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Nadia

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Das spurlose Verschwinden ihrer jüngeren Schwester Dilhan und die Trennung von ihrer großen Liebe Rahel haben der Installationskünstlerin Nadia den Boden unter den Füßen weggezogen. Zwar schafft sie es, den Verlust Dilhans zu einem in aller Welt gefeierten Ausstellungsprojekt zu verarbeiten, doch der Trost, den das Publikum in dem interaktiven Kunstwerk findet, kommt bei Nadia selbst nicht an. Ihr innerer Aufruhr bleibt, der Jetset im Zeichen der Kunst ist mehr Flucht als Therapie. Als sie die Installation erstmals in ihrer Heimatstadt Hamburg präsentieren soll, zählt Nadia darauf, dass ihre jahrelang eingeübten Schutz- und Fluchtmechanismen sie auch diesmal vor aufrüttelnden Konfrontationen bewahren. Doch hier, wo die Traumata ihren Ursprung haben, ist die Vergangenheit unerwartet lebendig -- und die Erinnerung stärker als die Verdrängung.

In "Nadia" erzählt Can Mayaoglu in energischer, zeitgemäßer Sprache über das Weiterleben nach dem Knacks. Ihre Titelheldin kreist mal trotzig, mal verzweifelt um die zwei großen Leerstellen ihres Lebens. Statt sich jedoch zweckorientierter Mittel der Traumabewältigung zu bedienen, lernt Nadia Schritt für Schritt zu begreifen, dass der Schmerz zu einem Teil ihrer Identität geworden ist – eine Erkenntnis, die nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Lesenden neue Horizonte öffnet. Die psychologische Komplexität des Stoffes spiegelt Mayaoglu in vitalen Figuren und humorvollen Dialogen, die überzeitliche Thematik in literarischen Verweisen von Shakespeare über Proust bis Willemsen. Hinzu kommt eine "Playlist" aus Song-Zitaten, die die Kapiteltitel bilden. Sie machen "Nadia" endgültig zu einem Romandebüt mit einem ganz eigenem Sound.

261 pages, Kindle Edition

Published April 21, 2023

29 people want to read

About the author

Can Mayaoglu

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7 (21%)
1 star
2 (6%)
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Iamthesword.
337 reviews24 followers
August 3, 2025
The story about Nadia, a young quer artist struggling with the loss of her sister who disappeared without any trace several years ago, is a debut novel, for better or for worse. On the one hand, it brings some new and interesting elements to the table that twist the "tortured artist" motive into some intereting directions. It also manages to integrate the queer sexuality and the immigration background of the main character into the story in a natural way without every having to pull it too much into the center of the story.

On the other hand, the book could have used a editor that helped with the issues typical for a debut. Some basic stuff like "show don't tell": There are way to many adjectives explicitely telling us how a certain moment is meant to be read instead of showing it through the text. In general, it felt like the author had the need to constantly show the emotional relevance of the story: Everything is filled to the brim with Meaning (capital m): taxi drivers offer philosophical life advice, everyone is reflecting fate (while quoting Marcel Proust ALL THE TIME) etc. It gets a bit too much in the long run. There are also issues with the construction of the story: Nadia is very much self focused to a degree that she is selfish and doesn't consider the needs of the people around her. But herself being an egoist has no consequences, because the other characters are not sufficently developed: They only exist in relation to Nadia and always affirm her status as the genius artist. They are almost too understanding towards someone who has not moved a single inch in her grief in over 8 years. It felt rather unrealistic at times. And at least for me, it was the main reason the story became more and more of a drag to read. I'm still giving it a (low) 3, because it's a debut and there are elements of an interesting story there, but I hesitate to really recommend it.

I also reviewed the book together with some friends for a radio show (in German). If you want to listen in, follow this link: https://rdl.de/beitrag/lit-my-fire-da...
Profile Image for Vicky.
291 reviews32 followers
January 15, 2024
Und wieder habe ich ein Buch gelesen, von dem ich mir wünschen würde, ich könnte es noch einmal zum ersten Mal lesen. Nochmal jede berührende Aussage und jeden klugen Satz ganz neu aufsaugen und bei jedem Verweis, den ich erkenne und großartig finde, das Gefühl haben, eine gute Freundin hätte das Buch nur für mich geschrieben. “Nadia” von Can Mayaoglu ist so ein Buch.


