mir ein Schauer über den Rücken gelaufen oder die Geschichte an mich herangekommen ist. Ausnahme ist hier lediglich die Idee, dass man Architektur missbrauchen kann, um Menschen psychisch zu beeinflussen. Das hätte weiter ausgeführt werden können, da die Konstrukte meist nur schwer vorzustellen waren, aber absolut interessant wirkten.
Bewertung Der Architekt ist ein Buch, das man entweder mag oder eben nicht. Mich konnte Der Architekt zu keinem Zeitpunkt überzeugen, weil für mich die Geschichte zum einen kein Psychothriller im herkömmlichen Sinne war und zum anderen die Charaktere einfach unglaubwürdig waren. Die Geschichte war verwirrend und lässt den Leser auch nach der letzten Seite verwirrt zurück. Ich habe stark zwischen 1 und 2 Punkten geschwankt, mich dann aber wegen der Idee, dass Architektur durchaus manipulierend sein kann, für 2 entschieden.
Ein überaus angesehener Architekt hat angeblich, seine Frau und seine zwei Kinder, auf blutige Weise ermordet. Dieses Ereignis weckt in dem mäßig erfolgreichen Drehbuchautor, Ben Lindenberger, die Inspiration und die Leidenschaft für einen eventuellen Neuanfang. Mit vollem Elan und Tatendrang startet er in sein neues Projekt, dass nur in Zusammenarbeit mit dem in Untersuchungshaft sitzenden Architekten, Julian Götz, fruchten kann. Allerdings scheint Ben einige Situationen zu unterschätzen, denn plötzlich ist er in Gegebenheiten verstrickt, die so gar nicht zu Ben und seinem Vorhaben passen.
Der Debütroman von Jonas Winner, “Davids letzter Film”, konnte mich nicht wirklich überzeugen, obwohl die Idee sehr interessant war, die Umsätzung aber leider nicht. Daher war ich bei seinem zweiten Buch etwas skeptisch, was zu Beginn des Thrillers auch berechtigt war. Erst die zweite Hälfte, beziehungsweise das letzte Drittel, kann mit relativ gut durchdachten Handlungssträngen trumpfen. Wenn auch ab und zu gewisse Teile die Spannung dämpfen oder den Lesefluss schmälern.
Ziemlich lange fragte ich mich, beim lesen der Lektüre, wann denn nun die Merkmale eines Psychothrillers erkennbar werden, da man eher den Eindruck hat, einen Krimi in den Händen zu halten. Doch im laufe der Geschichte kristallisiert sich der “Psycho”-Faktor heraus. Dabei werden die eigenen Gedankengänge ebenso psychisch gefordert, denn das Buch ist von Anfang an äußerst verwirrend. Die Verwirrungen mindern das Lesevergnügen ungemein. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich diesen Punkt als negativ empfinde, da man so gezwungen ist Dinge ständig zu hinterfragen. Hinzu kommt der wenig literarische Schreibstil, der schon im Debütroman mein Hauptmangel war. Jedoch kann ich nicht genau beschreiben, was mich an dem Stil eigentlich stört. Auf jeden Fall empfand ich den Satzbau oft recht gezwungen und wenig gelungen, die Dialoge sind selten bis nie herausragend. Desweiteren kommen mir einige Handlungen sehr übertrieben vor, ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Menschen Dinge tun, die sie im Buch tun. Andererseits machen Menschen in emotional und nervlich belastenden Situationen komische und kritische Dinge.
Die Gestaltung des Umschlags ist sehr gelungen. Als erstes könnte man denken, es handelt sich um ein SciFi Roman. Die zwei "Säulen" wecken bei mir irgendwie Erinnerungen an Metropolis. Doch dann leist man "Der Architekt" und assoziiert die zwei schwarz-weiß gestreiften, sich zum Zentrum hin verjüngenden Streifen, zu zwei großen Gebäudekomplexen. Das schwarz-weiß in Verbindung mit der doch recht dramatischen Gestaltung suggeriert auf jeden Fall, eine nervenaufreibende und düstere Geschichte. Hinzukommt das Rot des Satzes "Der Architekt", dass eine gewisse Portion "Psycho" in das Design legt und natürlich gleich eine blutige Handlung erahnen lässt. Sehr angenehm ist auch die Art wie die Anordnung der Typografie umgesetzt wurde.
Im Großen und Ganzen sagt mir “Der Architekt” eher zu, als das Debüt von Jonas Winner. Ein Buch das lesenswert ist, aber man verpasst auch nichts, wenn man es nicht in die Hand nimmt. Eine ganze weile säuselt die Lektüre so dahin. Erst zum Ende werden die Zusammenhänge klarer und doch bleibt vieles ziemlich verwirrend. Doch gerade der letzte Teil hat mich positiv überrascht, da man richtig mitfiebern und miträtseln kann. Einwandfrei sind auch die Beschreibungen, Ideen und Überlegungen zu Architektur.
Das passende Musikstück zum Buch, wäre: “Outside Plum” von Clark. Einfach weil es die Unruhe und das Durcheinander, im Buch, wunderbar wiederspiegelt.
*Optik* Das Cover gefällt mir. Es ist zwar eher schlicht gehalten mit den schwarzen und weißen Streifen. Aber irgendwie hat es etwas Anziehendes. Es macht den Eindruck es wolle den Leser in das Buch hineinziehen. Leider prangt in riesigen Lettern der Name des Autors auf dem Cover und dem Titel wurde nur ein bedeutend kleiner Platz eingeräumt. Das finde ich generell etwas schade, ich mag es eher anders herum. Noch kleiner unter dem Titel steht es sei ein Psychothriller. Hier hätte man durchaus die Schrift noch kleiner und kleiner bis zur Unerkenntlichkeit werden lassen können, denn das war es für mich definitiv nicht. Aber dazu später mehr.
