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Am Anfang war der Knoten: Die zentrale Bedeutung des Knotens für die Menschheit. Eine Kulturgeschichte

Der Knoten – wir alle kennen und verwenden ihn. Doch kaum jemand weiß Genaueres über seinen Ursprung und seine lange Geschichte. Dabei verwandeln Menschen seit Tausenden Generationen mit dem Knoten einfache Leinen – ob Schnur, Strick oder Seil – in Werkzeuge, Symbole, Zeichen, Zierden oder Mittel der Magie.
Einst unverzichtbarer Alltagsgegenstand, wird der Knoten in der Konsumgesellschaft zunehmend von Billigprodukten ersetzt – und bleibt doch das einzige Werkzeug der Vorzeit, das sich noch heute in jedem Haushalt befindet.
Weder im Alltag noch in der Wissenschaft wird der unscheinbaren und zugleich hocheffektiven Technik des Knotens besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei wäre unsere Menschwerdung ohne den Knoten vermutlich nicht möglich gewesen. Michael Kargs Buch zeichnet die Menschheitsgeschichte mit dem Blick durch die Knotenbrille nach. Entstanden ist eine Hommage an das, was die Menschheit verbindet.

309 pages, Kindle Edition

Published May 12, 2023

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100 reviews
September 10, 2026
Michael Karg schreibt ein überraschend erfrischendes, antikapitalistisches Buch über Knoten und deren Bedeutung für den Menschen. In seinen Ausführungen beschäftigt er sich mit den Anfängen der Menschheit und der Antike, findet Bezüge zur Gegenwart und sinniert zum Schluss (erneut) über die Symbolik von Leine und Knoten.
Er hat einen angenehmen Schreibstil, und weiß, wie man die Aufmerksamkeit des Lesers halten kann. Ich empfand die Idee einer "Knotenbrille" ein wenig absurd, aber musste dennoch über einige Wortspiele schmunzeln. Was dem Leser im Verlaufe des Buches immer wieder passieren wird, ist die Tatsache, dass Karg eine sehr fremde Interpretation von sich gibt und in den folgenden Seiten gute Argumentation findet, um seinen Punkt zu unterstreichen. Seine Quellen umfassen viele populärwissenschaftliche Werke, da es keine offizielle Knotenwissenschaft gibt, was er selbst sehr bedauert.
Sein Studium der Soziologie wird zwischen alle Aussagen gewoben, und man merkt, wie tief er hier recherchiert hat, um seine Argumentation zu verstärken. Für mich persönlich hat er oft ein wenig zu viele Punkte und Phrasen wiederholt, aber ich habe das Buch auch in relativ kurzer Zeit konsumiert. Auch verliert er sich manchmal in Ausschweifungen und Vorstellungen, die ich etwas zu fantasievoll fand (so vor allem die Episode mit Alexander dem Großen).
Was er aber sehr gut schafft, ist es, dem Leser die Augen zu öffnen und auf eine Lücke in unseren Erfahrungen aufmerksam zu machen. Auch während meines Studiums der Archäologie wurden Seil und Knoten gar nicht thematisiert in ihrer Auswirkung auf die menschliche Entwicklung (oder unserer Kunst), die er doch recht überzeugend vorstellt. Es regt auf jeden Fall zu vertieftem Lesen an. Am Ende des Buches findet sich auch eine Literaturliste, was den Anfang sicherlich einfacher macht. 4,5/5 Sternen :)
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