"Am meisten Zukunft haben Menschen ohne Vergangenheit". Das hat der einzigartige Roger Willemsen einmal gesagt. (Dieses Zitat kam mir übrigens in den Sinn, bevor ich wusste, dass eines seiner Bücher - “Der Knacks” - im Text erwähnt wird. Creepy, oder?). Nadia, die Protagonistin des gleichnamigen Romans, hat vor allem eins: Vergangenheit, das Gestern, unwiederbringlich verlorene Momente, Erinnerungen und ihre Kunst, die sich aus dem Vergangenen speist. “Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, nichts ist ohne das andere möglich.” (S. 170). Dieser Satz ist eines der Gedankenkonstrukte von Nadia, die sie sich für ihre Kunst notiert hat.


Nadia Kartal ist Hamburgerin, Mitte dreißig und Künstlerin. Sie ist das mittlere Kind ihrer Familie und hat zwei Schwestern (Dilhan und Minoo), von denen die Jüngste, Dilhan, seit acht Jahren spurlos verschwunden ist. In den Jahren danach ging die Beziehung zu Nadias großer Liebe Rahel in die Brüche. Vor fünf Jahren hat Nadia Hamburg verlassen, um die ihrer Schwester Dilhan gewidmete Ausstellung STIP (“So this is Permanence”) in der ganzen Welt zu zeigen. Nun - im Februar 2019 (oder 2018, ich bin unsicher denn sie hat in Spanien die Auszeichnung “Konzeptkünstlerin des Jahres 2018” erhalten) - ist Nadia zurück in ihrer Heimatstadt, um die Ausstellung zu einem Ende zu bringen und damit beginnt die Handlung.


Für mich ist “Nadia” ein moderner Miniatur-”Ulysses” mit weiblicher Protagonistin. Ihre Rückkehr in die Heimatstadt wird zu einer Hamburg-Odyssee, die auf mich eine hypnotische und manchmal auch kathartische Wirkung hatte. Ihr Schiff und gleichzeitig sicherer Hafen ist das Taxi der sympathischen Kodderschnauze Cagney, die Nadia durch das Labyrinth ihrer eigenen Vergangenheit lotst. Cagney fungiert als Realitätsabgleich und zieht Nadia aus ihren Gedankensphären immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein genialer und origineller erzählerischer Schachzug. Hamburg wird gleichsam zur Topografie der Gefühlswelt der Protagonistin. Nadia dreht sich im Kreis und ist doch auf der Zielgeraden, wobei das Ziel darin liegt, Frieden mit der Vergangenheit zu schließen und ihr gegenwärtiges Dasein in seiner veränderten Jetztheit zu akzeptieren. Mir fällt hier ein berühmtes Zitat von Novalis ein: “Wohin gehen wir? Immer nach Hause.” In diesem Sinne ist “Nadia” auch ein romantisches Buch.


Wer Intertextualität und literaturwissenschaftliche Bezüge liebt, wird auch “Nadia” lieben. Der Roman stellt seinen Figuren wie auch den Lesenden indirekt Fragen wie: Was ist dein Madeleine-Moment? (Proust, immer wieder der wunderbare Proust.) Welches Buch würdest du auf die hypothetische einsame Insel mitnehmen? (Ich würde das gleiche wie Nadia mitnehmen, denn auch ich habe einen Hamlet-Komplex, aber ich teile auch Dilhans Liebe für “the play that must not be named” und dessen Monologe; außerdem kann ich auch Rahels Wahl gut verstehen.) Bist du ein Bartleby? (Hier teile ich die Belesenheit der Autorin leider nicht und musste recherchieren, aber auch dies ist ein sehr interessanter literarischer Vergleich.) Das Buch ist also voller literarischer “Easter Eggs” (Der Journalist, der Nadia an eine Kafka-Figur erinnert z.B.), aber auch Musikliebhaber:innen kommen voll auf ihre Kosten. Der Roman gleicht einer musikalischen Schnitzeljagd. Im Text kommen immer wieder Ausschnitte aus Songs vor, es gibt für die Installation eine STIP-Playlist, die Nadia oft hört und jedem Kapitel ist eine Zeile aus einem Song vorangestellt worden.