*Inhalt* Julian Götz, Stararchitekt in Berlin, ist angeklagt, seine Frau und seine beiden kleinen Töchter nachts im Schlaf ermordet zu haben. Ben Lindenberger ist Autor und auf der Suche nach DER Idee überhaupt, die ihm endlich den nötigen Erfolg beschert. Er bekommt Wind von dem Prozess und ist sofort Feuer und Flamme, diesen für ein Buch auszuschlachten. Immer mehr hängt er sich hinein, nimmt Kontakt zum Angeklagten und der Familie auf und wird immer weiter hinter die Kulissen gezogen.
*Meinung* Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und für Psychothriller bin ich immer zu haben. Leider hat es der Autor mit diesem Buch nicht geschafft, mich zu überzeugen. Zu Anfang beginnt die Geschichte viel versprechend, die Grundidee hat mich angesprochen und ich war interessiert wie es weiter gehen wird. Die Geschichte wird einer Seits aus der Sicht von Ben erzählt und es gibt einen zweiten Handlungsstrang, in dem Mia die Person ist, um die es sich dreht. Lange (gut 3/4 des Buches) ist ungewiss in wie weit beide Stränge miteinander zu tun haben. Allerdings kam für mich an keiner Stelle diese kribbelige Spannung auf, die ich sonst bei Psychothrillern verspüre. Es war mehr ein zur Kenntnis nehmen, besonders je weiter die Story fortgeschritten ist. Es wurde immer verwirrender und kurioser. Der Protagonist erleidet aus heiterem Himmel ständig Halluzinationen und für mich war es schwer aus einander zu halten, was ist jetzt wahr und was bildet er sich nur ein. Keiner der Charaktere konnte mich für sich einnehmen, sie sind zum Teil recht unsympathisch, bleiben nur flach beleuchtet und handeln vor allem in manchen Situationen total realitätsfern. Natürlich ist es eine fiktive Geschichte aber bei bestimmten Sachen kann man einfach nur den Kopf schütteln. Die Aufklärung des Falls war dann noch ein wenig überraschend aber konnte es für mich leider auch nicht rausreißen. Der Schreibstil des Autors war im Übrigen flüssig zu lesen, allerdings waren einige Textstellen so verwirrend geschrieben, dass ein nachmaliges Lesen selbiger angebracht war.
*Fazit* Gute Grundidee die Potenzial gehabt hätte, wurde leider nicht gut genug umgesetzt. Es beginnt viel versprechend verliert sich aber dann in Kuriositäten und Verwirrungen. Mit keinem der Charaktere konnte ich viel anfangen, alle haben in irgendeiner Weise "einen an der Pfanne". Für mich war das kein Psychothriller, ich habe keinen Moment in irgendeiner Weise für irgendwen mitfiebern können. Schade, ich hatte mir wesentlich mehr erhofft.
Zugebenermaßen ich habe nur zu diesem Buch gegriffen, weil ich einen Lückenfüller brauchte so kurz vor Weihnachten. Denn drei Tage ohne ein Buch geht doch nicht. So wirklich überzeugt hatte mich der Inhalt auch nicht und als ich dann schon ein paar Meinungen zu dem Buch las, war ich noch skeptischer. Aber hey, ich wollte ja nur etwas um die Zeit zu vertreiben. Naja, das hat geklappt, mehr aber auch nicht. Nun wie ich finde, wurde ein viel zu großer Hype um dies Buch gemacht. Ok, klar nicht im Stile von „Shades of Grey“ aber doch recht groß für einen Thriller. Das Cover macht einen ja schon mal meschugge, aber ich glaube, wenn Psychothriller draufsteht, sollte es das auch. Allerdings habe ich im Buch verzweifelt nach dem Psycho gesucht. Klar es gab diese Momente vor allem mit Mia, aber das war’s auch. Der Schreibstil von Herrn Winner ist sehr flüssig und es liest sich schnell weg, allerdings wird man doch sehr schnell in die Handlung hineingeworfen. Während man sich sonst eher über zu viele Details und Beschreibungen beschwert, ist es das Gegenteil der Fall. Ok, es wurde das Haus von Julian Götz ziemlich gut beschrieben, aber die Charaktere? Fehlanzeige. Bis zum Ende hin muss sich selbst ein Bild von Ben, Julian und Sophie machen. Jetzt müsste man annehmen, dass bei so viel Handlung und so wenig Beschreibung ganz Spannung entsteht, aber auch ist nicht gegeben. Alles plätschert so vor sich, und die Gehirnwindungen der Charaktere kann man einfach nicht verstehen. Es bleibt also so lala, leider. Vor allem die beiden Handlungsstränge verwirren. Zwar bleibt alles um Mia immer recht kurz gehalten bis zum Ende des Buches, aber genau diese Teile wirken so abstrakt, dass ich sie fast immer übersprungen hätte, weil sie einfach keinen Sinn ergaben. Vielleicht lag es wirklich daran, dass ich nur noch ein Buch zwischendurch lesen wollte, und ich das erstbeste aus dem Regal genommen habe. D.h. so richtig Lust auf „Der Architekt“ hatte ich gar nicht, aber das Buch konnte mich leider nicht überzeugen. Deshalb bekommt es von mir zwei Sterne, denn ich glaube aus der Story hätte man viel machen können.