Aber auch Filme und Serien werden von den Figuren konsumiert und im Text erwähnt. Und irgendwie bekomme ich manchmal auch so “Sex and the City”-Vibes, nur etwas queerer als es in der ursprünglichen Sendung der Fall war. Überhaupt muss noch erwähnt werden, dass auch die Figuren um Nadia herum eine eigene spannende Geschichte zu erzählen haben, jede davon könnte ausgearbeitet werden und einen eigenen Roman füllen. Aber zurück zu den Verweisen. Es werden im Buch sogar deutsche Humoristen zitiert, was ich toll finde (“Witzischkeit kennt keine Grenzen”, S. 228). Alles in allem ist “Nadia” also ein vielschichtiges kulturelles Palimpsest, ein Wimmelbuch für Intellektuelle, in das man sich fallen lassen kann wie ein Kind in ein richtiges Wimmelbuch von Ali Mitgutsch und staunen, immer wieder staunen ob der Klugheit seiner Autorin.


Zu Seite 168: Ich liebe solche Gedankenspiele, bei denen man darüber nachdenkt, wie Kleinigkeiten oder Zufälle das ganze Leben verändern können. Danke dafür.


“Nadia” ist so viel, aber vor allem auch eine Erzählung über Geschwisterbeziehungen, ein “Drei Schwestern” als Roman, ein Buch über Schwesternschaft. Der Zusammenhalt der jungen Kindheits-Schwestern, ihre Verschworenheit und auch die sich immer wieder klärenden Streit-Situationen, waren für mich als “Scheidungs-Einzelkind”, das weder geschwisterliche Innigkeit noch Zwistigkeit erleben durfte, bittersüß zu lesen. Das Ende des unzertrennlichen Trios ist Dilhans mysteriöses Verschwinden - und doch: “Tis better to have loved and lost than never to have loved at all.” Aber ich habe, wie Rahel, auch zwei Töchter und hoffe, sie werden später einmal so zusammenhalten wie Nadia und Minou. Ein wundervolles Ende und ihr seht schon, der Roman hat mich persönlich unheimlich angesprochen. Ich denke aber, dass in diesem Buch jede:r einen Mehrwert finden wird, der über das schöne Leseerlebnis hinausgeht und es vielleicht mit einem warmen Gefühl des geglückten Abschieds und mit einem hoffnungsvollen Seufzer zuschlägt, so wie ich es getan habe.


Danke für dieses Buch, auch an den Albino-Verlag. Nach “Adam im Paradies” von Rakel Haslund-Gjerrild ist dies schon das zweite grandiose Buch, das ich innerhalb kurzer Zeit aus diesem Verlag gelesen habe. Hier weiß ein Verlag wirklich, was hervorragende Literatur ist und beweist das immer wieder. Ich habe auch schon das nächste Buch im Auge. Danke auch für euren Mut zur Farbe, was das Pink des Hardcover-Einbands betrifft. Es kontrastiert wunderbar mit dem grauen Hamburger “Schietwetter”, das im Roman beschrieben wird und lässt uns Lesende mit dem wohligen Gefühl zurück, dass wir das Leben vielleicht wieder öfter durch die rosarote Brille betrachten dürfen, wenn wir den Mut dazu aufbringen.
Profile Image for Nordlese.
11 reviews1 follower
December 9, 2024
Anna: »Bemühtes Drama um stereotype Figuren, gespickt mit einer wahren Flut von Literatur- und Popkulturreferenzen.«

Finn: »Einfache Geschichte erstickt in einer endlosen Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten, erzählt in ermüdender, unfertiger Sprache.«

Elin: »Gedankenwelt einer Dramakönigin verpackt in einen Roman ohne Entwicklung, vollgepackt mit Titeln von Liedern, Filmen, Fernsehserien und tausend alltäglichen Banalitäten.«

Maja: »Eine 264-Seiten Spotify-Playlist, angereichert mit konstruiertem Drama um langweilige Menschen, die sich für den Mittelpunkt der Welt halten.«
Profile Image for Mavi.
33 reviews1 follower
July 26, 2025
Nadia, Nadia, Nadia.

Ich habe einen Monat gebraucht, um dieses Buch fertig zu lesen und bin mega proud!

"Nadia" von Can Mayaoğlu ist ein Debütroman. Erstlingswerke von Autor:innen werden, zumindest von fairen Buchbesprechungen behutsam angetastet. Grund dafür sind formale und inhaltliche Schwächen, die aufgrund fehlender Erfahrung auftreten könnten. Gleichzeitig werden positive Aspekte wie Innovationen oder gut abgezeichnete gegenwartsbezogene Motive besonders hervorgehoben - wir wollen ja nicht immer den gleichen Roman-Brei zu lesen bekommen ;) Fangen wir also mit diesen Motiven an:

Nadia kehrt nach jahrelanger Wanderung nach Hamburg zurück. Sie und ihr kleines Team, aus dem wir Su-Lin und Josh kennen lernen, werden ein letztes Mal die Kunstinstallation "STIPP" in den Deichtorhallen aufbereiten und vorstellen. Mit der Installation hat Nadia das Verschwinden ihrer drogenabhängigen kleinen Schwester Dilhan aufgearbeitet, die als Musikjournalistin u. A. ein großer Joy Division Fan war. Auch ihre Beziehung zu Rahel zerbrach daraufhin. Rahel, die wir als toughe bisexuelle Traumfrau aus zwischen Sehnsucht und Reue schwankenden Rückblenden ihrer Ex-Freundin wahrnehmen, wollte Kinder. Nadia wollte zu dem Zeitpunkt keine. Wir begegnen einer verheirateten Rahel in Hamburg wieder, die mittlerweile Mutter zweier Kinder ist. Nadia fühlt sich nicht nur zurückgelassen, sondern auch von Rahel verraten und vermutet eine damalige Affäre Rahels zu ihrem heutigen Mann Nael kurz vor der Trennung. Wobei Trennung noch nett formuliert ist, die ausgebrannt flüchtete sie von heute auf morgen aus Hamburg. Einerseits hat mich die Beziehungsdynamik zwischen den beiden zum Nachdenken angeregt, andererseits bemüht sich Mayaoğlu an manchen Stellen zu sehr um Nadias mühsam verarbeiteten Trennungsschmerz inklusive "R.-Playlist". Während einer ersten Konfrontation driftet Nadia völlig in ihren Erinnerungen ab, die Sätze fangen vier- oder fünfmal an mit "Damals, als..." ...no joke.

In Hamburg leben auch Nadias große Schwester Minoo, ihr Mann und sein großer Bruder Jean. Ich hasse Jean. Selten bin ich einem so widersprüchlichen und dabei so unsympathischen Charakter begegnet. Minoo, Jean und eine bärbeißige Taxifahrerin dienen dazu, die ständig verkrampfte unterernährte Nadia aufzufangen. Ansonsten sind sie arg in ihren eigenen Rollenklischees gefangen. Minoo ist die große Schwester und Psychotherapeutin, die sich in ihrem außerehelichen Verhältnis gehen lassen kann. Und Jean, boah, der nervt einfach nur 🤣 Spaß beiseite, Nadia war schon mit Jean befreundet, da sich beide in einem Café mit Zitaten von Marcel Proust gegenseitig übertrumpft haben. Da hatte Jean, der Workaholic und Staranwalt, ausnahmsweise einmal im Monat frei.

Leider versäumt Mayaoğlu, rechtzeitig auf einige der Hintergründe zu verweisen und schiebt diese am Ende des Buches ein. Besonders hart wirkt sich dieses Manko auf die Entstehungsgeschichte der Installation aus. Diese wird erst gegen Ende erzählt. Dass das Ende selbst sehr versöhnlich ausgefallen ist, fand ich gar nicht schlimm. Der Epilog zeigt Nadia während eines seltenen langen Interviews über STIP, für mich eines der Highlights im Buch.

Ich würde das Buch nur allerhöchstens empfehlen, wenn man Interesse an Trauerbewältigung mitbringt. Alles weitere wirkt nicht stimmig.
Profile Image for Uralte  Morla.
374 reviews146 followers
September 19, 2023
So richtig weiß sie nicht wohin mit all der Wut. Und all der Hilflosigkeit, die mit ihr kommt und sie noch mehr schürt. Vielleicht badet Nadia deswegen so in ihr, gibt sich ihr ganz hin - um das Hilflose und all den Schmerz dahinter nicht fühlen zu müssen.
Doch seit ihrer Rückkehr nach Hamburg ist es schwerer, sich ihrem Schmerz nicht zu stellen, der vor Ort quasi auf sie gewartet hat.
Vor zehn Jahren ist ihre drogenabhängige Schwester Dilhan hier spurlos verschwunden, einige Zeit später ist Nadias Beziehung zu Rahel in die Brüche gegangen - unter anderem auch, weil sie den Verlust Dilhans zu sehr mit sich selbst ausmachen wollte.
Überhaupt dreht Nadia sich sehr um sich selbst, sieht nur ihren eigenen Schmerz, die eigenen Verluste. Dass enge Freunde, ihre Schwester Minoo, ja sogar Rahel auch ihre Päckchen zu tragen haben, sieht sie kaum.
Ihr einziges Ausdrucksmittel: Die Kunst. Mit einer großen Installation hat sie Dilhan ein Denkmal gesetzt und war damit bereits in mehreren Städten unterwegs. Nun macht sie Station in Hamburg und Nadia muss sich auf mehreren Ebenen ihrer Vergangenheit stellen, die sie auch psychosomatisch in Form von Schwindelanfällen immer wieder einholt.
Ich mochte vieles an dem Buch: Das Setting, das Thema, die unkomplizierte Queerness und die vielen Popkultur-Referenzen (Außer mir kennt und liebt sonst nie jemand den Film "Kein Pardon" von und mit Hape Kerkeling! Und natürlich Team Luke!) und Bezüge zur Literatur (Dylan Thomas, seufz! Hamlet, seufz! "Die unendliche Geschichte" war Dilhans Lieblingsbuch, yeah!).
Aber irgendwann zerfaserte es mir ein bisschen zu sehr. Ich wäre lieber noch tiefer in Nadias Psyche eingetaucht, hätte sie lieber mehr über sich selbst reflektieren sehen, als detailliert über Nebenfiguren zu lesen. Gerade diese Details sollten wahrscheinlich zeigen, dass Nadia nicht die einzige mit einem Leben und Gefühlen ist, aber mir fehlte ein bisschen der Fokus.
Alles in allem ein solides Leseerlebnis für mich.
Profile Image for Anna.
627 reviews41 followers
July 4, 2023
I wanted to like Nadia.

Nadia is the quintessential "artist novel" - the exentric, egotistical genius fighting their demons and being admired - turned queer and migrant. But unfortunately it is also the typical not quite successful debut: Overstructured, too explicit, under- and overworked.

Can Mayaoglu never trusts her readers to read between the lines. And she never trusts herself to make the leap, to make her character really pay the price for their actions. If Nadia had failed, if she had crashed and burned, if she had lost her friends - all of this could have driven home some point. But all is well that ends well. And before, everything - and I mean everything - has meaning. Conversations are artificial exchanges that no living person would ever have. Her cast of characters only exists in relation to Nadia, the protagonist - but instead of accepting this, she tries to make them come alive by giving them quirks and traumata. It doesn't work, because people don't exist that way. They do not randomly quote Proust to each other, they do not know the pages from which they quote, and they do not talk about food in the way Mayaoglu imagines. These people are husks.

Nadia also suffers from a strange perspective on the art market. On the one hand, she sometimes seems to be offering sarcastic commentary - good - but then she becomes completely naive. An installation that pays for the lives of at least three people around the globe for five years is a huge success, but Mayaoglu does not really talk about it. She gives us outside voices to make the point that Nadia is a great artist, and she spends a lot of time describing the art, but in the group I read Nadia with, we couldn't agree on whether she was serious or not. I think Mayaoglu has a very specific idea of how 'artistic' people and the 'art world' are, and it doesn't feel grounded in reality.

Language is another problem. There are times when it works, but then there is a lot of falling and swirling and blackness and just plain bad writing. There is a lot of repetition of words and turns of phrases, obviously in a search for style, but in the end the book does not feel like a stylistic choice.

I really wanted to like Nadia, with the embedded playlist, with all the women and all the queerness. But while it irritated me in many ways, it never really hit home. Nadia would have benefited from a stricter hand and less talk. Just to give one example: Mayaoglu gives us an ending pregnant with meaning - all is silence - again referencing high literature. But even then, she can not keep quiet, but adds another chapter after the end to really tell how it really was. Nothing is added by the last last chapter, but Mayaoglu just could not help herself.

I am very willing to try again, because there were interesting ideas. But I believe the publisher failed Can Mayaoglu this time.
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